Oktavreinheit akustisch/elektrisch

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Oktavreinheit akustisch/elektrisch

das Thema Oktavreinheit beschäftigt mich erst, seit ich Elektrogitarre spiele. Bei Akustikgitarren tritt das Problem (so gut wie) nicht auf.

Woran liegt das ?
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Re: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch27 schrieb:
Woran liegt das ?


Das Problem tritt durchaus auf bei Akustikgitarren. Ganz deutlich sogar.

Aber es wird relativiert durch zwei Aspekte:

1. Du spielst auf einer Akustik weniger auf jenen hohen Lagen in denen sich das Phänomen deutlicher zeigt.

2. Du kannst an einer Akustikgitarre aufgrund der Brückenkonstruktion nicht viel herumjustieren. Wenn es ganz schlimm ist, muss das ein Experte richten. Sonst: Pech.
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

Die E-Gitarre ist meist mit dünneren Saiten bestückt, daher langt man anders zu als bei der Akustikgitarre und drückt womöglich zu fest!?
Vielleicht liegt es bei Dir daran? Kenn ich selber von mir auch!
Grüße,
Hannes
 
Jetzt ist Jetzter!

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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

Hallo,

im Regelfall lässt sich an der Oktavreinheit bei akustischen Gitarren nichts mittels Schraube einstellen. Ergo bewegen sich da auch keine Schrauben und keiner schraubt doof daran rum.

Außerdem wechseln Akustikgitarristen auch nicht laufend die Saitenstärke von 009 zu 011, stimmen seltener auf Es oder dropped Irgendwastiefes.

Ich habe mal aus lauter Jeckerei eine Akustikgitarre auf dropped C gestimmt. Da passte dann gar nichts mehr...

Gruß

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

das mag ja alles richtig sein, erklärt aber nicht den sehr gewaltigen Unterschied in der Oktavreinheit beider Systeme:

10er Saiten hatte ich auch schon auf meinen beiden Akustischen ohne Reinheitsprobleme. Auch die Halsneigungen beider Systeme habe ich angeglichen.

Die hohen Lagen sind nicht das Problem, die Unreinheiten sind bereits bei einfachsten - z.B. G-Dur vs. E-Dur - -Akkorden zu hören

Die fehlende Rumjustiermöglichkeit bei der Akustischen wäre nur dann ein schlagendes Argument, wenn man beim Justieren pfuscht.

Und an der einzelnen Gitarre kanns auch nicht liegen, ich hab 4 sehr unterschiedliche elektrische und 3 akustische. Keine der elektrischen hab ich bisher zu einem vertretbaren Oktavreinheitskompromiss gebracht. Dabei hatte ich in jungen Jahren, als ich nur eine Akustische hatte, ohne große Probleme ständig zwischen Standard, Open E und Open G hin und hergestimmt. Bei einer elektrischen undenkbar.

Dabei sind mir die gängigen Einstellungsmethoden durch Messen und durch Flageolettabgleich mit oder ohne Stimmgerät durchaus vertraut, mein Gehör ist gut und ich mach die ganze Prozedur - gemäß einem nachvollziehbaren Tip hier im Forum - inzwischen auch nur noch bei umhängender Klmpfe, nicht bei liegender.
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

Hallo,

das wird jetzt eine schwierige Antwort und ich bitte darum, dass diese Antwort sehr sachlich und exakt gelesen wird.

Ich glaube, dass dir deine Wahrnehmung einen Streich spielt - meine Erfahrungen sind andere und ich habe für deine Theorie nur sehr vage Erklärungen. Wenn es stimmen sollte, was du glaubst, dann gibt es zwei Unterschiede zwischen einer elektrischen und einer akustischen Gitarre.

Punkt eins sind die Saiten. Die Umspinnung von Akustikgitarrensaiten besteht aus einem völlig anderen Material als die von E-Gitarren-Saiten. Vielleicht reagieren E-Gitarren-Saiten zickiger.

Punkt zwei sind die Pickups einer E-Gitarre. Die sind bekanntlich mit Magneten bestückt, das Stichwort ist hier "Stratitis". Brauche ich hier wohl nicht ausführen.

Auf Grund dieser beiden Punkte könnte ich mir vorstellen, dass meine Meinung, dass wiederum du mit deiner Wahrnehmung Unrecht hast, vielleicht falsch sein könnte. Allerdings glaube ich dennoch nicht wirklich, dass deine Wahrnehmung der Realität entspricht. Sowas passiert mir auch dauernd.

Jetzt würde ich mich über Aussagen von Leuten freuen, die professionell Oktavreinheit einstellen.

Gruß

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

Nein, ich bin kein Profi. Das Thema ist aber immer oben gewesen,
spätestens wenn man in einer Band spielt, ist Intonation ein Thema.
Heute Keyboard, früher die "Orgel", war festgesetzt also nicht zu stimmen.
Gitarre, Bass musste gestimmt werden. Stimmgeräte gab es nicht,
also musste die Orgel als Referenz herhalten.

So, nun die Intonation der Gitarre, des Basses in sich.
Es geht nur mit Kompromissen, die aber erträglich sein können.

Alles darüber hinaus haben wir mit "es hat sich mal Einer totgestimmt"
abgatan.

Als dann diese Stimmgeräte zugänglich waren, hat sich gezeigt :
So schlecht waren wir gar nicht. Nur zwischendurch im lauten Saal
zu stimmen war wesentlich einfacher.

Einen gravierenden Unterschied zwischen Akustik- und E-Gitarre
finde ich nur in den verstellbaren Saitenreitern.
Auch hier gilt wohl . "Es hat sich..."

V.H.
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch27 schrieb:
Die hohen Lagen sind nicht das Problem, die Unreinheiten sind bereits bei einfachsten - z.B. G-Dur vs. E-Dur - -Akkorden zu hören


Ich kenne das Problem. Es tritt bei meinen Gitarren nur unwesentlich auf aber ich habe schon Gitarren erlebt, bei denen das trotz einwandfreier Bauweise und Einstellung drastisch und störend war.

Mich hat das bei Akustikgitarren immer mehr gestört als bei elektrischen und ich habe in einer meiner beiden Akustiks einen kompensierten Sattel eingebaut.

http://www.earvana.com/

Das war damals eher exotisch aber mittlerweile gibt es die längst bei Thomann. Das Sattelmaterial ist übrigens synthetisch und erstklassig. Dieses ständige Anbeten von Knochen ist Kappes.

Gibt auch andere Anbieter. Er hier....

http://www.monteallums.com/enut_tuning.html

...und bestimmt andere...
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

Ja, der kompensierte Sattel macht aus dem offenen G-Dur
mit dem d auf der h-Saite erst das Elebnis, stimmt besser.
V.H.
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

macht aus dem offenen G-Dur
mit dem d auf der h-Saite erst das Elebnis

aber gerade die offenen Akkorde sind doch nicht das Problem, sondern die gegriffenen Saiten im Vergleich zu den offenen. Slide braucht keine Oktavreinheit

Earvana liest sich bei Thomann ganz überzeugend. Aber stimmt es - wie bei Thomann von einem Kunden kritisiert - dass man bereits bei 10er Saiten nachfeilen muss ? Und wird dadurch die Saitenlage nicht zu hoch ?
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch27 schrieb:
Earvana liest sich bei Thomann ganz überzeugend. Aber stimmt es - wie bei Thomann von einem Kunden kritisiert - dass man bereits bei 10er Saiten nachfeilen muss ? Und wird dadurch die Saitenlage nicht zu hoch ?


Das lässt du besser für ein paar Euro bei einem Gitarrenbauer machen.

Meine damit ausgestatte Akustik hat eine traumhafte Saitenlage.

Oder anders: Das ist nicht nennenswert mehr Aufwand als eine normale Sattelmontage auch. Wer das selber machen kann mit Feilen und so, der kann auch diesen selber machen. Wer einen Sattel *nicht* selber einbauen und nachfeilen kann, der verschenkt ohnehin Saitenlage dabei, weil er die gesetzte (meist eher konservative) Kerbentiefe hinnehmen muss.

Es gibt allerdings auch kompensierte Sattelsysteme, bei denen Griffbrett weggefeilt werden muss weil der Sattel über den normalen Sattelpunkt hinaus in den Hals ragt und Platz braucht. Würde ich jetzt nicht machen. Aber bitte.

Göldo bietet auch jetzt "Earvana" an. Keine Ahnung, was dran ist.

Wenn eine anderer meiner Gitarren dasselbe Problem wie besagte Akustik hätte, würde ich jedenfalls das Original wieder nehmen weil es nach Einbau den erhofften Vorteil ohne jeden Nachteil hatte. Klang astrein, gutes Material, bessere Intonation, problemlose Bespielbarkeit.
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

Ähm, ich hatte evtl. ein Bier zu viel.
Meine Western hat einen h-kompensierten STEG bekommen !
Daher das Thema G-Akkord - vom Sattel lasse ich die Finger,
weil der so gut ist. Tschuldigung V.H.
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Re: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch27 schrieb:
das Thema Oktavreinheit beschäftigt mich erst, seit ich Elektrogitarre spiele. Bei Akustikgitarren tritt das Problem (so gut wie) nicht auf.

Woran liegt das ?


Hi, woran das liegt kann ich Dir leider nicht sagen, aber bei mir war es gerade anders herum. Vieeele Jahre E-Gitarre, Oktavreinheit war nie ein Problem, kann man ja bei Bedarf auch recht einfach einstellen (lassen).

Dann eine Resonatorgitarre gekauft - und genau deswegen zurückgegeben.

Wenn du ausschließlich Gitarren mit Nylonsaiten spielst hilft ja vielleicht die Wikipedia Erklärung/Behauptung, dass Nylonsaiten grundsätzlich weniger anfällig sind und das Problem bei Western- und E-Gitarren größer ist.
Grüße,
Gerold
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch:

ich finde es überaus tapfer, daß du 3, oder waren es 4 E - Gitarren in deinem Leben mit dir herumschleppst, die .... hmmm, wie sag ich es jetzt? - NICHT STIMMEN.

ähm, mein Rat ist, weg damit, es gibt eine Menge E- Gitarren, mit denen man ganz hervorragend offene Akkorde in erster Lage spielen kann. Die werden sogar verkauft. Für mich hat das überhaupt nichts mit Einstellung (das macht man einmal und gut is) zu tun, sondern, Klampfe ist not korrekt. Oder die Saiten sind shice, dann geht es auch nicht. Dann tausche ich diese aus.

Lg und frohes neues, russ
 
und immer zeigt sich bei allem Gegreife, und allen Fingerübungen dieser Welt, daß die rechte Hand den Ton macht. Vernachlässige nie, nie, nie die Anschlagshand.
Dann, ein guter Gitarrist du werden kannst.
Verfasst am:

RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

[url]Für mich hat das überhaupt nichts mit Einstellung (das macht man einmal und gut is) zu tun, sondern, Klampfe ist not korrekt. Oder die Saiten sind shice, dann geht es auch nicht. Dann tausche ich diese aus. [/url]

Fakt ist, dass keine Gitarre oktavrein ist - vielleicht von ein paar Spezialanfertigungen nach Buzz-Feiten oder so abgesehen. Mit der Qualität der Saiten hat das so gut wie nichts zu tun. Bei ausschließlich offenen Akkorden entsteht das Problem garnicht. Und es soll auch Leute geben, die diese unsaubere Intonation garnicht wahrnehmen


Zuletzt bearbeitet von schorsch27 am 28.01.2016, insgesamt 3-mal bearbeitet
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch27 schrieb:
Fakt ist, dass keine Gitarre oktavrein ist...


Bundrein.

Besser noch (weil es ja ein musiksystemisches Problem ist): perfekt temperiert.
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch27 schrieb:
Bei ausschließlich offenen Akkorden entsteht das Problem garnicht.


Das ist falsch.

schorsch27 schrieb:
Und es soll auch Leute geben, die diese unsaubere Intonation garnicht wahrnehmen


Das offenbar nicht.


Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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