Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

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Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Schaut einfach mal selbst:



http://www.gitarrebass.de/equipment/ist-das-ein-gitarrenkonzept-der-zukunft/?utm_source=gitarrebass_weekly_nl&utm_campaign=Gitarre_mit_Nitrolack_aus_der_Spr%C3%BChdose_lackieren__070117&utm_medium=email

Hier noch eine Präsentation auf Youtube.


Ich weiß nicht was ich davon halten soll.
Einerseits würde ich gerne etwas offener gegenüber neuen Konzepten sein, andererseits fühlt es sich etwas an, als sei da die nächste Casio-Midi-Gitarre geboren, nämlich ein kurzfristig gehyptes Ding was sich selbst schon bald als irrelevante Fußnote und kurioser Irrweg entpuppt.

Das Werbeversprechen "....neuen Wegen suchen, um sich selbst auszudrücken und dadurch mehr Leute zu erreichen”.
Die hohe Anzahl von Coverbands scheint eher daraufhin zu deuten, dass Experimentierfreude und "sich selbst ausdrücken" gerade eher *weniger* Leute erreicht.

Aber betrachten wir das Ding doch mal unter dem Aspekt, dass es sowieso nicht für Feierabend-Blues-Musik gedacht ist und Nostalgiker, Romantiker und Konservative oder Bereits-Zufriedene das ja ohnehin nicht mögen werden.
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Re: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

groby schrieb:
Aber betrachten wir das Ding doch mal unter dem Aspekt, dass es sowieso nicht für Feierabend-Blues-Musik gedacht ist und Nostalgiker, Romantiker und Konservative oder Bereits-Zufriedene das ja ohnehin nicht mögen werden.


Diese Präsentation war ja leider ein bisschen unschaubar.
Ich bin mir aber sicher, dass MUSE so ein Ding auf ihrer nächsten Tour dabei haben werden.
Und das wird gut.

Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Witziges Konzept, sieht sehr wertig / teuer aus.

Unabhängig von den Soundeffekten hätte ich ja schon gerne eine E-/A-Hybridgitarre.
Diese perkusiven Geschichten könnten auch Spaß machen...

Wenn ichs aber so recht bedenke, hab ich eigentlich jetzt schon eher zu viele als zu wenige Gitarren.
 
LG
Uwe
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Muss schon sagen, coole Idee... Aber ich habe mir jetzt alle halbwegs auffindbaren Videos auf YT angesehen und weiß ehrlich nicht genau wie ich das alles finden soll. So richtig umgehauen hat mich da keines. Irgendwie nichts dabei, was man mit Loopern, Expression pedal und ein paar Effekten nicht besser hinbekommt. Aber es ist ja noch ein Prototyp. Vielleicht wird das alles ja noch runder..
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Mir kommt sofort die Vokabel "Effekthascherei" in den Sinn. Warten wir mal, bis das einer wirklich musikalisch einsetzt.

(RATM anyone?)
 
"Any organized sound I consider to be music. Could be music if it was well organized, depends on the organizer."
(Malcolm Cecil)

"If you love music, sell Hoovers or be a plumber. Do something useful with your life."
(Robert Fripp)

"The more we have a disrespectfull attitude towards our egos I think the happier life becomes!"
(John Cleese)
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Oh ja! Ich möchte Tom Morello mit diesem Teil hören!
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Das Ding ist schon ganz witzig, aber ist ganz schlicht und einfach nur eine Effekthascherei!
Und sie wird ein Nischendasein führen, genauso wie die Gitarrensynthies.
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Ich weiß nicht. Es ist immer leicht, etwas ungewohntes abzutun mit "brauche ich nicht" oder "das sind nur billige Tricks". Die Antworten wären "ja, *du* nicht" und "für dich vielleicht."/"vorst noch."

Keyboards haben es auch irgendwie geschafft, mehr zu sein als Konzertflügel nur in kleiner. Sie haben Millionen coole Sound gekriegt und Pitchwheels und alles mögliche. Da ist die Moderne längst angekommen und wird begierig aufgesogen.

Gitarristen akzeptieren mittlerweile Digitaltechnik aber komischerweise größtenteils nur zur möglichst exakten Simulation von Vorgängertechnik. Und auch erst ab der Steckerbuchse. Vor der Buchse, das Instrument selbst, muss im wesentlichen alles Stand der Technik 1955 bleiben.

(Von ein paar Ausnahmen mal abgesehen. Die Line6-Gitarre meinetwegen. Oder Hagström hat jetzt auch so ein Ding. Aber es bleibt halt absolute Nische.)

Ob jetzt gerade diese Controller-Flunder das Ruder rumreißt, bezweifel ich sehr.
Aber mal ein spannendes Neu-Konzept.
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

groby schrieb:
Ob jetzt gerade diese Controller-Flunder das Ruder rumreißt, bezweifel ich sehr.
Aber mal ein spannendes Neu-Konzept.


Das Ruder für mich hätte die Moog-Gitarre rumgerissen. Ist mir nur leider zu teuer
 
"Any organized sound I consider to be music. Could be music if it was well organized, depends on the organizer."
(Malcolm Cecil)

"If you love music, sell Hoovers or be a plumber. Do something useful with your life."
(Robert Fripp)

"The more we have a disrespectfull attitude towards our egos I think the happier life becomes!"
(John Cleese)
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

groby schrieb:
Keyboards haben es auch irgendwie geschafft, mehr zu sein als Konzertflügel nur in kleiner. Sie haben Millionen coole Sound gekriegt und Pitchwheels und alles mögliche. Da ist die Moderne längst angekommen und wird begierig aufgesogen.

Gitarristen akzeptieren mittlerweile Digitaltechnik aber komischerweise größtenteils nur zur möglichst exakten Simulation von Vorgängertechnik. Und auch erst ab der Steckerbuchse. Vor der Buchse, das Instrument selbst, muss im wesentlichen alles Stand der Technik 1955 bleiben.


Mal eine überspitzte These: Bei Keyboards hat es diese Entwicklung nur gegeben, weil die Keyboarder immer davon geträumt haben, so ausdrucksvoll spielen zu können wie die E-Gitarristen. Die können nämlich auch mit Technik auf dem Stand von 1955 Millionen coole Sounds erzeugen. (Also die guten jedenfalls. Ich jetzt nicht so.)

Und ich habe beim Gitarrespielen noch nie gedacht: "Boah, wäre das toll, wenn ich so viele Sounds wie der Keyboarder erzeugen könnte." Sonst hätte ich wahrscheinlich schon auf Keyboard umgesattelt.
 
Man soll nicht alles glauben, was man denkt.
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Das Ding ist einfach komplett unsexy.

Und eine E-Gitarre ist eben sowas wie ein Hammer. Der hat Versuchen von Thermosteuerung der Ausholkurve, Hydraulikfederung und digitaler Schlagzahlanpassung bisher auch widerstanden. Was die Menschen sich in einigen Lebensbereichen intensiv wünschen, wenn es auch den meisten gar nicht bewusst ist.
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Stardustman schrieb:
Mal eine überspitzte These: ....


Das ist auch eine etwas selbstverliebte These.

Und dann sind wir auch schon da stehen geblieben, wo wir schon waren. Mit ein bisschen Midi und Presets aber im großen und Ganzen war es das. Ach ja, und der Modeller, der einen Amp von 1965 nachäfft.

Naja, im Bereich Blechblasinstrumente oder Streichinstrumente ist es alles noch viel konservativer und da führen neue Konzepte auch eher ein Nischen-Dasein. Da sind wir nicht die einzigen.

Ich finde es nur etwas witzig, dass unter Gitarristen immer noch so ein leichtes Rebellen-/Rock'n'Roll-Image vorherrscht und wir sind ja so wild und so expressiv und brechen alle Regeln brechen und so, Fuck, Yeah!
Und dann sind wir fast schon peinlich konservativ was das Instrument angeht und man merkt dass wir diese herbeigeschwörte Aufbruchsstimmung eigentlich nur als Selbstimage verwenden.


Ich gestehe ich bin Nerd und Fan der Youtube-Reihe Rig Rundown. Es kommt aber der Punkt wo man einfach nichts mehr hören kann über immer denselben alten Kram.
Und dann kommt Weirdo Extraordinaire Adrian Belew und präsentiert sein Setup und man freut sich, mal keinen einzigen Tubescreamer oder verranzten Tweed-Amp zu sehen.



Und es ist absehbar, dass eigentlich nur Muse, Adrian Belew und eine Handvoll Fans derer im Grund das einzige Kundensegment für eine Gitarre wie da oben darstellen.
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

groby schrieb:
Das ist auch eine etwas selbstverliebte These.


Würde nie das Gegenteil behaupten.

groby schrieb:
Ich finde es nur etwas witzig, dass unter Gitarristen immer noch so ein leichtes Rebellen-/Rock'n'Roll-Image vorherrscht und wir sind ja so wild und so expressiv und brechen alle Regeln brechen und so, Fuck, Yeah!
Und dann sind wir fast schon peinlich konservativ ...


Ist tatsächlich skurril. Man kann es aber auch andersherum betrachten. In einer Zeit, in der die technische Entwicklung alle zwei Wochen eine neue heiße Scheiße auf den Markt spült, sehe ich die Möglichkeit zur Rebellion am ehesten im Festhalten am Herkömmlichen. Neulich habe ich im Kollegenkreis erzählt, dass ich keine Spülmaschine besitze und auch keine haben will. Fuck,yeah! Haben die blöd geguckt.
 
Man soll nicht alles glauben, was man denkt.
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Ich sehe auch einen Vorteil in der Nachhaltigkeit. Nicht zwangsweise aus der Sicht Umweltschutz sondern ich besitze Instrumente und Amps die vergleichsweise rustikal aber dadurch robust sind, die man oft recht einfach wieder Instand setzen und vermutlich auch in 20 Jahren noch reparieren kann.

Wenn die Konzept-Gitarre da oben vom Gurt flutscht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Schaden drastisch, der Gig dahin und die Reparatur jetzt teuer und in 10 Jahren vielleicht unmöglich ist.

Walter macht da immer die hübsche Unterscheidung zwischen Konsum- und Kulturgut.

Wenn etwas drastisch technikgebunden ist oder an einen technikgebundenen Standard gekoppelt ist und wenn dessen jahrelange Beständigkeit zweifelhaft ist, dann - Musikinstrument oder nicht - ist es doch eher ein Konsum- statt Kulturgut.
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Moin,

ich denke, technischen Neuerungen geht immer eine Vision voraus. In Nuancen erkennbar im Bereich modernen Heavy Metal. Da haben sich in manchen Bereichen Sounds entwickelt, die mit herkömmlichem Equipment, so wie wir es hier zum größten Teil präferieren, nicht mehr machbar waren (bspw. bis zu 10 saitige Gitarren und spezielle Verstärkertechnik).
Legt man diesen Wandel zugrunde, wird es möglicherweise auch einmal einen wirklichen Bedarf an einem Instrument wie dem genannten geben können. M.E. aber nur in dieser Reihenfolge. Reaktiv sozusagen.
Ein neuer Musikstil, der sich aus dem Vorhandensein eines neu erfundenen, innovativen Instruments erst nachfolgend entwickelt, wäre aus meiner Sicht nur ein großer Zufall!

Moog ist auch ein gutes Beispiel. Da wollte ein Freidenker und Visionär der besehenden Musik neue Facetten hinzufügen. Erst daraufhin kam es zu Tüfteleien und der Entwicklung.
 
Gruss, tommy
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Ich bin jetzt mal gemein und ehrlich:
Wir alle hier sind über 40 und da spielt es keine große Rolle, ob wir solche Neuerungen gut finden oder nicht. Die Kunden/Künstler, die das nutzen werden oder auch nicht, sind hier nicht vertreten. Leider!

Meine persönliche Meinung zu den Videos und dem Ding:
Da hat jemand die Technik eines modernen Smartphones in eine Gitarre gebaut und die jeweiligen Möglichkeiten verbunden. Gute Idee. Das kann man als eigenständiges Instrument sehen und man kann viel Spaß damit haben.
Wirklich innovativ ist nur ein Teil der Sensorik, den Rest konnte man auch schon mit MIDI-Gitarren hinkriegen. Meine Prognose: ein Nischenprodukt.

Zum Thema Konservatismus bei E-Gitarren-Musik:
Bei der Gruppe Ü40 dominiert noch insgeheim der alte 60/70iger Jahre Rockstar-Traum. Sex & Drugs & RocknRoll. Freiheit, Unabhängigkeit. Auch wenn die Zeiten schon Jahrzehnte her sind, wird sich dies wohl nicht ändern, bis die letzten Zeitzeugen von uns gegangen sind.
In 25 Jahren wird es viele Gitarristen geben, die mit "Vintage" bzw. der "guten alten Zeit" Tom Morello, RHCP, Grunge und Nu Metal verbinden. Dann werden alte Gitarren von Kramer, ESP, Yamaha und Ibanez zu Rekordsummen gehandelt und der teuerste Amp ever wird ein original Mesa Boogie Rectifier aus der ersten Serie sein. Vielleicht wird auch der erste Line6-Pod Kultstatus haben???
Und warum? Weil wir es mit der glücklichen Jugend verbinden. So ist das halt. Und das ist auch Okay. Hat nur nicht viel mit Musik oder Kunst zu tun.
 
"Wir essen jetzt Opa!" - Interpunktion rettet Leben!
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RE: Die Gitarre "der Zukunft" - natürlich, hähä, oder doch? mmh.

Ich stimme absolut zu, sehe aber bei jüngeren Spielern immer noch eine große Affinität zu Traditionellem. Gerade was Gitarren selbst angeht.

Es werden mehr Modeller benutzt und mehr Rechnergestützes und es darf auch statt Fender und Gretsch und Gibson dann mehr Ibanez, ESP oder Chapmann Guitars sein, aber was an denen wirklich funktionell neu ist, ist bis auf das Vibratosystem auch eher Form und Kosmetik. Da gibt es funktionell die gleichen Pickups und die selben Debatten um die üblichen Holzarten und innen ist es dieselbe Technik.


Vielleicht bietet sich die Gitarre in der Form wie sie rein mechanisch funktioniert (nämlich: ein Draht wird direkt angeschlagen) nicht so gut für technische Eingriffe an wie Tasteninstrumente (ein Draht wird indirekt angeschlagen, durch das Drücken einer Taste und man kann das Drücken dann als Signalgeber technisch viel besser verwerten als das komplexere Anreißen und Manipulieren eines Drahtes).
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