Konzertbericht Mrs Greenbird, Ffm "Gibson Club"

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Konzertbericht Mrs Greenbird, Ffm "Gibson Club"

Mrs. Greenbird live
Ein Bericht aus der Hometown of the Green Sauce …



Mrs. Greendbird muss hier nicht mehr vorgestellt werden, das ist „Gurkenplücker“ hier aus dem Forum mit seiner besseren Hälfte, die gemeinsam letzten November die 2012 Staffel von X-factor gewonnen haben.

Die Location:
Der Gibson-Club !

... sowohl Discothek als auch Live-Location.
Mitten auf DER Frankfurter Einkaufsmeile, der Zeil!
Direkt neben dem H&M geht es katakombenmäßig nach unten.
Modern, stylish, nüchtern – halt so ein Undergroundloch tief unten, wo am WE normalerweise dem tanzenden Nachwuchs die Hirnmasse weichgedengelt wird ...
Konzertbeginn ist für 20 Uhr angekündigt, wird sind um ca. 19:30 Uhr vor Ort, und es ist auch schon was los.
Kein Gedränge, es geht sehr gesittet zu (das zieht sich durch den Abend, nirgends Geschiebe, Gedränge, Stress – das scheint das Publikum von Mrs. Greenbird auszuzeichnen).

Das Publikum:
… ist für ein Konzertpublikum a) altermäßig total gemischt (vom Teeny bis zur rüstigen Seniorin) und b) besteht zu einem ein überproportional großen Anteil aus Damen. Die Geräuschkulisse vor dem Gig bei Hintergrundmusik und Discolicht (nervige Movingheads kreisen über der Tanzfläche) erinnert dann auch fast an eine etwas zu groß geratene Tupperparty. Ich sag es mal so: Das war für das Auge wesentlich attraktiver, als das Publikum bei einem (beispielsweise) Iron-Maiden-Konzert, wo man auf Bierbäuche, karierte Hemden, Vollbärte und Kutten kuckt … Der Nachteil: Zwischenrufe sind scheiße schrill („Steffen, ich will ein Kind von Dir“) und gehen direkt aufs Trommelfell. Aua ! Da sind mir dann doch die biertrinkenden Biker lieber … Aber, wie schon erwähnt: Alles sehr relaxt, stressfrei, unaufgeregt. Der Club ist zu ca. 2/3 gefüllt, d.h. es ist geschmeidig Platz, wirkt aber sehr gut besucht, und ist so wie es ist sehr angenehm.

Die Bühne:
… ist nett geschmückt, die Band ist sicher Endorser von Ikea. Mit viel Liebe zum Detail geschmückt, grüner Teppich (Ikea „Hampen“, den hab ich lustigerweise auch in meinem kleinen Gitarrenkellerchen liegen) auf dem Boden, eine Sitzgelegenheit (ein nettes Bänkchen), Blumen am Mikroständer, das elfenhafte Zart-Hippie-Image wird auch mit der Deko gepflegt.

Der Gig:
… beginnt mit leichter Verspätung um 20:02 Uhr. Der Mann mit Hut betritt die Bühne, mit der kleinen Recording King vor der Weste und fängt bei warmem Begrüßungsapplaus entspannt an, munter vor sich her zu picken. Sarah folgt und schon sind wir mittendrin drin. Entspannter Vortrag, angenehme Lautstärke, exzellenter Sound der Gitarre, die Gesänge sind bei der ersten Nummer noch etwas nasal, das wurde aber innerhalb des ersten Songs souverän korrigiert. Danach eine Nummer mit der kompletten Band (ein Kollege an den Drums, ein weiterer an E-Bass, Kontrabass und Mandoline). Der Kontrabass ist anfangs etwas arg schwammig, das bleibt auch ein bisschen den ganzen Abend so, aber es wird hintenraus viel besser. Der Preci klingt vorzüglich: Selten habe ich einen so charaktervoll knurrenden Preci live gehört (und auch so detailliert im Mix wahrgenommen). Das Drumset klingt sehr natürlich, nicht zu modern (keine Lars Ulrich Kick) was der ganzen Sache sehr gut bekommt. Die beiden spielen sich, entweder als Duo oder mit der Band nun knapp 90 Minuten durch Ihre CD und einige andere Songs. Steffen hat einen netten jungen Herrn dabei, der ihm nach fast jeder Nummer eine andere Gitarre reicht. Das Hauptinstrument ist eine Dreadnought (was genau hab ich nicht gekuckt, aber es war nicht seine Garrisson, die er sonst immer spielte). Die Akustiksounds sind mit die besten, die ich bislang live im größeren Rahmen gehört habe. Jedes Detail kam rüber, kein bisschen Piezogeklingel, es klang großartig natürlich nach Gitarre und nicht nach Plastik! Das gilt auch für die Weissenborn, toller Sound. Weiter kamen noch eine Tele und eine Dobro zum Einsatz, die Tele (nur mit den Fingern gespielt) sehr knochig (ein Sound, der auch Tom Waits gut gestanden hätte), die Dobro mit etwas Overdrive auch toll. Die Gitarrensounds waren echt 1a. Die kleine Besetzung und die tendenziell „leise“ Musik (Lautstärke als auch Art der Songs) helfen da sicher auch enorm. Gurkis Gitarrenspiel füllt sehr schön, er versteht es toll, Flächen zu legen und diese mit kleinen Spielereien zu spicken. Der Gesang beider ist toll, wobei (und das ist nun eine ganz persönliche Geschmacksache) mir Sarah dann nicht sooo gut gefällt, wenn Sie arg hoch geht, dann wird es mir zu fiepsig. Generell kann ich für MICH sagen, dass Steffen alleine auch klasse wäre, Sarah alleine (ohne Steffens Gesang dabei) ginge für mich abendfüllend nicht. Aber wie gesagt, persönlicher Geschmack. Die beiden singen toll zusammen, sehr sicher, gute Intonation, die Kombination machts! Steffen hat sich wohl bei einem Videodreh etwas erkältet, wurde entsprechend bedauert, das tat aber seinem Gesang keinen Abbruch. Ach ja: Er ist ein ganz hervorragender Entertainer: Humorvoll, auf den Punkt, selbstironisch. Sarahs Ansagen sind mir ein bisschen zu sehr „Porzellanpuppe“ und wirkt auf mich fast ein wenig inszeniert. Steffen kommt (für mein Empfinden) authentischer rüber. Um 21:30 Uhr ist Schluss, Zugaben werden gefordert, und auch gegeben. Hier wird u.a. noch eine tolle Version der Stones-Nummer „Dead Flowers“ gespielt, die durch Steffens Gesang fast ein bisschen wie eine Dylan-Nummer klingt. Chapeau!

Das Fazit:
Entspannter Abend.
Gute Musik.
Hervorragender Sound, die Gitarren und der Preci referenzverdächtig!

Hier gibt es übrigens Fotos vom Konzert:
http://www.virtualnights.com/frankfurt/partybilder/mrs-greenbird-die-x-factor-gewinner-live-auf-tour.2025054
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: Konzertbericht Mrs Greenbird, Ffm "Gibson Club"

Klasse Bericht, ganz herzlichen Dank!!!
 
EGAL, WIE DICHT DU BIST - GOETHE WAR DICHTER!
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RE: Konzertbericht Mrs Greenbird, Ffm "Gibson Club"

Das klingt toll.
Ich glaube, die guck ich mir auch mal mit meiner liebsten an
PS: Sehr schön und bildlich geschrieben Rolf!
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RE: Konzertbericht Mrs Greenbird, Ffm "Gibson Club"

Schöner Bericht, macht Lust auf die Band. Steffen habe ich am WE noch auf dem Musikerflohmarkt in Köln getroffen, da war er noch ein wenig erkältet. Das kommt der Dylanstimme vielleicht etwas entgegen Ich wünsche Mrs. Greenbird an der Stelle alles erdenklich Gute für die Zukunft!
 
VG, Sven

Spiele bei den SONIC HEADS feine SIGN GUITARS und den Shiva vom Bogner's Reinhold!
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RE: Konzertbericht Mrs Greenbird, Ffm "Gibson Club"

Das Gibson gibs ja noch nicht so lange und hatte doch eher den Ruf, versnobbt zu sein... komisch. Vielleicht kuck ich da auch mal rein, wenn die Schlange davor kürzer als eine Stunde ist.
 
Ciao,
Mo

Blog zum Thema Gitarrenbau, Reisen, Kulinarik und jetzt auch noch Segeln:
http://www.travelling-dippegucker.de
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RE: Konzertbericht Mrs Greenbird, Ffm "Gibson Club"

McCracken schrieb:
Das Gibson gibs ja noch nicht so lange und hatte doch eher den Ruf, versnobbt zu sein...


Ich finde es vor allem teuer. Rufus Wainwright, glaube im Dezember, hat in allen Städten um die 30 € gekostet. Nur im Gibson wollten sie 60.
 
"Any organized sound I consider to be music. Could be music if it was well organized, depends on the organizer."
(Malcolm Cecil)

"If you love music, sell Hoovers or be a plumber. Do something useful with your life."
(Robert Fripp)

"The more we have a disrespectfull attitude towards our egos I think the happier life becomes!"
(John Cleese)
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RE: Konzertbericht Mrs Greenbird, Ffm "Gibson Club"

Thorgeir schrieb:
McCracken schrieb:
Das Gibson gibs ja noch nicht so lange und hatte doch eher den Ruf, versnobbt zu sein...


Ich finde es vor allem teuer. Rufus Wainwright, glaube im Dezember, hat in allen Städten um die 30 € gekostet. Nur im Gibson wollten sie 60.


Da ist was dran.
Mrs Greenbird im Gibson = 32 EUR + VVK-Gebühr
Mrs Greenbird im Schlachthof Wiesbaden = 25 EUR EUR + VVk-Gebühr

Hab das mit dem Schlachthof eh erst später mitgekriegt, da wär ich aus vielen Gründen eh lieber hin.
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
Verfasst am:

RE: Konzertbericht Mrs Greenbird, Ffm "Gibson Club"

gitarrenruebe schrieb:
Da ist was dran.
Mrs Greenbird im Gibson = 32 EUR + VVK-Gebühr
Mrs Greenbird im Schlachthof Wiesbaden = 25 EUR EUR + VVk-Gebühr

....


Ich durfte vor 3 Wochen Mrs. Greenbird ebenfalls in Frankfurt aber im Zoom erleben. Dort war der Preis der gleiche wie im Gibson. Und die Preise im Zoom sind normalerweise moderat.

Was das Konzert selbst angeht kann ich Rolf nur in allen Punkten zustimmen, klasse, es hat einfach alles gepasst.

Ein Unterschied zum Gibson: Ausverkauft und proppenvoll!
Verschoben: 17.04.2013 Uhr von Banger
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