der Editor, das unbekannte Wesen

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der Editor, das unbekannte Wesen

Hallo zusammen,

in letzter Zeit kommen immer mehr Amps und Effektgeräte auf den Markt, die sich auch mittels Tablet, Smartphone und PC bedienen lassen.

Ich habe damit überhaupt keine Erfahrung, ich bin oldschool, was auf schlechtem Französisch überholt bedeutet. Üblicherweise stelle ich meine Sounds grob zuhause ein und regele dann im Bandkontext nochmal nach. Natürlich habe ich schon eine grobe Ahnung, dass ich mehr Mitten und weniger Bass als im Wohnzimmer brauchen werde und die Effektlevel ein eigenes Thema sind. Weniger Hall als zuhause, Delaylevel dafür etwas höher. Das klappt ganz gut, funktioniert aber nicht ohne Feinschliff. Es geht dabei nicht um endloses "Tweaken" während Proben sondern um sinnvolles Editieren, wobei die Ergebnisse bestenfalls dann lange konstant bleiben.

Wie funktioniert das, wenn man eigentlich über einen Editor schraubt? Eigentlich ist man dann am Gerät selbst ja nicht eingearbeitet. An einige Parameter kommt man nur über das Gerät gar nicht ran. Kommt neben dem Gitarrengeraffel für den Feinschliff für einige Proben auch noch die Notebooktasche ins Gepäck? Versucht man sich zu merken, was man zuhause ändern will und kneift für die Probe die Hacken zusammen? Stellt man sich zuhause einfach diverse Bänke zusammen und probiert im Proberaum auf der Bühne, was jetzt passt?

Davon mal abgesehen habe ich auch schon erlebt, dass der im Proberaum perfekte Sound plötzlich bei Gigs - also in einem anderen Raum - auch nochmal einen beherzten Eingriff brauchte. Dafür gibt es dann ja manchmal diese Global EQs aber kommt man an die auch ohne Editor?

Überhaupt sind diese Editoren ja auch anders aufgebaut als das Gerät selbst. Fehlt dann nicht letzten Endes auch die Übung am Gerät selbst?

Ich würde mich über Erfahrungsberichte freuen!

Gruß

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
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RE: der Editor, das unbekannte Wesen

Das fängt schon damit an, dass man zu Hause ein Lautstärkesprung von Rhythmus zu Solo in die Speicherplätze programmiert hat, welches dann auf der Bühne nicht mehr passt.

So, jetzt geh mal live hin und editier dir die drei Solosounds. Dauert alles zu lange.
Hast Du n booster /Zerrer aufm Board, ist das ein Knopf, der gedreht werden muss.

Meine Erfahrungen aus beiden Welten.
 
mein blog: www.hans-ulrich-mueller.de
email muelrich(at)yahoo.de
www.youtube.com/muelrichmusic
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RE: der Editor, das unbekannte Wesen

Hi,

ich mach das mit dem (uralten POD HD500) so:

Die Sounds wurden kurz nach dem Kauf direkt am Gerät erstellt. Da ist der POD auch mit vielen Potis und logischen Menus sehr benutzerfreundlich.

Spätere Änderungen (Umbenennung von Presets, Änderung der Bänke, neue Setlisten) mach ich am Editor.

Über den Editor kann ich auch Anpassungen der Sounds vom Proberaum-POD an den Live/Zuhause-POD vornehmen:
Neue Sounds werden zu Hause kreiiert, via Notebook auf den Proberaum-POD übertragen, in der Probe am Gerät feinjustiert und am Ende der Probe angepasst zurück auf das Notebook geschubst. So hab ich dann zu Hause die gleichen Sounds wie im Proberaum, und meine Erfahrung ist, dass ich an den Proberaumsounds in 99% für die Bühne nichts mehr anpassen muss.
Ich habe für die aktuelle Band einmal Grundsounds in einer Setlist erstellt, und die werden nach ein paar kleinen Anpassungen so dann auch genutzt. Für spezielle Songs gibt es Extra-Presets, aber ich nutze idR vier Sounds (clean, angeknuspert, Brett und Lead - dazu eben noch der Stompboxmode mit zuschaltbarem OD/Booster, seltenst Modulation, Hall und Delay), mit denen ich durch 90% des Sets komme.

So kann ich bequem die Vorzüge beider Möglichkeiten - Einstellungen direkt am Gerät und am Editor - nutzen.
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: der Editor, das unbekannte Wesen

Moin,

genau an dem Thema bin ich gerade dran.

Ohne strukturiertes Vorgehen geht das bei mir nicht.
Irgendwas drehen und dann überlegen wofür ich die Einstellungen brauchen kann ist sinnfrei.
Das habe ich früher gemacht, vor lauter Dreherei und Schrauberei vertüddelte ich mich dann in den Einstellungen und hab im Endeffekt nix dabei gewonnen.

Für meinen GM40 hab ich mir, obwohl ich nicht so der Applefanboy bin, zum ansteuern ein Ipad zugelegt.
Noch steht er bei mir zu Hause, zur nächsten Probe kommt er als Nachfolger vom GM36 ins Spiel.

Grundsätzlich stelle ich die Kanäle so ein, daß der EQ auf 12.00 Uhr steht, Gain auf 10.00 Uhr und Volumen auf 14.00 Uhr.
So handhabe ich das bei Clean, Crunch und Lead.
Fürs Solo drehe ich dann das Gain auf 12.00 Uhr und den Volumenregler auf 16.00 Uhr.
Falls ich für einige Songs noch nen extra Schub brauche kann ich den Boost entweder direkt dazuschalten, oder mit einem extra Fußschalter am FSM bedienen.

Die komplette Steuerung kann ich über das Ipad machen,
bei den FX habe ich ebenfalls eine Grundeinstellung die ich dann bei Bedarf auf dem 3. Kanal der Bank ablege.
Das geht mit dem Editor einfacher, da ich so direkten Zugriff auf die Parameter habe, denn am Amp selber müßte ich dann in die 2. Schaltebene gehen, also mehr Knöpfe bedienen.

Der Vorteil beim Ipad ist das ich jeweils für den GM36 und den GM40 eine passende App habe, einfach nur das WMI an die Midibuchsen anschließen und fertig.
Bei der letzten Probe hab ich zwischen den Songs meine Einstellungen am GM36 leicht verändert bis es paßte.
Die Sounds auf dem GM36 habe ich genauso kreiert, also erst das Grundsätzliche zu Hause und dann die Feinheiten "in Action".
Vorteil ist auch, daß ich mit dem Ipad an den verschiedensten Positionen im Proberaum meine Einstellungen korrigieren und sofort abspeichern kann.
Insofern ist ein Editor schon ein gute Sache, ohne den müßte ich schrauben, ein Stück vom Amp weggehen, dann spielen, wieder hin usw...
 
vG

jaydee
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RE: der Editor, das unbekannte Wesen

Eine leichte Abhilfe gegen Editor-Bühnen-Nachfummel-Angst ist natürlich, auf Proben alles schlau und akribisch einzustellen und dann bis auf globales Höhen-Nachregeln maximal (irgendwo an so einem Master-Regler) mal schön gefälligst die Griffel von dem Sound zu lassen, damit der Mann am Mischpult zumindest weiß woran er ist und sich darauf einpegeln kann.

Wenn der Soundmensch mies ist, klingt's immer mies. Wenn er gut ist, dann wäre Nicht-Selber-Mittendrin-Munter-Dran-Rumkurbeln das beste was man ihm antun kann.

Das ist eigentlich so die Art Posting, die sonst von Ernie käme.
Aber ich übernehme mal eben.
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RE: der Editor, das unbekannte Wesen

groby schrieb:
… mal schön gefälligst die Griffel von dem Sound zu lassen, damit der Mann am Mischpult zumindest weiß woran er ist und sich darauf einpegeln kann.


Kleiner Exkurs: Ich sag die Tage den Premier Guitar Rig Rundown mit Uli Jon Roth. Der erzählt an irgend einer Stelle, dass er eigentlich das ganze Konzert lang an diversen Boostern und EQs herumschraubt, damit ihm der Sound passt.
Mein Mitgefühl gilt dem armen Schwein am Mischpult.
 
Gruß & Grooves,
Andreas
--

Tu Deinem Admin was Gutes.
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RE: der Editor, das unbekannte Wesen

Hallo,

also der erste mit iPad im Bunker. Rübe nur mit USB-Stick, wenn ich das richtig verstehe, muelrich hat es aufgegeben.

Nutzt sonst echt keiner Editorprogramme?

Kommt, Leute, Leute kommt, Leute, Leute kommt (bitte singen!)

Gruß

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
Verfasst am:

RE: der Editor, das unbekannte Wesen

erniecaster schrieb:
Nutzt sonst echt keiner Editorprogramme?


Nö bei Gitarrenkrempel bleibe ick oldschool und überholt
quasi "analog boy in a digital world" ......
 
"Was bedeutet schon Geld? Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen
das tut, was ihm gefällt.“ - Bob Dylan
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RE: der Editor, das unbekannte Wesen

Dr.Dulle schrieb:
erniecaster schrieb:
Nutzt sonst echt keiner Editorprogramme?


Nö bei Gitarrenkrempel bleibe ick oldschool und überholt
quasi "analog boy in a digital world" ......


Mir geht's ebenso. Ich bin vor allen Dingen die ewige Dreherei und Knöpfedrückerei leid.
 
Gruss
frank
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