Marshall 1960 modifizieren

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Marshall 1960 modifizieren

Moin zusammen,

vor einem guten Monat gab's eine Marshall 1960 günstig zu schießen und ich
hab ganz unverbindlich zugeschlagen. Alles schön und gut, die Box ist ja nun
ein Klassiker und von Sound und Verarbeitung her recht solide ... da geht aber
noch was.

Schön ist, dass die 1960 für eine 4x12" recht mittig klingt, was denke ich zum
Teil an den Lautsprechern liegt; hier sind T75 verbaut. Leider schwimmt der
Bass ab und an. Das ist auch der Grund warum ich der Box an die Wäsche will.
Der Bass muss straffer werden; wenn's geht auch ein wenig kompakter, ohne
das Fundament merklich zu beschneiden.

Im englischsprachigen Internet gibt es hierzu bereits einiges an Infos; ich bin
aber auch weiterhin in der Recherchephase.

Alle folgenden Schritte werde ich nacheinander durchführen und immer wieder
testen. Also ... was genau habe ich vor?

• alles neu verschrauben/Stempel fixieren
Man liest häufig, dass man alle Schrauben als erstes mal richtig anziehen sollte.
Das geht bei mir nicht, weil manche Schrauben fehlen oder völlig durch sind.
Das werde ich als erstes korrigieren. Auch wird der Stempel fest mit der
Rückwand verschraubt, was bisher auch noch nicht geschehen war.

• Schallwand besser fixieren und versiegeln
Um die Box zu versteifen wird die Schallwand rausgelöst und die Verbindungen
entweder besser befestigt, erweitert oder gänzlich getauscht. Anschließend
wird der Übergang versiegelt. Wie genau weiss ich noch nicht. Eventuell
verleime ich die Wand zusätzlich zur Verschraubung. Aber ich bin noch an einer
Lösung dran; für Tipps bin ich dankbar.

• Rückwand tauschen
Viele Berichte empfehlen die Rückwand gegen etwas massiveres zu tauschen.
Ich werde mir hierzu eine Platte aus Birke-Mulitplex fertigen, die tiefer als die
bisherige Platte ist. Die Ränder der Innenseite werden so gefräst, dass die
Platte obwohl tiefer, von Aussen nicht über steht, wenn sie aufliegt.
Entsprechend werde ich den Stempel noch anpassen müssen.

• Dämmmaterial einsetzen
Viele 1960-Modifikationen bestehen darin entweder Glasfaserwolle oder richtige
Akustikdämmung in die Box einzusetzen. Sinn und Unsinn solcher Maßnahmen
kann ich (noch) nicht beurteilen. Sollten die vorhergegangenen Maßnahmen
keinen einschlagenden Effekt haben, werde ich das mal probeweise machen.
Ich werde berichten.

• Speakertausch
Ein (teilweises) Wechseln der Speaker würde ich im Ausnahmefall auch noch
durchführen. Hier werden die Möglichkeiten natürlich fast schon unendlich.
Häufig kann man lesen, dass eine Überkreuzbestückung von V30 und T75 zum
homogeneren Ergebnissen führen kann/soll. Greenbacks kommen (fast) nicht
in Frage, weil die mir (fast) nicht tight genug im Bass sind. Über alles weitere
habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Wir werden sehen.

Weitere Punkte auf der Agenda, die ebenfalls optional sind aber weniger
Einfluss auf den Klang haben werden, werden unabhängig von den oberen
Umbauten (wohl aber auch nacheinander) durchgeführt.

• Hardware tauschen
Marshalls sind aus Kostengründen mit Kunststoffhardware ausgestattet. Auch
fehlt bei meiner Box rückseitig die Anschlussmimik und wurde (warum auch
immer) gegen eine Plastikplatte mit zwei Klinkenbuchsen getauscht, von denen
eine noch nichtmal angeschlossen ist. Ich habe noch eine Anschlussmimik und
zwei Griffschalen aus Metall aus einer alten Harley Benton rumfliegen, die ich
einsetzen werde. Auch wird die Box von innen mit wertigeren Materialien neu
verkabelt.

• Box auf Frontload umbauen
Ab diesem Punkt wird's fancy. In der Hoffnung den Abstrahlwinkel der Box zu
erhöhen, werden die Lautsprecher von vorne an die Schallwand geschraubt.
Momentan sind die Lautsprecher von hinten montiert. Die Verschraubung wird
durch dicke Schrauben und Gegenschlaggewinde ersetzt und die Fläche auf der
die Speaker aufliegen wir mit Schaumstoff zusätzlich abgedichtet. Wenn und
falls ich das mache, werde ich zusätzlich einen Baffle fertigen müssen.

• neues Tolex
Das werde ich von jemand anderem ausführen lassen. Ich kann das nicht.

Über den Verlauf der nächsten Wochen werde ich den Verlauf mit Bildern
dokumentieren und berichten. Die Umbaumassnahmen werden, wie erwähnt,
schrittweise durchgeführt und bauen in Komplexität aufeinander auf. Am
Wochenende werde ich mit der Verschraubung und evtl. Hardwaretausch
beginnen.

Hat jemand aus der Community schon mal einen Umbau von der Art
durchgeführt oder andere Erfahrungen, andere Tipps oder Empfehlungen in
Sachen Boxenmodifikation zur Hand? Vielen Dank für Euren Input!

Ich bin über das Ergebnis gespannt!

Schöne Grüße und mir gutes Gelingen!

GERRIT
 
Verfasst am:

RE: Marshall 1960 modifizieren

Alles Geschmackssache!
So eine Box ist keine HiFi-Box.
Wer es mag, kann ja gerne alles abdämpfen, da ist die Liste recht komplett.
Der Frontload-Umbau ist m.E. fragwürdig, da der Aufwand in kenme Verhältnis zum Nutzen steht (Schallwand versetzen abdichten, Baffle bauen - Speaker an der Rückseite dichten, Baffle bespanen und befestigen.
Bei dem Umbau hättest Du Dir einen Haufen Multiplexplatten kaufen können....

Ich sehe das Risiko, dass das gute Stück hinterher tot klingt.

Last but ot least - vergiss die Glasfaserwolle (ganz schnell), die Speaker werden es Dir danken - Sonofil tut es besser...

Ich baue gerade zwei Boxen, einen Combo und zwei Headshells aus Paulonia... schön leicht (aber gut druckempfindlich in er Naturvariante)... die Holzarbeiten snd endlich fertig -jetzt kommt der Tolex-Job. Das ganze als US-Konstruktion (ala 50s-Tweed) mit geschraubter dünner Schallwand.... und hinten offen...
 
It's nice to be important - it's more important to be nice
(Duster Bennett)
Verfasst am:

RE: Marshall 1960 modifizieren

Gerrit, so wie ich dich einschätze hast du bereits deinen Plan fest im Kopf und bist nicht abzubringen davon.
Also es gab auch mal eine Zeit da hatte auch ich zwei Big Stacks, vier Stück 4x12er gespielt jaaaaa....
Ich hatte Orange und Marschl Boxen. Eine Mischbestückung über Kreuz wird dir viel bringen. Bei mir waren das damals V30 und Greenbacks= Hammersound! Das würde ich zuerst machen. V30 passen sicherlich auch gut zu deinen T75. Probier's aus.
Dämmstoffe in dieser Box wird dir IMO nicht viel positives bringen, bei einer Bassreflex ist das schon ganz anders. Und ja die Rückwand sollte gut verschraubt und dicht sein.

Ob es wirklich lohnt eine neue Rückwand zu fertigen und die Box neu zu beledern musst du selbst wissen. Ist halt viel Arbeit und auch nicht billig.
Verfasst am:

RE: Marshall 1960 modifizieren

??


Zuletzt bearbeitet von b blues ks am 19.05.2014, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am:

RE: Marshall 1960 modifizieren

Also ich fand die t75 mit zwei gecrossten Grenbacks nicht verkehrt. Schön viel oben und viel unten und durch die Greenys ordentliche mitten. Die Greenys waren geschell-lackt. Das gibt ordentlich Sparkle.
Beamblocker erhöhen den Abstrahlwinkel super. Der Höhen-Kegel ist nach dem Einbau weg und die Mitmusiker danken's Dir.
Ich hatte die Rückwand gegen eine Muliplexplatte getauscht und diese mit einem Akkustikflies (Naturwolle) beklebt. Eine eingestellte Mineralwollplatte, die ich mal drin hatte, hab ich ganz schnell wieder entfernt. Das nahm der Box die Tiefmitten und ein wenig der Bässe, für meinen Geschmack nicht gut...
Ansonsten bringen ordentlich dicke Kabel (auch in der Box) mehr Leben in die Sache.

Nun ist sie weg die Gute...auf zu einem jungen Mucker der sie tragen kann. Ich will das nicht mehr!!!
 
Beste Grüße
orange side

Meine Nachbarn wissen nicht wer Peter Diezel ist aber sie hassen Ihn !!!!

Fair Play ist Pflicht ! Super ***** Bewertung für folgende GW´ler:
Polli, Univalve, finetone, Magman, Patzwald, Woo, Gitarrenruebe, Doc Guitarworld, V-Mann, Schnabelrock, Caisa, muellrich, Artur, Kiroy, Pfälzer
Verfasst am:

RE: Marshall 1960 modifizieren

Bei der neuen Verkabelung würde ich zu Fatballs aus Acys Guitar Lounge raten. Und bei der Gelegenheit noch gleich ein Fatballs Boxenkabel dazu kaufen. Damit könnten dann schon einige Modifikationen überflüssig werden. 2 andere Speaker + Beamblocker werden aber sicher auch noch eine Menge verändern.
Andy
Verfasst am:

RE: Marshall 1960 modifizieren

Anstatt Greenbacks wären auch Creambacks (G12M-65) keine schlechte Wahl!

Hab heute grade mit einem Kollegen gesprochen der auch viel mit Marshall Boxen zu tun hat. Neue Rückwand ja. Oder die Originalrückwand mit einer Acoustic-Flies-Matte wie es schon Orange Side empfohlen hat bekleben. Auf KEINEN Fall die Box selbst innen dämmen, das tötet den kompletten Charakter der Box.
Ich meine nachwievor ein alleiniger Speakerwechsel bringt dich schon nah an dein Ziel, zumindest würde ich das an erster Stelle tun.
Verfasst am:

RE: Marshall 1960 modifizieren

Hi zusammen,

am Wochenende habe ich der Box einen neuen Satz Schrauben verpasst und
mich gleichsam mit dem Innenaufbau der Box beschäftigt.

Um dem Hauptproblem mit dem schwammigen Bass Herr zu werden, muss
etwas mit der Rückwand geschehen, soviel war mir zu dem Zeitpunkt klar. Die
Erfahrungsberichte anderer - u.A. GW (vielen Dank an der Stelle!) haben
gezeigt, dass mit der Neuverschraubung der Box einiges erreicht werden kann.

Ich wollte den Aufbau der Box besser verstehen und habe sie daher auf den
Operationstisch gelegt. Während des Ausmessens des Inneren kam dann noch
zum Vorschein, dass der Stempel ganze vier Millimeter zu kurz ist und somit
noch nicht mal innenseitig auf der Rückwand aufliegt. Entweder wurde falsch
vermessen oder der Stempel (warum auch immer) in der Schräge falsch
positioniert.

Testweise habe ich die Rückwand neu verschraubt. In der Mitte, obwohl vier
Millimeter zu kurz, sind Stempel und Rückwand mit eine Schraube miteinander
fixiert worden. Das Ergebnis war profund. Das Matschen im Bass ist deutlich
zurück gegangen und der Sound ist deutlich aufgeräumter.

Die nächsten Schritte verhindert gerade Thomann. Die bestellten Teile sind
noch nicht eingetroffen. Sobald die neuen Kabel und Rollen (die großen blauen
natürlich), wird innen neu verlötet und die Hardware getauscht. Dann erfolgt
der nächste Test.

Bis dahin geht es mit dem Thema Rückwand und Stempel weiter. Eigentlich
möchte ich beides in einem Tauschen. Stempel und Rückwand sollen massiver
werden. Ich denke ausserdem über eine alternative Konstruktion nach, die
anstatt eines Stempels eine senkrechte Platte vorsieht. Die Auflagefläche soll
dadurch vergrößert und die Fixierung ausserdem großflächiger verteilt werden.
In etwa wie hier gezeigt.



Anschließend noch zwei Bilder vom aktuellen Stand des Projekts.
Das ist das gute Stück in Natura. Wie man erkennen kann ramponiert. Für eine
1960 kein unübliches Bild. Das Optische steht erstmal nicht im Vordergrund,
aber das Loch in der Frontbespannung nervt mich trotzdem tierisch.



Auf der Rückseite kann man ganz deutlich die 'neue' Anschlussmimik
erkennen. Die werde ich tauschen, ebenso wie die Griffschalen. Bei den
Schrauben habe ich mich für Torx-Köpfe entschieden. Die Länge ist gleich, die
Schrauben sind etwas breiter als die alten. Wir hatten noch feuerverzinkte zu
Hause; deren Farbe stört mich nicht. Vielleicht lackiere ich die Dinger dennoch
schwarz.



Auf dem unteren Bild kann man anhand der Position der mittleren Schraube
ausmachen, dass der Stempel zumindest nicht mittig auf der Rückwand
aufsitzt. Geht man davon aus, dass die Schallwand durchgehend Schräg ist und
der Stempel ebenfalls, könnte das meine fehlenden vier Millimeter Stempelhöhe erklären.

Danke für die Aufmerksamkeit!
 
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