Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

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Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Hi Kollegens,

ich hab eine technische Frage. Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, ggf. sogar mein Leben retten Ich habe Threads über Stromschläge gefunden, aber keinen, der mein Problem genau widerspiegelt.

Ich habe festgestellt, dass, wenn ich Gitarre spiele und gleichzeitig singe, zwischen Mikrophon und Lippen ein leichter Strom fließt. Na ja, so leicht/gering kann er nicht sein, da ich es an den trockenen Lippen spüre.

Ich habe dann mal angefangen, auszuprobieren und zu forschen. Hier das Ergebnis:

Mein Amp (ohne Effektgerät, um den Test nicht zu verfälschen) steckt in (Wand-)Steckdose 1.

Folgende andere Geräte stecken in (Wand-)Steckdose 2:
* Gesamgsanlage/Mikro
* MD-Recorder
* Andere Gitarre mit anderem Amp.

Wenn ich nun meine Saiten berühre und gleichzeitig eines der o.a. Geräte, dann "funkt" es. Will sagen, es ist ein leichter, aber deutlicher und unangenehmer Stromfluss zu spüren.

Wenn ich meinen Amp nun wie die anderen Geräte auch über Steckdose 2 laufen lasse, passiert das nicht. Dafür rauscht er dann sehr stark, stärker als wenn ich Steckdose 1 benutze.

Ich habe einiges ausprobiert. Es passiert auch, wenn ich gar keine Gitarre nehme, sondern den Klinkenstecker berühre. Also schließe ich die Gitarre(n) als Ursache aus. Dann habe ich einen andere Gitarrenamp verwendet. Es passiert das gleiche. Also schließe ich auch den Amp als Ursache aus.

Ebenso schließe ich einen Defekt an einem der anderen Geräte aus, denn "es" passiert ja mit verschiedensten Geräten.

Ich selbst kenne mich mit Elektrik kaum aus, und ich komme auch nicht weiter als meine Bandkollegen, die sagen, das es "irgendwas mit der Erdung" zu sein scheint. Tja, aber was? Ist es die Stromverkabelung im Proberaum, so dass wir einen Elektriker kommen lassen müssen? Kann man über Messgeräte selbst was prüfen? Und wenn ja: was?

Oder bin ich meine vielen Musikerjahre hindurch durchs Leben gegangen, ohne zu wissen, dass man das niemals tun soll, nämlich gleichzeitig zwei Geräte anfassen? Kann ich mir nicht vorstellen, denn Singen und Spielen ist doch ganz normal.

Und zu guter Letzt: Natürlich vermeide ich, bis auf Tests, andere Geräte anzufassen, und singen tu ich im Moment lieber auch nicht. Aber ist das nun nur ein "niedlicher" und ganz normaler Effekt, oder richtig gefährlich, weil ich auch mal so richtig einen gewischt bekommen könnte? Incl. Durchfetzen sämtlicher Amps im Proberaum?

Ich wär Euch dankbar, wenn Ihr eine Erklärung für mich hättet, und Ratschläge, wie ich vorgehen kann, um das Problem loszuwerden. Damit dann als einziges Problem meine Stimme in den Ohren der Bandkollegen bleibt

Vielen Dank Euch, und viele Grüße
Volker
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Re: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Dr_Hugo_Z_Hackenbush schrieb:
Ich selbst kenne mich mit Elektrik kaum aus, und ich komme auch nicht weiter als meine Bandkollegen, die sagen, das es "irgendwas mit der Erdung" zu sein scheint. Tja, aber was? Ist es die Stromverkabelung im Proberaum, so dass wir einen Elektriker kommen lassen müssen?


Ja, denn das ist

richtig gefährlich, weil ich auch mal so richtig einen gewischt bekommen könnte?


und dann kann es schnell mal vorbei sein.

Da du selber schreibst, dass du dich nicht auskennst, was willlst du messen und was dann tun. Wahrscheinlich werden dir gleich eine Menge Leute erklären was da los ist, das sollte dir aber egal sein!
DIE STECKDOSE IST BESCHÄDIGT UND ES IST LEBENSGEFÄHRLICH DORT GERÄTE EINZUSTÖPSELN!
Also sollte ein Fachmann das wieder richten! Was ihr euch aber für die Zukunft anschaffen könntet sind FI-Schutzschalter ...
 
Gruesze Ralf
Verfasst am:

Re: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Ralf hat es schon gesagt: Lasst einen Elektriker kommen!

Und wenn er schonmal da ist, soll er euch einen Notaus-Schalter für den gesamten Stromkreis neben die Tür bauen. Das hat den knuffigen Effekt, dass man beim Rausgehen mal eben draufhaut und auch vergessene Geräte abschaltet...
Hat sich durchaus bei uns bewährt.
 
"Der Volksmund sagt: Religion ist Opium für das Volk. Das ist irreführend. Opium ist eine bewußtseinserweiternde Droge."
Volker Pispers

"Kein Zynismus kann das Leben übertreffen."
Anton Pawlowitsch Tschechow

Mein Spielzeug
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RE: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Hi noch einmal,

danke für Eure Antworten, ich werd es ernst nehmen.

Zusätzlich ein paar weitere Fragen: Müssen wir bis dahin den Probebetrieb einstellen? Im Raum sind insgesamt 4 Dosen an der Wand. Ist eine davon kaputt, die wir meiden sollten? Oder ist die gesamte Verkabelung fragwürdig?

Ach, und eines habe ich noch nicht probiert: Nämlich die zahlreichen Verteilersteckdosen zu checken. Vielleicht liegt der Fehler ja dort, das wär zumindest billiger

Aber wenn es nicht so was elementares ist, lass ich den Fachmann ran, ist mir auch lieber.

Vielen Dank für Eure Antworten.
Eine Auflösung wird ein bischen dauern, bin erst in einer Woche wieder im Proberaum.

viele Grüße
Volker
Verfasst am:

RE: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

"...das wär zumindest billiger..."

Na, na, na, mein lieber Herr - da sparst du dann wohl am falschen Ort. Ich denke nicht, dass es an den Kabeln liegt, sondern, so wie du es schilderst, an der betreffenden Dose selbst. Da muss ein Fachmann ran - nicht rumbasteln. Man muss ja nichts herausfordern. Besser ein paar Euronen abdrücken, als Stromschlaglotto zu spielen.

Wir haben vergangenen September in einem kleinen Club gespielt und unserem Sänger / Rhythmus-Gitarristen ist es während des Soundchecks genau gleich ergangen. Zuerst suchten wir die Ursache bei der Verkabelung - und schlussendlich lag es an einer 'faulen' Steckdose. Zum Glück gab es noch 3 weitere Anschlüsse, aber das war schon lebensgefährlich, was da abging.
 
Wo kämen wir denn hin, wenn jeder sagte: "Wo kämen wir hin", und niemand ginge, um mal zu sehen, wohin man käme, wenn man ginge.

When I'm sad, I just sing. And then I realize that my voice is far worse than my problems.
Verfasst am:

RE: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Keine Sorge, ich bin da bei Euch. Aber es ist eine Sache von wenigen Minuten, zu verifizieren, dass der "Effekt" auch auftritt, wenn man den Amp direkt in die Wand stöpselt. Wär doch ziemlich doof, einen Techniker kommen zu lassen, der dann feststellt, dass meine 3-er Steckdose im Dutt ist

Es geht mir halt darum, den Fehler so weit wie möglich einzugrenzen. Also je ein Gerät direkt in die Wand, und wenn es dann "funkt", weiß ich sicher, dass der Elektriker dran ist.

Selbst rumbasteln will und werd ich nicht, versprochen
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RE: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Dann hoffen wir mal, dass das Eingrenzen gut geht! Ganz im Ernst: jedesmal wenn es 'funkt' kann es dich erwischen! Dann ist evtl. der Elektriker gar nicht mehr dein Mann, sondern der Bestatter!
Lass bitte das rumprobieren, das ist LEBENSGEFÄHRLICH!
Du kommst mir 'nen bißchen vor, wie jemand, der aus dem Fenster springt, um zu verifizieren in welchem Stockwerk er ist!
Hol den Elektriker, beschreib ihm was du beobachtet hast und lass ihn machen! Bei der Gelegenheit: Notaus und FI-Schutzschaltung installieren lassen, egal was kaputt ist!
 
Gruesze Ralf


Zuletzt bearbeitet von Rabe am 27.03.2008, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Rabe schrieb:
Lass bitte das ruzmprobieren, das ist LEBENSGEFÄHRLICH!
Du kommst mir nen bißchen vor, wie jemand, der aus dem Fenster springt, um zu verifizieren in welchem Stockwerk er ist!


Jeder ist seines Glückes Schmied - aber nicht jeder Schmied hat Glück...

Hoffen wir, dass es gutgeht.

Grüsse
Jörg
Verfasst am:

RE: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Hi zusammen,

hier nun des Rätsels Lösung: Ich habe mir die Verteilersteckdosen angesehen. Da war die Schuldige schnell ermittelt:



Ich denke, man erkennt: Phase und Nulleiter sind angeschlossen, die Erdung nicht. Das Kabel ist dabei vieradrig. Da hat jemand ganz sorgfältig seine Steckdose aus Teilen vom Sperrmüll zusammengeschraubt ...

Ich habe zunächst den FI überprüft, dann alle Geräte herausgezogen, dann zwei Amps an Steckdosen 1 und 2 (siehe oben) angeschlossen, direkt ohne Verteiler dazwischen. Ergebnis: keine Probleme. Nun ist wieder alles verkabelt, mit neuen Verteilern, und funktioniert ohne Probleme.

Ein kleines Bonbon: Die Band, von der wir den Proberaum und auch die "Verkabelung" seinerzeit übernommen haben, heißt ...

No Fuse

Euch allen danke für Eure Tipps!

Viele Grüße
Volker
Verfasst am:

RE: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Uffz, freut mich und Glückwunsch!
Da habt ihr recht viel Glück gehabt in der letzten Zeit! Ohne Schutzerde können insbesondere Röhrenverstärker bei einem evtl. Defekt 'unangenehm' werden. Die Sicherungen hast du gecheckt? Bei einem Gebastel auf dem Level der Vormieter ist auch meist die eine oder andere sicherung gebrückt, meist 'weil grad kein ersatz zur Hand war und bevor die Probe ausfällt...'
 
Gruesze Ralf
Verfasst am:

RE: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Bei so einer alten Verkabelung kann auf Dauer der Isolationswiderstand der einzelnen Leiter sinken. dass könnte bedeuten, dass man unter Umständen die Phase auf der Erdung hat. Der FI hat aus diesem grund eine Prüftaste, mit der er regelmäßig auf einwandfreie funktion geprüft werden sollte. Das ist wichtig und sollte hin und wieder gemacht werden.
Habt ihr Schmelzsicherungen oder Sicherungsautomaten?
Verschoben: 11.04.2008 Uhr von Banger
Von Nicht ganz Eindeutiges, Verständliches oder Nützliches nach Live on Stage und im Proberaum
Verfasst am:

RE: Kein Stromschlag, aber Stromfluss beim Gitarrespielen

Hi Noch einmal.

Ich hab am Anfang dieses Threads geschrieben, dass ich mich nicht besonders auskenne. Bevor ich dann letzte Woche wieder in den Proberaum ging, habe ich mir von einem Kollegen, der Elektrotechnik studiert hat, die Basics erklären lassen. Also die Grundfunktionen von FI, Erde, Sicherungen, wie man Häuser und Räume elektrisch verkabelt etc.

Mit diesem Wissen habe ich mir zuerst den Sicherungskasten angesehen: In "unserem" Kasten gibt es 4 Sicherungen für 4 Räume. Eine davon ist genau für unseren Raum zuständig. Diese 4 Sicherungen zusammen laufen über einen FI. Den habe ich (mit dem Testschalter) getestet. Es gibt weitere Räume in dem Zentrum, und immer ein paar davon hängen an separaten Sicherungskästen mit eigenem FI.

Nachdem ich das geprüft hatte, habe ich mir die Verteilersteckdosen angesehen und die abgebildete gefunden. Ich habe sie entfernt, und ich habe alle anderen auch geprüft. Dabei habe ich keine weiteren Fehler festgestellt.

Die defekte Verteilersteckdose war gerade die die direkt in der Wand in Steckdose 2 steckte (siehe Beschreibung im ersten Beitrag). Ich dachte, meine Steckdose oder mein Amp seien schuld. Dabei lief tatsächlich mein Amp normal, aber alle anderen Geräte, die ich aufgelistet habe, steckten direkt oder indirekt in dem kaputten Verteiler.

Dann erst habe ich die Geräte wieder angeschlossen, weil ich der Meinung war, dass
a) die Fehlerursache wohl gefunden und beseitigt war
b) die Absicherung (Schaltersicherung, funktionierender FI) gut aussah.

Und nun gibt es auch keine weiteren Probleme, also weder übermäßiges Rauschen noch irgendwelches Brizzeln beim Singen oder Anfassen von Geräten.

Für mich ist es damit erledigt, so lange ich keine weiteren Effekte feststelle.

Ich möchte mich ganz ausdrücklich bei Euch bedanken, dass Ihr fast ausschließlich den Sicherheitsaspekt so hervorgehoben habt. Ich habe zwar keinen Elektriker kommen lassen (hätte ich gemacht, wenn es einen Hinweis auf einen Fehler "in der Wand" gegeben hätte), aber mich informiert und abgesichert.

Vor allem habe nicht zum Testen mal hier und da stromführende Teile angefasst. Das hab Ihr mir glücklicherweise ausgeredet. Ich gebe zu, das hätte ich wahrscheinlich gemacht, einfach mit dem Argument, dass ja bisher auch noch nichts passiert war.

Also vielen Dank für die Fern-Unterstützung,

bis zum nächsten Mal und viele Grüße
VW
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