Gitarre "einspielen" ?

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Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

Hi Uwe,

ich finde, Du bringst das gut auf den Punkt.

@All: Klangempfinden ist nunmal eine sehr subjektive Kiste. Was der eine als schön empfindet, mag für den anderen grauslig sein (deswegen ist es vielleicht auch so schwer, für eine Großfamilie "vernünftige" Lautsprecher zu kaufen ... ), der eine hört's, der andere zuckt mit den Schultern - im Endeffekt ist das nicht so wichtig wie die Liebe zur Musik und der Spaß am Musizieren, oder?


Gruß, Christine
Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

Christotape schrieb:
- im Endeffekt ist das nicht so wichtig wie die Liebe zur Musik und der Spaß am Musizieren, oder?


Das sind die Worte, die mir nicht einfallen wollten.
100% Zustimmung.

Gruß
Hendrik
 
Songs before Sounds (Daft Punk).
Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

Hallo!

Ich oute mich hier gerne als überzeugter Anhänger der These, dass Einspielen durchaus etwas bringt.

Seit 1996 besitze ich zwei fast baugleiche akustische Gitarren, eine mit Cutaway und eine ohne. Beide sind vom Klangvolumen und der Dynamik fast gleichauf - die ohne Cutaway ist eine Spur lauter und dynamischer.

Beide Gitarren werden seit Jahren intensiv gespielt, mal die eine mehr, mal die andere. Die Gitarren sind besser geworden. Lauter, dynamischer, "williger" und im Ton runder und voller. Im Vergleich dazu klingen baugleiche Modelle des gleichen Herstellers leise, flach und ausdruckslos.

Nun ergab sich folgende Geschichte:

Ich nahm die Nicht-Cutaway mit zu einer Session. Die Musiker dort liebten diese Gitarre heiß und innig, sie wurde zwei Tage lang laut und intensiv gespielt und zwar hauptsächlich NICHT von mir. Als ich anschließend nach Hause kam, war die Nicht-Cutaway im Vergleich mit der Cutaway deutlich lauter und dynamischer.

Der Effekt ließ innerhalb von vier Wochen nach.

Gleiches Spiel - beide Gitarren waren wieder gleichauf - ergab sich später andersrum, als ich die Cutaway mit zu einer Session hatte. Sie war anschließend lauter und dynamischer und auch dieser Effekt verflog im Laufe der Zeit.

Es kann nicht an der Gewöhnung an die Gitarre gelegen haben, da ich zum einen beide Gitarren sehr gut kenne und zum zweiten gar nicht am Einspielen beteiligt war.

Was Ihr glaubt und was nicht, ist natürlich Eure Sache.

Gruß

erniecaster
Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

Oscar Zeta Acosta schrieb:
Christotape schrieb:
- im Endeffekt ist das nicht so wichtig wie die Liebe zur Musik und der Spaß am Musizieren, oder?


Das sind die Worte, die mir nicht einfallen wollten.
100% Zustimmung.

Gruß
Hendrik


Dito
Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

Marcello schrieb:
Wenn du das, was du in einen guten Plattenspieler invesieren musst, in gute Wandler für einen CD Player investierst, wird der Höreindruck (z.B. bei Klassikaufnahmen) ähnlich gut sein.


Ähnlich! Es macht einen Unterschied, ob ich eine Aufnahme erst analog wandeln muss, um sie zu hören. Jede Schnittstelle bedeutet einen Verlust.

Sprengt aber den Rahmen...

PS: Mein Plattenspieler ist über 35 Jahre alt
Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

Zitat eines Freundes, Besitzer eines High-End HiFi-Studios:

Junge Menschen haben leíder häufig nicht das Geld für eine hochwertige Anlage.
Wenn sie das Geld haben, hören sie meistens nicht mehr gut.

Christotape schrieb:
...im Endeffekt ist das nicht so wichtig wie die Liebe zur Musik und der Spaß am Musizieren, oder?


Du sprichst mir aus der Seele, Musik hat mit Passion, Emotion, Freude und Liebe zu tun.

Über weite Strecken kam mir diese teils verbissene, akademisch-wissenschaftlich angehauchte Diskussion vor, als ob vielen hier genau dies abgeht, nämlich die pure Freude an der Musik

Musik und alles drum herum...analytisch betrachtet...Großer Gott, ist das abartig.

Tom
Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

Hallo zusammen!

Du sprichst mir aus der Seele, Musik hat mit Passion, Emotion, Freude und Liebe zu tun.

Über weite Strecken kam mir diese teils verbissene, akademisch-wissenschaftlich angehauchte Diskussion vor, als ob vielen hier genau dies abgeht, nämlich die pure Freude an der Musik

Musik und alles drum herum...analytisch betrachtet...Großer Gott, ist das abartig.


Gut gebrüllt, Löwe! Lasst uns den Webmaster auffordern, diese Seite zu schließen! Lasst uns nur noch mit purer Freude an der Musik eben Musik machen und Musik hören! Zerstört alle Computer! Nieder mit dem Internet!

Gruß

erniecaster

P.S. Dieser Beitrag enthält satirische Elemente, die nicht durch einen Smiley gekennzeichnet sind.
Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

erniecaster schrieb:
Gut gebrüllt, Löwe! Lasst uns den Webmaster auffordern, diese Seite zu schließen! Lasst uns nur noch mit purer Freude an der Musik eben Musik machen und Musik hören! Zerstört alle Computer! Nieder mit dem Internet!


Und jeder ist ab sofort dazu verdonnert nur noch 12 taktigen Blues ohne!! Erweiterungen zu spielen.

Emotion pur! .... Dann brauch man auch nicht mehr denken..haarrr!
 
Gruß

Marcello

"Mit mir selbst bin ich ohnehin selten zufrieden.
Aber das weiß ich, und es ist mir scheißegal."
Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

erniecaster schrieb:
Zerstört alle Computer! Nieder mit dem Internet!


Ihr werdet mir fehlen.

little-feat schrieb:
Über weite Strecken kam mir diese teils verbissene, akademisch-wissenschaftlich angehauchte Diskussion vor, als ob vielen hier genau dies abgeht, nämlich die pure Freude an der Musik


Das glaube ich nicht einmal. Es zeigt doch eigentlich nur, dass unter "Spaß haben" nicht alle das gleiche verstehen. Die rege Beteiligung deute ich im Gegenteil als Anzeichen, dass das Thema für einige bedeutungsvoll ist. Und ich finde es immer wundervoll, dass wir hier nicht alle gleichgeschaltet sind - gute Güte, was wäre das entsetzlich langweilig!
Verschoben: 15.06.2009 Uhr von Banger
Von Archiv nach Gitarre
Verfasst am:

Klingen "eingespielte" Gitarren besser...

Es gibt im Archiv schon einen Thread dazu: http://www.guitarworld.de/forum/gitarre-einspielen-t9623.html,
nichtsdestotrotz halte ich das Thema noch nicht für beendet.
Ich möchte vorab allen die Klangunterschiede bei zB Kabeln für nicht existent halten,
empfehlen diesen Thread zu ignorieren.

Mir geht es eher darum ob sich seit dem interessante neue Erfahrungen,
oder Erkenntnisse, ergeben haben, die das "Phänomen" besser umschreiben können.

Mein Ausgangspunkt, eine sich seit ca 30 in meinem Besitz befindende Ovation,
und eine neu erworbene, ungespielte, aber schon 12 Jahre alte CustomShop
Nocaster Tele.

Beide Gitarren werde ich nicht mehr hergeben, da sie für mich perfekt sind.

Der spürbare Unterschied ist, die Ovation lässt sich relativ einfach stimmen,
man spürt förmlich den Punkt an dem sie "einrastet".
Bei der Nocaster ist das nicht so, da muss ich diesbezüglich noch "kämpfen".

Bei der eingespielten (ich lasse ab jetzt mal die Anführungszeichen weg)
gibt es aber, natürlich, Deadpoints, die sich wie ich finde,
relativ einfach dadurch erklären lassen, das der Bereich
aufgrund meiner Spielweise eher unbenutzt ist.

Dieser Link: http://www.archtop-germany.de/-Tips/-tips.html ist mir
bekannt.

Ein Gitarrist dessen Vertrauenswürdigkeit ich nicht anzweifeln möchte,
erklärte mir das die Ausrichtung von Wasserkristallen, die in jedem
Holz anzutreffen sind, beim Einspielen sozusagen angeordnet werden.

Da der Thread auf den ich mich beziehe schon 2 Jahre alt ist,
frage ich einfach mal ob jemand neuere Erkenntnisse hat,
um die Prozedur des einspielens zu verkürzen.

mfg
klammer
Verfasst am:

Re: Klingen "eingespielte" Gitarren besser...

klammer schrieb:
Mein Ausgangspunkt, eine [...] Ovation,
und eine [...] CustomShop
Nocaster Tele.


Ironiemodus: an
Da dies ja ja bauart-technisch sehr ähnliche Gitarren sind, *kann* der Unterschied ja einzig und allein durch das "Einspielen" kommen ...
Details wie andere Saiten, andere Hardware, andere Materialien und andere Konstruktion sind zu vernachlässigen ...
Ironiemodus: aus


Bei der eingespielten (ich lasse ab jetzt mal die Anführungszeichen weg)
gibt es aber, natürlich, Deadpoints, die sich wie ich finde,
relativ einfach dadurch erklären lassen, das der Bereich
aufgrund meiner Spielweise eher unbenutzt ist.
[....]

Ein Gitarrist [...]
erklärte mir das die Ausrichtung von Wasserkristallen, die in jedem Holz anzutreffen sind, beim Einspielen sozusagen angeordnet werden.


Sorry, aber was lernt man heute in der Schule?
"Wasserkristalle" gibt es bei Normalluftdruck erst unter 0 ° Celsius, es nennt sich dann Eis.
Über 0 ° ist Wasser nie kristallin oder sonstwie fest, sondern flüsig oder gasförmig.
Und Flüssigkeiten oder Gase kann man nur mit Wünschelruten oder durch Besprechen bei Vollmond in eine "Schwingungsrichtung" anordnen ...

Was man nicht in der Schule lernt, aber als Gitarrist vielleicht weiß:
"Deadpoints" werden üblicherweise Deadspots genannt, und sie sind "eingebaut", eine Gitarre hat sie ab Werk bis zur Verschrottung, oder auch nicht, aber Spielen ändert nichts an Deadspots. Außer vielleicht dass der Spieler sich an eben jene spezifischen Deadspots gewöhnt und sie (bewußt oder unbewußt) durch sein Spiel ausgleicht.

Zum "Einschwingen": bei Vollresonanz-Gitarren mag das eine Rolle spielen.
Nicht aber bei Solidbody-Gitarren.
Da ist "Einschwingen" imho reines Voodoo.


Sofern W°° nicht der Kamm zu sehr schwingt, möge er als fachlich Berufener etwas dazu schreiben.
Falls sein kamm zu sehr schwingt, sei hier ein Link:
http://www.kraushaar-gitarren.de/cms/schwingung.html

My 2 Cent.
Stef
Verfasst am:

Re: Klingen "eingespielte" Gitarren besser...

klammer schrieb:
Ein Gitarrist dessen Vertrauenswürdigkeit ich nicht anzweifeln möchte,
erklärte mir das die Ausrichtung von Wasserkristallen, die in jedem
Holz anzutreffen sind, beim Einspielen sozusagen angeordnet werden.

Die Menschen die ernsthaft glauben, sie seien Kaiser Wilhelm, Jesus oder
von Außerirdischen entführt und geschwängert worden, die sperrt man weg.
Aber solche "Gitarristen" dürfen frei auf unserer schönen Erde wandlen, haben
meiner Auffassung nach aber auch nicht wirklich weniger die Schrauben locker.

Äpfel/Birnen Vergleiche als Maßstab heranzuziehen ist immer schlecht.
Verfasst am:

Re: Klingen "eingespielte" Gitarren besser...

klammer schrieb:
...frage ich einfach mal ob jemand neuere Erkenntnisse hat,
um die Prozedur des einspielens zu verkürzen...


Guten Morgen,

ja, du musst einfach in der gleichen, vorgegebenen Zeit mehr spielen.

Mit freundlichen Grüssen

Juergen2

P.S:
 
Die Gewohnheit ist der Sieg der Zeit über den Willen!
Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

Das gibt es doch diesen "Emil" der Gitarren innerhalb einiger Tage "einschwingt", das kostet ein paar Hunderter. Stand vor ca. einem halben Jahr in der g & b.

Ich glaube zwar nicht daran, aber wer das tut und möchte ...
Verfasst am:

Re: Klingen "eingespielte" Gitarren besser...

[quote="juergen2"]
klammer schrieb:
...frage ich einfach mal ob jemand neuere Erkenntnisse hat,
um die Prozedur des einspielens zu verkürzen...



Suche mal nach den Thema "Einschwingen von Instrumenten" und "Emil"
Es gibt da eine Menge Info.

Sicher entstehen beim Bau eines Instruments Spannungen. Beim Verleimen und beim Bearbeiten ist das unvermeidbar.
Wenn man ein verspanntes Holz mit der Säge auftrennt, verziehen sich die zwei einzelnen Teile hinter dem Sägeblatt. Ein fertiger Hals hat ggf. andere Spannungsverhältnisse, als ein Halsrohling. Beim Verleimen von Hölzern verschieben sich die Teile kurz vor der endgültigen Verpressung ein Wenig. Decken, Böden und Zargen von akustischen Instrumenten stehen sowieso unter starker Spannung.
Diese Spannungen gleichen sich sich nur langsam aus. Das führt zu einer Veränderung des Instruments. Gespielt, oder nicht.

Ob sich ein Instrument schneller verändert, wenn es viel gespielt wird - darüber kann man nur mutmaßen.
Beim "Einschwingen" werden Instrumente in bestimmten Frequenzen bis an ihre physischen Grenzen zum Schwingen angeregt. "Membranen" werden dabei williger.

Beim Einspielen stellt sich aber auch immer der Effekt ein, dass sich der Musiker einem Instrument annähert. Die Art, wie man ein Instrument anfasst, macht halt auch die Musik... Zum Schluss ist nicht abzugrenzen, wer sich wem gefügig gemacht hat.
Es ist wohl wie bei einem Liebespaar
 
Gruß

Walter


http://www.facebook.com/der.gitarrenbauer

Kunst ist schön - macht aber viel Arbeit
Karl Valentin
Verfasst am:

Re: Klingen "eingespielte" Gitarren besser...

klammer schrieb:
Der spürbare Unterschied ist, die Ovation lässt sich relativ einfach stimmen,
man spürt förmlich den Punkt an dem sie "einrastet".
Bei der Nocaster ist das nicht so, da muss ich diesbezüglich noch "kämpfen".


...dann würde ich bei der Nocaster mal einen Blick auf den Sattel werfen (mal davon ausgehend, dass Du Saiten richtig aufziehen kannst). Stimmbarkeit ergibt sich aus einer korrekten Saitenführung und den den Saitenverlauf betreffenden Auflagepunkten. Die werden erst mal nicht von selbst besser mit der Zeit.

Ansonsten: ja, ich kenne auch das Gefühl, dass sich Gitarren einspielen lassen und ihre Intonationsqualität mit der Zeit gewinnt. Der Hinweis, den nichtdiemama in Bezug auf deadspots gibt, trifft dabei mit einiger Sicherheit nicht zu, da ich das Gefühl auch von Instrumenten kenne, die ich nicht selbst eingespielt habe (also kein "Eingewöhnen" an die Fehler).
Verfasst am:

RE: Gitarre "einspielen" ?

Mal eine Frage zu diesem Thema:
Ist das nur Einbildung oder klingt eine regelmäßig gespielte Westerngitarre wirklich besser als eine, die lange ungenutzt auf dem Schrank rumliegt?
Ich frage deswegen, weil ich mal von einer Bekannten eine Martin ausgeliehen bekam, welche nach dem Kauf mal ein halbes Jahr gespielt wurde und dann überwiegend auf dem Schrank rumlag. Als ich die dann täglich 2-3 Stunden bespielte wurde der Klang nach 2 Wochen besser. So meine ich jedenfalls.
Oder hat das etwas mit der Gewöhnung an den Klang eines Instruments zu tun?
 
"Is mir scheißegal wie Dein Vater heißt! Solange ich angel', läuft hier niemand übers Wasser!"
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