GuitarGear beim Gig im Rückspiegel betrachtet ...

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GuitarGear beim Gig im Rückspiegel betrachtet ...

Liebe Gemeinde,

des Mad Cruisers Band „Rust“, bei der ich ja auch ein paar Monate, von November 2006 bis Sommer 2007, gespielt habe, hat ihren Abschiedsgig in einem netten Pub in Mannheim gespielt. Ich habe den Gig noch mal ungeprobt (was ein paar sehr interessante Abläufe und Akkordverbindungen ergeben hat) als Gast mitgespielt. Es wurden Rockklassiker gespielt: AC/DC, Bad Company, Black Sabbath, Deep Purple, ZZ Top: Halt was für alte Männer ...

„Spass haben!“

war letztendlich angesagt, das Haus – welches netterweise auch sehr gut besucht war – rocken und anschließend gemeinsam einen (nur einen, da ja alle fahren mussten) Schluck nehmen.

Schmunzeln musste ich schon, weil die beiden anwesenden Gitarristen, Jörg (Mad Cruiser) und ich, so unglaublich unterschiedliches Equipment am Start hatten:

Jörg, mit der „großen“ programmierbaren Engl-Vorstufe, die er dann über einen seiner immer wieder empfohlenen Yamaha DG60FX Amps verstärkt hat. Dazu war dann noch ein 19“ TC Multieffekt und ein Rocktron Intellipitch im Einsatz.

Das alles mit einer Brandstifter & Reblaus Midi-Leiste gesteuert. Instrumente waren bei ihm die NoName (Coxx) Explorer mit EMGs, die Nobel-Super-Strat von LuK und die Chandler Lectraslide zum, RICHTIG, sliden.


Ich mit Germer-DeLuxe Combo (Bluesbreaker-Klon).


Davor Pedalboard mit zwei Zerrbüchsen (MEK TD2 Soloboost und Coolpedals Dirty Devil), einem Wah (Morley Bad Horsie II), einem Ernie Ball Volume Pedal und dem M13.


Es kamen die St. Blues 61 South, Lady Paisley (siehe Gallerie) und die Diego Bigsby Tele zum Einsatz – nur Single Coils (und das als SG-Fan).

Hier schon mal viele Gemeinsamkeiten:

Beide haben auch Röhren am Start.
Beide haben auch Transisoren im Signalweg.
Bei beiden muss das Signal irgendwann durch ein so ungeliebtes Digitalgerät.
Beide Amps sind offene Konstruktionen und beide Amps waren erhöht positioniert.
Beide haben bei Ihrem Sound auf tiefste Bässe verzichtet.

Ergo: In den Augen vieler Vintage-Freaks können und dürfen beide Gitarrenanlagen nicht klingen, weil ... Ihr wisst schon ... Transistoren, Digital, dann auch noch beides gemischt .... brrrr ....

Im direkten Vergleich fährt Jörg bei den cleanen Sounds höhenlastigere, perligere Sounds. Seine Leadsounds kommen dagegen „sahniger“. Mein Sound ist grundsätzlich rauer, dreckiger, nicht so „gefällig“.

Mir ist nun folgendes aufgefallen:

Matsch oder nicht ?!

Beide Gitarren waren im Zusammenspiel (zumindest auf der Bühne) gut zu unterscheiden, trotz zum Teil kräftiger Gaineinstellungen (zum Beispiel Songs wie „Walkin´in the shadow of the Blues“ von Whitesnake, „China Grove“ von den Doobie Brothers oder „Paranoid“ von Black Sabbath). Es hat, wenn nicht mal am Ende eines Songs folgendes provoziert wurde, nicht rumgematscht.

Beam or not ?!

Beide Gitarren hat man räumlich sehr weit prima wahrgenommen. Es wurden keine „Schneisen“ ins Publikum gefräst. Man konnte die Gitarren gut orten im Bandsound, aber niemand hat eine 4x12er Box vermisst.

Spass oder nicht ?!

Ich habe ernsthaft den ganzen Abend tierisch Spass gehabt und keine Sekunde drüber nachgedacht, dass mein Sound nun durch das digitale Gerät ja Lebendigkeit, Obertöne oder sonst was einbüßt. Mein Setup passt zu mir wie die Faust aufs Auge und macht mir Spass. Ich glaube, dem Jörg geht’s mit seinem Krams genauso.

Und die Moral der Geschicht ?!

Meine Erkenntnisse haben keine allgemeine Gültigkeit.

Es wird immer Leute geben, die sich mit 4x12 am wohlsten fühlen und diese auch sinnvoll einsetzen können.

Es wird immer Leute geben, die ihren Sound nur für sich einstellen, egal, wie es mit der Band klingt.

Es wird immer Leute geben, die nur mit einem Point-to-Point 17,8 Watter mit rosa Kondensatoren, russische Röhren aus der Pre-Lenin-Ära und Membranen aus alten Bierdeckeln glücklich werden. Natürlich kann das dann nur klingen, mit einer 62er Strat, auf der nur noch maximal 27 % des ursprünglichen Lacks zu sehen sind und alles original ist. Auch die Schrauben des Pickguards ...

Und ganz ernsthaft ?!

Für mich war es sehr interessant zu sehen, dass zwei völlig unterschiedliche – durchaus mit Bedacht zusammengestellte - Gitarrensetups von zwei Burschen, die schon das ein oder andere Mal auf einer Bühne gerockt haben, in Sachen Durchsetzungsfähigkeit und Banddienlichkeit (ohne Soundcheck !, einmal kurz den Jörg nachgezogen und gut war´s) prima gefunzt haben.

Habe fertig !
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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Re: GuitarGear beim Gig im Rückspiegel betrachtet ...

gitarrenruebe schrieb:
Ich habe ernsthaft den ganzen Abend tierisch Spass gehabt und keine Sekunde drüber nachgedacht, dass mein Sound nun durch das digitale Gerät ja Lebendigkeit, Obertöne oder sonst was einbüßt. Mein Setup passt zu mir wie die Faust aufs Auge und macht mir Spass. Ich glaube, dem Jörg geht’s mit seinem Krams genauso.

Du glaubst absolut richtig!

gitarrenruebe schrieb:
Für mich war es sehr interessant zu sehen, dass zwei völlig unterschiedliche – durchaus mit Bedacht zusammengestellte - Gitarrensetups von zwei Burschen, die schon das ein oder andere Mal auf einer Bühne gerockt haben, in Sachen Durchsetzungsfähigkeit und Banddienlichkeit (ohne Soundcheck !, einmal kurz den Jörg nachgezogen und gut war´s) prima gefunzt haben.

Auch das kann ich problemlos unterschreiben.

Ein schöner Bericht, ein toller Gig, und ein Beispiel dafür, wie eine Rockband von der Bühne abtreten sollte: mit einem ordentlichen Knall!

Noch zwei Anmerkungen meinerseits:

1. Mein Lauterlizer war der Yamaha 60W Powermonitor, nicht der Amp. ;-
2. Glaubt dem Rolf kein Wort, wenn er sich als "gitarristischen Grobmotoriker" bezeichnet. Er ist ein hervorragender Gitarrist, und ich habe ausgesprochen gerne mit ihm zusammengespielt.
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RE: GuitarGear beim Gig im Rückspiegel betrachtet ...

Ein toller Bericht und es freut mich das ihr so viel Spaß hattet.


lg,NOMORE
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RE: GuitarGear beim Gig im Rückspiegel betrachtet ...

Schön geschrieben Rolf Das ihr zwei hier Spaß hattet kann ich euch glauben, ohne dabei gewesen zu sein (schade trotzdem). Naja, vielleicht gibt es ja dann doch irgendwann ein Reunion
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RE: GuitarGear beim Gig im Rückspiegel betrachtet ...

Inhalt auf Wunsch des Autors am 09.10.2013 gelöscht.
Verfasst am:

RE: GuitarGear beim Gig im Rückspiegel betrachtet ...

So, so, Rolf, wenn ich Dein Statement zu den 4x12-Boxen lese, wird mir auch klar, warum Du mir vor 2 Jahren die gerade 4x12 Marshallbox mit den tollen GT-65-Speakern so bereitwillig verkauft hast...
Gruß
Peter
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