Die "richtige" Saitenlänge

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Die "richtige" Saitenlänge

Schönen guten Abend,

ich habe heute mal meine 59er Vintage Reissue Strat neu besaitet und dabei die Saitenlänge so bemessen, dass die oberen vier Saiten den richtigen Druck auf den Sattel bringen.

Besonderheit bei den alten Strats ist, dass es nur für die beiden hohen Saiten (e' und h) einen Saitenniederhalter gibt. Von daher empfiehlt es sich, die anderen Saiten mit etwas mehr Umwicklungen aufzuziehen.

Folgende Richtwerte für die Saitenlänge haben sich - für mich - als korrekt erwiesen:

E: 84 cm
A: 88 cm
D: 92 cm
G: 96 cm
h: 100 cm
e: 102 cm

Wie gesagt, es sind nur persönliche Richtwerte. Ich poste das, weil es immer mal wieder Fragen dazu gab. In der Praxis gibt es auch andere Anhaltspunkte, wie z.B. der Abstand zum drittnächsten Wirbel oder so.
Der Tipp, immer möglichst wenig Umwicklungen aufzuziehen, hat sich jedenfalls bei dem Gitarrentyp (ohne entsprechende Saitenniederhalter) als nicht sehr hilfreich erwiesen, weil der Saitendruck verloren geht und die Saiten dann zum Schnarren neigen.

Und B.B.King hat einfach immer die Saiten komplett aufgezogen, ganz ohne Saitenschneider. Das Ergebnis kann sich durchaus auch hören lassen

Nix für ungut und schönen Abend!
Zodrella
 
πάντα ῥεῖ
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

Hallo!

Du schreibst sehr schön, dass das deine persönlichen Richtwerte sind. Ich bin nicht deiner Meinung und halte die Daumenregel "eine Umwicklung maximal" für richtig.

Zum Glück kann das jeder für sich selbst ausprobieren.

Gruß

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

Meine Regel: E1 und H2: Zwei Wicklungen, G3 und D4 1 1/2 sowie A5 und E6 einmal rum. Klappt so seit Jahrzehnten wunderbar für mich.

Bin mal gespannt, was hier noch so zusammenkommt an Individuallösungen.
 
EGAL, WIE DICHT DU BIST - GOETHE WAR DICHTER!
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Re: Die "richtige" Saitenlänge

zodrella schrieb:
Folgende Richtwerte für die Saitenlänge haben sich - für mich - als korrekt erwiesen:


Wow, du misst wie lang die Saite ist?

Ist das nicht anstrengender und irgendwie "backwards" als einfach zu merken, dass eine Saite ca. xy Fingerbreite/Centimeter über den Wirbel hinausragen sollte vorm Wickeln?

Du hörst den Unterschied im Winkel von 1 vs 2 (oder 3) Wickellagen? Oh, Gott. Ich fühle mich wie das eine Mal als ich las, dass Udo Pipper den Unterschied zwischen verschiedenen Plastiksorten bei Stratpickguards hört: "Der arme Mensch! Schon welche Pickupschalterstellung an einer Tele ich jetzt noch geiler fände lenkt mich manchmal vom eigentlichen Musikmachen ab (also dem Sinn des ganzen Gitarre-überhaupt-in-die-Hand-Nehmens)."


Aber zum Thema (Edith für Extrembeispiel):

Ferdi hatte sich anlässslich einer Aussensaiter-Session (als Postleitzahlen noch (gefühlt) vierstellig waren) Mühe gegeben, das soll erwähnt werden:



Jede Saite "trifft" sich selbst gerade nur einmal. Eine halbe Umwickling je Saite. Beste Stimmung dennoch. Zwar ge-pose-d (komm, sag es, ferdi) aber dennoch: Respekt, alter Verwalter! Respekt!

(nochmal Edit: Link von Aussensaiter wollte nicht: 3rd party host to the rescue)


Zuletzt bearbeitet von groby am 02.03.2014, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Die "richtige" Saitenlänge

groby schrieb:
... vom eigentlichen Musikmachen ab (also dem Sinn des ganzen Gitarre-überhaupt-in-die-Hand-Nehmens)."




Viele Grüsse,
gp
 
Früher dachte ich, dass alle Musiker nette, freundliche und intelligente Menschen sind.
Dann fing ich an, selbst Musik zu machen.
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

Ich hatte auch mal gelernt, dass es möglichst wenig Umwicklungen sein sollten, aber ohne Saitenniederhalter hat sich das irgendwie als problematisch erwiesen.
Die Vermessung habe ich heute erstmals durchgeführt, weil ich so alle zwei, drei Monate neue Saiten aufziehe und irgendwie genervt war, dass ich immer wieder von "vorne" beginne.

Problem bei der Strat ist, dass sie nicht so einen schönen Winkel der Kopfplatte hat wie Gibson. Jetzt habe ich von der tiefen E-Saite ab gezählt drei bis sechs Umwicklungen und trotzdem keine Probleme mit der Intonation.

Ich sollte noch erwähnen, dass die Vintage-Tuner so ein Loch haben, in das ich das Saitenende einführen kann. Klingt komisch, ist aber so
 
πάντα ῥεῖ
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Re: Die "richtige" Saitenlänge

zodrella schrieb:
Und B.B.King hat einfach immer die Saiten komplett aufgezogen, ganz ohne Saitenschneider. Das Ergebnis kann sich durchaus auch hören lassen


Naja, der hat ja auch keine Vakuumdinger in seinem Verstärker, sondern so Siliziumteile. Keine weiteren Fragen.

Reverend Riddimkilla
 
Bildzeitung zu lesen, stellt keinen Weg aus der Unmündigkeit dar. (fm)
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

zodrella schrieb:
Ich sollte noch erwähnen, dass die Vintage-Tuner so ein Loch haben, in das ich das Saitenende einführen kann. Klingt komisch, ist aber so


Glaubt man nicht, iss aber so.
Na Mensch, das ist ja endlich mal ganz was Neues.

Und bei Frauen ist die Leitung unter Putz verlegt......

Iss nicht dein Tag heute, oder??

Tom
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

little-feat schrieb:
Iss nicht dein Tag heute, oder??

Tom


Kann ich nicht sagen, ist ein wunderbarer Tag, mit Frauen und Gitarren gleichermaßen

Habe heute einfach beides vermessen, aber das hier ist ja ein Gitarrenforum...
 
πάντα ῥεῖ
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

Hey,
ist das nicht großer Quark, dass sich der Druck auf die Saiten erhöht, wenn man mehr Wicklungen draufmacht...
Das ändert doch physikalisch gar nichts daran, wie stark die Saite gespannt ist. Wird ja immer auf den gleichen Ton gestimmt. Wenn man mehr Druck auf den Sattel möchte, ist mehr Zug auf der Saite, schwingt die Saite schneller, ist der Ton höher...
Oder?
LG
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

schmaude schrieb:
Hey,
ist das nicht großer Quark, dass sich der Druck auf die Saiten erhöht, wenn man mehr Wicklungen draufmacht...
Das ändert doch physikalisch gar nichts daran, wie stark die Saite gespannt ist. Wird ja immer auf den gleichen Ton gestimmt. Wenn man mehr Druck auf den Sattel möchte, ist mehr Zug auf der Saite, schwingt die Saite schneller, ist der Ton höher...
Oder?
LG


Nö ist nicht unbedingt großer Quark. Der Druck auf den Sattel und
Saitenzug sind 2 unterschiedliche Dinge. Das sieht man u.a. auch
daran, das ansonsten die Saitenniederhalter auf Strats total sinnlos
da ohne Effekt wären. Der Saitenzug wird u.a. von Tonhöhe, Saitenstärke
und der Mensur beeinflusst. Der Druck auf den Sattel darüber hinaus
auch vom Winkel ,in dem die Saiten hinter dem Sattel abgeknickt
werden. Bei Fenderstyle Hälsen ist der Winkel relativ gering, so
das eben Saitenniederhalter benutzt werden. Gibson u.ä.
Hälse haben dafür eben die abgewinkelte Kopfplatte.

So wenn du nun mehr Wicklungen auf die Mechanik gibst
wandert die Saite eben etwas weiter nach unten.



Ob das deutlich was bringt oder problematisch ist, ist eben Geschmacksache......?? Aber es gibt sogar Hersteller
die extra dafür gestaggerte = unterschiedlich lange Mechaniken herstellen

Gruß
 
"Was bedeutet schon Geld? Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen
das tut, was ihm gefällt.“ - Bob Dylan
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Re: Die "richtige" Saitenlänge

Moin.

groby schrieb:


Bei allen Gitarren, die keine locking-Mechaniken haben, mache ich das so. Es verstimmt sich nichts und der Druck auf den Sattel passt auch. Dauert auch nicht länger. Man muss nur das Hirn einschalten.

Die locking-Mechnaniken auf meinen drei Hauptstrats sind die Gotoh H.A.P., also mit höhenverstellbaren und zwar so in der Höhe verstellten Mechanikschäften, dass sie zur E1 hin immer kürzer werden. Ich habe keinen vorher-nachher-Unterschied festetellen können. Die Gitarren verstimmen sich auch nicht weniger als die anderen nach der im Bild gezeigten Methode besaiteten.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

Ich hab auf allen meinen vier Strats auch wenig Saitenwicklung auf den Mechaniken, da schnarrt nix bei den Leersaiten.
Ein ernstgemeinter Tipp: Ursache für Schnarren und Sirren (Sitar-Effekt) von Leersaiten könnte eine zu breit (und evtl. auch zu tief oder schräg) gefeilte Sattelkerbe sein. Hatte ich bei einer meiner Teles, nachdem ein hier in Berlin hochgelobter Gitarrentech sie unter seine Fittiche genommen hatte...
Verfasst am:

RE: Die "richtige" Saitenlänge

rokett schrieb:
Ich hab auf allen meinen vier Strats auch wenig Saitenwicklung auf den Mechaniken, da schnarrt nix bei den Leersaiten.
Ein ernstgemeinter Tipp: Ursache für Schnarren und Sirren (Sitar-Effekt) von Leersaiten könnte eine zu breit (und evtl. auch zu tief oder schräg) gefeilte Sattelkerbe sein.


So siehts aus!
Man sollte die Saitenniederhalter eh so einstellen das die Saite noch gerade so unter Spannung liegt. Ich nutze diesen wenn überhaupt nur zwischen H und E Saite.
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

[quote="rokett"Hatte ich bei einer meiner Teles, nachdem ein hier in Berlin hochgelobter Gitarrentech sie unter seine Fittiche genommen hatte...[/quote]

Wer war`s? Wer war`s?? : )

…kann`s mir schon denken.
 
Reverbed cheers!
Ralf Kilauea
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

Solange sich die Saiten an der Mechanik nicht überlagern ist es glaube ich ziemlich wurscht, wie viele Wicklungen drauf sind. Wie schon gesagt wurde, kann man mit 3-4 Windungen auch den Druck auf den Sattel beeinflussen. Wer in Richtung verstimmungsfreies Tremolieren denkt, muss alle Punkte optimieren, an denen die Saiten ihre gerade Form ändert oder wo sie auf ihrer Strecke fixiert ist (sind glaube ich 5 von Ballend bis zur ersten Wicklung auf dem Tuner, mit Stringtree sind es 2 mehr).
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

Grundsätzlich möchte ich auch, daß die Saite mit möglichst hohem Andruck auf den Sattel trifft. Daher benutze ich z.B. bei meinen Blugs, deren Mechaniken zusätzlich noch gestaggert sind, nur das untere Loch:



und ziehe dann so wenig Wicklungen wie möglich auf (siehe meine Faustregel oben).

Bei Fender-Vintage-Style-Mechaniken nehme ich eine halbe Handbreite ab jeweiliger Mechanik für E6 und A5, eine Handbreite für D4 und G3 sowie 1 1/2 Handbreiten für H2 und E1.

Bei Locking Tuners stecke ich die Saiten einfach durch, ziehe stramm, locke und stimme.

Viele Wege führen nach Rom - macht Spaß zu lesen, wie Ihr das handhabt.

Gruß,

Batz.
 
EGAL, WIE DICHT DU BIST - GOETHE WAR DICHTER!
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RE: Die "richtige" Saitenlänge

Batz Benzer schrieb:
Sachen die nicht unkommentiert bleiben dürfen an Rosenmontag!


Wo ist den der Jaaaaahp wenn es jemaden hochqualifizierten bräuchte um zu fragen ob es denn dann nicht auch ein Backhole bräuchte ?




Im ernst ... wenn man die Nachbauten von den ollen Planken haben will muss man sich auch Gedanken über deren Unzulänglichkeiten machen. Völlig angemessenes Vorgehen.

Oder man kauft sich halt was weniger mängelbehaftetes. Ist den Damen übrigens völlig egal.

Grusss

Reverend Riddimkilla (der ja keine Stratocaster hat, aber trotzdem sich die Freiheit nimmt mitzuredn)

PS. BB - bis gleich am Zoch!
 
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