Aus illegal mach legal!!

bebob
bebob
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Theo Logie schrieb:
Kinners, langsam wird es albern.

Hehlerei kann nur gestohlene Waren betreffen. Das Instrument ist nirgendwo gestohlen worden.
Der Besitz ist völlig legal.

Als die staatlichen Stellen 2011 im Zusammenhang mit der Gibson-Rundholz-Affäre feststellten, dass sie 19 Jahre lang Hölzer ins Land gewunken und Gebühren kassiert hatten, also an dem illegalen Handel beteiligt waren, drehten sie komplett durch.

Nun wurde jede kommerzielle Aktion mit Rio-Palisander zur Straftat erklärt. Und jegliche Besitzübertragung. Damit war mir für einige Monate das Sterben amtlich verboten worden, denn vererben ist durchaus eine Besitzübertragung.

Da saß ich nun, amtlich verdammt zum ewigen Leben.

Dazu drohten allen Radio-Stationen empfindliche Strafen, wenn sie etwa „Still got the blues“ von Gary Moore sendeten. Hier war eine original 59er Les Paul am Start, sicher mit Rio-Board. Da GEMA fällig gewesen wäre, wäre dies eine „kommerzielle“ Nutzung, die unter Strafe stünde.

Es war sogar verboten, das Instrument auf Veranstaltungen, bei denen Gage gezahlt wurde, zu spielen!

Nach ein paar Monaten nahmen sogar Beamte, die bekanntlich gar nichts annehmen dürfen, hier Vernunft an.

Radio-Stationen durften wieder Garys Song spielen, und mir wurde großzügigerweise nun doch erlaubt, irgendwann abzutreten.

Schlimm ist die aktuelle Lage für Personen, die nicht einmal wissen, dass sie eine „toxisches“ Instrument besitzen. So sollen eine Reihe der Signature-Modelle der 59er (er hat tatsächlich eine 58er) von Gary Rossington Rio-Boards haben, gleiches gilt für die SRV-Signatures von Fender. Nur ist nirgends zu verifizieren, welche.

Vor einiger Zeit tauchte bei eBay eine 57er RI Goldtop zum moderaten Preis auf. Dazu die übliche Beschreibung. Auf dem Foto des Headstocks war aber klar die Seriennummer zu lesen. Das war eine 2003er Brasilianerin. Nur hatte der Besitzer davon offensichtlich keine Kenntnis. Klare Straftat ohne irgendwelchen Vorsatz! Irrsinn pur!

Theo
Natürlich ist das albern. Wenn ich eine Gitarre gekauft habe, werde ich nicht darüber nachdenken, das Griffbrett runterzuzimmern.
Ich glaube auch nicht, dass irgendwelche Beamte in der Lage sind, Hölzer zu erkennen, die dann angeblich strafbar/illegal sind.
Auch werden sicher keine "Beamten" losgeschickt, nach illegalen Hölzern an Gitarren zu suchen. Was das kostet. Wird also alles nur eine komplette Mär sein, den viele einfach nur runterbeten.
 
E
erniecaster
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bebob schrieb:
Ich glaube auch nicht, dass irgendwelche Beamte in der Lage sind, Hölzer zu erkennen, die dann angeblich strafbar/illegal sind.
Auch werden sicher keine "Beamten" losgeschickt, nach illegalen Hölzern an Gitarren zu suchen. Was das kostet. Wird also alles nur eine komplette Mär sein, den viele einfach nur runterbeten.

Hallo,

meine Schwester arbeitet beim Zoll, das vorneweg.

Nein, "irgendwelche" Beamte sind nicht in der Lage, Hölzer zu erkennen. Müssen sie auch nicht. Wenn sie einen Verdacht haben - und ja, die werden geschult - wird das entsprechende Verdachtsstück beschlagnahmt und geprüft. Ist alles gut, bekommt man den Gegenstand zurück, wenn nicht, bleibt er beschlagnahmt.

Und doch, "Beamte" werden losgeschickt, um illegale Hölzer zu suchen. Allerdings ohne Anführungsstriche und nicht nur bei Gitarren und vor allem hauptsächlich bei gewerblichen Anbietern. Holzhändler bekommen schon mal Besuch und ebay wird definitiv geprüft. Da sitzt keine Stasi und liest jeden Auktionstext, für so etwas gibt es Suchmaschinen. Und wenn jemand privat die kleine Holzdose aus Riopalisander oder den Kamm aus Elfenbein verkauft, muss schon echt Sauregurkenzeit in der Behörde sein, wenn sich jemand darum kümmert. Oder irgendein hohes Tier in der Behörde ist gerade auf dem Naturschutztrip.

Vergleichen wir mal: Der Zoll ist auch zuständig für Schwarzarbeit. Die Damen und Herren überprüfen sehr wohl große Baustellen und dort werden dann Sozialversicherungsausweise geprüft. Wenn dann jemand ein Dokument aus der Tasche zieht, dass der Zollbeamte nicht lesen kann oder in der Form nicht kennt, hat er in der Hinterhand einen Kollegen, der das kann und der wird dann prüfen. Allerdings steht der Zoll nicht jedesmal an der Wohnungstür, wenn irgendwo ein Staubsauger eingeschaltet wird und checkt, ob die Putzfrau angemeldet ist. Seine Putzfrau nicht anzumelden, bleibt aber illegal.

Get the idea?

Gruß

erniecaster
 
T
tommy
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Moin,


ich möchte hier zum eigentlichen Sachbereich nichts schreiben, weil ich weder betroffen bin noch Ahnung habe.
Aber ich frage mich schon die ganze Zeit, warum jemand dieses strafrelevante Thema öffentlich in einem Forum postet.
Finde eigentlich nur ich das merkwürdig?
 
michabekman
michabekman
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Theo Logie schrieb:
Kinners, langsam wird es albern.

Hehlerei kann nur gestohlene Waren betreffen. Das Instrument ist nirgendwo gestohlen worden.
Der Besitz ist völlig legal.

Als die staatlichen Stellen 2011 im Zusammenhang mit der Gibson-Rundholz-Affäre feststellten, dass sie 19 Jahre lang Hölzer ins Land gewunken und Gebühren kassiert hatten, also an dem illegalen Handel beteiligt waren, drehten sie komplett durch.

Nun wurde jede kommerzielle Aktion mit Rio-Palisander zur Straftat erklärt. Und jegliche Besitzübertragung. Damit war mir für einige Monate das Sterben amtlich verboten worden, denn vererben ist durchaus eine Besitzübertragung.

Da saß ich nun, amtlich verdammt zum ewigen Leben.

Dazu drohten allen Radio-Stationen empfindliche Strafen, wenn sie etwa „Still got the blues“ von Gary Moore sendeten. Hier war eine original 59er Les Paul am Start, sicher mit Rio-Board. Da GEMA fällig gewesen wäre, wäre dies eine „kommerzielle“ Nutzung, die unter Strafe stünde.

Es war sogar verboten, das Instrument auf Veranstaltungen, bei denen Gage gezahlt wurde, zu spielen!

Nach ein paar Monaten nahmen sogar Beamte, die bekanntlich gar nichts annehmen dürfen, hier Vernunft an.

Radio-Stationen durften wieder Garys Song spielen, und mir wurde großzügigerweise nun doch erlaubt, irgendwann abzutreten.

Schlimm ist die aktuelle Lage für Personen, die nicht einmal wissen, dass sie eine „toxisches“ Instrument besitzen. So sollen eine Reihe der Signature-Modelle der 59er (er hat tatsächlich eine 58er) von Gary Rossington Rio-Boards haben, gleiches gilt für die SRV-Signatures von Fender. Nur ist nirgends zu verifizieren, welche.

Vor einiger Zeit tauchte bei eBay eine 57er RI Goldtop zum moderaten Preis auf. Dazu die übliche Beschreibung. Auf dem Foto des Headstocks war aber klar die Seriennummer zu lesen. Das war eine 2003er Brasilianerin. Nur hatte der Besitzer davon offensichtlich keine Kenntnis. Klare Straftat ohne irgendwelchen Vorsatz! Irrsinn pur!

Theo


Nee, albern finde ich deine ewigen Versuche irgendetwas rechtfertigen zu müssen.
Deine Annahmen beruhen doch auch auf purer Theorie.
Solltest du oder dein Sohn nicht gerade in den Top10-Charts unterwegs sein, wird sicherlich niemand auf die Idee kommen dein Instrument vom Publikum aus mit Prüfungsbescheid kontrollieren zu wollen und aus dem Verkehr ziehen zu wollen. Solange du niemanden groß auf die Nase bindest, dass die Gitarre ein Rio-Board hat, wird auch niemand auf die Idee kommen dich in irgendeiner Form einer Straftat zu bezichtigen. Alles andere grenzt für mich schon an Verfolgungswahn.

Wie geschrieben muss schon extrem viel langeweile auf den Ämtern herschen damit da jemand aktiv wird und selbst dann muss er dich erstmal finden. Solche elend lange Forentexte werden vielleicht in einer Suchmaschine auftauchen :D - keine Ahnung
Wenn du so ein unerträglich schlechtes Gewissen hast, kann dir hier wohl auch niemand weiterhelfen., wenn du deine Gitarre unbedingt versauen möchtest, weil sie dein Gewissen belastet, mach es halt.
 
groby
groby
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michabekman schrieb:
Solange du niemanden groß auf die Nase bindest, dass die Gitarre ein Rio-Board hat, wird auch niemand auf die Idee kommen ...

Es geht nicht um die Praxis des Gitarrespielens.
Es geht darum, dass die Nachkommen eine "Original Gibson Les Paul" verkaufen können und dann Geld kriegen.
Oder dass sie eine "Original Gibson Les Paul mit RIO-PALISANDER BRAZILIAN ROSEWOOD!!!!!111ELF" verkaufen können und dann mehr Geld kriegen. Da wird sich ein Käufer schon dafür interessieren, Beweise und Papiere zu sehen wenn er dafür fett extra zahlen und dann artengeschütztes Gut in seinem Besitz haben soll.

Und da es eine ältere Gibson ist, wird sie (so wie Pre-CBS Fender) in weiter Zukunft auch noch aus der Pre-Behringer-Zeit stammen. Oder wer auch immer Gibson bald kaufen wird.
 
 

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