Verfasst am: 05.11.2011 Titel: Freiheit und Irrsinn
Warum mache ich das eigentlich?
Ich weiß, dass es niemand verstehen wird, dass niemand auch nur mehr als 20 Sekunden ertragen wird. Es ist auch wahrscheinlich, dass die Reaktionen von Unverständnis (harmlos) bis Häme und Beleidigung (heftig) gehen werden...
Warum also mache ich das?
Weil in diesem Forum noch nie freie postmoderne Musik zu hören war?
Weil die Nummer ein paar sehr erstaunliche Dinge enthält?
Weil ich ein Rad abhabe?
Oder isses Provokation? Oder doch nur eine sehr seltsame Form von Blues?
Eine Gitarrenspur, live am Stück eingespielt (keine Schnitte, keine Overdubs), Fender-Twin--Sim, RAT-Sim, Univibe, 2 Delays, 3 Reverbs. Gitarre offen in EAEAHE gestimmt. Mastering ausschließlich Summenpegel.
Keine Drogen, kein Alkohol.
Es sollte vielleicht noch angemerkt werden, dass die den meisten Passagen zugrunde liegende Technik Tapping ist, kein besonderes Tapping, sondern im Prinzip das, was Herr Van Halen publik gemacht hat, allerdings mit deutlich mehr Bewegung beider Hände.
Weiterhin sollte noch angemerkt werden, dass die Gitarre penibel exakt gestimmt ist.
Und ganz nebenbei sollte bemerkt sein, dass ich Teile davon reproduzieren kann...nur für den Fall, dass einer denkt, ich würde da nur rumklimpern....dem ist nicht so, da ist teilweise straighte Komposition dahinter .
Dabei seit: 20.05.2012
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Wohnort: Oberhausen
Verfasst am: 06.11.2011
Hi Jörg,
der Anfang ist schon mal total geil.
"Woe to you, Oh Earth and Sea,
for the Devil sends the beast with wrath,
because he knows the time is short... "
Die Echos haben eine beeindruckende Räumlichkeit und Tiefe.
Nach ca. einer Minute wünsche ich mir ein zweites Instrument. Irgendwas Flächiges, was mich in die Hansa Studios Berlin, Mitte der 70er, katapultiert. Robert Fripp, Brian Eno...
Ich finde, dass ist ein spannender Ansatz. Manchmal fehlt mir eine längere Pause um die Echos ein wenig mehr wirken zu lassen, die Pausen kommen immer nur nach Sequenzen die eh schon ruhiger sind. Und an der ein oder anderen Stelle stelle ich mir vor die Echos würden ein Eigenleben bekommen, ähnlich der Oszillation eines Bandechos, da würde noch mehr Leben in die Bude kommen.
Insgesamt aber: Daumen hoch! Und zwar sowas von!
Ralf
At the end of the day, a guitar is a piece of wood, and you either have good wood or bad wood. Quite often you change your pickups and electronics anyway, so really, having that little transfer on the headstock makes zero difference. (Steve Rothery)
Dabei seit: 04.02.2002
Beiträge: 5348
Wohnort: Milder Westen
Verfasst am: 06.11.2011
Hi Jörg,
ich habe mit weniger Not bis zum Ende hören können, als bei manchem modalen Gedudel.
Im Grunde finde ich so etwas spannend. Ich habe schon oft Midi Sequenzen als Grafiken "Komponiert" und war fasziniert von den Toncollagen, die dabei entstehen.
Was bei analogen Toncollagen vollkommen fehlt, ist eine nachvollziehbare Rhythmik und Struktur. Das macht es für mich nach wenigen Momenten unattraktiv.
Wenn man eine solche Collage als die Ursuppe für einen rhythmischen Schnitt nehmen würde und versuchen würde, es unter einen catchy groove zu legen, käme so etwas, wie ein Song heraus.
Hat das schon mal jemand probiert?
vielleicht besteht ja Interesse sich mal mit dem Schaffen aus den frühen 70ern eines gewissen Herrn Leo Brouwer zu beschäftigen.
Ich denke da an Parabola, Tarantos und vor allen Dingen an La Espiral Eterna.
Schönen Sonntag noch,
Jörg
Zuletzt bearbeitet von Jörg am 07.11.2011, insgesamt einmal bearbeitet
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Wohnort: Sol 3
Verfasst am: 06.11.2011
Das ist das Krankeste an Gitarre, was ich seit Free Form Guitar von Terry Kath/Chicago gehört habe.
Ich schwanke zwischen Faszination und Grauen. Trönke ich jetzt zwei Bier, überwöge dem Grauen. So isses eher Hörspiel, zumindest ab 1: 30 oder so.
Es ist aber - auch bei großzügigster Auslegung des Begriffes - nicht mehr als was für eine Art von Blues auch immer einzuordnen. Und, ja: ein rhythmisches Element wäre hilfreich.
Beste Grüße, mad cruiser "Es werde Licht, verdammt nochmal!"
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