Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

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RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

volatil schrieb:
Danke Euch allen.
Die Hintergeünde sind jetzt etwas klarer.
Entscheiden kann ich mich aber immer noch nicht - jetzt hab ich beide bestellt und werde sie nebeneinander testen.

Gruß,
Wolfram


Tach Wolfram,

das ist eine sehr weise Entscheidung; viel Spaß beim Ausprobieren!

Schönen Sonntag,

Batz.
 
EGAL, WIE DICHT DU BIST - GOETHE WAR DICHTER!
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Re: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Del Pedro schrieb:
Ich bin kein großer Freund der Buffer von Boss Pedalen. Die haben nämlich eine Verstäkung von etwas unter 1. Sie klauen also etwas Pegel. Bei mehreren solchere Pedale kann da schon merklich was auf der Strecke bleiben.


Juppa, und hier sind wir mitten im größten Problem der Bufferdiskussionen: Psychoakustik.
Bossbuffer klauen, ob an- oder ausgeschaltet, etwas Pegel.
Im A/B-Vergleich ist damit das gebufferte Signal in Clean etwas leiser, und im Crunch- oder Lead-Kanal geht etwas Gain und damit etwas an Distortion-Obertönen verloren.
Und damit klingen Bossbuffer für unsere Ohren im A/B-Test ungeil.
Dabei müsste man nur den Gain-regler oder das Clean-Volume etwas höher drehen, und es wäre so geil wie eh und je, vielleicht sogar geiler.
Der Effekt wird natürlich umso stärker, je mehr Bosse man hintereinanderhängt; auch daher kommen die ganzen "Nur Kabel im Amp"- Offenbarungsbeichten im Internet.


Nun, was ist ein Buffer?
Da stelle mer uns mal janz dumm:
Ein Buffer ist ein Impedanzwandler.
(Yay! Erkenntnis!)

Also, jede Ausgangsstufe einer Signalkette ist eine Stromquelle.
Eine E-Gitarre liefert einen Wechselstrom an ein Kabel, was man an sie anschließen kann, genauso wie ein Pedal, eine Vorstufe oder eine Endstufe.
Wieviel Strom so eine Ausgangsstufe liefern kann ist, grob gesagt*, ihre Ausgangsimpedanz.
Diese Strommenge ist Frequenzabhängig, ein PU kann in den Mitten vielleicht mehr Strom liefern als im Bassbereich oder in den ganz glitzernden Höhen.
(So erklären sich z.B. Unterschiede zwischen PUs: Impedanzeigenschaften).

Jede Eingangstufe einer Signalkette ist aus Sicht der vorangehenden Stromquelle ein Widerstand, wie z.B. ein Poti in einem Volumenpedal.
Dieser Widerstand ist wiederum Frequenzabhängig, und deswegen heißt er Eingangsimpedanz.
Durch kleine Widerstände kann viel Strom ungenutzt durchrauschen, große Widerstände schaffen da ein bisschen Puffer (pun intended).

Wenn ich jetzt eine Ausgangsstufe und eine Eingangsstufe mit einem Kabel verbinde, stehen sich, frequenzabhängig, eine Stromquelle und ein Widerstand entgegen.
Das kann zum Beispiel heißen, dass ich eine Stromquelle habe, die wenig Saft in den Höhen hat und dem ein Eingang gegenübersteht, der in den Höhen einen sehr niedrigen Widerstand hat und deswegen dort Strom zieht wie Sau.
Das führt dann zu einer starken Höhenbedämpfung im Wechselspiel zwischen der Ausgangsimpedanz der einen Stufe und der Eingangsimpedanz der zweiten Stufe.

Noch mal: Mit der Kopplung zweier Geräte in der Signalkette bekommen wir unter Umständen wilde Änderungen im Frequenzbild,
indem wir z.B. zwei Pedale hintereinanderschalten machen wir also quasi dazwischen einen EQ an.

Germanium-Fuzze zum Beispiel brauchen (edit:) häufig eine Ausgangsimpedanz, die in den Höhen etwas einbricht, damit sie warm und fett klingen.
Schalten wir davor einen Buffer mit falscher Ausgangsimpedanz, dann haben wir vor der Zerrstufe einen massiven Höhenboost und das ganze System kling fizzelig und schrill.

Buffer ja/nein/gut/böse ist also eigentlich keine sinnstiftende Frage (oder Antwort).
Ein Buffer wirkt als ein mehr oder weniger wahrnehmbarer EQ, wenn man ihn irgendwo in seine Signalkette schaltet.
Das sind True-Bypass-Pedale mit all der begleitenden Kabellage aber auch, wenn auch vorrangig als Höhenblende.

Pick your poison.

Viele Grüße,
woody


*Die Ausgangsimpedanz ist eigentlich die virtuelle Widerstandskurve des Ausganges, die idealerweise niedrigere Widerstandswerte als die Eingangsimpedanz der Folgestufe haben sollte, damit eine optimale Kopplung stattfinden kann.
Das macht aber für unsere Zwecke keinen Unterschied in der Betrachtung und ist komplizierter zu verstehen.
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde


Zuletzt bearbeitet von Woody am 06.11.2016, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Ich habe immer mindestens ein Pedal mit Buffer auf dem Board, meist ein TU3.

Man muss den ganzen Scheiß einfach ausprobieren.

Die Hälfte (3/4?) unserer Gear-Diskussionen hier könnten wir uns sparen, wenn die Leute einfach AUSPROBIEREN würden. Bypass, Röhren, Speaker, Pickups - einfach ausprobieren.

Das Fulltone 69 Germanium-Fuzz klingt mit vorgeschaltetem Buffer zB astrein, das Lovepedal Fuzzmaster auch. Versuch macht kluch.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
Verfasst am:

RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

ferdi schrieb:
Das Fulltone 69 Germanium-Fuzz klingt mit vorgeschaltetem Buffer zB astrein, das Lovepedal Fuzzmaster auch. Versuch macht kluch.


Hast recht, ich hab meinen Beitrag entsprechend editiert, danke!

Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Verfasst am:

RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Mache bei pufferigen Geräten gerne den A/B-Vergleich mit einem Loop-Switcher. Dann stellt sich raus, ob der Sound sich ändert. Bei weniger Geräten als erwartet habe ich einen Unterschied gehört.
Verfasst am:

RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Hallo booh,

fragt sich dann natürlich, ob der Looper/Switcher selbst True Bypass oder gebuffert war...

Lieben Gruß,

Batz.
 
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RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

powerslave schrieb:
Ich schmeiss jetzt trotzdem den Korg DT - 10 ins Rennen. Der ist sehr genau, funzt auch mit Batterie und hat einen guten Buffer.


Der färbt den Klang definitiv. Das höre sogar ich, der keine Superohren hat. Macht ihn silbriger und leicht metallisch. So würde ich das beschreiben. Ob man das gut findet, ist natürlich die schon 10x beschriebene Geschmackssache.
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RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Batz Benzer schrieb:
Hallo booh,

fragt sich dann natürlich, ob der Looper/Switcher selbst True Bypass oder gebuffert war...

Lieben Gruß,

Batz.


Nope... ist der selbstgebastelte 1-fach Bypass/Looper von Musikding.
Verfasst am:

RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Moin booh,

diese Antwort verstehe ich nicht: Es macht ja schon einen Unterschied, ob das Looper-Ding selbst True Bypass oder einen Buffer hat.

Für die hier aufgeworfene Fragestellung wäre ja auch beides interessant: Wie verhält sich das zu testende Gerät in Kombination mit einem True Bypass- oder Buffer-Looper?

Ich hoffe, ich habe mich jetzt verständlicher ausgedrückt; lieben Gruß,

Batz.
 
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RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Ok, ich habe mich missverständlich ausgedrückt : der Looper ist ein "True Bypass Looper". Vorrangig von mir dafür gedacht, bei gelegentlichen Einsatz von digitalen Effekten, diese bei Nichtverwendung aus meiner Signalkette herauszuhalten, damit das Signal nicht unnötig A/D-Wandler durchläuft.
Verfasst am:

RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Schnabelrock schrieb:
powerslave schrieb:
Ich schmeiss jetzt trotzdem den Korg DT - 10 ins Rennen. Der ist sehr genau, funzt auch mit Batterie und hat einen guten Buffer.


Der färbt den Klang definitiv. Das höre sogar ich, der keine Superohren hat. Macht ihn silbriger und leicht metallisch. So würde ich das beschreiben. Ob man das gut findet, ist natürlich die schon 10x beschriebene Geschmackssache.


Ging mir genauso, ich möchte diesen Buffer nicht, die Höhen wurden zwar klarer aber dafür auch etwas dünner/metallischer (das trifft's ganz gut).
Gegen den Tuner an sich hätte ich eigentlich nix aber der Sound des Buffers hat schließlich dazu geführt dass ich mir einen Lehle Sunday Driver geholt habe und den dt10 zur Seite gelegt habe.
Der Lehle klingt ausgewogener, eigentlich für meine Ohren perfekt. Ich habe verschieden Buffer getestet, den Lehle, den Visualsound pure tone Buffer(Gut und günstig) oder auch der Buffer in meinem Hotcake-Pedal - alle klingen ein wenig unterschiedlich! Beim DT10 war die Signalbeeinflussung aber durchaus schon störend.

Und in der Tat ist es ganz interessant, einen Buffer mal in einen Bypass-Looper zu hängen und mal hin- und herzuschalten. Bei kurzen Kabelwegen und guten Kabeln ist ein Buffer u.U. gar nicht notwendig, aber bei mir sind das 3 m zum Board und nochmal 3 zum Amp und dazwischen noch ne Horde Pedale die alle nicht buffern. Und ohne Buffer beeinflusst das trotz guter Komponenten das Signal (auch hier ist es interessant, die ganze Kette in einem TB-Loop mal an und auszuschalten...)
 
Da sprach der Hinz zum Kunz: »Kunz, schenk mir deine Gunz!«. Da sprach der Kunz zum Hinz: »Mein lieber Hinz, du spinnz!«

..on the outside it shines bright red
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Re: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Woody schrieb:
Psychoakustik.
Bossbuffer klauen, ob an- oder ausgeschaltet, etwas Pegel.
Im A/B-Vergleich ist damit das gebufferte Signal in Clean etwas leiser, und im Crunch- oder Lead-Kanal geht etwas Gain und damit etwas an Distortion-Obertönen verloren.
Und damit klingen Bossbuffer für unsere Ohren im A/B-Test ungeil.


Hier! Ich predige seit Jahren, dass die meisten Soundunterschiede in Ketten, beim Anschalten von Geräten, beim Kanalwechsel, in A/B-Vergleichen usw. nix als stinknormale Lautstärkedifferenzen sind bzw. ihe Wurzel darin haben.

YT-Klassiker: Demo/Test
Gitarre - Overdrive off - Amp: naja
Gitarre - Overdrive on - Amp: wow

Sehr oft sind die Lautstärken nicht gepegelt und dann klingt es eben besser. Davon hat man dann aber in Wahrheit null Ahnung, wie der OD klingt. So einen Test kann man nach 45 Sekunden abschalten.
Verfasst am:

Re: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Ich, der auch einen TB-Looper besitzt und ihn für Bypass-Testzwecke verwendet hat, kann dem nicht zustimmen.

Zumindest ist der reine Lautstärkeunterschied zwischen sagen wir mal einem Boss-Gerät im Signal und gar kein aktives Gerät im Signal derart lächerlich gering, dass es keine Rolle spielt.

Irgendwann ab dem 3.-4. Boss-Treter würde ich vielleicht mal darüber reden aber vorher geht da an reiner Lautstärke fast nichts verloren was nennenswerte Psychoakustik-Effekte auslösen könnte.

Die Beeinflussung der Klangcharakteristik selbst ist aber vorhanden und in einer Szene, die sich über Klangunterschiede von Kondensatorentypen unterhält, vergleichsweise drastisch.

Wie gesagt: wie man das bewertet, ist was anderes. Aber das ist Klang und nicht nur Lautstärke was sich ändert.
Verfasst am:

RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Ich habe ein großes Board (und zwei kleinere) mit verschidensten Effekten, vintage, modern, digital, mit und ohne Buffer und finde die Lautstärke- und Klangunterschiede absolut vernachlässigenswert.

Das Grundrauschen des Boards ist unüberhörbar, aber sobald der Drummer eingezählt hat (oder ich den ersten Ton gespielt habe), spielt auch das absolut keine Rolle mehr.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
Verfasst am:

RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

ferdi schrieb:
Das Grundrauschen des Boards ist unüberhörbar, aber sobald der Drummer eingezählt hat (oder ich den ersten Ton gespielt habe), spielt auch das absolut keine Rolle mehr.


Pff.
Wer hat denn schon einen Drummer im Wohnzimmer.
Snob!

Viele Grüße,
woody







































PS
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Verfasst am:

RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Ich weiß nicht, ob das jemand interessiert aber für den "Fall der Fälle":
Ich hatte jetzt beide Kandiaten da und hab mich für den Polytune Mini entschieden. Kaufentscheidend war dabei, daß mich Anzeige, Bedienkonzept und Größe mehr angesprochen haben als beim Boss. (Und wegen eines Gutscheins der bei Boss Produkten nicht gültig ist, war er auch noch nen Tick günstiger).
Was den Klang angeht: ich hab kein TB-Looper zur Hand aber beim umstöpseln von Hand meine ich gehört zu haben, daß sich am Sound "irgendwas ändert". In wie weit das eine für mich (oder sonst jemand) relevante Veränderung ist (und ob sie jetzt wirklich da war und nicht nur eingebildet) weiß ich nicht - wie gesagt hat mir das TC Teil spontan besser gefallen und der Boss war deshalb raus...

Außerdem: Seit ich gestern haben gehört hab, welchen Sound Jesper Munk und sein Sideman aus einer verbastelten Squier, einer Hertie-Caster und ein paar (großteils) Non-TB Pedalen entlockt haben, hab ich mir vorgenommen, mir weniger Gedanken über Equipment zu machen...

Nochmals Danke für die Kaufberatung und Gruß,
Wolfram
Verfasst am:

RE: Buffer vs TB bei Tuner - Top oder Soundklau- wie jetzt?

Moin Wolfram,

Dir vielen Dank, dass Du uns am Prozess hast teilhaben lassen und viel Spaß mit der neuen Errungenschaft.

Lieben Gruß,

Batz.
 
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