Equipment » Bässe » Frame » Armints Slave
Eintragsdatum 29.01.2009 10:42
Besitzer Armint
Hersteller Frame
Modell Slave
Baujahr 1992
Seriennummer 057
Beschreibung Wir Basser waren schon immer recht dankbar über Neuerungen, die das Leben leichter, variabler oder wie auch immer "neuer" machten. Sicher haben sich nicht alle Ideen z.B. der 80er/90er durchgesetzt, aber es gab im Bassistenlager m.E. ein weitaus größere Bereitschaft "Mal was Neues" auszuprobieren als ich das bei E-Gitarristen beobachten konnte (und kann).

Aus diesen "wilden Jahren" habe ich immer noch meinen kleinen Liebling: den Frame Slave.
Ursprünglich hatte ich auch mal den ganz großen Bruder den Frame Master - mit 6 Saiten. Den habe ich aber in einem Schwachsinnsanfall verkauft.

Die Firma Frame hatte nichts mit dem am Bodensee ansässigen Hersteller der korpuslosen Akustikgitarren zu tun. Diese Firma Frame saß in Hamburg, eine One-Man-Show - soweit ich weiß hieß der Inhaber Thomas und wollte dann irgendwo als Tauchlehrer neu anfangen.

Der Slave:
Kopfloser Carbonhals (soweit ich weiß von SKC (Bogart).
Asymetrisches Halsprofil (mit "Blutrinne" - siehe Foto).
Ahornbody.
Bartolini Jazzbass Pickups.
Mechanik/Hardware ist von ABM (massiv Messing).
Bei kopflosen Bässen hat man ja normalerweise die sogenannten Double-Ball-End-Saiten.
Die kann man hier zwar auch aufziehen, ist aber nicht nötig, deshalb habe ich normale Coccos drauf:
In den Sattel kann man recht kräftige Madenschrauben einsetzen, die dann die Saiten einklemmen. Einfach, genial und schnell.

...
und eine (zugegebenermaßen nicht sehr effektive) 18V-Elektronik:

Geregelt wird:
- Mastervolumen
- Balance (mit Mittenrastung)
- pro Pickup zwei Minipotis, jeweils einmal Frequenz (Feinrastung) und Gain +/- (Mittenrastung)
Sinn der Sache: Pro Pickup wird der Mittenbereich besonders betont. Das fängt eigentlich schon in den krispen Höhen an, geht aber nicht weit runter. Die Gain-Potis senken nicht wirklich ab, sondern vermindern nur die Anhebung.
Insgesamt eine nette Idee, leider aber nicht sehr flexibel - es läuft im Prinzip nur darauf hinaus einen Mischsound einzustellen - einzeln klingen die Pickups bei aktiver Elektronik etwas daneben.
Deshalb ist man dankbar, dass der Bass auch passiv fahren kann und da dann zwar nicht spektakulär aber einsatzfähig klingt. Ich hatte seinerzeit auch einen 6-Saitigen Bruder mit Bünden, der klang gerade mit dieser Klangregelung einfach super - hier beim Fretless war ich etwas enttäuscht.

Ursprünglich als Fretless gebaut (Palisander-Griffbrett auf dem Carbonhals) ließ ich ihn im Laufe der Jahre (ca. 2003) in zwei Schritten zunächst auf einen 8- später auf einen 9-Bünder umbauen.
Die Idee war auch nicht neu - die hatte Ibanez ca. 1980 - da gab es einen 12-Bünder in der Musician-Serie.
Der Grund für den Umbau liegt zum einen daran, dass ich während der Zeit noch einen anderen Fretless hatte (Esh-Souvereign V) zum anderen wollte ich zusätzlich zum "normalen Besteck" einen leichten, führigen Universalbass. Ich wollte aber auch nicht auf das wunderschöne Bundlos-Singen in den hohen Lagen verzichten, deshalb diese gewagte Aktion.

Übrigens - wie immer - vom Gitarren- und Basspfleger meines Vertrauens Lars Riemer durchgeführt.
Wer nun glaubt, das wäre ja trivial: Einfach neun Bundstäbchen "rein un gut is", der kann es ja mal probieren - ich wünsche dann auch viel Spaß beim Abrichten ;-)

Seitdem war er mein Zweitbass und immer dabei wenn nicht ausdrücklich nach einem 5-Saiter gerufen wurde.
Gestimmt wird - auch wenn er viel gespielt wird - so alle 4-6 Wochen. Was ein Kohlefaserhals so ausmacht ;-)

Wird mich nie verlassen - es wäre auch sicherlich kein Abnehmer dafür da.
Derzeit prüfe ich den Markt an 18V/3-Band-Elektroniken....

2009-02-05 update:
Total auseinandergenommen. Elektronik auf den Dung.
Warte auf Neue.

2010-07-23 update:
Totaaal vergessen hier weiterzuschreiben.
Inzwischen ist der Kleine fertig umgebaut. Nun mit Noll-Elektronik: vom Meister Noll extra auf die vorhandenen Einbaubedingungen abgestimmt.
Die neue Elektronik in Verbindung mit der Überarbeitung der Auflageflächen der Bridge-Komponenten hat ihn klanglich vom hässlichen Entlein zum Schwan gewandelt. Ich bin begeistert.
Bilder folgen.

2010-11-05 update:
Endlich mal ein Bild (von mir) und dem Kleinen in der aktuellen Version eingestellt.

Zur neuen Noll-Elektronik:
Die beiden dicken Knöppe sind Balance und Volumen (Balance näher zum Basser).
Die vier kleineren Knöppe:
Mittengain (plus - minus)
Mittenfrequenz (der messingfarbene)
Bass +/-
Höhen +/-
Aktiv/Passiv-Schalter (kein Lautstärkesprung!)
Die LED der alten Elektronik ist zwar noch drin, tut aber nichts mehr, wir wollen ja Strom sparen.
Die Elektronik arbeitet ebenfalls mit 18V (2 Batterien).

Klang? Dezent aber durchsetzungsfähig. Wenn man will macht sie aus dem Kleinen einen 80er Jahre Hifi-Bass, das ich will aber eher nicht. Aber: wenn man will kann man nun mit dem Kleinen auch richtig schön "Alarm" machen - oder die Näselmitten hochkitzeln - oder ...

Update Dez. 2011: Neue Bilder, die unter anderem auch die "Blutrinne" zeigen.
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
Bilder
29.01.2009 14:37:35 | Koarl
...also Schönheit ist der keine ABER klingt ganz funktionell würde ich sagen - weiterhin viel Spaß mit dem Ding!
10.10.2011 13:00:19 | blowfire
Irgendwie schaut der bei Dir aus wie ein miniaturisiertes Spielzeug :-)
17.10.2011 00:31:12 | Armint
Der ist klein! - Grrr! Ich bin groß, aber ich bin nicht Hulk!