Chris Rea oder "Totgesagte spielen besser!"

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Chris Rea oder "Totgesagte spielen besser!"

Aloha Musikliebhaber,

ich hatte gestern Abend das fantastische Glück den (für mich) letzten großen, weißen Blueser live zu sehen.
Chris Rea spielte im Tempodrom (Berlin)!

Das Tempodorm ist praktisch ein steinernes Zirkuszelt und bot gestern Abend ausschließlich Sitzplätze.
Die Parkplatzsuche gestaltete sich fast unmöglich, aber Herr Rea belohnte einen dafür mit 2 Stunden Musikke vom Allerfeinsten!
Untermalt von einer Bühne, über der viele schöne Gitarren hingen - feine Atmosphäre!

Erstaunlich schon der Anfang...
Chris Rea kam pünktlich um 8 Uhr (wann hat man das heute schon noch?!) auf die Bühne und bewies sofort seinen ungebrochenen Humor, denn er selbst stellte mit seinen Musikerkollegen die Vorband dar - The Delmonts!

The Delmonts legten sofort rockig los und boten 5,6 Lieder instrumentaler Weltreise.
Zwar waren hier die Höhen recht garstig (beide Gitarristen spielten Strat), aber man kam sich wirklich wie in fernen Ländern vor, allerdings ohne den typischen Rea-Sound zu vermissen.
Erstaunlich war auch, dass der Zweitgitarrist (Robert Ahwai) hier die Leadguitar spielte und Chris ihm viel Raum für sein musikalisches Können ließ.
Im Verlaufe des Konzerts durften aber auch der Keyboarder (Neil Drinkwater) und der Bassist (Colin Hodgkinson) ihre Solokünste präsentieren und beweisen, dass sie allesamt wirklich gute Instrumentalisten sind.
Der Drummer (Martin Ditcham) war mit seinen mitreißenden Beats sowieso der Star des Abends.

Kurzer Break - Herr Rea wechselt die Gitarre, greift sich die Harp, der Bühnenhintergrund zeigt den Bandwechsel, statt "The Delmonts" waren jetzt die "Hofner Bluenotes" am Ruder, es wurde stürmisch!

Wunderschönes Bluesharp-Intro vom Maestro persönlich und endlich kam die begeistert johlende Menge in den Genuss seiner unglaublichen, einzigartigen Stimme, die so kräftig schien wie nie zu vor - als hätte es den Krebs nie gegeben.

Es folgte so wahnsinnig driviger Blues, dass es niemand wirklich auf den Sitzen hielt.
Dieser eigentlich schon totgeglaubte Ausnahmemusiker war so lebendig und lebensfroh wie nie zu vor, ständig tanzte er zur Musik, versuchte seine Sangespassagen mit entsprechender Gestik zu untermalen und holte aus seiner Gitarre wirklich alles raus.
Dass seine Bandkollegen (auch alles alte Männer...) teilweise wie Zombies auf der Bühne standen, unterstreichte seine unglaubliche Wandlung vom Krebskranken zum Bühnentanzbären umso mehr und so konnte ich einfach nicht aufhören zu grinsen vor lauter Freude über dieses Wunder!

Viel geredet hat er nicht, ganz klar, hier ging es um die Musik.
Und musikalisch begeisterte Chris natürlich auf voller Linie, spielte Gitarre wie ein Derwisch, bot wunderschöne Slide-Einlagen mit sirenenartigen Klängen und wusste - ob knackiges Riff oder Slide-Solo - einfach nur zu beeindrucken!
Seine eigenen Intepretationen von Kommerz-Hits wie Julia und Josephine waren so genial verarbeitet, dass dieser Abend sicher jeden Kritiker zum Fan machte oder gemacht hätte.
Prinzipiell war seine pausenlose Kunstdarbietung einer sehr rockigen Natur und das war auch gut so, "Road to Hell" beispielsweise war einen Schunkler erster Güte und hätte selbst Komapatienten zum Tanzen animiert!

Nach einer kleinen Zugabe, bei der die Menschen schließlich den Vor-der-Bühne-Bereich stürmen durften, beendte Herr Rea das Konzert und entliess somit 100% zufriedenstrahlende, glückliche Konzertbesucher!

Ich persönlich wurde durch dieses Konzert stark inspiriert und werde mich jetzt noch näher mit dem Blues befassen und mir sicher mal eine Italia Gitarre kaufen...

Am besten hat mir allerdings gefallen, dass man diesem Mann ansah wie viel Spaß er bei seiner "Arbeit" hat und dass es ihm wirklich gut zu gehen scheint.

Fazit:
Ich bin wahnsinnig froh, dass ich die Möglichkeit hatte, dieses fantastische Konzert (oder nennen wir es beim Namen: unglaublich traumhafte Musikspektakel) zu besuchen und kann nur jedem empfehlen sich dies auch anzutun (er kommt vermutlich im Herbst wieder nach good old Germany)!

MfG der begeisterte Theo
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RE: Chris Rea oder "Totgesagte spielen besser!"

Danke Rolf, der Basser war echt spitze, es machte zwar den Eindruck als würde der Bass ihn halten und nicht er den Bass, aber der hatte echt noch einiges auf dem Kasten - Respekt!

Übrigens muss ich mich wohl demnächst mal bei dir melden wegen den Italia-Schönheiten.
Die Lieblingsklampfe von Herrn Rea war eindeutig eine Italia und die sah aus... Geil... und die klang... Geil!
Deine Kleine ist ja auch nicht zu verachten!

MfG Theo
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RE: Chris Rea oder "Totgesagte spielen besser!"

Hallo Theo,

Schöner Bericht.

Wenn Du sein (Reas) Album (Buch) Blue Notes noch nicht hast oder kennst, solltest Du das unbedingt nachholen!
 
Meine hier kundgegebenen Meinungen und Aussagen sind natürlich rein subjetiv.

Gruß Hans-Werner

Ach ja, und allzeit schöne Töne!
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RE: Chris Rea oder "Totgesagte spielen besser!"

Hi Theo,

dann sieh mal zu, dass du Reas Earbook auftreibst.
11 CDs mit Songs von ihm zur Geschichte des Blues. jede CD eine Epoche/Form des Blues.
( plus Doku DVD )

Genialer Musiker.
Bescheidener Maler.
 
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Gruß
Stefan
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RE: Chris Rea oder "Totgesagte spielen besser!"

physioblues schrieb:
Hi Theo,

dann sieh mal zu, dass du Reas Earbook auftreibst.
11 CDs mit Songs von ihm zur Geschichte des Blues. jede CD eine Epoche/Form des Blues.
( plus Doku DVD )

Genialer Musiker.
Bescheidener Maler.


Schrobte ich ja gerade.

Aber .... doppelt gemoppelt hält besser. (Sachte meine Oma immer. )
 
Meine hier kundgegebenen Meinungen und Aussagen sind natürlich rein subjetiv.

Gruß Hans-Werner

Ach ja, und allzeit schöne Töne!
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RE: Chris Rea oder "Totgesagte spielen besser!"

Diese schöne Kompilation besitze ich natürlich als großer Rea-Fan, ein echtes Meisterwerk und das mit nur 18 Monaten Entstehungszeit - der alte Mann ist schon wirklich beeindruckend!

Übrigens find ich seine gemalte Kunst auch richtig fein!

MfG Theo
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RE: Chris Rea oder "Totgesagte spielen besser!"

Ja, Frusicante,

Deinem lebendigen Schreibstil merkt man Deine Begeisterung an. Das ist GAS-weckend in ganz besonderer Weise.
Schade, dass ich gar nicht mitbekommen habe, dass Rea nach Berlin kommt. Ich mag seine Musik und wäre glatt nach Berlin gefahren.
Dank Dir für das Statement und für den Herbst-Tipp. Da werde ich ab sofort ein Auge drauf haben.
 
Gruss
frank
Verschoben: 22.02.2008 Uhr von Banger
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