Familie und Band

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RE: Familie und Band

Instrumente sind im kombinierten Büro-/Musikzimmer immer greifbar. Im reinen Wohnbereich ist da nichts. Hat sich schon länger so ergeben, ohne dass das bewusst so entschieden wurde.

Gigs: Ich hatte einige Jahre am Stück durch die Kombination von Funk/Soul-Band + festes AC/DC-Tribute-Projekt + regelmäßige Aushilfe bei einer weiteren AC/DC-Covertruppe + gelegentliche Gigs mit einem Folktrio + Sub-Jobs für andere Bands - für meine Verhältnisse - sehr viele Gigs (in den drei Jahren mit den meisten Gigs waren das 60+ Gigs/Jahr, auch teilweise mit richtig weiten Anfahrtswegen bzw. auch viele Gigs mit ÜN) . In dieser Zeit war das auch Bestandteil des Einkommens, also entsprechend wichtig, und es wurden (insbesondere) eben auch gut bezahlte Sub-Jobs angenommen, wo auch die Musik nicht 100% das war, was ich mag. In dieser Zeit hab ich leider auch sehr viele private Einladungen ausschlagen müssen (Hochzeiten, runde Geburtstage, Familientreffen etc.), weil "halt schon Gig gebucht". Das ist nun komplett anders: Musik mache ich rein zum Vergnügen, das ist mein Hobby, Band & Programm müssen 100% passen - keine Kompromisse: Ich verbringe meine rare Zeit nicht mit Menschen, die ich nicht mag bzw. die mich nerven. Und ich spiele in meiner Freizeit auch keine Musik, die mir nicht gefällt. Geldverdienen/Gage ist mir beim Musikmachen mittlerweile egal. Ich spiel lieber ohne Gage (das kann zB auch für einen wohltätigen Zweck sein), und muss mich dann aber auch nicht mit einem Veranstalter wg. Gage/Programm kabbeln (Auf, jetzt spielt mal "Smoke on the water" ...). Mit der derzeitigen Band sind es nur eine Handvoll Gigs, da dann aber auch ausgewählte Locations/Events, wo wir auch 100% hinpassen und entsprechend den Gig genießen können. Ich bin nicht (mehr) der Dienstleister für saufwütiges Partypublikum (letzten Sommer noch mal eine Runde in ´ner Top40 Band gemacht, ist nicht mehr mein Ding), und mache aktuell in der Richtung auch keine Sub-Jobs mehr. Ich kann nachvollziehen, dass man es als Musiker auf der Bühne toll findet, wenn bei einem Stadtfest ein großer Platz voll mit Menschen am Hüpfen ist und aus vollem Halse "Atemlos" mitgröhlt, not my cup of tea ...

Proben tun wir idR einmal die Woche. Sehr intensiv, d.h. da werden Arrangements geschliffen, da wird konzentriert an Phrasierungen beim Satzgesang gearbeitet, werden neue Songarrangements in verschiedenste Richtungen probiert. Kurz: Das macht viel Spaß, kein "Dahingedaddel" (wir grooven uns aber auch am Anfang immer erst mal so 1o Minuten ein, da wird gejammt). Die Proben sind idR alkoholfrei.

Eifersucht meiner Frau gibt es höchstens dann mal temporär, wenn eine neue Gina ins Haus kommt. Ansonsten gibt es da keinerlei Anlässe.

Geld siehe oben bei "Gigs". Die Proberaummiete ist gering, die laufenden Investitionen auch (ok, die Gina III war dieses Jahr die Ausnahme). Saiten, Batterien, Kleinkram. Mein Rig läuft und gefällt mir. Ich stecke mittlerweile mehr rein, als rauskommt. Die Bandeinnahmen werden reinvestiert, wenn erforderlich, gerade in Form eines ein neues A&H QU16 Pults. Wir gönnen uns auch bei den Gigs einen Techniker mit externer Anlage, weil es uns das wert ist - egal, wo wir spielen - ich vermisse es auch nicht, nach dem Gig nachts schwere PA-Brocken durch die Gegen zu wuchten ...

Ich bin gerade wieder gefragt worden, ob ich noch ein weiteres Projekt angehen würde, die Antwort war klar: Derzeit nicht! Meine jetzige Band macht mir Spaß, ich habe genug Freiraum für andere Dinge, und ich merke davon unabhängig auch, dass mit zunehmendem Alter der Job nicht unbedingt leichter weggesteckt wird: Daher genieße ich auch mal gerne einen Sommerabend einfach nur im Garten sitzend, mit einem leckeren Essen und meiner Süßen, ganz ohne Probe & Gitarre. Was irgendwann nochmal kommt, sind eigene Sachen. Aber auch da bin ich Teamplayer und möchte das im Rahmen einer netten Truppe machen, irgendwann ergibt sich das von selbst, da bin ich zuversichtlich.
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: Familie und Band

Tolles Thema, vor allem, weil mich in nächster Zeit auch Veränderungen im Leben erwarten, die mich darüber nachdenken lassen.

Bin aktuell in einer Hochzeits/Ball/Event - Band tätig und mit vollem Herz dabei. Alle Beteiligten sind berufstätig und mache Musik als Hobby.

Proben gibt's außerhalb der Hochzeitssaison, also meist Oktober bis April mit 0-2 mal die Woche. Ein Besetzungswechsel in der Band hat im Frühjahr recht viel Mühe gekostet...war sehr großzügig von uns, für den Neuen auch einiges an Zeit zu investieren, damit er schnell spielfertig wird - Dinge, die man schon 2-3 Jahre im Set hat Proben macht nämlich nicht unbedingt großen Spaß.
Gigs Gigs gibt's 15-20 im Jahr, manchmal mit ÜN. Großteils Samstags, manchmal auch zwei pro WE, was mir jetzt mit 30 neben einer 40h-Woche schon ein bisschen zu viel wird
Eifersucht: Das Fan-Problem gab's eher in der Rockband in der ich früher mal gespielt hab - zumindest gefiel es meiner Freundin eher nicht so gut, wenn Damen bei Gigs auf mich zukamen. Derzeit haben wir auch eine Sängerin, aber in einer größeren Band (wir sind 6 Leute) ist das kein Thema. Ein Duo, in das viel Zeit investiert wird, wäre sicher nicht gern gesehen.
Geld: Ich versuche mein Hobby mit den Auftritten zu finanzieren, könnte es mir dank gutem Verdienst aber wohl auch so leisten. Das neues Equipment mit Auftritten finanziert wird, wird als Argument sogar meist durchgehen gelassen!

Gitarren dürfen im Wohnzimmer stehen bzw. an der Wand hängen. Das wurde sogar von der Freundin angeregt

Was auf mich allerdings nächstes Jahr zukommt ist unsere Hochzeit und danach wohl früher oder später Nachwuchs. Ich bin schon schwer am überlegen, wie ich das alles mal unter einen Hut bringen soll. Eigentlich ist Musik sehr wichtig für mich, ich werde aber sicher mal eine Zeit mit dem aktiven Spielen kürzer treten bzw. mal ein paar Jahre pausieren. Vielleicht komme ich dann auch mal wieder mehr zum Üben zu Hause - dafür ist zur Zeit nämlich neben anderen Freizeittätigkeiten weder viel Lust noch Zeit da. Ich möchte die Zeit ohne Band dann auch für die Vorbereitung eines lang ersehnten Musikprojektes nutzen...
 
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Die wahre Musik steht nicht in den Noten
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RE: Familie und Band

Interessantes Thema.

Bei mir gar kein Problem.

Mein unplugged Projekt probt ca. 2 mal im Monat (wir haben aber auch seit zwei Jahren fast unverändert unser Programm.
Und das neue Projekt "Latin BBQ" probt aufgrund beruflicher Schichtdienste einiger Mitmusiker ca. ein mal im Monat.
Da wir dort 6-7 Leute sind, wird die Anzahl der zu erwartenden Gigs im niedrigen einstelligen Bereich pro jahr sein werden.
Auch bei AnderCover haben wir dieses Jahr erst einen Gig gehabt.
Ich hätte auch gar keine Lust mehr 30-40 Wochenenden auf der Bühne zu stehen.

Was mehr Arbeit ist, ist die Vorbereitung der Live Stage (einmal im jahr) deren musikalischer Organisator ich bin. Da ich dort mit 4 - 5 verschiedenen Besetzungen einen ganzen Abend bestreite, ist das schon viel Vorbereitungsarbeit. Die kann ich mir zu Hause aber frei einteilen.
 
mein blog: www.hans-ulrich-mueller.de
email muelrich(at)yahoo.de
www.youtube.com/muelrichmusic
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