TECH21 Character Series VT-Bass 2

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TECH21 Character Series VT-Bass 2

Was die Vielseitigkeit dieses Pedals angeht, hätte ich es parallel auch unter den Reviews für Gitarre und Co. posten können.
Ursprünglich angeschafft als kleines Helferlein für Einsätze ohne eigene Backline, hat sich das kleine Ding schon schnell unentbehrlich gemacht.

Mittlerweile gibt es wohl schon eine neuere Version, den VT-Bass DI, der aber genaugenommen das gleiche Innenleben hat, ergänzt durch einen integrierten DI-Out und eine "Bite"-Taste, die die Höhenwiedergabe beeinflusst. Die alte Version des VT-Bass gleicht dem VT-Bass 2, bis auf den fehlenden Schalter, zum EIn-Ausschalten der Boxensimulation.

Öfters findet man die älteren Versionen auch man relativ günstig gebraucht.

Features:
Im Prinzip ein komletter Pre-Amp mit Drive, Bass, Mid, Treble und Level und dem berühmten "Characer-Regler". Was Tech21 da so blumig umschreibt mit "stufenloser Charakteristik von SVT über Fliptop bis hin zum B15" ist genaugenommen ein EQ für den Hochmittenbereich.
Nach links gedreht, entsteht immer mehr eine "Badewanne", allerdings mit einer sehr schöne grummelnden Tiefbasszerre (Drive-abbhängig), die den Sound deutlich anfettet, die Höhen aber klar lässt.
Die Mittelstellung ist praktisch "flat" nach rechts gedreht, kommen kehlige, fauchende Hochmitten dazu, die in krassen Einstellungen an den extrem rotzigen Sound der alten Stranglers-Platten herankommt.
In der Praxis erreicht man durch Drehen dieses Reglers den nahtlosen Übergang von einem fetten tragenden Bass zu einem aggressiven Solo.
Geile Sache. Der Drive-Regler überstreicht einen sehr großen Pegelbereich von "Total Clean" (auch bei lauten Aktivbässen) bis hin zu gewaltigen Gain-Reserven, die richtig heftige Übersteuerungen ermöglichen.
Der Output-Level des Pedals ermöglicht den Betrieb vor einem Amp, im Insertweg oder aber auch direkt zum Anblasen einer Endstufe.
Die Speakertaste (ab VT-Bass 2) formt den Sound angelehnt an eine SVT810-Box. Die Abschaltbarkeit dieser Funktion macht aber nur Sinn, wenn man entweder auf Hifi-Bass-Sound steht oder das Ding auch mal für Akustikgitarre verwendet. Bei alten VT-Bass oder dem programmierbaren VT-Bass deluxe ist diese Funktion gar nicht abschaltbar, (ausser natürlich im Bypass-Mode), aber auch das stört nicht einmal, wenn man das Gerät vor einen anderen Amp und Box hängt. Das Filter nimmt die kratzigen Höhenanteile im Zerrbetrieb weg und vermeidet Tiefbass-Matsch.
Kurzum: Kein Argument, bei einem "alten" VT-Bass nicht zuzuschlagen, wenn man ihn günstig bekommt.

Sound: Von Komplett neutral über tiefe Reggae-Dub-Bässe bis hin zu Motörhead ist alles drin. Dank der Speaker-Filterung auch direkt ins Pult.
Das meiste bewirkt das Zusammenspiel von "Drive" und "Character".

Bass, Mid und Treble kann man sich als aktiven 3-Band-EQ nach der Klangformung vorstellen. Hier braucht man später in der Praxis kaum was drehen. Dank der Speaker-Filterung kann man den VT-Bass auch gut mit davorgeschalteten Distrortion, Fuzz etc. benutzen und das Ergebnis klingt immer rund und voll.
Apropos... Ich mir auch mal meine Strat geschnappt , an den VT-Bass gehängt und dann direkt ins Audio-Interface....
Ich war über den Sound erstaunt. Es sind sowohl schöne fenderesque Cleansounds möglich bis hin zum fetten Rockbrett.
Das Gerät stellt so manches Modelling-Teil in den Schatten.
So ein oller SVT ging damals auch mit Gitarre richtig vorwärts... wenn man da so z.b. an die Stones denkt.
Insofern ist es auch für Homerecorder interessant.

Der VT-Bass ist sehr gut verarbeitet, rauscht nur sehr wenig (und auch nur bei ordentlich Gain) und ist im Gegensatz zum Sansamp-Bassdriver eine eierlegende Wollmichsau. Er klaut keine Mitten. Er kann auch ganz linear.
Das Gerät ist nicht nur für Bass , sondern auch für E-Gitarre, A-Bass & Gitarre und Orgel(!) sehr gut einsetzbar.
Der Schalter arbeitet völlig knackfrei. Im Off-Modus arbeitet der VT-Bass aus klangneutraler Buffer mit hochohmigen Eingang. Selbst wenn man das Input-Kabel nachträglich steckt oder abzieht, hört man kein Schaltballern, wie es die meisten Teile machen, wenn man die Stromzufuhr ein / ausschaltet.

Ein Netzteil ist leider nicht in der Grundausstattung, dafür gibts aber ne hübsche Keksdose als Transportbehältnis.

Empfehlenswert ist es, den VT-Bass an den Effect-Return des Amps zu hängen, da er eine komplett eigenständige Vorstufe darstellt. Einsatz als Solo-Boost-Wasauchsonstnoch-EQ-Zerre vor dem Amp ist aber genauso gut möglich.

Kurzer Überblick über die Versionen:

VT-Bass: Die Ur-Version.

VT-Bass2 : Wie die Ur-Version nur mit abschaltbarer Speaker-Sim.

VT-Bass DI: Wie VT-Bass2, aber mit XLR DI-Out und "Bite-Taste"

VT-Bass de Luxe: Features wie die Ur-Version, aber 6 programmierbare Speicherplätze, DI-Out und Inputs für 2 Bässe (dann x3 Presets). Speaker-Emu nicht abschaltbar, dafür aber schaltbarer FX-Loop.

Gruß
Stefan
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