Gibson ES 335 TD Wartung und Soundoptimierung

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Anonymous

Guest
Hallo,

ich habe eine Gibson ES 335 TD Bj 1973 mit Trapezsaitenhalterung und splittbaren Humbuckern, die ich vor 20 Jahren gebraucht gekauft hatte. Seither habe ich immer ein etwas angespanntes Verhältnis zu dieser Gitarre. Sie ist einerseits zickig, andererseits hat sie doch einen für eine ES 335 recht offenen Sound (Johnny Guitar Watson lässt grüßen) und ist soooo schööön. Vielliecht hat jemand von Euch ein wenig Erfahrung mit dieser Gitarre und kann mir helfen.

1. Der Vorbesitzer muss lange und kräftige Fingernägel gehabt haben und hat ziemliche Riefen in das Griffbettholz gebohrt. Es stört zwar nicht beim Spielen, aber da ich eh eine Erneuerung der Bünde in Erwägung ziehe: hat jemand schonmal ein neues Griffbrett auf eine Gibson aufbringen lassen, wenn ja bei wem und in welcher Höhe bewegen sich etwa die Kosten?

2. Der Klang der Gitarre hat einen metallisch scheppernden unangenehmen Unterton. Mit verschiedenen Saiten habe ich schon alles probiert. Clean gespielt ist sie auch schon drahtig, aber nicht unangenehm. Je weiter das Volumepoti aufgedreht wird, desto unangenehmer wird dieses Scheppern. Die Gitarre hat eine Gotoh Bridge (ohne Feder, die rasseln könnte) und natürlich die Trapez-Saitenhalterung. Hat jemand schon ähnliche Erfahrung gemacht und vielleicht durch Austausch von Hardarekomponenten oder anderer Abstimmungsarbeiten Verbesserungen erzielt.

Vielleicht habe ich ja Glück und Ihr habt ein paar nützliche Tipps. Danke schon im Voraus.
Gruß, frhay8
 
Rainer,

Du schreibst Bj 1993 und hast sie vor 20 Jahren gebraucht gekauft. Irgendwas stimmt daran wohl nicht.
Ob du wirklich ein neues Griffbrett benötigst? Da müssten dann schon über Jahrzehnte tiefe Riefen reingespielt sein. Ein Gitarrenbaumeister wird dir da wohl weiterhelfen können.
Etwas höhere Bünde ala Jumbo helfen da wohl auch schon, man sollte ja auch nicht permanent mit dem Griffbrett in Berührung kommen, ich zumindest mag das nicht.

Wenn du diese Gitarre liebst und sie deinen Soundwünschen entspricht lohnt es immer sie wieder aufzubauen, egal was es kostet!
Rappeln kann da einiges, hat man bei Semis öfters. Such auch mal im Inneren. Gelockerte Kabelbinder ecpp....
 
Hallo Reiner,
Ich habe bei verschiedenen meiner meist alten Gitarren schon eine heftige Abnutzung des Griffbretts erlebt. Es war bisher immer möglich, bei einer Neubundierung das Griffbrett zu egalisieren. Waren die Kerben ursprünglich sehr tief, so war es nach dem Egalisieren total akzeptabel.
Alle diese Arbeiten lasse ich stets bei Gitarrenbaumeister Walter Kraushaar in Aachen ausführen.
Den "scheppernden metallischen Unterton" kann ich mir ohne ihn zu hören schwer vorstellen, damit kann ich dazu auch keinen Kommentar geben.
Ich spiele u.a. eine Gibson ES-Artist, bei der ich die splitbaren Humbucker gegen Classic 57 getauscht habe, da ich den Splitmodus nie gebraucht habe.

Gruß, Berthold
 
Kenne auch eine Gitarre mit diesen tiefen Riefen im Griffbrett. Da wurde auch behauptet, daß der Vorbesitzer lange Nägel hatte. Ich halte es für völlig ausgeschlossen, daß jemand mit seinen Fingernägeln wirklich tiefe Riefen ins Griffbrett macht.
Könntest Du mal Fotos hier einstellen?

Zu dem Scheppern kann man auch wenig bis nichts sagen, wenn man es nicht gehört hat.
 
beat-club schrieb:
Hallo Reiner,
Ich habe bei verschiedenen meiner meist alten Gitarren schon eine heftige Abnutzung des Griffbretts erlebt. Es war bisher immer möglich, bei einer Neubundierung das Griffbrett zu egalisieren. Waren die Kerben ursprünglich sehr tief, so war es nach dem Egalisieren total akzeptabel.
Alle diese Arbeiten lasse ich stets bei Gitarrenbaumeister Walter Kraushaar in Aachen ausführen.
Den "scheppernden metallischen Unterton" kann ich mir ohne ihn zu hören schwer vorstellen, damit kann ich dazu auch keinen Kommentar geben.
Ich spiele u.a. eine Gibson ES-Artist, bei der ich die splitbaren Humbucker gegen Classic 57 getauscht habe, da ich den Splitmodus nie gebraucht habe.

Gruß, Berthold

Na ja, von Freiburg nach Aachen ist es ein bisschen weit. Da sollte man doch auch im Raum Freiburg jemanden finden.
 
Erst mal allen besten Dank für die Tips. Hatte heute kompetenten Besuch, der meinte die schepprigen Sounds haben ihren Ursprung in teilweise abgenutzten Bünden und solten nach dem Abrichten eigentlich verschwunden sein. Ich suche jetzt erst mal einen fähigen Gitarrenbauer bei uns in der Gegend und lasse die Bünde abrichten. Ggf. lasse ich dann doch eine Neubundierung mit einer "Sanierung" des vorhandenen Griffbretts durchführen.

Werde vom weiteren Ergebnsi berichten.
Gruß, frhay8
 
Dank dem Administrator kann ich nun ja trotz meiner entschleunigten Lebensweise und des in Folge archivierten Beitrags doch noch kurz vom Ergebnis berichten:
War bei Walter Kraushaar in Aachen. Er hat in wenigen Sekunden entdeckt was mir gar nicht aufgefallen ist: Diese ES 335 hat einen Schalter für Coilsplitting (das wusste ich natürlich) und beim Hals Pickup war wohl die zweite Spule unterbrochen. Daher der "scharfe" Klang. Er hat den Pickup repariert, die Bünde waren mehr oder weiniger noch in Ordnung und die Riefen im Griffbrett haben wir gelassen wie sie sind. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch noch gelernt, dass ich eines der wenigen ES 335 Exemplare besitze, dessen Hals nicht aus Mahagoni sondern aus Ahorn ist. Dies ist wohl für den funky Sound der Gitarre maßgeblich.
Sie tut wieder, jubiliert auch in bluesigeren Gefilden, wird gerne wieder gespielt und der Gang zu Walter (besser gesagt 550 km Fahrt) haben sich gelohnt. Hätte ich gerade noch ein paar übrige Bargeldreserven gehabt, wäre wohl auch noch eine Kraushaar mit ins Gepäck gekommen.

Ach ja, das ganze war ja auch erst Ende letztes Jahr und über Weihnachten. Ein wenig Zeit bis zum finalen Bericht braucht auch jeder Wirtschaftsprüfer und Steuerbeamte :).
Gruß, frhay8
 

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