Vibratohebel biegen?

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Vibratohebel biegen?

Tach auch!

Ich habe unlängst ein Vibrato bekommen, dessen Hebel für meinen Geschmack zu stark nach oben steht und zu sehr gekröpft ist. Nun habe ich schon von etlichen abgebrochenen Jammerstangen gehört, und das soll natürlich nicht passieren.

Also: einfach in den Schraubstock spannen und kräftig zerren ist wohl nicht das Mittel der Wahl, oder? Wie macht man es besser?
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RE: Vibratohebel biegen?

Hallo Mad,
ich bin zwar kein Metall-Bauer, aber ich würde mit entprechender Wärme arbeiten, d.h. mit einem Gasbrenner schön vorglühen und dann mit sanfter Gewalt warmverformen. Kaltverformung wird wohl zum befürchteten Bruch des Jammerhakens führen.
Schöne Grüße
Ingo
 
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RE: Vibratohebel biegen?

Hallo Mad,
das mit dem Gasbrenner gibt dann noch schöne Farbeffekte von blau über rot zu verbrannt Also keine gute Idee...

Welcher isses denn? Form, Oberfläche, Hersteller? Wie weit willst du ihn anpassen? mm oder cm?
Grundsätzlich würde ich das Ding ausbauen, in eine Spannvorrichtung (am besten der Originalbefestigung nachempfunden) stecken und versuchen mit händischer (aber vorsichtiger ) Gewalt den Hebel in eine neue Form zu bringen. Keine Zangen, Hebel, Kanten oder so verwenden, das hinterläßt unweigerlich Spuren.

Aber lass mal Details wissen, Metall hab ich ma gelernt

Ciao

Monkey
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Re: Vibratohebel biegen?

mad cruiser schrieb:
Also: einfach in den Schraubstock spannen und kräftig zerren ist wohl nicht das Mittel der Wahl, oder? Wie macht man es besser?


Hi Jorge,

wenn es das Stahlärmchen vom Wilkinson ist, dann ist heiß machen
das Mittel zum Erfolg. Sonst bricht der möglicherweise.

Aber vielleicht kann der König Dir einen machen?!
 
VG, Sven

Spiele bei den SONIC HEADS feine SIGN GUITARS und den Shiva vom Bogner's Reinhold!
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RE: Vibratohebel biegen?

yrrkon schrieb:
Hallo Mad,
ich bin zwar kein Metall-Bauer, aber ich würde mit entprechender Wärme arbeiten, d.h. mit einem Gasbrenner schön vorglühen und dann mit sanfter Gewalt warmverformen. Kaltverformung wird wohl zum befürchteten Bruch des Jammerhakens führen.
Schöne Grüße
Ingo


Ich bin zwar kein "Metaller" aber ich denke durch eine Durchwärmung des Materials (glühen) verändert sich das metallische Gefüge und das Material wird "weich". So heißen es kann danach auch "kalt" beim Benutzten zu Verformungen kommen.
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RE: Vibratohebel biegen?

Hi Jörg,

...frug mich dies auch schon mal vor einer Weile... nach all den Antworten würd ich schätzungsweise zu einem Schlosser gehen und den fragen...

..oder einen anderen kaufen... falls das pass-technisch gesehen eine Option wäre...

Greets
PIT...
 
~~~ auf der Suche nach dem magischen Ton ~ immer und überall ~~~
...mein Werkzeuchs dafür: Giddars & Trommels

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RE: Vibratohebel biegen?

Monkeyinme schrieb:
Welcher isses denn? Form, Oberfläche, Hersteller? Wie weit willst du ihn anpassen? mm oder cm?


Ein Wilkinson VS 100 der alten Baureihe, also nicht der Gotoh-Lizenz-Nachbau. Und es geht schon um ca. 2 cm, denn nach der Biegung winkelt sich das Ding ziemlich nach oben und sticht immer nach mir. ..
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RE: Vibratohebel biegen?

Ich fürchte, das wird "händisch" nicht zu machen sein.
Wenn das so ist, wie bei meinem, dann knickt das Teil an der von Dir beschriebenen Stelle ja nach oben ab.
Diesen Knick bekommst Du durch einfaches Biegen mit der Hand nicht heraus.

Mein Vorschlag:
Lasse Dir vom Fachmann einen für Dich passenden Arm herstellen.

Oder ..... flexe ihn an der Knickstelle ab. Die Länge sollte dann m.E. immer noch ausreichen.
 
Meine hier kundgegebenen Meinungen und Aussagen sind natürlich rein subjetiv.

Gruß Hans-Werner

Ach ja, und allzeit schöne Töne!
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RE: Vibratohebel biegen?

Das ist überhaupt kein Problem. Hab ich schon desöfteren gemacht und zwar genau so:

Du nimmst einen stabilen Holzklotz (10x10x10 cm) und bohrst mittig ein Loch im gleichen Durchmesser wie dein Tremolo-Gewinde. Diesen Klotz spannst du in deinen Schraubstock und führst dein Vibratoarm ein (uiiiiiii eindeutig zweideutig formuliert )
Nimm nun ein Rundholz, welchem dem vorhandenen Biegeradius in etwa gleicht. Nun kommt der Gummihammer, oder Ausbeulhammer zu Gebrauch. Letzeres sind die Hämmer mit Kunststoffkopf. Vorsichtig, etwa 4-5 cm von der Biegung 'draufhämmern', bis der Radius deinen Vorstellungen entspricht - ferdischhhhhhhh

Da geht nix kaputt, gibt keine Kratzer und die Biegung ist auch sauber!
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RE: Vibratohebel biegen?

moinsen,

Was ist mit Uri Geller? Macht der nix mehr? (notfalls als MPG besorgen und Tremolohebel aufn monitor legen)


Also gebrochen beim Biegen zur "Idealkrümmung" ist mir noch keiner.
Gebogen wurde meist im Trem.
Einfach 90 Grad zur Saitenführung halten und ab dafür - feddisch.
Man sollte halt nur nicht Wöchentlich seinen Geschmack fürs Handling ändern und die Procedure so bissi als OneWay-Ticket sehen.

Ich fürchte daß die besagten gebrochenen Hebel die falschen Zeiten in Härtebädern hatten und von Natur aus spröde waren.
Sowas kommt in den besten Familien vor. (bei einer Serie Floyds von Schaller zersprangen sogar mal die Böckchen durch blosses Anguggn)

Da machste dann eh nix!

Also, auf Jörresch ! Mach ´die Biege!

greez
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RE: Vibratohebel biegen?

Das Magman Rezept ist gut, das geht. Gehärtet sollten die runden Hebel nicht sein, dafür ist die Belastung nicht geeignet. Wenn du einen Mechaniker in deinem Freundeskreis hast lass Ihn (oder Sie) es machen. Wichtig ist das Gegenlager auf dem der Hebel ruht, damit du deine Energie auch in Biegung verwandelst
Ich habe das richtig verstanden das du die Biegung im letzten Drittel reduzieren willst?
Wie gesagt macht heißmachen viele lustige Farben aus dem Chrom oder lustige Rauchwolken aus dem Lack und kann die Gefügestruktur verändern. Wenn du kein Handwerker bist hast du wahrscheinlich auch keine Flamme die entsprechend warm genug machen kann. Wir reden ja nicht über 100°C. Kein praktikabler Weg.

Viel Spass beim Biegen!

Ciao

Monkey
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Re: Vibratohebel biegen?

mad cruiser schrieb:
Tach auch!

Ich habe unlängst ein Vibrato bekommen, dessen Hebel für meinen Geschmack zu stark nach oben steht und zu sehr gekröpft ist. Nun habe ich schon von etlichen abgebrochenen Jammerstangen gehört, und das soll natürlich nicht passieren.

Also: einfach in den Schraubstock spannen und kräftig zerren ist wohl nicht das Mittel der Wahl, oder? Wie macht man es besser?


Hi cruiser,

Du solltest zunächst ermitteln, aus welchem Material das Teil ist.
Falls es (verchromtes) Messing ist (Probe mit der Feile),
liegst Du mit > einfach in den Schraubstock spannen und kräftig zerren <
fast richtig. Messing ist ziemlich weich; wenn Du das nicht zu kalte Teil LANGSAM & VORSICHTIG biegst, geht das völlig in Ordnung. Bei Saxophonen ist es oft nötig, D³, D#³, F³ den wurstigen / spinnrigen Fingerchen anzupassen, statt alberner Gummihütchen auf dem Messing.
Biegen geht auch bei weichem "Stahl" klar, aber langsam.
Wenn Du eine Messingstange warm machst, und LANGSAM biegst, kannst Du (fast) 'n Knoten 'reinmachen.

Grüße

Micha
_____

* STAHL fängt bei mir erst bei ~420er an.

Gold is for the mistress - silver for the maid
Copper for the craftsman cunning in his trade.
"Good!" said the Baron, sitting in his hall
But iron - cold iron is master of them all.
Rudyard Kipling (1865 - 1936)

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RE: Vibratohebel biegen?

Ich fürchte hier werden Tips gegeben ohne zu wissen wie das Ding (der Hebel) tatsächlich aussieht bzw. beschaffen ist.

Daher noch mal .....
Biegen an der Stelle, an der es erforderlich wäre, wird nix!
Egal ob mit oder ohne Holzklotz!
Denn da müßte ein bereits vorhandener Knick im Hebel gerade gebogen werden.
Heiß, vom Fachmann ginge eventuell noch. Aber nur mit den bereits erwähnten Nachteilen.
Und an der ca. 90°-Biegung des Hebels herumzuwerkeln bringt auch nicht viel, da ja die Knöpfe der Gitarre irgendwann im Weg sind.

Also ..... lieber gleich einen passenden anfertigen lassen.
 
Meine hier kundgegebenen Meinungen und Aussagen sind natürlich rein subjetiv.

Gruß Hans-Werner

Ach ja, und allzeit schöne Töne!
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RE: Vibratohebel biegen?

OK, jetzt ich...

Ein bischen Mutmaßen ist bezüglich des Materials schon dabei, da es unbekannt ist. Grundsätzlich wird es ein Stahl sein, entweder gehärtet oder ein hochlegierter Stahl. Alles andere hält der Belastung auf Dauer nicht stand. Da wir erfahrungsgemäß auf nahezu jeder Session einen gebrochenen Jammerhaken seitens Sven hatten, gehe ich von gehärtet aus (spröde). Den biegt kalt nur ein Schmied und nur mit Gefühl und keine Zentimeter. Es kann aber auch ein hochlegierter Stahl sein und da kommen Martins Vorschläge am besten! Hier sehe ich eigendlich den einzigen gangbaren Weg. Ansonsten warm; Nachteilig ist die Verfärbung und die Veränderung des Materialgefüges... Abzulehnen. Probiers auf Magmans Art, imo der einzig funktionale Weg.


Zuletzt bearbeitet von 7-ender am 17.04.2007, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Vibratohebel biegen?

Die Steckwibbel von Wilkinson aus der Zeit (ich kenne das
Vibrato persönlich) dürften aus gehärtetem Stahl sein.
Die Vintagehebel, die ich regelmäßig abbreche, sind aus
allem, wahrscheinlich auch aus Homers Mitbringseln von
der Arbeit.

Andere Liga, der Wilkinson noch aus der "guten" Zeit hat unkaputtbar
gebaut. Ich habe es ja weiter oben schon geschroben, würde ich
doch eher zu einer Neuanfertigung neigen aus Königs Werkstatt.
König macht den Hebel!
 
VG, Sven

Spiele bei den SONIC HEADS feine SIGN GUITARS und den Shiva vom Bogner's Reinhold!
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RE: Vibratohebel biegen?

7-ender schrieb:
OK, jetzt ich...

Ein bischen Mutmaßen ist bezüglich des Materials schon dabei, da es unbekannt ist. Grundsätzlich wird es ein Stahl sein, entweder gehärtet oder ein hochlegierter Stahl. Alles andere hält der Belastung auf Dauer nicht stand. Da wir erfahrungsgemäß auf nahezu jeder Session einen gebrochenen Jammerhaken seitens Sven hatten, gehe ich von gehärtet aus (spröde). Den biegt kalt nur ein Schmied und nur mit Gefühl und keine Zentimeter. Es kann aber auch ein hochlegierter Stahl sein und da kommen Martins Vorschläge am besten! Hier sehe ich eigendlich den einzigen gangbaren Weg. Ansonsten warm; Nachteilig ist die Verfärbung und die Veränderung des Materialgefüges... Abzulehnen. Probiers auf Magmans Art, imo der einzig funktionale Weg.



Ich auch....
Ist effer Stahl. ST100 wenn es hoch kommt, bei Strats selbst das nicht. Maggies Metode ist gut. (Schließlich ist die Biegung auch irgendwie hinein gekommen...) Sollte aber beim ersten mal passen. Hin und her biegen macht hässlich und schwach.
 
Gruß

Walter


http://www.facebook.com/der.gitarrenbauer

Kunst ist schön - macht aber viel Arbeit
Karl Valentin
Verfasst am:

RE: Vibratohebel biegen?

W°° schrieb:
Ich auch....
Ist effer Stahl. ST100 wenn es hoch kommt, bei Strats selbst das nicht.


Dem wage ich vorsichtig zu widersprechen. Ein Baustahl, wenn auch mit einer Mindestzugfestigkeit von 100 N/mm(hoch2) belastbar, bricht nicht. Er verbiegt... Demzufolge gäbe es das Problem nicht...

Egal, es ist alles gesagt.
Verfasst am:

RE: Vibratohebel biegen?

7-ender schrieb:
Egal, es ist alles gesagt.


Nicht ganz ... aber lassen wir das einfach mal so stehen.



Viel wichtiger .... Was meint denn nun der Frager ??
 
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Gruß Hans-Werner

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