amerikanischer oder englischer Sound

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RE: amerikanischer oder englischer Sound

schorsch27 schrieb:
sondern z.B. durch klar definierbare physikalische Größen wie z.B. bestimmte Verteilung der Frequenzanteile, Verfremdungsgrad u.s.w..


Lade dir doch den gratis Tone Stack Calculator von Duncan Amps runter, dann kannste selber experimentieren.





 
Auch Cliff konnte es nicht verhindern
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RE: amerikanischer oder englischer Sound

groby schrieb:
Tja, dann...

Beschreibe doch mal den Unterschied zwischen einer Gretsch und einer Tele.

Und zwar mit definierbaren, physikalischen Größen. Frequenzanteile, pipapo.

[ ... ]

Ich frage mich immer verwundert, wem das klanglich was sagt. Bist du einer von denen, die das innerlich dann hören?


Gut gesprochen, groby.

Ich bleibe dabei: derlei Fragen in einem Forum zu stellen ist weit weniger ergiebig (weil weniger erhellend) als ein paar Amps probezuspielen, am besten im Bandkontext. Das ist kein Voodoo, aber einfacher ist es eben nicht, Sound zu erfahren (=erleben).
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
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RE: amerikanischer oder englischer Sound

Ich klinge ja sowieso überall gleich.






Entschuldigt.
Weiter im Thread.

Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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RE: amerikanischer oder englischer Sound

...ich bin überfordert, seitdem datt hier zu viel mit Füssik ("Physik") am tun bekommt...

Ralph
 
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RE: amerikanischer oder englischer Sound

Beschreibe doch mal den Unterschied zwischen einer Gretsch und einer Tele.

Retourkutsche, bist gemein!!

Ich würde meine Eingangsfrage sicher nicht in der Anfängerrubrik unterbringen, wenn ich für Deine Gegenfrage die ausreichende Hör- und Spielerfahrung, sowie die physikalische Ahnung hätte.

Ganz abgesehen davon, dass es IMHO den Gretsch- oder Teleklang nicht gibt. Trotzdem will ich gern mit einem stümperhaften Versuch vom Thema abschweifen:

die Gretsch (mit ihren Filtertrons) hat wahrscheinlich von den tieferen bis zu den höheren Mitten ein sehr harmonisches Frequenzspektrum, d. h., alle Tonabstufungen kommen sehr harmonisch etwa gleich laut mit einer Mütze voll mit handverlesenen Obertönen. Die Mitten baden sich in der Wärme der noch hörbaren, aber nicht so dominanten tieferen Töne. Nach oben gibts noch gut strukturierte Höhen, die fast schon ein bissi nach Rickenbacker-JingleJangle klingen. Richtige Wummerbässe können andere Gitarren besser.

"Glockig" halt , Chet Atkins-mäßig. Obacht: Bigsby-Pflicht !

Ganz anders die ruppige Tele (Single Coil, Steg): eher undifferenziertes Höhen- und Mittenspektrum. Drahtig, kratzbürstig, schroff, ätzend. Bässe eher andeutungsweise und selbst die kommen noch höhig. Im unteren Mittenspektrum klafft ein dickes Loch. Wie eine Flex im Kurzwellenradio. Klingt nach Muddy Waters im wahrsten Sinne des Wortes, Eierschneidersound halt (woher der Begriff kommt, wüsste ich auch gern). Eigentlich nur verzerrt und mit Kompressor erträglich.


Zuletzt bearbeitet von schorsch27 am 14.09.2015, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: amerikanischer oder englischer Sound

Interessant.

Nicht schlecht :)

Aber da man bei deiner Beschreibung sehr den Geschmack erkennt, darf ich mir eine Gegendarstellung erlauben.

Eine Gretsch klingt hübsch und nett, brav in den Obertönen und ausgeprägt in den Bässen, hat ein eher sanftes, oft wenig ausgestrahltes oberes Mittenspektrum und ist aber in den unteren Mitten ausgeprägter, was ihrem Sound eine gewisse Wärme verleiht. Genau das richtige für etwas indirektes und letztlich auch belangloses Geseichte weil der nur augenscheinlichen Ausgeglichenheit auch das Verbindliche, Kraftvolle fehlt. Brian Setzer tut gut daran, mit etwas Crunch die klangliche Substanz von dem ursprünglichen "JingleJangle" (wie du selber sagst) auf etwas Kraftvolleres, Substanzielleres einzudampfen. Wer Gretsch spielt, trinkt auch gerne Baileys.

Eine Tele hingegen hat eine Direktheit in der Ansprache und in den Obertönen die zunächst etwas forsch und ruppig erscheint, aber eine Unmittelbarkeit offenbart die sich recht gut in den Frequenzen einer Band in den Vordergrund drängt. Die Bässe einer Tele sind bei guten Instrumenten ausreichend vorhanden aber recht "flankensteil" (Danke an Bernd Meiser für diesen schönen Begriff) also recht frequenzklar umrissen, nicht so wollig und kuschelig großzügig bei manch anderen Instrumenten. Hier bei der Tele sind die bei einer Gretsch eher ausgeglichen bis sanft vorhandenen Hochmitten ausgeprägter. Da macht sie alleine oft hart-klingend aber auch schneidig und scharf.
Sie passt gut zu Männern die wissen was sie wollen, zu einem Dreitagebart und auch Steak. Blutig bis medium rare. Keine Beilage.



Aber mal im Ernst: die einzige Art, Klänge unbestechlich und intersubjektiv nachvollziehbar zu beschreiben, wäre höchstens, wenn wir alle die Datenblätter der vermutlich vielen Tausend von einem Kemper ausgelesenen Parameter lesen lernen würden wie eine mathematische Fremdsprache.

Solange es soweit ist, müssen wir wohl mit der metaphorischen Zwangs-Ungenauigkeit von Wörtern wie "sumpfig" oder "hart" leben müssen.
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RE: amerikanischer oder englischer Sound

Ode an Marshall:

kratzig und katzig
rauh und rauchig
immer mit Eiern in der Hose

Lederhose mit Nieten
öliger Stahl auf staubigen Dielen
torfiger Whiskey in der Blechtasse

dreckig, ehrlich, laut - voll Testosteron
Humbucker füttern Dich mit schrillen Frequenzen
die noch am nächsten Abend im Spektrum
meines Innenohres fehlen

------------------------------------------------------------------

Fender und Ich

AM blauen Himmel verlieren sich die Wolkenschleier
letzter Ton endet sanft
Bauch wird eins mit dem Hals-SC
glockige Perlen schimmern im MorgentAU
die Augen zu - Geist schwebt, Becken schwingt
ich bin zu Hause
 
"Wir essen jetzt Opa!" - Interpunktion rettet Leben!
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RE: amerikanischer oder englischer Sound

Lade dir doch den gratis Tone Stack Calculator von Duncan Amps runter
.....gemacht, hoffentlich ist der sauber...

aber: wie krieg ich da Töne rein ? Bereits vorhandene akzeptiert der nicht..
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RE: amerikanischer oder englischer Sound

Du kriegst da keine Töne rein

Es ist ein reines Berechnungstool wo du Widerstands und Kapazitätswerte ändern kannst
und sehen wie sich die Frequenzen ändern. Unten sind die Potis Bass/Mid/Treble als Schieber simuliert.
Da kannst du sehen wie ein Fender oder ein Marshall EQ unterschiedlich reagieren!
 
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RE: amerikanischer oder englischer Sound

...so viele Wenns und Abers!

Deswegen mache ich amerikanischen oder englischen Sound an Gitarristen fest, die mich und viele andere sozialisiert haben, meistens irgendwann in den Siebzigern...oder an jenen, die heute diese Sounds reproduzieren.
Das ist so schön einfach....so unmeiserhaft!

Ich bin halt eine schlichte Natur!


P.S.
Ich setze noch einen weiteren ketzerischen Hieb:
Ich glaube, man könnte mir bei einer Blindverkostung einen fies aufgerissenen Fender Bassman durchaus als englischen Sound verkaufen!
 
Gruss, tommy
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