Der Tag danach in Deutschland

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Re: Der Tag danach in Deutschland

Wo wir bei Kriminellen sind....

Nun gibt es aber die statistische Kriminalitätsrate und die gefühlte Kriminalitätsrate.

Trump z.B. (tut mir leid wenn ich immer darauf zurückkomme aber in dem Thema bin ich firm) fabulierte eine wahre Welle von Kriminalität herbei die die USA zu ersaufen droht. Gerne in Chicago*. Von Schlachtfeldern war gar die Rede.

Dem widersprechen fast alle Statistiken.

Aber es entspricht dem, was die Leute empfinden. Und den gefälschten Statistiken die er selber verbreitet hat per Twitter.

Es geht nicht um Wahrheit.
Es geht um gefühlte Wahrheit.
Also um Gefühle, Bauchempfinden.

Dass ist es wo Russland seinen Einfluss in westlichen Demokratien sucht, per Bedienen von Vorurteilen und Ängsten, dem Bestätigen dieser durch Propaganda-Material und Posting-Bots und damit dem Schüren von Verschwörungstheorien. Warum verheimlichen "die da oben" uns diese Wahrheiten? Dass es wahr sein muss, weiß man ja schon, weil es dem entspricht, was man ja eh gerne wahr haben wollte. Wahr ist, was ins Bild passt.

Dieses Kreieren von Wahrheiten ist die größte Herausforderung für eine moderne Demokratie.
Denn wir können über Interpretationen gut reden oder über Maßnahmen.
Aber sobald wir nicht mehr von denselben Fakten reden und den jeweils anderen zunächst immer sofort als Lügner und Leugner betrachten, gibt es für einen sinnvollen Diskurs keinen gemeinsamen Boden mehr und das ist ein Scheitern des demokratischen Prozesses.



* Chicago ist bekannt dafür, eine Stadt mit einem hohen Anteil an schwarzen Einwohnern zu sein. Wenn Trump also ganz bewusst immer wieder Chicago nennt (statt z.B. das ähnlich große Houston) dann ist das eine Art Code-Wort dafür, dass die Schwarzen die Hauptverursacher von Straftaten sind. Das nennt man dog-whistle-words, unauffällige Codes die an seine Anhänger aber eine klare Botschaft senden, weil sie wissen, dass man wegen der verdammten politische Korrektheit natürlich dieses "Wahrheit" nicht klar aussprechen darf**.

** Ist es das nicht komisch dass die Dinge von denen es heißt, "Sowas darf man ja schon gar nicht mehr sagen" ironischerweise meist Dinge sind, die sehr wohl sehr oft gesagt werden? aber wenn man sich als Verfechter von irgendwas sieht, dann muss man sich die Unterdrückung eben selber herbeireden wenn's in echt keiner macht.
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RE: Der Tag danach in Deutschland

Die Mechanismen des Populismus basieren auf dreistes Lügen bzw. Verdrehen der Wahrheiten. Das funktioniert nur, weil die Adressaten wegen fehlender Bildung (entspricht nicht Dummheit) die Lügen nicht als solche erkennen und weil sie die Aussagen nicht überprüfen.
Die Medien haben sich in den letzten Jahren durchaus arrogant gegenüber diesen "bildungsfernen Bevölkerungsschichten" verhalten. Damit kann der Populist die Medienvertreter einfacher als "Lügenpresse" bezeichnen und damit erreichen, dass seine Adressaten auch wirklich seine Lügen nicht mehr kontrollieren.
Ich verstehe nur nicht, warum niedriges Einkommen und niedriger Bildungsstand zusammenhängen sollen. Man hat in Deutschland doch alle Möglichkeiten zur Bildung - und das quasi umsonst und unabhängig vom Geld. Schule ist umsonst, Bibliotheken sind fast umsonst. Ich bin selber Kind aus der Arbeiterklasse - Vater Alkoholiker und Mutter krebskrank und mit Gelegenheitsjobs. Geld gab es wenig in meiner Kindheit. Und jetzt bin ich Chefarzt und lebe im Wohlstand. Mir hat nie einer Steine in den Weg gelegt, weil ich aus der Arbeiterklasse komme. Und das ist in der heutigen Zeit auch so.

Aus meiner Sicht war der größte Fehler der deutschen Nachkriegsgeschichte die Aussage von Helmut Kohl 1990 „Und ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass wir in den nächsten drei bis vier Jahren in den neuen Bundesländern blühende Landschaften gestalten werden …“. Das hat zu einer passiven Haltung mit Abwarten bei zu vielen Menschen geführt. Besser wäre eine kämpferische Aufforderung wie "wenn wir alle Alles geben, haben wir eine Chance auf Wohlstand und Sicherheit" gewesen.

Jetzt haben wir Millionen Sachsen, die sich von "denen da oben" verraten fühlen. Aber jammern über die Fehler der Vergangenheit und Schuldzuweisungen ist unsinnig. Nach vorne gucken und die Situation verbessern ist angesagt.
Gegen Ängste ist eine gebräuchliche Therapie die "Konfrontationstherapie" https://de.wikipedia.org/wiki/Konfrontationstherapie
Man siedelt 4 Millionen Deutsche mit Migragionshintergrund in Sachsen um (finanzielle Anreize) und lässt eine halbe Millionen Asylsuchende in Sachsen unterkommen. Nach 2 Jahren haben die Meisten verstanden, dass nicht nur reinrassige Deutsche nette Menschen sind und die Ängste sind abgebaut. Das meine ich ernst.
 
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RE: Der Tag danach in Deutschland

uwich schrieb:
Ich verstehe nur nicht, warum niedriges Einkommen und niedriger Bildungsstand zusammenhängen sollen.

Das tut es ja nicht zwangsläufig.

Aber die Wahrscheinlichkeit, eine höhere Bildung zu erreichen, sinkt mit jedem dieser Punkte:

- Wenn das Elternhaus die Werte höherer Bildung nicht weitergibt
- Wenn die Eltern sich nicht um die Schulkarriere kümmern können oder wollen
- Wenn wegen Mehrarbeit keiner im Haus ist der den Kids bei den Hausaufgaben hilft oder ihnen Selbstorganisation beibringt
- Wenn geringes Familieneinkommen eine Nachhilfeförderung schwierig gestalten oder das eine weitere Hürde bei einem späteren Studium darstellt
- Wenn es in der Familie keine Rollenvorbilder für den Wert höhere Bildung gibt
- Wenn die Kinder möglichst früh Geld verdienen sollen oder müssen statt den Luxus weiteren Bildungs-Zeitvertreibs zu haben.

Keines davon verbarrikadiert den Zugang zur Bildung komplett. Theoretisch.

Aber es sind halt Entmutigungen, Bremsen oder Hürden die sich häufen und die soziale Ungleichheit stabilisieren.


Letztlich ist es aber sehr heikel, von Bildungsgrad und Wahlverhalten zu sprechen, obwohl es diesen Zusammenhang gibt. Natürlich.

Aber "geringer Bildungsgrad" ist oft eine etwas kaschierte Version von "ja doof, halt".

Die einen nennen die anderen "intellektuelle Eliten" und diesen kontern mit "geringer Bildungsgrad".
Gemeint ist "ihr seid arrogant" und "ihr seid dumm".

Also wieder mal: Warum sind andere Menschen nur so scheiße anders.
Warum nicht so wie man selbst. Nämlich schlau und toll.

Die Außenwelt, ey.

Die reinste Zumutung.
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RE: Der Tag danach in Deutschland

powerslave schrieb:
[
Die Skurrilität liegt darin, daß die FPÖ, so man ihr Wirtschaftsprogramm ernst nimmt, die Interessen Ihrer Wähler eben NICHT vertritt. Sozialabbau, Kürzung der Mindestsicherung, gegen Erbschaftssteuer, Flat Tax, "Leistung soll sich wieder lohnen" etc. man könnte meinen, sie hätten sich von Trump beraten lassen (hier auch die Analogie zu seinen Wählern im Rust Belt).


DAS ist bei der AfD auch so. Aber davon wollen die Wähler nichts wissen. ich finde das dämlich, man kann natürlich auch "uninformiert" sagen.

uwich schrieb:
Ich verstehe nur nicht, warum niedriges Einkommen und niedriger Bildungsstand zusammenhängen sollen. Man hat in Deutschland doch alle Möglichkeiten zur Bildung - und das quasi umsonst und unabhängig vom Geld. Schule ist umsonst, Bibliotheken sind fast umsonst. Ich bin selber Kind aus der Arbeiterklasse


Die Welt heute ist nicht wie früher. Auch "in Schule" nicht.
Kinder aus monetär schwachem und bidungsfernem Milieu *haben* es schwerer.
Die Eltern haben kein oder weniger Geld für Klassenfahrten, für Kursfahrten, für die optionale Skifreizeit, und sie können ihren Kindern bei Hausaufgaben und der Vorbereitung von Klassenarbeiten sowie Vokabellernen entweder nicht helfen oder haben kein Geld für Nachhilfe oder zusätzliches Übungsmaterial. Hinzu kommt, dass viele dieser Kinder von ihren Eltern ü-ber-haupt keine Unterstützung in Form von Motivation oder Anerkennung für Bildung bekommen. "Mama hat keinen Bock mir zu helfen" sagte mir ein Fünftklässler bvor einiger Zeit.
Die Schule - ich arbeite an einem Gymnasium in NRW - ist LÄNGST so durch BWLer kaputtoptimiert worden, dass es bei vielen nicht reicht, den Unterricht zu besuchen und die Hausaufgaben zu machen. Ich habe jetzt zwei achte Klassen in Englisch, die haben ganze DREI Stunden Englisch pro Woche, wie soll das gehen? FÜNF pro Woche wäre sinnvoll, jeden Tag eine, da wäre es unausweichlich, dass sie Englisch lernen, vier wäre ein halbfauler Kompromiss, aber drei??? Das bleibt jetzt so, in der neunten und zehnten Klasse und in den Grundkursen in der Q1 und 2 auch. In anderen Fächern sieht das genauso oder ähnlich aus. Und die ersten Jahre sind durch G8, das sich ebenfalls ein BWLer, dem jemand mit Diarrhoe ins Gehirn geschissen haben muss, ausgedacht haben muss, erschwert. Wenn man die Lehrpläne von G9 und G8 vergleicht, sieht man, dass der gesamte Schulstoff ein Jahr nach unten gerutscht ist. Für die Kleinen in der fünften, sechsten und siebten Klasse ist das eine enorme Zusatzbelastung. Zum Glück hat man erkannt, dass dieser Irrweg sofort beendet werden muss. NOCH läuft das Modell G8 aber ... Ich will euch weitere Details ersparen, nur glaubt mir: das System ist so dermaßen verkorkst, das kann man nicht reparieren, das muss man komplett neu denken, und zwar unter Beratung von Pädagogen, Pädagogen, Philosophen, Kulturkritikern, und Pädagogen. Keinesfalls unter der Beratung von "Experten" von Bertelsmann oder irgendetwas, was dem ähnlich sieht. Und es wird, muss, darf viel teurer werden.

Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass man weiterhin an diesem System aus Bismarks Zeiten herumflickt statt den großen Wurf zu wagen. Schule muss heute so viele Aufgaben übernehmen - sagen wir: soziale Aufgaben - da braucht man einfach optimale Rahmenbedingungen. Und jede Form von BWL-artiger "Effektivitätsoptimierung" istb da völlig fehl am Platz.

Um zurück zum Ausgangspost zu kommen, hoffe ich darauf - obwohl mein Herz politisch weit links schlägt, genauer gesagt linksliberal - dass Schule und Bildung demnächst in der Hand der FDP liegt.

Man muss allerdings schon einräumen, dass die sogenannte vertikale Mobilität in der neoliberalen Welt viel geringer sind als zu Zeiten des Sozialstaates. Dass der FDP Bildung am Herzen liegt (mehr als der SPD, den Grünen und den Linken jedenfalls), ist schön, generell wird sich der Neoliberalismus in hundert Jahren als Irrweg herausgestellt haben, behaupte ich mal. Aber man muss ihn eben erst beschreiten.

Ein brauchbares, weil potentiell belastbares Ergebnis der Jamaika-Koaliotionsgespräche könnte sein, dass die Grünen das Landwirtschafts- und das Umweltministerium bekommen, die FDP Bildung und Wirtschaft (traditionell kommt zwischen Schwarz und Gelb ja noch das Außenministerium dazu, Finanzen werden sie haben wollen aber nicht bekommen - meine These), und die Union (Innen- und Finanzministerium) muss das aushalten. Wahrscheinlich wird man der Union beim Thema "Innere Sicherheit" und "Obergrenze, die wir aber nicht Obergrenze nennen" entgegenkommen. Das Wirtschaftsministerium wird den Aufbau Ost ernster nehmen müssen als in den letzten 30 Jahren. Jeder der drei muss Krötern schlucken, die dicksten wohl die CSU.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649


Zuletzt bearbeitet von ferdi am 27.09.2017, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Der Tag danach in Deutschland

ferdi schrieb:
... G9 und G8 ....Zum Glück hat man erkannt, dass dieser Irrweg sofort beendet werden muss.

Ich entsinne mich an ein freiwilliges Versuchsprojekt zur G9-Rückkehr vor drei Jahren, dass mir etwas den Optimismus raubt.
Es war inhaltlich G8, nur eben ein Jahr mehr Zeug obendrauf.
Mit anderen Worten: Etwas was messerscharf das Beste aus beiden verwarf und die Rest-Scheiße zu einem neuen Koloss zusammen geklumpatscht hat.
Hat sich kaum einer für ge-freiwilligt.
Statt Zuversicht habe ich jetzt eher Vorahnung für G9-Scheißekoloss 2.0
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RE: Der Tag danach in Deutschland

Das, groby, kommt eben dabei heraus, wenn man ein System streng hierarchisch organisiert und die, die am wenigsten Ahnung von der Praxis haben, auf niemanden hören und alles besser wissen. Da zeigt sich am besten, wie sehr das System Schule sich am Militär orientiert. Witziger Weise ist das unter Rot-Grün so richtig verkackt worden. Noch heute ist Frau Löhrmann völlig uneinsichtig. Diese Arroganz ist einfach sagenhaft.

Die Nägel, die Frau Gebauer - für nicht NRWler: die neue Bildungsministerin (FDP) - bis jetzt eingeschlagen hat, lassen aber hoffen.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
Verfasst am:

RE: Der Tag danach in Deutschland

ferdi schrieb:
..


Das Problem der "Linken" mit der Bildung ist, daß aus historischen Gründen Begriffe wie "Disziplin", "Leistung" und "Autorität" absolut negativ konnotiert sind (sag ich als ebenfalls Linksliberaler). Bildung darf also nicht anstrengend sein, muss permanent Spaß machen, der Lehrer muss mehr Kumpel als Lehrender sein usw. Im Sport stellt sich interessanterweise das komplett anders dar: Disziplin ist absolut notwendig um große Ziele zu erreichen, Leistung (und damit einhergehend auch Frustration und Belohnung - je nach Ergebnis) ist systemimmanent notwendig und die Autorität (aus dem Wissen und der Erfahrung gespeist - "ich weiß wie es geht, du noch nicht") des Trainerstabs außer Diskussion. Und das alles ohne negativen Beigeschmack.
Mir fehlt, wie uwich ähnlich schrieb, hier vielfach der eigene Antrieb, durch Leistung etwas zu schaffen, sich auch zu belohnen. Das Berufsziel scheint eher YT - Millionär zu sein: wenig Arbeit, machen auf was man gerade Bock hat - viel Kohle. Und wenn andere mehr haben als ich, ist das unfair und gemein. "Hol dir, was dir zusteht" plakatieren die Sozialdemokraten in Österreich. Gerade im Osten (ich war einige Male beruflich in Leipzig) hatte ich hier auch (natürlich verallgemeinert) ein wenig dieses Gefühl. Eine Gegenleistung dafür zu verlangen ist out. Und weil ich nicht kriege was ich will, wünsche ich mir (verklärte - teilweise nur vom Hörensagen bekannte) alte Zeiten zurück und wähle AfD. Ätsch.
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
Verfasst am:

RE: Der Tag danach in Deutschland

Michael (Jacuzzi) schrieb:
uwich schrieb:
(...) Gegen Ängste ist eine gebräuchliche Therapie die "Konfrontationstherapie" ... Man siedelt 4 Millionen Deutsche mit Migragionshintergrund in Sachsen um (...) Das meine ich ernst.

Nein. Das tust du, glaube ich, nicht.


Vielleicht wollen die Sachsen ja ihre Mauer wieder. Mal bei Schäuble klopfen ob das Geld dafür reicht!
Verfasst am:

RE: Der Tag danach in Deutschland

Michael (Jacuzzi) schrieb:
uwich schrieb:
(...) Gegen Ängste ist eine gebräuchliche Therapie die "Konfrontationstherapie" ... Man siedelt 4 Millionen Deutsche mit Migragionshintergrund in Sachsen um (...) Das meine ich ernst.

Nein. Das tust du, glaube ich, nicht.


Das ist aus meiner Sicht wirklich die beste Art, mit den Ängsten vor Überfremdung umzugehen. Es würde aber daran scheitern, dass kaum jemand nach Sachsen will. Wegen der Aggression, die durch die Ängste verursacht wurden. Diese Spirale muss man aber durchbrechen, wenn man etwas ändern will.

Die kollektiven Ängste vor Überfremdung ("vor dem Anderen", vor dem, was man nicht kennt) sind ja irrational. So sind Angsterkrankungen auch definiert. Es gibt ja auch einen Zusammenhang zwischen Angst vor Überfremdung und tatsächlicher Anzahl von Ausländern/Deutschen mit Migrationshintergrund in der Region. Und zwar umgekehrt proportional. Da wo es am wenigsten Ausländer/Deutsche mit Migrationshintergrund gibt ist die Angst am Größten. Das Prinzip "Was der Bauer nicht kennt frisst er nicht". Dem kann man am Besten mit Konfrontation begegnen (s.o.). Ich meine das schon ernst.
 
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Verfasst am:

RE: Der Tag danach in Deutschland

Max schrieb:
Vielleicht wollen die Sachsen ja ihre Mauer wieder. Mal bei Schäuble klopfen ob das Geld dafür reicht!

Weißte Max,
hier diskutieren ein paar Leute ziemlich gesittet über die Thematik, und von Dir kommen solche Stammtisch-Reinbrüller. Muss das sein?
 
Gruß & Grooves,
Andreas
--

Tu Deinem Admin was Gutes.
Verfasst am:

RE: Der Tag danach in Deutschland

uwich schrieb:
Michael (Jacuzzi) schrieb:
uwich schrieb:
(...) Gegen Ängste ist eine gebräuchliche Therapie die "Konfrontationstherapie" ... Man siedelt 4 Millionen Deutsche mit Migragionshintergrund in Sachsen um (...) Das meine ich ernst.

Nein. Das tust du, glaube ich, nicht.


Das ist aus meiner Sicht wirklich die beste Art, mit den Ängsten vor Überfremdung umzugehen.

Ich kann halbwegs nachvollziehen, worauf Du hinaus willst, aber den Ansatz, Menschen umzusiedeln, um sie anderen Menschen als Anschauungsobjekte vorzusetzen, finde ich zumindest befremdlich.

Und stell Dir mal den Denkprozess vor, der einsetzt, wenn es heißt "Die haben denen Migranten Geld gegeben, damit die unsere Heimat bevölkern!". Ich glaube nicht, dass man das haben will.

Und generell noch: In Sachsen haben 27% die AfD gewählt. Aus Vernunft und Rücksicht auf die anderen 73% sollte man auf Mauerpolemik in ernsteren Ausmaßen allerdings Abstand nehmen. (Diesbezüglich kann ich meine eigenen Hände auch nicht in Unschuld waschen.)
 
Gruß & Grooves,
Andreas
--

Tu Deinem Admin was Gutes.
Verfasst am:

RE: Der Tag danach in Deutschland

Banger schrieb:
uwich schrieb:
Michael (Jacuzzi) schrieb:
uwich schrieb:
(...) Gegen Ängste ist eine gebräuchliche Therapie die "Konfrontationstherapie" ... Man siedelt 4 Millionen Deutsche mit Migragionshintergrund in Sachsen um (...) Das meine ich ernst.

Nein. Das tust du, glaube ich, nicht.


Das ist aus meiner Sicht wirklich die beste Art, mit den Ängsten vor Überfremdung umzugehen.

Ich kann halbwegs nachvollziehen, worauf Du hinaus willst, aber den Ansatz, Menschen umzusiedeln, um sie anderen Menschen als Anschauungsobjekte vorzusetzen, finde ich zumindest befremdlich.

Und stell Dir mal den Denkprozess vor, der einsetzt, wenn es heißt "Die haben denen Migranten Geld gegeben, damit die unsere Heimat bevölkern!". Ich glaube nicht, dass man das haben will.

Und generell noch: In Sachsen haben 27% die AfD gewählt. Aus Vernunft und Rücksicht auf die anderen 73% sollte man auf Mauerpolemik in ernsteren Ausmaßen allerdings Abstand nehmen. (Diesbezüglich kann ich meine eigenen Hände auch nicht in Unschuld waschen.)


Es ist sicherlich ein radikaler Ansatz. Aber die Realität hat das Gleiche, nur umgekehrt gemacht. Die Bevölkerung hat durch Anschläge und Protestkundgebungen verhindert, das den Sachsen die eigentlich zustehende Anzahl Flüchtlinge zugeteilt wurde und dass sich Migranten dort ansiedeln. Das ist das Gleiche in Grün. Dieser Prozeß muss jetzt nachgeholt werden.
Erst wenn in Sachsen (und auch anderen Regionen) das gleiche Verhältnis Deutscher zu Migranten herrscht, besteht eine große Chance auf Besserung.

Wir sind jetzt (wie so oft) in einer Situation wie die USA vor 15 Jahren. So wie es in "Bowling for Columbine" beschrieben wurde. Irrationales Verhalten basierend auf unbegründete Ängste. Ich möchte in 15 Jahren keine Gesellschaft hier haben wie die USA derzeit. Wir müssen dagegen steuern. Und da die Situation schon drastisch ist, evtl. auch mit drastischen Maßnahmen. Aber immer mit Liebe und Toleranz. Und es ist das Gegenteil von Mauerpolemik. Statt ausgrenzen integrieren - beide Seiten.
 
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RE: Der Tag danach in Deutschland

Uff:
uwich schrieb:
... Dieser Prozeß muss jetzt nachgeholt werden.
Erst wenn in Sachsen (und auch anderen Regionen) das gleiche Verhältnis Deutscher zu Migranten herrscht, besteht eine große Chance auf Besserung.

Diese Sätze, in Kombination mit der Konfrontationstherapie von oben, deinen Ausführungen zu Bildung und Einkommen sowie deiner - ungefragten - Berufsangabe bringen mich zu folgender Vermutung:


PRS mit Vögelchen auf dem Griffbrett?



Was ich - ohne Polemik jetzt mal kurz - meine: Du redest, möglicherweise unbeabsichtigt, wie die Personifizierung von "Elite". Und ziemlich unbedarft noch dazu, was deine anreizbasierten Umsiedlungsmaßnahmen betrifft. Und, vorsichtig ausgedrückt, "in ganz groben Zügen". Hätte ich AfD gewählt, würde ich bei jedem deiner Worte denken: Das ist einer von "denen da oben", also Teil des Problems.

M. (J.)
Verfasst am:

RE: Der Tag danach in Deutschland

Ich spiele meist eine Fender Strat aus den 90igern oder eine relativ neue Epiphone Les Paul Traditional Plus. Mit meiner Berufsangabe in Zusammenhang mit meiner Herkunft wollte ich ein Gegenbeispiel gegen die These geben, dass das Denken in "Schichten" und damit verbundene Lebenschancen nicht zwangsläufig ist. Ich kenne jahrelanges Leben mit einmal Fleisch pro Woche in der Kindheit, 60 DM Geld pro Woche in den 90igern genauso wie jetzt ein Leben ohne Geldsorgen. War immer für mich ein schönes Leben.

Jetzt mal mit Polemik: Wenn alle, die Vorschläge machen, die Situation zu verbessern und deren Vorschläge Du nicht teilst, die "da oben" sind, dann ist das wohl so. Ich bin kein Politiker und will es auch nicht werden. Somit werde ich niemals politische Entscheidungen treffen, sei beruhigt.

Polemik aus:

Ich finde die Einteilung in "die kleinen Leute", die "da oben" oder in "Unter-", "Mittel-" und "Oberschicht" falsch, da die Definitionen unklar sind und nur zur Aus- und Abgrenzung führen. Beispiel: ist ein Arbeits- und Mittelloser, der 5 Mill. Euro im Lotto gewinnt von einer Sekunde zur Anderen von der "Unter-" in die "Oberschicht" gerutscht? Ist jemand, der sich anstrengt,engagiert und Verantwortung übernimmt automatisch einer von denen "da oben"? Ist ein Adeliger "da oben", auch wenn er bettelarm ist?
Ist einer "da unten" grundsätzlich gut oder schlecht? Ist einer "da oben" grundsätzlich gut oder schlecht? Was ist überhaupt ein "Guter" oder ein "Schlechter"? Ist man schlecht, weil man Ängste hat, auf die niemand eingeht? Oder ist man schlecht, weil man versucht, Probleme zu lösen?

Die Wirklichkeit ist doch komplex und jeder kann alles mal sein. Und von einigen als "gut" und von anderen als "böse" wahrgenommen werden. In die richtige Richtung geht es doch erst aus meiner Sicht, wenn alle mit Nächstenliebe und Toleranz aufeinander zugehen und sich zuhören. Die derzeitige Entwicklung geht aber weiter in Neoliberalismus, Hass, Ängsten, Feindbilder und Pauschalverurteilungen durch populistische Schlagwörter und Lügen. Das muss man irgendwie stoppen, sonst geht es uns allen in Zukunft schlechter.
 
"Wir essen jetzt Opa!" - Interpunktion rettet Leben!
Verfasst am:

RE: Der Tag danach in Deutschland

In Bayern (z.B.) wird in vielen Statistiken (zuletzt im Armutsbericht) belegt, dass es einen eindeutigen Zusammenhang gibt, zwischen "Geldbeutel" und "Bildungsstatus"......

Von der "Arbeiterfamilie zum Chefarzt" erscheint mir da die rühmliche Ausnahme...und vom "syrischen Einwandererkind" (bitte nicht falsch verstehen) hin zum Chefarzt", nahezu ein Ding der Unmöglichkeit...

und um diese "Systemgeschichten" scheint es im Wesentlichen zu gehen.....(den Wählern,......... den meisten in der AfD ganz sicher nicht).

Man könnte jetzt ganz pauschal sagen (die Zahlen stimmen jetzt nicht genau):
2013 hatte die AfD = 4,8 %
2017 hat die AfD = 12,8 %
Differenz: 8 %.....

Was hatten wir für ein Thema, welches sich die AfD unter den Nagel gerissen hat: die Migranten!
8 % = Empörung über Flüchtlingsstrom/Migrationspolitik....

ganz so einfach ist es sicherlich nicht, da es auch "die Rechten" gibt, die nun eine "konservative Ecke für sich entdeckt" haben (die salonfähiger ist als dei NDP).....und einige grds. Rechimegegner, die von "links nach rechts" übergewandert sind (sog. Übersprungshandlung) gibt es auch noch....

Insofern sehe ich diese 3 Wählergruppen, um die man sich kümmern muss, i.d.S. dass man sie identifiziert um in`s Gespräch zu kommen.
Sie pauschal mit "Nazis" zu beschmipfen, bringt überhaupt nichts und macht aus dem Thema ein pauschales s/w Denken.
Das ist eines, durch viele Medien befördertes "Trump Niveau"....und das wollen wir doch nicht.

Und über EINES muss sich die Politik definitv im klaren sein, wenn sie nicht erkennt, dass unser neoliberals System (unsere Form des starren Leistungskapitalismus) immer mehr Verlierer produziert, wird man auch die Wähler verlieren.....Letztlich haben nämlich ALLE 3 genannten AfD Wähler das gleiche Grundproblem: die Angst, auf der Strecke zu bleiben....(ob berechtigt oder nicht, ist da eine andere Frage).
Verfasst am:

RE: Der Tag danach in Deutschland

Banger schrieb:
Max schrieb:
Vielleicht wollen die Sachsen ja ihre Mauer wieder. Mal bei Schäuble klopfen ob das Geld dafür reicht!

Weißte Max,
hier diskutieren ein paar Leute ziemlich gesittet über die Thematik, und von Dir kommen solche Stammtisch-Reinbrüller. Muss das sein?

Muss das sein?

Ja!

Gönn Dir mal ne Prise Humor.

Ich kann natürlich meine Verwunderung darüber, dass die die ihre DDR unbedingt so schnell wie möglich los werden wollten nun am lautesten gegen das krakelen was sie dafür bekommen haben in einem langen Sermon zum Ausdruck bringen. Des Weiteren kann ich meinen Unmut darüber, dass mein "Solidaritätsbeitrag" seit Jahren erhoben wird und unsere Städte hier im Westen Schwierigkeiten haben ihre Infrastruktur aufrecht zu erhalten da bevorzugt der Osten gefördert wird in mehrere Absätze packen.

Alternativ kann ich es auch kurz und sarkastisch ausdrücken, was etwas anderes ist als "Stammtisch-Gebrüll"!
Verfasst am:

RE: Der Tag danach in Deutschland

Ich würde dich tatsächlich ermutigen, lieber wieder wie vorher zu schreiben.

Also mit dem, was du "Prise Humor" und "sarkastisch" und "kurz" nennst.

Die Kürze gefiel mir besonders.

Gib mir mehr von der Kürze, Baby.


In the midnight hour...
she cried "less, less, less!"
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
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