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Equipment » Gitarren » Yamaha » Blues-Vernes SG-2500
Eintragsdatum 05.03.2010 23:18
Besitzer Blues-Verne
Hersteller Yamaha
Modell SG-2500
Baujahr 1978
Beschreibung YAMAHA SG-2500

Ein absolutes Einzelstück von 1979!
NAMM-Messe-Prototyp als Edelvariante zum langjährigen Topseller SG-2000, der Santana-Axt. Reaktion der Fachhändler: zu unscheinbar, zu teuer! Abgelehnt!!! Daraufhin brachten die Japaner - welch geniale Marketingfinte - eine wunderschön Abalone-aufgemotzte SG-3000 : noch teurer, viel Gibson-niger mit entschärften Pickups und ohne den typischen, von Santana eingeführten Sustainblock aus Messing unterm Steg... das schlug ein im U-n-S-eligen-A-meriga. Ha!
Musikmesse Frankfurt 1980: Die aufgeschreckte europäische Händlerliga stiess ins gleiche Horn.
Mein Instrument landete bei Yamaha in Rellingen im Lager. End of Story????

Statt diese wundervolle Feingeige im MesseLager vergammeln zu lassen, habe ich einen Personaleinkauf mit Schrott-Lieferschein erwirkt (ja, ja, Manager-Positionen ham halt ihre Privilegien ;-)) ...und das Sahnestückchen in meine Privatsammlung einverleibt.

Jahre später habe ich mich dann mal drangemacht, meine Custom-Version daraus zu eredeln. Voller Respekt für die Leistung der Japaner, aber ohne falsche Ehrfurcht. Now its a dream come true!

Lord have mercy... she'll sing and dance first ...then you go beyond and she'll scream and scare you to thrills. This lady will entertain you at it's best!! Even if you like nothing but the BLUES - I think she can!

Instrumenten-Merkmale:
Diese second-to-none SG-2500 hat neben den typischen SG-Rahmendaten wie Neck-through-Body mit Mahagony-Flügeln und Maple-Decke aber keinen 5-Stripe-Neck, sondern nen Mahagony-Maple-Mahag 3-Piece mit einem rabenschwarzen Ebenholz-Griffbrett, das heute jeden Klassik-Geigenbauer vor Neid erblassen lässt!
Von wegen Brazilian, ha!
Ja, ordentlich Pfunde auf den Hüften hat mein Baby! Aber was für ein Sound - dagegen können Gibsonias und PR-Esser nur müde husten! Ha,ha!!

Zur Technik:
Die Pickups wurden komplett überarbeitet. Die hässlich schwarz lackierten Neusilberkappen freigelegt und Shellackiert. Die Spulen ebenfalls freigelegt, auf Gibson "PAF" -Werte abgewickelt und gehörmässig feingetunt, danach mit Solidcore-Anschlussdrähtchen wieder eingebaut.

Die Yamaha PU-Schaltung wurde komplett ersetzt durch eine AWE-Spezial mit folgenden Besonderheiten (Update vom März 2006):
Der 5x4 Dreh-Schalter für die besten Pickup-Kombinationen (goldener Chickenhead oben links, an Stelle des Kippschalters) musste einem 6x6 Dreher weichen für zusätzliche Aktiv-Varianten.

1 Master-Volume, 1 NoLoad-Master-Tone mit Push-Push-Splitschalter, dieser mit Vorrang-Schaltung. Dieses vordere Poti-Set dient im Passiv-Mode.
Das hintere Dreier-Poti-Set dient nun der eingebauten Aktiv-Elektronik: ein rein diskret aufgebautes Edel-Gespann aus Rangemaster und Dumble FET-Preamp/Booster - in Anlehnung... Voicing by AWE, symmetrisch angetrieben von 2x9V-Blocks. Mit einem zweiten 6x6-Drehschalter können auch hier wieder voreingestellte Sounds schnell und direkt abgerufen werden....Pagie hätte seine wahre Freude ;-))
Dafür musste die vorher an dieser Stelle sitzende Klinkenbuchse in die Zarge wandern und wurde gleich getauscht gegen meine bevorzugten LEMO us dr Schwiez. Das wars...
Ich kann nun direkt an der Gitarre, in allerbester Soundqualität (ohne Steptanz und ohne Kabelverluste/-probleme!!!) ALLE Clean und Distortion Sounds abrufen.

Unterstützt wird die schon damit ermöglichte Klangverbesserung dieser wundervollen Gitarre durch weitere bauliche Abänderungen zur Schwingungsverbesserung:
Die Saitenaufhängung mit einem sehr leichten Trapez-Tailpiece (die Schönheit musste hier leiden ...aber kommt Zeit, kommt auch hier ne bessere Lösung!) die neuen Knochen(!)-Sattelböckchen in der erleichterten Tunamatic-Brücke und die Schaller-Locking-Tuner verhalfen der im Original etwas stumpf tönenden Klampfe zu schönem Obertonreichtum mit viel direkterer und schnellerer Tonansprache - singend, wie ein Freund das genannt hat!
Erwähnen sollte ich noch die Perlmutt-Tunerknöpfe als ein entscheidender Gewichtsausgleich zu der ansonsten deutlich schwereren "Kopfbelastung". Ich werde nie die armen, verführten Leutchen verstehen, die das Resonanzbild ihrer Klampfen mit diesen schrecklichen "FATfinger" kaputt machen... ein Elend, du sagst es!

Aaaaaber ach - wir haben Rücken! Der grösste Minuspunkt dieser wundervollen Gitarre ist ihr abartiges - oder sollte ich besser sagen artgerechtes GEWICHT. Die Ausstattung mit Ebony-Griffbrett, dick-fettem Body und nicht zuletzt dem Messing-Sustainblock bringen satte 4,5 KG an die Schultern. Das lässt einen alten Mann schnell müde werden :-(
Deshalb bleibt die Lady oft und viel zu lange im Koffer. Aber hergeben ...NÖ!


P.S. Die Bilder sind schon alt. Wenn das Wetter mal wieder freundlicher ist, werde ich mal ein Update schiessen.

Hier [ http://www.yamaha.co.jp/product/guitar/eg/database/sg/04/sg-2500.html ] kann man lernen, dass die SG-2500 zumindest in ihrer Heimat ab Ende 1983 zu kurzen Ehren kam.
Bilder
08.03.2010 17:46:58 | jaydee65
... ich hab 2 Putzeimer Sabber weggewischt nachdem ich mir die Bilder angesehen habe.
Du darfst Dir meines 200%igen Neides mehr als sicher sein.
Und Mädels die nix auffe Hüfte ham finnich einfach mager (Atze S. aus E.) :-)
17.05.2010 14:54:02 | Gast
Salve,
bin seit kurzer Zeit selbst stolzer Eigner einer SG1000 und kann die Emotionen nachfühlen, auch wenn die 1000er sich in mehreren Details
unterscheidet.
Entstauben hättest du sie ja können :(
:D
So eine Wundervolle Gitarre!! Ich zumindest habe in meinem Leben zuvor noch nie so eine gut verarbeitete Gitarre gesehen. Das
ist echt der blanke Wahnsinn.
Glückwunsch zu dieser ausgesprochen schönen Rarität!!!
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