Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

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Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Frohe Weihnachten.

Mir ist es schon immer ein Rätsel, daher muss ich Euch fragen. Warum gucken die meisten Gitarristen bei der Live Performance ständig auf den Gitarrenhals bzw. das Griffbrett? Ich habe mir viele hier im Forum verlinkten Bandheimseiten angesehen und kann es überall beobachten: auf nahezu allen Fotos gucken die Gitarristen auf ihre Greifhand.

Bei einer Jazzband ist das wohl egal, aber bei einer Rockkapelle wirkt das doch aus Sicht des Publikums völlig blöd, oder? Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Ich zähle mich ebenfalls zur Gemeinde der Griffbrettbeobachter und suche hier verschämt nach guten Tipps und Übungsmethoden.

Grüßung
Joe Blob

Nochwas für die Das-haben-wir-schon-hundertmal-diskutiert-Fraktion: Die Suchfunktion gab nix her und in der FAQ steht es auch nicht. Ich habe mich wirklich bemüht.
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RE: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Hi,

warum die meisten Gitarristen auf die Greifhand schauen? Da kann ich auch nur mutmaßen, dass die meisten dort ihr größtes Fehlerpotential sehen. Mal unabhängig davon, ob das Publikum das gut findet (die hätten es bestimmt am liebsten, wenn der Gitarrist gar nicht auf die Gitarre, sondern nur verzückt in die Menge gucken würde ), sehe ich dort wirklich Übungspotential. Ein guter Freund von mir wechselt wirklich ständig (und bewusst) zwischen Greifhand und Anschlaghand. Ich übe das seit einiger Zeit auch und stelle fest, dass man zum einen die "Automation" der Greifhand trainiert und zum anderen Fehler der rechten Hand erkennt und kompensieren kann. Aber es ist wirklich eine Umstellung, vor allem den Punkt zu finden, an dem man wechselt, erfordert viel Gefühl für das gespielte Stück. Jedenfalls ist es eine Übung, die ich wirklich jedem ans Herz legen kann.

Gruß, Martin
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Re: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Von mir gibt es auch ein paar Bilder, die mich auf die Greifhand schauend
darstellen ... allerdings habe ich auf den meisten Bildern die Augen zu
oder schaue jemanden böse an wie hier:



Nein, so schlecht hat er nicht gespielt ...

Wie ich vor vielen Jahren bei einigen Rockgitarristen beobachten konnte,
hatten diese schon mal Spiegel, große Spiegel in der Nähe, haben auch
vor diesem geübt, gepost etc. Das Beste war die Band Vamp aus Bonn/NY,
die eine komplette Wand verspiegelt hatte, um davor posen zu üben ...
 
VG, Sven

Spiele bei den SONIC HEADS feine SIGN GUITARS und den Shiva vom Bogner's Reinhold!
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RE: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Tach auch
ich gehöre auch zu den Griffbrettbeobachter
Würde mich auch brennend interessieren
wie man es sich "abschaffen kann".
Nur durch ständiges üben, oder kriegt man
es nach Jahrelangem spieln einfach so
auf die Reihe?! ,)
Grüße jimmy
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Re: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Joe Blob schrieb:
Bei einer Jazzband ist das wohl egal, aber bei einer Rockkapelle wirkt das doch aus Sicht des Publikums völlig blöd, oder?


Macht eine Rockband keine Musik, oder habe ich da was falsch verstanden?


Ich denke, es hat mit der Art des Spielens zu tun. Wenn ich als Rhythmusspieler viel mit offenen Akkorden arbeite, brauche ich sich weniger zu gucken, als wenn ich Soli quer über das Griffbrett abzerre. Lagenwechsel von einer Oktave spielen sich blind nicht ganz so leicht....

Ich persönlich wechsele häufig die Instrumente und damit die Mensur. Neben dem unterschiedlichen Klang ist es dann wieder ein anderes Gefühl unter den Fingern, und da kontrolliere ich lieber nochmal. Dann gibt es noch die Situation, wo Du Dich live saumäßig schlecht hörst - dann mußt Du halt auf Sicht spielen. Gar nicht zu reden vom Slide: da sollten die Augen besser eine Standleitung zum Griffbrett haben, sonst klingt´s wie Katze auf Grill.
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Re: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Moin,
ich könnte mir vorstellen, dass es viel mit der (notwendigen) Visualisierung von Griffbildern zu tun hat. Pianisten verbinden mit einer Taste eine Note. Das Piano macht es dabei einfach, da in jeder Oktave das Selbe gilt. Auf Gitarren sind es Griffbilder, denn mit dem Grundton auf der A-Saite sieht der Akkord (das Appegio, die Tonleiter) anders aus, als wenn der Grundton auf der E- oder der D-Saite liegt. Dabei verändern sich außerdem die Lagen, während der selbe Ton an vielen Stellen des Griffbretts zu bekommen ist.
...ich weiß, das ist Jedermann bekannt.
Aber darum, glaube ich, müssen normal Sterbliche mehr auf das Griffbrett der Gitarre sehen. Die Gitarre ist halt ein extrem unübersichtliches Instrument. Darum haben wir es auch mit den Noten so schwer.
 
Gruß

Walter


http://www.facebook.com/der.gitarrenbauer

Kunst ist schön - macht aber viel Arbeit
Karl Valentin
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RE: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Hi,

bei mir ist es so wie von mad cruiser beschrieben - kommt darauf an, was ich spiele. Bei "einfachen" Akkorden muss ich sicher nicht gucken - bei komplizierteren - und besonders schnellen - Lagewechseln schon. Spiele ich klassische Stücke auf Akustik nach Noten, gucke ich auch nicht auf das Brett - weiß ja, wo die Noten sind . Bei Nullern gucke ich immer - ich krieg die irgendwie nicht ins Hirn - und auch, wenn ich (was eher selten ist, spiele ja Rhythmusgitarre) ein Solo habe. Alles in allem bin ich ganz zufrieden so, wie es ist.

Im Übungsraum ist es aber noch anders als auf der Bühne. Da gucke ich schon noch öfter, nicht nur wegen der Lautstärke der anderen. Das liegt aber wohl daran, dass die Band noch nicht so oft aufgetreten ist - ich glaube, es ist eine Mischung aus "schüchtern" und "kann ich das wirklich"

Gruß, Christine
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RE: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Hier ich bin auch so einer ich meine ich spiele nicht allzu gut von daher muss ich drauf gucken.Man kann natürlich nur Powerchords spielen was das ganze einfacher macht und man seinen blick anderen dinge widmen kann
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Re: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

mad cruiser schrieb:
Joe Blob schrieb:
Bei einer Jazzband ist das wohl egal, aber bei einer Rockkapelle wirkt das doch aus Sicht des Publikums völlig blöd, oder?


Macht eine Rockband keine Musik, oder habe ich da was falsch verstanden?


Sorry, aber ich verstehe in diesem Zusammenhang Deine Frage nicht.

mad cruiser schrieb:
Dann gibt es noch die Situation, wo Du Dich live saumäßig schlecht hörst - dann mußt Du halt auf Sicht spielen.


Respekt!

Dass man beim solieren auf das Griffbrett glotzt, ist mE normal und ok, das machen auch die Guten und Berühmten. Ich erwische mich aber auch oft auf Fotos, dass ich bei normalem Powercordgeschrubbe den Beobachter gebe. Obwohl ich mir seit einiger Zeit bewusst vornehme, das nicht zu tun. Bei Songtexten habe ich die Erfahrung gemacht, dass man die hundertmal singen kann und erst dann auswendig kann, wenn man den Textzettel verloren hat oder ihn endlich absichtlich wegwirft. Aber den Gitarrenhals ... nun ja ...
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RE: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Ich habe eine Methode von meiner Computer Lehrerin aus der 6 Klasse genommen. Es ging um das 5 Finger System. Man durfte nicht auf die Tasten schauen und musste denoch richtig schreiben, wer beim draufschauen erwischt wurde musste mit einer Steinalten Schreibmaschine schreiben die enormen Kraftaufwand benötigte - Wenn auch dies nicht klappte hat Sie das Opfer in ein Nebenzimmer sitzen lassen und dort alles verdunkelt, anschließend hat Sie dann den Text gelesen und man musste Ihn auf der alten Schreibmaschine Blind schreiben. Ich schreibe heute einwandfrei mit dem 5 Finger-System :D

Ich dämme immer ziemlich stark das Licht herunter, so das ich nur nach Ansatzweise erkenne in welchen Bund ich mich befinde, dann spiele ich quasi so lange bis die Töne übereinstimmen, meistens entwickle ich dann auch so meine kreative Phase und neue Stücke entstehen. Und es sitzt.

Nur wenn ich Slide schau ich aufs Griffbrett, die einzige ausnahme

Salve
Phil
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RE: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Keine schlechte Idee. Einfach das Licht ausmachen beim üben.

Ich könnte mir als Steigerung der Übung noch vorstellen, vorher geöffnete, volle Bierdosen oder -flaschen im Raum zu verteilen und während der Übung mit umgehängter Gitarre durch den Raum zu rennen. Sobald man dass schafft, ohne ein Bier umzuwerfen, muss man die gleiche Übung machen, aber die Biere nach und nach finden und austrinken. Und so weiter.

Ich werde gleich heute anfangen mit dieser Lektion. Super Tipp.



Gruß
Joe
Verfasst am:

Re: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

doc guitarworld schrieb:
Das Beste war die Band Vamp aus Bonn/NY,
die eine komplette Wand verspiegelt hatte, um davor posen zu üben ...



Oha, das waren Zeiten, schön mit angeschweißten Haaren. Danke für das Erwähnen dieser Band...habe die Platte noch eingestaubt im Regal. Das wäre es wert, nochmal den Plattenspieler raus zu holen
 
...she ain't exactly pretty
...she ain't exactly small!
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Re: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Mr Scary schrieb:
doc guitarworld schrieb:
Das Beste war die Band Vamp aus Bonn/NY,
die eine komplette Wand verspiegelt hatte, um davor posen zu üben ...



Oha, das waren Zeiten, schön mit angeschweißten Haaren. Danke für das Erwähnen dieser Band...habe die Platte noch eingestaubt im Regal. Das wäre es wert, nochmal den Plattenspieler raus zu holen


Wie war das nochmal? Eat the Rich? Kanntest Du die Proberäume
in Tannebusch beim Fiat-Händler? Trans Am waren u.a. auch da untergebracht.
 
VG, Sven

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RE: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Hi,

also meißt gucke ich ausdruckslos irgendwo in der Gegend rum. Meine Mitspieler ansehen ist uninteressant, weil die mit 'was weiß ich' beschäftigt sind.
Beibt mir noch die Kacheln am Boden oder die Deckenplatten zu zählen.
Nää, da sehe ich mir doch lieber an, was die Fingerchen so machen.

Und meißt spiel ich ja vom Blatt. Da ist dann schon klar, was ich mir anschaue.
 
duffes
Verfasst am:

Re: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

doc guitarworld schrieb:
Wie war das nochmal? Eat the Rich? Kanntest Du die Proberäume in Tannebusch beim Fiat-Händler? Trans Am waren u.a. auch da untergebracht.


Genau, "Eat The Rich". Ich fand, die hatten was.
Die Proberäume kenne ich nicht, aber wenn die da verspiegelte Wände haben, sollte ich mir die mal angucken.
Der andere Proberaum für's Posen, den ich auch besser kenne/ kannte, war das Empire Tja, die Zeiten sind wohl vorbei...
 
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RE: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Moin,

@focus: Habt ihr nur mit fünf Fingern getippt?? Ich versuche es seit geraumer Zeit mit 10 und es klappt ganz gut, alles eine Frage der Gewöhnung. Ist auch hervorragend auf die Gitarre übertragbar find ich.

Zum Übungsvorschlag von Joe Blob, heißt das die Flaschen während der Übung zu leeren? Während der Bridge runterbeugen, die Flasche mit den Zähnen aufnehmen und beim Solo genüßlich austrinken? Stell ich mir sehr lustig vor, vor allem gegen Ende der Übung ...

Aus meiner Erfahrung alles eine Sache der Übung, ein interessiertes Rumschauen während des Konzerts sieht allemal besser aus als ein Starren auf die eigenen Finger. Wir müßen nur wollen! Also beim nächsten Gig dran denken, locker bleiben und hören was gespielt wird. Wenn's denn geht...

Also immer nach vorne schauen

Ciao

Monkey
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RE: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Hoi,
ne aber das heißt so weil man alle 5 Finger (nachzähl) benutzt. Ka warum es nicht 10 Finger System heißt. Habe aber mitlerweile mir meinen eigenen Tipstyle angewohnt und schaffe es trotzdem auf eine respektable Anschlagzeit mit mäßigen Recdreibefhler ;P

Salve
Phil
Verfasst am:

RE: Gitarrist = Griffbrettbeobachter?

Moin,
das ist ja lustig, zu meiner Schulzeit hieß das wirklich noch 10-Finger System und wurde direkt mit Olympia Schreibmaschinen gelehrt... So ändern sich die Zeiten
Ciao
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
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