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Verfasst am: 16.05.2012 Titel: Bitte um Tips - Proberaummittschnitt für´s Radio aufpeppen
Moin,
selbst auf die Gefahr hin das ich mit einem Hagel von Abmahnungen rechnen muss ...
Im Rahmen einer Promotion für lokale Bands wird ein Stück von uns nebst Interview im Lokalradio gespielt werden.
Wir müssen also in den nächsten paar Tagen einen Titel radiotauglich machen
Zeit zum neu einspielen bleibt nicht daher muss ich auf einen Proberaummittschnitt zurück greifen der mittels R16 aufgenommen wurde.
8 Spuren:
Gesang
Keyboard (gedoppelt, ca. 25ms verschoben und nach links und rechts gepannt)
2X Gitarren
2X Overhead
1X Basedrum
1X Bass
Bisher habe ich die Spuren in einen gemeinsamen Hallraum gebracht, dem Gesang noch etwas zusätzlichen Hall verpasst und jeweils etwas mit COmpressor und EQ gespielt.
Das ganze ist aber trotzdem meilenweit von einem schönen transparenten Sound entfernt....
Ich bitte um ein paar Tips was ich wo besser machen oder auch nicht machen sollte...
Danke schonmal und Gruß
Ralf
Es ist besser genossenes zu bereuen, als zu bereuen nicht genossen zu haben!
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Verfasst am: 16.05.2012
Das Equalizing ist leider total daneben. Ich denke du merkst ja selber dass der Sound klingt als würdet ihr durch nen dicken Teppich spielen...
Nehm Hall, Kompressor, etc. nochmal ganz raus und beschäftige dich zuerst damit Lautstärke-Verhältnisse und Equalizer ordentlich hinzubekommen. Es fehlen komplett die Höhen. Alles matscht sich gegenseitig im Bass und unteren Mitten-Bereich zu.
Sorry, vielleicht macht mich die freundliche Flasche Ellerstädter Kirchenstück (Riesling Spätlese trocken, Weingut Braun Meckenheim) etwas weniger zurückhaltend (sorry vielmals im Voraus ), aber:
Der Sound krankt imho (bitte beachten: in my humble opinion) nicht nur an der Mischung, sondern in erster Linie an diversen unterschiedlichen Meinungen der Kapellenmitglieder hinsichtlich Timing, Intonation und Feeling der Nummer....
Der Grundsound mag durch extremes Ausdünnen der Gitarren etwas durchsichtiger werden (in heutigen Zeiten schiebt man die Nudelgitarre nicht mehr nach vorne, sondern erwürgt sie dezent ), auch die Phasenprobleme der Keyboards könnte man korrigieren, und Antares hilft beim Gesang (wie auch ein Hall-Algo, der mit Hilfe eines Achtel-Delays vornedran angedickt wird)...aber mir ist nicht ganz klar, wohin der Bandsound eigentlich will....und das ist das Problem: Technisch korrigieren geht, aber der Sound lässt sich dadurch nicht "homogenisieren".
Wenn ich das mischen müsste, wüsste ich nicht so ganz, welches Ziel ich hätte...
Grundlegender Tipp (ich weiß, bisher macht diese Epistel keinen Spaß):
- Wirf alles an FX raus, insbesondere die Keyboard-Doppelung und alle Compressoren und EQs. Alle Hallgeräte raus, alle Sends raus.
- Zieh alle Fader runter.
- Zieh den Fader für die Kickdrum-Spur und die Overheads (in die Overheads einen Lowcutfilter bei ca. 120 Hz) hoch, so dass dein Master-Meter -12 dBFS anzeigen und das Ergebnis halbwegs nach gutem Schlagzeug klingt.
- Stell die Kickdrumspur auf Solo, den Bass auf Solo und zieh den Bass soweit auf, dass er die Kickdrumspur nicht erwürgt, sondern unterstützt. Dann Solo-Tasten wieder raus.
- Jetzt zieh den Gesang auf, so dass er deutlich im Vordergrund ist.
- Jetzt zieh die R-Git-Spur und die Keyboardspur (letztere mono!) so weit auf, dass man den Gesang immer noch deutlich im Vordergrund hört. Stell das Panning der beiden auf 9 (Keys) bzw. 3 (R-Git) Uhr.
Das misch bitte runter und poste es (ja, erst mal ohne Solo-Gitarre).
Sorry, aber erst dann wäre es mir Simpel möglich (liegt nicht an dir, sondern an meiner Unfähigkeit ), wirklich Tipps zu geben, wie man das mischen könnte, weil im Moment ist es arg schwierig, den wirklichen "innewohnenden" "eigenen Sound" zu erkennen...und erst, wenn man diesen erkannt hat, ist es wirklich zielgerichtet, etwas hinsichtlich des Mixes zu tun.
Yoda würde sagen: Der Weg nur das Ziel sein kann, wenn ein Ziel du hast.
Sorry, hoffentlich isses nicht zu hart...ist nicht persönlich gemeint und auch nicht böse gegenüber der Musik und den Musikern (die Version hat imho was, aber was das ist, müssen wir herausfinden und herausarbeiten)...aber ich denke, ehrliche Kritik, gerade bei dem geringen Zeitrahmen, könnte eher zu einem halbwegs brauchbarem Ergebnis führen...
Dabei seit: 16.03.2009
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Verfasst am: 17.05.2012
Danke!
Ist nicht zu hart - nur Kritik bringt uns weiter - mehr davon!
Zitat:
Der Sound krankt imho (bitte beachten: in my humble opinion) nicht nur an der Mischung, sondern in erster Linie an diversen unterschiedlichen Meinungen der Kapellenmitglieder hinsichtlich Timing, Intonation und Feeling der Nummer....
Kannst du das bitte konkretisieren? Ich empfinde es eigentlich (vieleicht bis auf die Keys) als relativ stimmig.
Klar - das Timing sitzt noch nicht an allen Stellen - deswegen Proben wir es ja auch
Hier habe ich versucht deine Vorschläge umzusetzen:
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Zitat:
Der Sound krankt imho (bitte beachten: in my humble opinion) nicht nur an der Mischung, sondern in erster Linie an diversen unterschiedlichen Meinungen der Kapellenmitglieder hinsichtlich Timing, Intonation und Feeling der Nummer....
Kannst du das bitte konkretisieren? Ich empfinde es eigentlich (vieleicht bis auf die Keys) als relativ stimmig.
Klar - das Timing sitzt noch nicht an allen Stellen - deswegen Proben wir es ja auch
Konkret meine ich damit, dass das Schlagzeug bemüht straight ist, die Gitarre mit vorgezogenem Feeling spielt und Bass versucht, hinterherzukommen. Mikrotiming und Feeling sind für mich halt nicht stimmig, aber auf sowas achtet der unbedarfte Radiozuhörer auch weniger....
Zitat:
Hier habe ich versucht deine Vorschläge umzusetzen:
Das ist doch schon mal als Basis besser.
Ein paar weitere Vorschläge:
- Stell mal Kick und Bass auf Solo. Versuche jetzt, untenrum (ca. 60 bis 150 Hz) eine gemeinsame "starke" Frequenz bei beiden zu finden, die du relativ engbandig (Q etwa 2) um etwa 4 dBr anhebst. Dadurch hast du Druck im Tiefenbereich genug, um Gitarre und Keyboards mit einem Lowcufilter bei 120 Hz auszudünnen.
- Suche beim Bass zwischen 300 und 800 Hz eine eklige "Nase-zu"-Frequenz, und senke diese sehr schmallbandig ab (das macht die Gitarre etwas freier).
- Suche beim Gesang im Mittenbereich die starke Frequenz, die die Stimmfärbung ausmacht (sollte irgendwo zwischen 600 bis 1800 Hz liegen). Diese NICHT anheben, sondern bei Keyboards und Gitarre rausnehmen.
- Suche die tragende "Marshall-Kratzen"-Frequenz bei der Zerrgitarre. Diese nicht anheben, sondern in der Keyboardspur durchaus großzügig rausnehmen. Dafür den Keyboards etwas mehr Höhen oberhalb des Gesangs verpassen.
-> Dadurch sollte der Mittenbereich etwas aufgeräumter sein und der Bassbereich sauber kommen.
- Nimm für die Band (nicht für den Gesang!) einen größeren Room-Algo mit etwa 1,3 s Decay, und bearbeite das Hallsignal mit einem Lowcutfilter bei 200 Hz (das hilft, dass der Hall nicht rumpelt). Bestimme mit den Sendleveln die räumliche Staffelung der einzelnen Instrumente.
- Geh aus der Gesangsspur mit einem Send auf ein Delay, stell es auf Achtel ein und das Feedback auf etwa 3 bis 4 Wiederholungen. Route dann das Delay nicht auf den Stereobus, sondern auf eine neuen Effektkanal mit einem Reverb (Hall-Algo). Versuche, durch Spielen mit dem Delaypegel den Hall so zu modulieren, bis der Gesang dadurch fetter klingt. Dann regle den Effektanteil mit dem Fader des Reverb-Effektkanals...und wenn du denkst, es ist ok, nimm noch mal 20 Prozent weg
- Es kann sein, dass du den Gesang etwas hochpegeln musst, dass er weiter schön im Vordergrund ist....
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Verfasst am: 18.05.2012
Er hält es für tauglich
Jörg - danke für Deine Tips - ich werde mich später dran setzen und sehen was ich für mich da noch rausholen kann.
Obwohl ich Schlumpfs Variante schon ziemlich klasse finde!
Die Sache mit dem Mikrotiming muss ich mir nochmal reinziehen!
Gruß
Ralf
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