Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Es wird nicht vor dem falschen Fingersatz gewarnt weil es falsch ist sondern weil es schlechte Angewohnheiten züchtet die einen selbst behindern.

Zu jedem Ausnahmebeispiel (hier ausgerechnet Jeff Healey?) finden sich tausende fantastisch spielender Gegenbeispiele.

Die Beweislast liegt eher auf der Seite von "falsch" statt auf der Seite von "korrekt".

Und wer von vorne herein ideenlos ist, dem wird schlecht spielen lernen nicht helfen. Wer was zu sagen weiss, dem wird mit guter Angewohnheit nichts verbaut sondern geholfen.
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Frag mal einen klassischen Gitarristen, ob Clapton's Handhaltung korrekt ist, einen Klassischen Trompeter, ob das, was Miles Davis macht - oder, Du meine Güte, ob Dizzie Gillespie's aufgeblähte Backen korrekt sind.

Hätte man alle warnen sollen. Und dieses getappe von EvH, so spielt man auch nicht. AL Di Meola fand das nicht gut.
Grüße

Alex
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

BTT,
wenn ich hier mitlese kann ich für mich entdecken wie jeder zum Modelling steht und zum Teil auch wie und ob es angewandt wird.

Da die Anwendung und Herangehensweise recht verschieden ist wird wohl auch das Ergebnis recht verschieden sein.

Für mich zeigt das, dass Modelling Kreativität weder verhindert noch fördert sondern einfach ein Werkzeug ist dessen Benutzung manchem liegt und manchem nicht.

Man könnte die Frage weiter ausdehnen ob die leichtere Leistbarkeit von Equipment (Gitarre bis Amp) etwas verändert?
 
Traurige Erkenntnis:
...Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht...
...Andere zu stalken und auf die Füße zu treten bedeutet nicht besser zu sein sondern sich besser zu fühlen...
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Alex K. schrieb:
Frag mal einen klassischen Gitarristen, ob Clapton's Handhaltung korrekt ist, einen Klassischen Trompeter, ob das, was Miles Davis macht - oder, Du meine Güte, ob Dizzie Gillespie's aufgeblähte Backen korrekt sind.

Hätte man alle warnen sollen. Und dieses getappe von EvH, so spielt man auch nicht. AL Di Meola fand das nicht gut.
Grüße

Alex


Ich soll also (anhand von Beispielen) schlussfolgern, dass Segovia noch besser gewesen wäre mit übersetztem Daumen oder dass Guthrue Govans extrem gelehrte Spielweise nur zu Scheisse führt?

Oder aber....

Wir einigen uns dass Einzelbeispule nicht geeignet sind, ein vernünftiges Lernkonzept im ganzen und pauschal abzulehnen.

Wäre ja ausserdem für einen Gitarrenschüler wie im anderen Thread schön, Regeln wie zum Beispiel motorisch sinnvolle Handhaltung wirklich zu kennen und zu beherrschen bevor man alle Regeln brechen will und aus lauter Ignoranz den Zufall zum Lehrmeister ernennt.
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Zweierlei Paar Schuhe Groby,
Entweder lernt man "wie man es richtig macht" - sicher kann man da auch kreativ sein, vielleicht die Techniken perfektionieren, höher, schneller, weiter etc., aber was richtig neues kommt dabei in 99,99999 % der Fälle dann nicht raus.
Interessant wird es oft erst, wenn man es anderst macht.
Und "man muss die Regeln erst kennen, um sie zu brechen" ist ein schöner Spruch, aber nicht uneingeschränkt wahr.
Rock 'n' Roll wurde nicht von Segiova-Schülern erfunden sondern von ignoranten Dilettanten, die nicht wussten, wie man's besser macht.

Verstehe mich bitte nicht falsch, ich weiss, daß ich das sehr überspitze; ich hab auch nichts gegen Virtuosität und daß man "richtig" spielen lernen soll. Aber diesen Reglementierung ist in der Regel "erhaltend" (konservativ) und nicht progressiv.

Wenn man dann seinen Modeller nur nutzt, um Fender clean, Marshall crunch, Boogie lead zu spielen, wie es sich gehört, dann kommt man eben auch nicht weiter.
Um zur Ausgangsfrage zurückzukehren: ich denke halt, dass Modeler einem das Leben erleichtern können, wenn man sich auf eingetretenen Pfaden weiterbewegen möchte. Zum neuern sind die nicht gemacht, folgen damit nur dem Markt. Aber zur Gleichschaltung tragen die nicht mehr bei als Pop Hochschulen und Diplomierte Rockgitarristen. Jede Kunst entwickelt sich irgendwann zur Stagnation, das hat aber mit den unimaginativen Menschen zu tun, die sie betreiben, nicht mit den Instrumenten.

Das ist halt meine Meinung. Und ich sage auch nicht, daß ich mich vom Rest der Schafe unterscheide.
Gruß
Alex


Zuletzt bearbeitet von Alex K. am 04.08.2017, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Alex K. schrieb:
Verstehe mich bitte nicht falsch, ich weiss, daß ich das sehr überspitze; ich hab auch nichts gegen Virtuosität und daß man "richtig" spielen lernen soll. Aber diesen Reglementierung ist in der Regel "erhaltend" (konservativ) und nicht progressiv.


Ein korrekter Fingersatz ist nicht konservativ, sondern in erster Linie ergonomisch und effizient.
Dass es genügend gute Beispiele gibt, die auch ohne auskommen, ist kein Grund dafür, konsequent darauf zu verzichten.

Oder anders herum formuliert: Man muss nicht zwingend den korrekten Fingersatz beherrschen, um ein guter Gitarrist zu werden, es ist aber methodisch und physisch sinnvoll, ihn zu lernen/lehren.

Ich habe übrigens im Grundschulalter klassischen Gitarrenunterricht bekommen. Didaktisch hatte meine Lehrerin die Sache mit dem Fingersatz nicht sonderlich begeisternd gestaltet und es nervte mich, immer einen drüber zu bekommen, wenn ich den Daumen, wie ich es beim Clapton sah, oben drüber rutschen ließ.
Kurzum: Die Sache war furchtbar uncool und mit einem gewissen Zwang verbunden. Scheiße.
Seitdem ich aber Bass spiele, weiß ich die Lektionen aber wieder zu schätzen, denn gerade auf großmensurigen Instrumenten mit vielen Überstreckungen und all dem Kram merkt man in der Regel schnell, ob man ergonomisch und effizient oder schludrig spielt.
 
Gruß & Grooves,
Andreas
--

Tu Deinem Admin was Gutes.
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Schon Korrekt, Banger, aber wenn Du Gitarre wie Hendrix spielen möchtest, muß der Daumen anderst sitzen, wenn Du ihn zum Greifen benutzt.
Und mit Deiner Spielweise kannst Du Altbekanntes sehr gut spielen, aber was Neues kommt da raus?
Wie schätzt Du James Jamerson ein, rein vom technischen Aspekt?
Hat ein klassischer Bassist das Slappen erfunden?

Viele echte Neuerer in der Rockmusik haben sich eben gerade NICHT an die Regeln gehalten oder kannten sie oft gar nicht und waren deshalb frei, Ihre eigenen zu erfinden. Das trifft auch für manche Jazzpioniere zu (Reinhard, Montgomery).

Aber nichts ist ja absolut; Charlie Parker und John Coltrane waren Neuerer und echte technische Asse. Jaco Pastorius hat einen neuen Stil erfunden, der es sogar in den Mainstream geschafft hat und war technisch brilliant.
Aber Sie alle haben eben nicht denselben Schmu wie der Rest gemacht.

Ich rüttle mir das auch gerade so zurecht, wie's mir in den Kopf kommt, kann durchaus sein, daß meine Argumentation nicht vollkommen schlüssig ist.

Gruß
Alex
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Ich glaube ja, dass viel davon abhängt, wohin man schaut.

Die Jungs von Mastodon oder Animals as Leaders machen ja mit Modellern Zeug, was mit "herkömmlichen Amps" so gut wie nicht umzusetzen wäre.
Und irgendwo da draußen sitzt bestimmt irgendein Nerd mit einem Kemper, der ihn vorne mit Ukulele füttern und im Return mit Stravinsky und damit abgefahrene und schräge Sounds kreiert.
(Spätestens jetzt probiert das mal jemand, hoffe ich.)

Für mich ist Deine Ausgangsfrage, groby, letztendlich eine nach dem Ertragen der eigenen Filterblase.
Finde ich erträglich, was mir in meinem Trott vor die Füße läuft oder will ich motzen?
Und auch dieses Forums ist ja Teil der Blase:
ChrisShredGuitar z.B. wird hier nicht geraten, auf Yngwie zu scheißen und irgendwas neues, geiles zu erfinden, sondern er wird zu einem Plexi beraten und kriegt den Tip "amal ene anständje Blues zu lerne".
Wo sollen da neue aufregende Dinge wachsen?



Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Animals As Leaders ist mal ein geiles Beispiel.

Aber ansonsten: nun ja.

Die Frage stellt sich natürlich auch, ja, wie bitte sehr, soll es denn auch sein? Das "Neue" was man da so implizit aber gleichzeitig laut fordert?
Weiß ich auch nicht. Liegt ja auch in der Natur der Sache.

Mich entsetzt nur, dass man Gitarristen in der Technik mit zum Beispiel neuesten Modellern das größte Geschenk macht was Gestaltungsraum angeht....

.... und ich habe das Gefühl, die Mehrheit stürzt sich auf den authentischsten Plexi und den Vox-Sound von 1968.

So vergleichsweise: Da gibst du den Leuten einen Stark Trek Replikator und alle wollen davon nur Schinkenpizza und SchnitzelMitPommes.



(Ich bin zugegebenermaßen etwas merkwürdig. Ich finde, wie im Thread schon angemerkt, dass ein Sound eine persönliche Angelegenheit ist ungefähr wie meinetwegen Gesicht, Frisur und Bart. Das bin ich halt. Das ist meine Fresse mit Haarkonfigurations drumherum. Und das ist mein Sound da aus dem Ding. Da ich aber weder Covermusik mache noch Auftragsmusik darf das einfach so sein. Als ich noch Covermucke gemacht habe, hat übrigens nie jemand über den nicht zu jedem Lied hinreichend authentischen Amp-Sound gejammert. Aber Covern ist ja eh ein musikalischer Maskenball. Was wollte ich eigentlich sagen...Ach ja. Vielfalt gibt's, muss aber nicht. Theoretisch alles da aber praktisch gilt: schön ist's wenn's halt schön ist. Der Ton ist in den Fingern. Blues ist Tweed, Rock ist Marshall, italienisch ist Spaghetti Bolognese. Wohl bekomm's.)
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

groby schrieb:
Mich entsetzt nur, dass man Gitarristen in der Technik mit zum Beispiel neuesten Modellern das größte Geschenk macht was Gestaltungsraum angeht....

.... und ich habe das Gefühl, die Mehrheit stürzt sich auf den authentischsten Plexi und den Vox-Sound von 1968.


Das überrascht mich aber überhaupt nicht. Es gibt kaum konservativere Leute als Rockmusiker.
 
Ohne nichts läuft nichts, geschweige denn alles.

http://soundcloud.com/jenko-nashorn
https://www.facebook.com/Sproingg
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

groby schrieb:
Mich entsetzt nur, dass man Gitarristen in der Technik mit zum Beispiel neuesten Modellern das größte Geschenk macht was Gestaltungsraum angeht....

.... und ich habe das Gefühl, die Mehrheit stürzt sich auf den authentischsten Plexi und den Vox-Sound von 1968.


Hallo Robert,

Ich glaube, dass ist nicht unbedingt ein Geschenk. Ich denke, es gibt eine ganze Menge an Leuten, die sich nicht wirklich mit dem Equipment beschäftigen, welches sie besitzen, sondern mit dem, welches sie noch nicht haben.
Wenn wir hier im Thread die alte Garde erwähnt haben, hatte diese m.Mn.n. nicht nur das Glück" der frühen Geburt sondern auch den "Vorteil", dass man technisch nicht so weit war wie heute. So war vieles nicht verfügbar, oder erschwinglich, d.h., man musste sich auf Teufel komm raus mit dem beschäftigen, was man hatte und konnte das auch recht gut, denn man hatte nicht so viel Ablenkung durch das Internet z.B., in dem jede Woche bspw. 10 Pedale vorgestellt werden, die noch geiler klingen sollen, als alles zuvor.
Ich glaube wirklich, dass es ein großer Vorteil ist, wenn man sich von diesem ganzen Equipmentwahnsinn, Testberichten und 19 Zoll Gesprächen größtenteils entkoppelt und einfach mal spielt, statt nur zu suchen.
Heutzutage ist alles an Equipemnt in unserem Bereich und auch im Recording Sektor so unfassbar billig geworden und für nahezu jeden erschwinglich im Vergleich zu früher, dass es oft den Anschein hat, gerade dass lässt einen nie satt werden und immer nur Dingen hinterherrennen, die man sich von anderen "vorschreiben" lässt, einfach deswegen, weil man selbst in diesem ganzen Überfluss an Equipment und Sounds total verloren ist. Weil man nicht mehr auf sich selber hört.

Im Recording Bereich kann ich für mich sagen, dass trotz der unfassbaren Möglichkeiten, die sich da heutzutage bieten, ich doch vergleichsweise viel in meinen Ohren sehr platt produzierte Musik höre. Klar gibt es Ausnahmen, aber angesichts der Möglichkeiten finde ich es bemekenswert, wie wenig da an Soundqualität oftmals zu Stande kommt. Ich denke mir dann immer, dass man sich verzettelt hat im Studio, oder beim Mastern, zu viel herumgespielt hat, zu viele Plugins o.ä. benutzt hat, statt weniger.
Aber das liegt natürlich immer im Ohr des Hörers, und wie er aufgewachsen ist. Und ähnlich ist es bei der Modeller Generation, schätze ich. Die sind mit anderen Sounds aufgewachsen, solche, die ältere vielleicht schon als "schlecht" empfinden, oder "beliebig", in der jüngeren Generation aber vielleicht als state of the art angesehen wird. Und vielleicht ist der Stellenwert eines einzelnen Instrumentensounds auch nicht der, den vielleicht der Gesamtsound einer Band oder eines Songs hat. Was allerdings auch früher m.E. so war. Der Klangfetischismus gekoppelt an Equipmentumschlagsraten im extremen Bereich ist auch ein Phänomen des Internets, dem gewachsenen Informationsaustausch, der weltweiten Verfügbarkeit und Abrufbarkeit auch exotischster und seltenster Teile und den gesunkenen Preisen für hochwertiges Equipment.

Vr 20 Jahren jedenfalls, da hat mich auch bestimmt etwas an meinem Sound genervt, aber das konnte ich mangels bekanntem Fachvokabular (smooth, sweet spot, transparent overdrive etc.pp.) nicht kommunizieren und es gab wenig Gerätschaften n der Verfügbarkeit, mit denen man hätte ausprobieren können und nur die Bandkollegen oder Musikalienhändler vor Ort zum Fachsimpeln. Das führte dann eben zu falschen Annahmen und der Entwicklung von Mysterien, wie das wohl die Profis machen (pure Alchemie in meinen Augen damals) aber auch dazu zu gauben, dass man es ohne massig Geld nicht ändern könnte und daher eben mit dem arbeiten musste, was man hatte. Und das hat funktioniert und es war für mich früher definitiv stressfreier als heute, wo ich mich auch dabei ertappe, wenn der Luftdruck ma wieder zu hoch ist, oder ich gestresst bin und der Amp nicht klingt sofort zu denken: Ja, aber mit einem Dr. Z / Victoria w.a.i., da klingt das alles geiler, dann muss ich mal nach so einem suchen. Anstatt vielleicht einfach mal 20 Minuten zu spielen, mich an den Amp zu gewöhnen und die Gitarre, die Klangregelung zu benutzen und mich dann wieder auf den Sinn der Übung zu konzentrieren: dem Musik machen. In meinem Fall ist da ein Modeller definitiv ein Kreativitäts hemmendes Element, wobei sich das bei mir auf Songwriting beschränkt, nicht auf Klangmalereien, die sind für mich nur Transportmittel für den Song nachher.


Alles Gute!


Jonas
Verfasst am:

RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Nashorn schrieb:
Das überrascht mich aber überhaupt nicht. Es gibt kaum konservativere Leute als Rockmusiker.


Ich halte das für ein Klischee.

Ich kenne sehr viele sehr viel konservativere Leute als Rockmusiker.

JohnnyT schrieb:
viel Kluges


Dem möchte ich mich großenteils anschließen.
Allein die Fülle der Möglichkeiten von QBase (Modeller spiele ich ja nicht) finde ich so erschlagend, dass es meine Kreativität und Spielfreude SOFORT ausbremst.
Ich habe mich auch von meinem Strymon Timeline getrennt (von dem ich rein soundlich sehr viel gehalten habe), weil ich statt es einfach zu benutzen immer wieder an den unendlich vielen Parametern herumgefummelt habe. Ich habe jetzt für denselben Preis ein analges Delay, das 5% soviel kann, das aber besser.
Ähnlich mache ich es mit meinen Amps ... sie können jeder viel weniger als ein Modeller, das aber besser.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649


Zuletzt bearbeitet von ferdi am 08.08.2017, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Ach nee, das alte Totschlagargument 'zu viel Vielfalt' kommt wieder (oder musste ja kommen).
Ich persönlich finde ja: Wer sich von zuviel Möglichkeiten erschlagen fühlt, muss einfach lernen, sich zu beschränken.
Es klappt doch auch in anderen Bereichen unseres Lebens mit Überangebot (Fernsehprogramm, Modevielfalt, Frisur etc.), da bremst die Angebotsvielfalt doch auch niemanden hier aus, oder?
Warum also klappt es nicht bei dem blöden Gear? Warum erzeugen viele Möglichkeiten eine Kreativitätsminderung?
Schere im Kopf, mehr nicht.
Verdammichnocheins.
 
www.beatcrazy.eu
LOWBRIDGE - das aktuelle Album:
http://www.beatcrazy.eu/lowbridge---new-album.html
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Ich bin Beta- Tester für Kemper GmbH
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Doc Line6forum schrieb:
Ach nee, das alte Totschlagargument 'zu viel Vielfalt' kommt wieder (oder musste ja kommen).
Ich persönlich finde ja: Wer sich von zuviel Möglichkeiten erschlagen fühlt, muss einfach lernen, sich zu beschränken.
Es klappt doch auch in anderen Bereichen unseres Lebens mit Überangebot (Fernsehprogramm, Modevielfalt, Frisur etc.), da bremst die Angebotsvielfalt doch auch niemanden hier aus, oder?
Warum also klappt es nicht bei dem blöden Gear? Warum erzeugen viele Möglichkeiten eine Kreativitätsminderung?
Schere im Kopf, mehr nicht.
Verdammichnocheins.


Hallo Doc Line6forum,

Das ist kein Totschlagargument, sondern eines, was für einen einzelnen gelten kann, aber nicht für alle, natürlich nicht. Das Beschränken funktioniert ja auch durch die simple Nichtbenutzung der Gerätschaften, klar. Aber nicht jeder kann sich dem Überangebot entziehen, selbst beschränken. Das können vielleicht sogar eher die wenigsten, kann ich mir vorstellen. Und nur, weil man es selber kann, muss man es von anderen nicht erwarten dürfen.
Also, ausgehend davon, dass es wirklich so sein sollte, das ein Überangebot die Kreativität hemmt.
Zudem muss man das Beschränken lernen und nicht jeder kann das schnell umsetzen. Ich kann das z.B. in vielen Bereichen nicht (ich bin jeden Tag mehrmals im Internet) in anderen schon (ich habe kein Smartphone, nutze kein Facebook).
Und zu diesem Lernprozess gehört für manche auch, dass man die Gerätschaften zunächst ausprobiert in ihrer Riesenvielfalt, um am Ende sagen zu können, was man braucht und was nicht. Es kommt nur immer wieder neues Equipment auf dem Markt, da kann der Prozess schon länger dauern, bzw. in einem sich Verzetteln ausarten. Kann. Muss nicht.


Alles Gute!
Verfasst am:

RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Hi Jonas,

bitte nicht angegriffen fühlen wenn ich das mit einem Griff wie 'Totschlagargument' etwas überspitzt formuliert habe.
Wir sind hier doch in der GW, da muss man das manchmal.
Aber gerade bei dir, der mit einer BR 800 ohne viel Federlesens geile Musik voll auf den Punkt macht (Mädchenmukke 2.0), würde ich nie angenommen haben, dass dich Möglichkeitsvielfalt etwa verwirrt, und zwar deshalb, weil du eben so geschmackssicher agierst.

Cheers!
 
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RE: Modelling als game-changer der Szene -> spannende Vielfalt oder heimliche Gleichschaltung?

Doc Line6forum schrieb:
Hi Jonas,

bitte nicht angegriffen fühlen wenn ich das mit einem Griff wie 'Totschlagargument' etwas überspitzt formuliert habe.
Wir sind hier doch in der GW, da muss man das manchmal.
Aber gerade bei dir, der mit einer BR 800 ohne viel Federlesens geile Musik voll auf den Punkt macht (Mädchenmukke 2.0), würde ich nie angenommen haben, dass dich Möglichkeitsvielfalt etwa verwirrt, und zwar deshalb, weil du eben so geschmackssicher agierst.

Cheers!


Hallo Doc Line6forum,

Ich fühlte mich gar nicht angegriffen, aber durchaus angesprochen, daher schrieb ich. Und ein BR 800 war ja genau das, was ich schrieb, eine Beschränkung, ganz bewusst. Ich könnte auch eine Softwarelösung nehmen, Preamps, Kompressoren, mehrere Mikros, Plugins in Hülle und Fülle, beschräntke mich aber bewusst auf ein BR 800. Eben, weil das für mich einfacher verständlich war weil es weniger Möglichkeiten bot. Mit mehr wäre ich tatsächlich, zumindest für eine geraume Zeit, sehr überfordert gewesen.
Das kann man, finde ich, auch aus der Musik nicht unbedingt heraushören. Nebraska finde ich immer noch grandios in meiner Musikwelt, und das ist mit ganz kleinen Mitteln entstanden. Ob mir das deswegen, so gut gefällt, kann ich mangels Vergleich natürlich nicht sagen. Wenn es um meine Songs ging wusste ich aber definitiv, dass weniger bei mir mehr ist, da meine Geduld enge Grenzen hat und der Moment des "Bockhabens" so schnell verfliegt, dass ich den nicht durch Knöpchendrehen kaputtmachen will. Aber ich kenne Leute, die sich mit ihrem Equipment so auskennen, dass sie das einstellen, ohne nachdenken zu müssen und so den kreativen Moment umfänglicher ausnutzen können, wenn man den Klangaspekt voll mitberücksichtigt. Das kann ich nicht und habe daher meine Strategie gehabt, das anders zu machen und fand, dass es vielen anderen im Prinzip ähnlich geht, wie mir, auch in meiner täglichen Arbeit.

Alles Gute!
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