Amptuning der besonderen Art


frank
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Hi Leute,

ich gehöre ganz gewiß nicht zu den Leuten, die sich einen neuen Amp anschaffen, damit sie etwas zu tunen haben.

Am liebsten ist es mir, wenn ich überhaupt nicht Hand an die Dinger legen muss. Amps, deren Sound mir nicht gefällt, kommen daher gar nicht erst ins Haus. Und was dort schon ist, ist gut wie es ist und bleibt auch so - habe ich jedenfalls bisher gedacht.

Nun bin ich vor einiger Zeit, dem Rat eines GW-lers gefolgt, der mir schon vor längerer Zeit einige gute Tipps gegeben hat. Ich mache kein Geheimnis draus, Tippgeber und guter Berater war der Univalve.

Er empfahl mir, mal probeweise in meinem Amp andere Vorstufen-Röhren zu verwenden.

In meinem Amp, dem Mesa Lonestar Special, stecken ab Werk Vorstufen-Röhren, deren genaue Herkunft darauf nicht verzeichnet ist. Lediglich die Beschriftung "russian 2" deutet auf das Herkunftsland hin.
Um`s vorweg zu nehmen: Schlecht sind diese Röhren auch nicht, aber auch nicht der Weisheit letzter Schluß.

Na gut, was kann schon schief gehen? Also schaffte ich mir einen Satz electro harmonix an.
Und weil die Groove Tubes, Gold Series im Ruf stehen, schön vintage zu klingen, nahm ich davon auch gleich einen Satz mit; denn man kann ja nie wissen...

Die electro harmonix habe ich eingebaut und keine besonders augenfälligen Klangveränderungen festgestellt.

Also wieder raus damit und die Groove eingesetzt.

Und das verändert den Sound im clean und crunch dann doch erheblich.

Er wird weicher, voller, ausdrucksstärker. Die Zerre setzt nicht so bösartig oder heftig ein, sondern klingt halt etwas sanfter. Sehr schön vintage halt und deshalb blieben sie auch drin.

Davon berichtete ich Univalve, der in seiner Antwort einen GAS-Anfall für NOS-Röhren auslöste und mir davon auch gleich mal einen Satz zuschickte.

Rein damit. Richtig ist, dass die Groove Tubes alten, aber ungebrauchten Röhren soundlich sehr nahe kommen. Aber die mir von Univalve zur Verfügung gestellten Phillips ECG 5751 sind noch mal deutlich hörbar eine Nummer besser.

Und Uni hatte einen "Geheimtipp" auf Lager, den er - und das sei ausdrücklich festgestellt - selbst ausgebrütet hat.

Er empfahl mir, meine Gleichrichterröhre, eine Phillipps 5Y3GT, gegen eine 5R4WGB - Röhre zu tauschen. Das ist eine Röhre, über die besser Univalve Auskunft gibt.
Aber: Man kann sie nach Unis Feststellungen ohne Bedenken gegen die heutigen werkseitig eingebauten Gleichrichterröhren vom Typ 5Y3GT tauschen.

Und weil Uni so ein freundlicher Kerl ist, hat er mir davon gleich mal eine ins Päckchen gelegt. Allerdings hat er auch geäußert, dass diese neue alte Röhre den Charakter des Amps verändert.

Soso, aha, na ja, mal einbauen.

Und?

Recht hat er, der Uni. Ich habe einen anderen Amp.

Ich würde den Sound meines Special jetzt so beschreiben:

Cleankanal:
Das eingesteuerte Gain macht sich deutlich früher bemerkbar. Um den Amp clean zu halten, musste ich Gain deutlich zurücknehmen.
Jetzt klingt er sehr rund, voll mit schönen Höhen, Bässen und Mitten.
Da sind insbesondere in den hohen Lagen keine unangenehm spitzen Frequenzen hörbar. Der schon vorher gute clean ist für meinen Geschmack deutlich besser geworden.

Zerrkanal:
Der Zerrkanal des Lonestar ist ja ein Clone des Clean, eben nur je nach Gain-Einstellung mehr oder weniger angezerrt.
Er klingt aber etwas anders, weil Gain-Beimischung andere Tone-Einstellungen erforderlich macht.
Zusätzlich kann ich zur Zerre ein Drive dazuschalten und per Potie den Driveanteil regeln. Grundsätzlich ergibt das dann einen moderneren, gainreicheren Ton.
Kurz, Gain wird mit Drive zusätzlich geboostet. Je mehr Drive, um so weniger Gitarre, aber um so mehr Signal wird übertragen.

Das hat sich mit der neuen Gleichrichterröhre grundsätzlich nicht geändert.
Oder eben doch.

Zunächst war es auch hier erforderlich, Gain und Drive herunter zu regeln. Außerdem mussten auch die Einstellungen bei Trebble, Mit, Bass und Presence neu angepasst werden.

Das brachte folgendes Ergebnis:

Auf den hohen Saiten und auch in den höheren Lagen singt der Amp bereits mit wenig Gain und wenig Drive (beides 10.30 h) und bei geringer Lautstärke (5-Watt-Modus, Master auf 11) wie ein guter Röhrenamp in voller Endstufensättigung.

Regelt man mehr Gain/Drive oder alternativ mehr Lautstärke bzw. auch beides zu, geht der Amp neben der Soundveränderung in ein gut kontrollierbares, singendes Clipping.
Genau das ist meine Vorstellung von einem Mesa-Sound.

Auf den Basssaiten, auch dort in allen Lagen, klingt er bei gleichen Einstellungen annähernd wie ein alter Marshall, fetzig, rockig.

Wenn ich Drive abschalte, also den Zerrkanal nur als Clone des Clean nutze, ergibt sich (abhängig von der Gain-Stellung) ein weiterer, wirklich brauchbarer Sound, der dem "Jumping at Shadows" von Gary Moore sehr nah kommt.
Das war früher nicht der Fall; denn Drive an oder aus, zumeist zog das für den richtig guten Ton eine Veränderung der Tone-Poties nach sich.
Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Und deshalb werde ich den werksmäßig nur handschaltbaren Drive-Schalter auf den Fußtaster legen; denn Dank der neuen alten Röhren bin ich Besitzer eines 3-Kanalers geworden

Ich bin mehr als froh, diesen Weg des Amp-Tunings gegangen zu sein. Deshalb ziehe ich dieses Fazit:

1. Groove Tubes Gold Series sind Röhren, die in der Tat den NOS sehr nahe kommen.

2. Man kann Groove Gold ohne Bedenken kaufen. Allerdings sind sie deutlich teurer als NOS. Also kann man gleich NOS kaufen, wenn man eine zuverlässige Quelle kennt. Die zu finden sollte kein Problem sein.

3. elektro harmonix 12AX7 kosten 10 Euro und sind gute Röhren, die man bedenkenlos kaufen kann. Andererseits kosten NOS je nach Quelle max. 20 Euro. Dafür bringen sie den besseren Sound - in meinen Ohren.

4. Jeder Besitzer eines Amp, der eine Gleichrichterröhre vom Typ 5Y3GT eingebaut hat, kann und sollte darüber nachdenken, ob er sie mal gegen eine vom Typ 5R4WGB tauschen will, um zu hören, was sich verändert. Diese Investition kostet keine 20 Euro (ohne Vorstufenröhren). Das ist nicht zuviel verlangt für die Möglichkeit, sich eine neue Soundwelt zu erschließen.
 
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Jaja, diese Sockellutscher haben manchmal doch recht :-D . Mir ist es bei meinem Fender ja ähnlich ergangen...
 
auge
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cooler bericht! danke dafür.
das macht echt neugierig mal bei meinen amps reinzusehen was da so für röhren drinnen sind.
 
Monkeyinme
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AAaaaaaahhhhhhhh...........................

jetzt bin ich in die digitale Welt reingewachsen und muß feststellen das "ein bißchen mehr" oder "ein bißchen weniger" doch viel mehr Aspekte bietet... :cool:

btw, gibt es einen Thread über Gleichrichterröhren? Mein Amp hat einen großen Silikonklumpen da wo die Röhre hingehört. Hmmm.

Toller Erfahrungsbericht, danke frank!
 
frank
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Monkeyinme":w9ey55gs schrieb:
Toller Erfahrungsbericht, danke frank!

Keine Ursache, Monkey,

habe ich wirklich gern gemacht.

Soweit ich weiß, hat nicht jeder Amp Gleichrichterröhren.

Und gerade der Tausch dieser Röhre brachte bei meinem Amp (und in meinen Ohren natürlich) das beste Ergebnis.

Hier kommt ein Bild zum visiuellen Röhrenvergleich. Vielleicht tröstet das ja.
Das Monster rechts ist die neue alte Röhre, daneben das Original. Der Größenunterschied ist erheblich, 13 cm zu 8 cm. In meinem Amp-Gehäuse hat sie längenmäßig gerade noch reingepasst.

image1288.jpg
 
Monkeyinme
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Hallo frank,

ein schönes Bild. It's a tube, not a Sony :clap:

Mein AC-30 hat eigentlich eine Gleichrichterröhre, aber der erste Amptuner hat sie durch eine Halbleiterversion ersetzt. Der letzte, von mir bezahlte, Amptuner hat zwar die meisten Schandtaten rückgängig gemacht, aber diese Röhre eben nicht. Gründe? Weiß nicht mehr... Ich glaube es waren Kosten und Reperaturanfälligkeit? Genau weiß ich das nicht mehr...
Dein Bericht sagt das der Effekt sehr groß sein kann, was mir nicht bewußt war. Deswegen die Frage nach einem Thread über GR Röhren. Ich sollte mal die SuFu benutzen...

Ciao
Monkey
 
univalve
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frank":9nzq1ae6 schrieb:
Das Monster links ist die neue alte Röhre, daneben das Original. Der Größenunterschied ist erheblich, 13 cm zu 8 cm. In meinem Amp-Gehäuse hat sie längenmäßig gerade noch reingepasst.
image1288.jpg
Danke Frank für den schönen Bericht und die Lorbeeren ;-)

Monkeyinme":9nzq1ae6 schrieb:
btw, gibt es einen Thread über Gleichrichterröhren?
Nein, wir haben uns bisher noch nicht wirklich in einem thread drüber ausgelassen. Nehmen wir einfach diesen hier jetzt. Können ja hier generell die Ergebnisse von Röhrenveränderungen posten :)

Hier kurz die Geschichte, wie ich auf den Gleichrichterröhrentrip gekommen bin:
2004 habe ich viel nach Ersatztypen von bekannten Röhren gesucht um ein bisschen auszuprobieren (Mad Scientist). Über die abgefahrene Form (Eierbecher ist der Spitzname) bin ich auf der Suche nach dem Datenblatt gewesen und habe dann die Eigenschaften mit bekannten Typen verglichen. Ich habe noch bei einem old-school Fernmeldeingenieur (der auch meinen Jazz repariert hat) mal ein bisschen nachgefragt und er war der Meinung, dass man den ohne Probleme als Ersatz für 5AR4, 5Y3, 5U4 und 5V4 nehmen kann. Ich habe den dann damals in meinen Mesa Boogie Blue Angel eingebaut (übrigens auch eine 5751 in die Vorstufe). Und ich war ziemlich begeistert. War ein toller Amp mit einem klasse Sound. Leider hat er mich live im Stich gelassen und das habe ich ihm nicht verziehen und er mußte dann gehen.
Dann habe ich mein Motorrad verkauft und als "Belohnung" mir den vintone clipper II bestellt. Da nutze ich die 5R4WGB sehr gerne.
In meinem Tweed Deluxe ist nach ein bisschen rumprobieren dann auch die gelandet. Sieht man auch bei den Bilder. Seit dem klingt der so dermaßen super, dass mein Spezi aus KHE den auch unbedingt haben möchte.
Also bisher in allen Amps damit sehr gute Ergebnisse erzielt - zumindest klang es für mich immer "besser" als vorher.
Nicht viele Leute haben (noch/oder wieder) Amps mit Gleichrichter...
Und noch nebenbei, der Gleichrichter "richtet lediglich den Strom" gleich. Ist also ne Diode und wird wahrscheinlich eher dem Netzteil/Stromversorgungsbereich zugeordnet.

greetz
univalve
 
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Sooo schlimm ist es nicht, eine Gleichrichterdiode zu haben, es klingt aber etwas anders. Die Röhre komprimiert idR. etwas mehr... ;-)

Was ich aber generell sagen muss ist, dass eine sorgfältige Röhrenauswahl ungeahnte Werte aus einem Amp "herauskitzeln" kann. Noch dazu ist es viel billiger, als ständig den Amp zu tauschen. Neben den Vorstufen- und Gleichrichterröhren ist auch die Endstufenbestückung nicht zu vernachlässigen...
 
A
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Hi,

Gleichrichterröhren sind schon speziell und nicht unbedingt jedermanns Sache. Egal welchen Röhrengleichrichter man nimmt, im Verhältnis zu ´nem Transistorgleichrichter, bringt er immer deutlich mehr Kompression in´s Spiel und der Sound wirkt deutlich "elastischer". Ich finde das sehr schön..

Die Sache ist dann allerdings die: Wer´s schön "tight" braucht und einen Sound mit viel Preamp Zerre fährt, für den ist dann die Transe einfach besser geeignet. Schon ist , wenn Amps die Möglichkeit bieten, von Transe auf Röhre unzuschalten. Der Mesa Lonestar bietet das z.B.
 
univalve
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Marcello":lxkhl8ce schrieb:
Die Sache ist dann allerdings die: Wer´s schön "tight" braucht und einen Sound mit viel Preamp Zerre fährt, für den ist dann die Transe einfach besser geeignet.
Jein. Kommt auf den SAG-Faktor des Gleichrichters an...
Code:
Transistor-Diode - 5AR4 - 5V4 - 5U4 - 5R4 - 5Y3
<no SAG>----------------------------------<SAG>
Von links nach rechts nimmt die Kompression und Elastizität zu. Im linken Bereich ist es schwer Unterschiede zu Transistor-Dioden zu hören.
Vox AC30 hat beispielsweise einen 5AR4. Der klingt meiner Meinung nach sehr ähnlich wie Dioden. Da muss man schon äußerst viel Leistung abfordern um da etwas zu merken (das "in die Knie gehen").
Übrigens ist tight ein schlechtes Wort dafür: das hört sich an, als ob "tight"es spielen nicht mehr möglich wäre. Das stimmt nicht ganz. Nur das Ansprechverhalten wird eben weicher, die Ansprache bleibt mMn erhalten.

greetz
univalve
 
Monkeyinme
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univalve":2mhx1koo schrieb:
Jein. Kommt auf den SAG-Faktor des Gleichrichters an...
Code:
Transistor-Diode - 5AR4 - 5V4 - 5U4 - 5R4 - 5Y3
<no SAG>----------------------------------<SAG>
Von links nach rechts nimmt die Kompression und Elastizität zu. Im linken Bereich ist es schwer Unterschiede zu Transistor-Dioden zu hören.
Vox AC30 hat beispielsweise einen 5AR4. Der klingt meiner Meinung nach sehr ähnlich wie Dioden. Da muss man schon äußerst viel Leistung abfordern um da etwas zu merken (das "in die Knie gehen").
...
greetz
univalve

Ahh jetzt ja, das könnte natürlich auch ein Grund gewesen sein...
Viel Leistung abfordern im Sinne von Ausgangs-Lautstärke ist leider nicht, war auch noch nie. Leider... (Diese Kiste ist scheiße laut bei alle Knöppe auf 10...)
Also lautet der Tipp, wenn ich keine Flöhe husten höre kann ich sehr gut mit der Transe leben? Klingt ja auch nicht schlecht.

Danke und Ciao
Monkey
 
univalve
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Monkeyinme":239b7e6a schrieb:
Ahh jetzt ja, das könnte natürlich auch ein Grund gewesen sein...
Viel Leistung abfordern im Sinne von Ausgangs-Lautstärke ist leider nicht, war auch noch nie. Leider... (Diese Kiste ist scheiße laut bei alle Knöppe auf 10...)
Also lautet der Tipp, wenn ich keine Flöhe husten höre kann ich sehr gut mit der Transe leben? Klingt ja auch nicht schlecht.
Kommt drauf an. So war es nicht gemeint... Wenn Dir der Amp so sehr gut gefällt, Du aber, sagen wir mal 100 EUR investieren würdest, um noch einen anderen (vielleicht besseren) Sound zu bekommen, wäre es mMn ne Überlegung wert.
Ich hatte in dem Mesa Boogie Blue Angel auch einen 5AR4 drin, den ich durch den Eierbecher 5R4WGB getauscht hatte. Das war ein sehr geiler Sound (irgendwann dieses Jahr kommen noch ein paar Clips davon). Auch bei geringeren Lautstärken.
Allerdings müßtest Du erst mal den Amp umrüsten lassen - muss man abwägen. Ich kann Dir nicht orakeln, wie es dann klingt.
Einfach mal bei nem Amptechniker fragen. Viele Teile sind es nicht (Röhrensockel und ein paar Widerstände, dann noch die Röhren (je 20EUR höchstens)). Vielleicht kann der Techniker das auch umschaltbar machen - das wäre dann eine nette Variante... Und verloren wäre nichts.

greetz
univalve
 
Monkeyinme
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univalve":f50fps70 schrieb:
Kommt drauf an. So war es nicht gemeint... Wenn Dir der Amp so sehr gut gefällt, Du aber, sagen wir mal 100 EUR investieren würdest, um noch einen anderen (vielleicht besseren) Sound zu bekommen, wäre es mMn ne Überlegung wert.
...
Allerdings müßtest Du erst mal den Amp umrüsten lassen - muss man abwägen. Ich kann Dir nicht orakeln, wie es dann klingt.
Einfach mal bei nem Amptechniker fragen. Viele Teile sind es nicht (Röhrensockel und ein paar Widerstände, dann noch die Röhren (je 20EUR höchstens)). Vielleicht kann der Techniker das auch umschaltbar machen - das wäre dann eine nette Variante... Und verloren wäre nichts.

greetz
univalve

Umschaltbar, das wäre ja ganz großes Kino :top: Keine schlechte Idee, ich steh ja auf so Sachen die den Hauch des Perfektionismus haben. *mjam* Ich werde meinen Amp in der nächsten Zeit mal genauer unter die Lupe nehmen, ein paar Bilder machen und in die Equipmentliste aufnehmen. Dann denke ich weiter nach über: GW, can you please pimp my Amp??? Stehen sowieso noch Sachen an bei dem Ding. Speaker z.B. oder Wie alt isser denn nu, aber gerade wirds OT...

Was ein Glück habe ich gerade Zeit mich um diese Sachen zu kümmern :hihi:
Danke für den Tipp univalve!
Ciao
Monkey
 
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Bumblebee
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Hallo,

zum Thema "Sag" habe dann doch noch eine Frage:

Dieser "Sag" entsteht doch, da wegen des höheren Innenwiderstandes der Gleichrichterröhre das Netzteil kurzfristig nicht in der Lage ist ausreichend Strom "nachzuschieben".

Da aber ein AC-30 quasi im A-Betrieb (also dauernd unter Vollast läuft), dürfte doch ein Leistungseinbruch bei Aussteuerung gar nicht stattfinden bzw. es dürfte doch kein Unterschied zwischen Siliziumgleichrichter und Röhre bestehen - oder?

Gruß
Bumble
 
univalve
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Bumblebee":5r5p1rf5 schrieb:
Dieser "Sag" entsteht doch, da wegen des höheren Innenwiderstandes der Gleichrichterröhre das Netzteil kurzfristig nicht in der Lage ist ausreichend Strom "nachzuschieben".
Ja, so verstehe ich es auch.
Bumblebee":5r5p1rf5 schrieb:
Da aber ein AC-30 quasi im A-Betrieb (also dauernd unter Vollast läuft), dürfte doch ein Leistungseinbruch bei Aussteuerung gar nicht stattfinden bzw. es dürfte doch kein Unterschied zwischen Siliziumgleichrichter und Röhre bestehen - oder?
Eine Mär, die man nicht tot bekommt. AC-30 ist nicht "rein" Class A.
http://www.aikenamps.com/VoxAC30classA_2.html
Er ist Class A/B. Die Röhren haben somit einen geringeren Ruhestrom und es gibt eine Auswirkung auf den Gleichrichter. Und ja, ich bin mir sicher, dass der Unterschied hörbar ist.

Wobei man den Röhrengleichrichter auch bei Class A hört. Warum? Keine Ahnung. Müßte ein Techniker erläutern.

greetz
univalve
 
frank
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univalve":106an682 schrieb:
Wobei man den Röhrengleichrichter auch bei Class A hört.

Und ob das so ist. Ich habe einen reinen Class A, aber ganz bestimmt keinen an der Waffel. Und gut hören kann ich auch noch.
 
B
Bumblebee
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univalve":1gxx1kdt schrieb:
Eine Mär, die man nicht tot bekommt. AC-30 ist nicht "rein" Class A.

weiß ich auch, deshalb hab ich ja "quasi" geschrieben :)

Aber da der Ruhestrom ja schon so hoch ist, da dürfte sich der Sag ja eigentlich nur wirklich bei Vollaussteuerung des Verstärkers auswirken, aber wer kann schon seinen AC-30 voll aufdrehen.

Gruß
Bumble
 
univalve
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Bumblebee":10zj7gzs schrieb:
[Aber da der Ruhestrom ja schon so hoch ist, da dürfte sich der Sag ja eigentlich nur wirklich bei Vollaussteuerung des Verstärkers auswirken, aber wer kann schon seinen AC-30 voll aufdrehen.
Wie gesagt, Frank und ich haben "gehörtechnisch" andere Ergebnisse bei Class A - nicht nur bei Vollaussteuerung. Technisch kann ich das nicht erklären (interessiert mich jetzt auch nicht so brennend ;-) ), aber man hört es. :arrow: Ausprobieren.

Gefühlstechnisch (und mit meinem minimal technischen Wissen über Röhrenamps) wäre ich bei dem Tausch von der Gleichrichterröhre im vorhinein nicht auf die Idee gekommen, dass da tonal so viel passiert. Das Ausprobieren hat mich eines Besseren belehrt.

greetz
univalve
 
B
Bumblebee
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Nur noch was nebenbei - kam vielleicht nicht so rum:
Wir reden von einem drastischen Unterschied - nicht von einem, bei dem man das Gras wachsen hören muss.


ist mir schon klar, hat Frank ja auch noch mal betont.

Mich interessiert halt das warum.

Gruß
Bumble
 
A
Anonymous
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Ein sehr interessantes feld wie ich finde. Ich war schon sehr überrascht, was so ein Wechsel der Endstufenröhren (Gleicher Typ, anderer Hersteller) für Veränderungen mit sich bringt. Leider auch ein recht teures Vergnügen, wenn man mal nach Lust und Laune experimentieren möchte :/
 
gitarrenruebe
gitarrenruebe
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Hallo zusammen,

habe mir diesen Fred gerade nochmal aufgerufen und habe nun nach dieser Röhre gegoogelt.

Wer kann mir denn sagen, wo man eine solche Röhre herbekommt :shrug: ? Leider bekomme ich nur Ergebnisse bzgl. Erwerb im Ausland. Bei Tube Town und TAD sind die leider auch nicht im Sortiment.

Die 5R4WGB würde ich gerne mal in meinem neuen JTM45-Klon ausprobieren, was hier beschrieben wird klingt ja äußerst lecker.
 
A
Anonymous
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Moin,
eine sehr sehr gute 5AR4 gibt´s beim TAD.
Heißt 5AR4-STR Premium Selected und ist eine Repro der guten alten Mullard.
In meinem Plexi war der Unterschied zwischen einer 0815 Sovtek und dieser Röhre überaus stark hörbar.

Ach was generelles.... SRV Sound ist ja für viele DER Inbegriff von perfektem Fender Röhrensound.
Nun... seine Vibro und Super Reverbs hatten zwei wesentliche Mods:

1. Vibratoschaltkreis abklemmen und
2. Röhrengleichrichter gegen Diodengleichrichter tauschen.

Bei meinem alten Super äußert sich Mod 1. dramatisch.
Mod 2 ist interessant.... bei Settings von Volume 4-5 klingt der Amp mehr oder weniger identisch.
Wer jemals einen alten Super gehört hat weiß aber wie brüllend laut das Ding bei Volume 4 ist.
Dreht man weiter auf wird der Amp mit Diodenrecti im Bassbereich straffer.
Dann und nur dann macht das bei so überaus kräftigen Amps Sinn.
SRV war einer der lautesten Gitarristen die ich je live gehört habe.
Seine Super waren immer nahezu voll aufgerissen und alle Regler auf 10 [Cesar Diaz hat nur die Potiknöpfe verdreht damit Stevie dachte er hätte da einen Sound eingestellt - tatsächlich waren die Potis aber auf Anschlag]
dann wird der Super analytischer und cleaner und bricht im Bassbereich nicht ein.
Für Menschen ohne Hörschaden und ohne Dauer-Gigs in Stadien, kann man das aber gerne lassen ;-)
Das trifft jetzt auf Amps zu die 5AR4 oder GZ34 Rectis gebrauchen.
Andere sind da deutlicher zu beeinflussen.
Ach ja.... NIEMALS nicht den großen 5U4G Recti mit dem großen Kolben in einen alten Fender einbauen.... der Sound wird deutlich beeinflusst und in Richtung Boogie verschoben.
Man nimmt einem Blackface so sehr viel von seinem Charakter.

Grüße
MIKE
 
 

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