Oktavreinheit akustisch/elektrisch

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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

Meine beiden Band-Strats haben auch Earvana-Sättel drauf ... nicht perfekt aber besser. Ich spiele 10-46er Saiten.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch27 schrieb:
Fakt ist, dass keine Gitarre oktavrein ist


Fakt ist, dass Gitarren und andere Saiteninstrumente mit festen Bünden "diverse Probleme" aufweisen, weshalb es u.a auch so etwas http://www.chouard.de/feinstimmbare-gitarre-fret-mobile.html gibt.

Ich bin mir auch nicht sicher ob das von Dir beschriebene
schorsch27 schrieb:
Die hohen Lagen sind nicht das Problem, die Unreinheiten sind bereits bei einfachsten - z.B. G-Dur vs. E-Dur - -Akkorden zu hören
ausschließlich etwas mit der Oktavreinheit zu tun hat.

Bring Deine Gitarre doch mal zum Fachmann, lass checken ob Hals / Bünde / Sattel... OK sind. Und wenn der nichts findet und Du die Klangunreinheiten trotz "perfektem Instrument" noch hörst - und das auch beim Antesten anderer Gitarren - wirst du es eben als bauartbedingtes Phänomen akzeptieren müssen und solltest dich über deine Fledermausohren freuen.
Grüße, Gerold


Zuletzt bearbeitet von gigi am 29.01.2016, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch27 schrieb:
Bei ausschließlich offenen Akkorden entsteht das Problem garnicht.


Das ist falsch.
verstehe ich nicht. Soviel ich bisher verstanden habe, entsteht das Problem erst durch unterschiedliche Höhen beim Niederdrücken der Saite. Beim Sliden (ohne zusätzliches Greifen) ist das eben gerade nicht der Fall
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

Wenn man sich mal ein Spannungs-Dehnungs Diagramm von Stahl ansieht, stellt man fest, das Spannung und Elastizität bei Stahl je nach Beanspruchung sehr unterschiedliche Wege gehen.
Zieht man an einer Stahlsaite, verändert sein zu Beginn fast nur die Spannung (und damit die Stimmung!) der Saite. Dieses Verhältnis kippt dann irgendwann um, so dass der Stahl immer elastischer wird, aber die Spannung nicht mehr linear steigt.

Wenn Stahl nicht sonderlich elastisch belastet ist, reagiert er extrem empfindlich auf Dehnung, nämlich durch Erhöhung der Töne. Das True Temprature System zeigt auf, wie groß die Unterschiede wirklich sind.

Deine Frage: Warum fällt das bei E-Gitarren deutlicher auf, als bei Western Gitarren?
-Die Dünneren Saiten lassen sich sehr viel schneller zusätzlich zwischen den Bünden überdehnen.
-Die umsponnene G-Saite verbessert das Akkordbild, bzw, eine Plainsteel G ist schön für Melodien, aber tonal eine Zicke. (Auch hier wieder Spannung/Dehnung!)
-Eine 12er Saite hat bereits gut die doppelte Spannung einer 009er Saite.
Der Druck Deiner linken Hand verdoppelt sich aber nicht bei einem Akkord. (Gut eingestellte Instrumente vorausgesetzt!) Folglich benötigst Du im Verhältnis (!) bei dickeren Saiten weniger Kraft, um eine Saite auf den Bund zu drücken, was wiederum die Überhöhung der Töne reduziert.

Nylon ist jetzt wieder eine ganz andere Baustelle, weil hoch elastisch und nicht mit Stahl vergleichbar.
 
Gruß

Walter


http://www.facebook.com/der.gitarrenbauer

Kunst ist schön - macht aber viel Arbeit
Karl Valentin
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

Bring Deine Gitarre doch mal zum Fachmann, lass checken ob Hals / Bünde / Sattel... OK sind
nur nochmal zwischendurch: meine Gitarren sind allesamt o.k., meine Eingangsfrage war eher eine grundsätzliche und wurde bereits mit kompetenten Beiträgen bedient. Ich weiß auch, wie man die Oktavunreinheit auf ein Minimum reduzieren kann.

Trotzdem freue ich mich auf weitere Antworten, da gerade der letze Beitrag von Walter zumindest mich zu völlig neuen Überlegungen anregt.

Interessant finde ich die Hinweise auf Earvana https://www.bing.com/images/search?q=earvana&view=detailv2&&id=871E66CEB8D0ADBC641122C0E2F7C685979CA897&selectedIndex=28&ccid=CyPFeFsJ&simid=608002494784995668&thid=OIP.M0b23c5785b09c591e3285a66cde7e28eo0&ajaxhist=0, bei dem ich allerdings noch nicht verstanden habe, warum der Saitenversatz am Sattel dort nicht mit dem üblichen Versatz der Saitenreiter am Steg (so etwa 2x3 Treppenstufen)korrespondiert. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass das System bereits bei 10er Saiten nachgefeit werden sollte.
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch27 schrieb:
schorsch27 schrieb:
Bei ausschließlich offenen Akkorden entsteht das Problem garnicht.


Das ist falsch.
verstehe ich nicht. Soviel ich bisher verstanden habe, entsteht das Problem erst durch unterschiedliche Höhen beim Niederdrücken der Saite. Beim Sliden (ohne zusätzliches Greifen) ist das eben gerade nicht der Fall


na ja, bei einem offenen Akkord greifst du ja auch ein paar Saiten und läßt nur einen Teil offen. Und dann wird es verständlich oder?

Grüße
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

dann haben wir uns wahrscheinlich mißverstanden. Mit offenen Akkorden meine ich z.B. open E ohne zusätziches Greifen, nur geslidet. Brutalste Harmonie halt.

Sobald man greift (was man beim Sliden allerdings meistens zusätzlich tut) entsteht ja das Problem der unterschiedlichen "Niederdrückwege" in Abhängigkeit von Griffbrettposition und der Saitendicke.
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

schorsch27 schrieb:
dann haben wir uns wahrscheinlich mißverstanden. Mit offenen Akkorden meine ich z.B. open E ohne zusätziches Greifen, nur geslidet. Brutalste Harmonie halt.


Selbst dann stimmt das leider nicht.
Eine dicke Saite ist steifer als eine dünne, und so wandern die "Lagerpunkte" in der Praxis ein bisschen weiter nach innen (deswegen die "Zugabe" an der Bridge").
Der Fehler wird jedoch größer, je kürzer man die Saite macht, und er betrifft die Obertöne mehr als die Tonika.

Eine Gitarre stimmt nie, zum einen wegen der Physik, und zum anderen, weil es unter Stimmspezis keinen echten Konsens darüber gibt, was denn nun "stimmen" heißt.
Mit der Kompensation der Brücke kann man zum einen Oktavunreinheiten korrigieren, als auch die oben genannte Verschiebung der Obertöne beeinflussen, und eine gute Einstellung der Intonation einer Gitarre ist immer ein Kompromiss aus beidem.
Mit Geschichten wie Earvana kann man den Kompromiss etwas verändern.

Ich habe mit Earvana oder Buzz Feiten selber keine Erfahrung, habe mich aber mal länger mit Frank Haunschild drüber unterhalten, er meinte, dass beide Systeme jeweils einige Dinge verbessern und anderen Dinge verschlimmern. Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.
Für Rockenroll sind, glaube ich, beide OK, aber das sind "herkömmliche" Gitarren auch meist.
Für Jazz oder komplexeres Zeug sind sie keine absolute Verbesserung.

Dazu kommt, für live ist das eh wurscht, im Studio würde ich wahrscheinlich einzelne Akkorde nachstimmen und einpunchen...

Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

Hallo,

Woody schrieb:
habe mich aber mal länger mit Frank Haunschild drüber unterhalten,


darum beneide ich dich. Ich würde mit dem Mann auch gerne mal sprechen und herausfinden, ob er im richtigen Leben auch so wirres Zeug von sich gibt wie in seinen Büchern und Artikeln in Zeitschriften.

"So Frank, du schreibst jetzt hundertmal an die Tafel: Der Quintenzirkel ist nicht so komplex wie ein Kernkraftwerk."

Gruß

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
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RE: Oktavreinheit akustisch/elektrisch

und so wandern die "Lagerpunkte" in der Praxis ein bisschen weiter nach innen (deswegen die "Zugabe" an der Bridge").
Der Fehler wird jedoch größer, je kürzer man die Saite macht, und er betrifft die Obertöne mehr als die Tonika.


leuchtet mir nach dem zweiten Durchlesen allmählich ein. Wenn ich beim "Albatros" 2 Oktaven erhöht in der Nähe des Hals-Abnehmers herumschmiere, klingt der Akkord eigentlich wirklich nicht so sauber.

Damit raubst Du mir die Hoffnung auf eine letzte harmonieselige Nische. Wahrscheinlich nimmt man die kleinen Ungenauigkeiten beim Sliden nicht so wahr, weil die Tonhöhe mehr schwebt als beim exakt definierten Greifen.
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