Alte Jazzgitarre - Identifikation


A
Anonymous
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Hi,
ich habe beim Vater eines Freundes eine alte Jazzgitarre gefunden und will sie ihm gern abkaufen. Leider habe ich keine Informationen über das Teil, außer, dass er es 1972 von einem Freund geschenkt bekommen hat; Auf der Gitarre selbst steht nirgendwo eine Bezeichnung/ein Logo. Wurde wohl kaum bespielt (Bundstäbchen wie neu) und hat nur hier und da ein paar kleine Dings und Dongs. Der Hals ist dreiteilig.
Bilder:





Weiß jemand, um was für eine Gitarre es sich dabei handelt und wieviel sie wert sein könnte?
Danke schonmal für alle Antworten!
 
A
Anonymous
Guest
wenn sie keine Halsschraube hat (und es sieht so aus) dürfte sie etwa Ende 50er, Anfang 60er Jahre gebaut worden sein.
Ist der Hals gerade?
Solche Gitarren ohne Firmenaufschrift gab es zu der Zeit haufenweise, meistens von Musikkaufhäusern vertrieben und günstig zu erstehen. Wie wertig sie ist, hängt schon von den verwendeten Hölzern (Decke, Boden, Zargen) ab und von der Bespielbarkeit, denn an der lässt sich meistens nicht mehr viel verändern ohne weitreichende Eingriffe, falls der Hals etwa verzogen ist oder die Banane macht. Die verwendeten Komponenten, soweit sichtbar auf Deinen Bildern, deuten eher auf ein Billiginstrument.

Mit den spärlichen Daten würde ich sagen, 80-100 euro kannst Du ausgeben, mehr, wenn sie gut klingt und sie auch technisch in Ordnung ist, vielleicht sogar einen passenden Koffer hat (was tendenziell auf höherwertige Instrumente deutet)

PS; ja, Norbert ist eine freundliche Quelle. Der kann eventuell anhand seiner sehr umfangreichen Vergleichsdaten noch den Hersteller ermitteln. Bei seinen Preistaxierungen wäre ich allerdings eher etwas zurückhaltend ...
 
A
Anonymous
Guest
Hi frankpaush,
Ja, sie hat keine Halsschraube. Ich habe mir ehrlich gesagt nicht angeguckt, ob der Hals gerade ist, aber die Gitarre schnarrt nur in den hohen (=näher an Bridge) Bünden auf D/G Saite etwas (die beiden Saiten lassen sich auch leichter "poppen"), hat eine Saitenlage von ~5, 6mm am 12. Bund und lässt sich wirklich gut bespielen. Oktavreinheit ist OK, die Bundreinheit in den tieferen Bünden ist gut. Zum Klang lässt sich leider nicht allzuviel sagen, weil auf der Gitarre 20 Jahre alte Flatwounds drauf sind, die klingen und sich anfühlen wie Pappe; Auf den Diskantsaiten klingt die Gitarre aber sehr klar und obertonreich.
Gut, danke jedenfalls, ich werd dann mal schauen was die Mail an den Musikkeller noch ergibt.
 
A
Anonymous
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Hallo nochmal,
leider habe ich immernoch nicht herrausgefunden, um was für eine Gitarre es sich hier handelt; ich habe sie jedenfalls jetzt für 70€ und Naturalien erstanden, denke, dass ist in jedem Fall ein guter Preis, wenn man den Zustand berücksichtigt. :)
Falls mir noch irgendein Detail auffällt, wenn ich die Gitarre am Sonntag abhole, sage ich euch hier Bescheid. Danke jedenfalls für eure Hilfe!
 
A
Anonymous
Guest
Sieht mir nach einer alten Klira oder Hopf aus! Würde zumindest von Kopfform und den Bundeinlagen so hinkommen!
 
A
Anonymous
Guest
Voila, vor und nach der Behandlung:


Ich hab jetzt erstmal Phosphor-Bronze Saiten aufgezogen, aber so klingt sie mir wie eine etwas dünnklingende Westerngitarre - werde also demnächst mal Flatwounds aufziehen.
Die Stimmstabilität ist verdammt gut für diese alten Mechaniken, bin echt überrascht. Und die Saitenlage ist übrigens doch nicht 5, sondern 2mm :)D sry, da verschätz ich mich immer).. Hab sie jetzt etwas hoch gemacht, um den Saiten mehr Spielraum zu geben.. Für den Preis bin ich jedenfalls absolut zufrieden mit dem Teil!

achja, ich hab noch auf dem unteren Teil des Stegs eine Nummer gefunden, "844" oder "884" (nichtmehr sicher).. Glaube aber kaum, dass das mit der Identifikation hilft..
Gruß David
 
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Eiko
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pfefferbrot":2s1v2vck schrieb:
achja, ich hab noch auf dem unteren Teil des Stegs eine Nummer gefunden, "844" oder "884" (nichtmehr sicher).. Glaube aber kaum, dass das mit der Identifikation hilft..
Gruß David

Hast Du mal mit einem kleinen Spiegelchen geschaut, ob nicht an der Innenseite der Decke was steht?

Wenn man durch die F-Loecher nicht direkt was sehen kann (Aufkleber) dann kanns immer noch sein, dass an anderer Stelle im Inneren was steht, gerne auch nur mit Bleistift oder so.

Meine alte Hoefner hat beispielsweise das Datum 1961 mit Bleistift auf die Innenseite der Decke gekritzelt. Hab ich seinerzeit mit einem Zahnarztspiegelchen rausgefunden.

Man koennte auch ne Webcam mit Schwanenhals reinhalten, schliesslich sind wir ja im 21 Jahrhundert :)


Ich kann Flatwounds nur empfehlen, diese Gitarren sind eigentlich so gedacht gewesen, zumindest wenn man Jazz spielen will.

Flatwounds haben uebrigens einen ungeahnten Vorteil: Sie halten viel laenger als Roundwounds, weil a) der Dreck und Schweiss keine Rillen findet, um sich festzusetzen (abwischen wuerd ich sie aber trotzdem, weil natuerlich der Schmodder schon kleben bleibt. Er rutscht nur nicht in die Rillen...), und b) die Saiten ja eh schon dumpfer klingen :)
 

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