Aus wieviel Holzstücken darf eine Kopfplatte bestehn :-/??


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Hallo zusammen!
Hab mal bei meiner Epiphone Casino in einer kurzen Spielpause zufällig die Kopfplatte genauer angeguckt und feststellen müssen, dass die ja aus vier Teilen zusammengeleimt ist...
Was meint ihr dazu?
Hier mal noch ein Bild der Kopfplatte und zur Verdeutlichung einmal noch die Kanten nachgezeichnet.
kopfplatte1.jpg
kopfplatte2.jpg
 
A
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Die Holzstückchen würden mir weniger Sorgen machen.... die sehen wenigstens relativ kompakt verleimt aus...Grauenhaft ist die Anordnung der Mechaniken, vor allem die der D-Saite... :?

ohne Liebe, ohne Liebe, sag' ich nur... :oops:

Cheers!
 
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the singin' ass":205vnhys schrieb:
Was meint ihr dazu?

Ich meine dazu, dass Du Dir besser nicht vorstellen solltest, wieviele Bröckchen Holz unter einer deckenden Lackierung stecken.

Dafür sind sie billig und klingen...na ja, interessant?
 
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Hallo!
Ich meine dazu, dass Du Dir besser nicht vorstellen solltest, wieviele Bröckchen Holz unter einer deckenden Lackierung stecken
.
Unter der deckenden Lackierung???? Auf die meisten (Billig-)Klampfen wird doch nur ein Furnier geklatscht und gut ist. Die meisten SB-Klampfen bestehen auch aus 5-7 Stücken Holz, darüber kommt dann ein Furnier und fertig is die Laube!!
Gruß,
ph1L
 
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Naja, also eigentlich lass ich gegen diese Klampfe ja nichts kommen. Vom Sound her gefällt sie mir total gut, hat einen richtig vollen Klang. Und in meinen Händen liegt sie auch gut.
Bezahlt hab ich 530 Euro, wenn ich mich recht erinner.
Wie machts ihr beim Gitarrekaufen? Mit der Lupe anschaun, aufschrauben wie's drinnen aussieht... *g*?
Ok, das war die zweite E-Gitarre, die ich gekauft hab, meine allererste war eine Squier, als ich noch "klein" war und nicht gewusst hab wie n C-Dur geht *g*. Wieder was draus gelernt. :roll:

Grüßle, Julian
 
frank
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the singin' ass":2vokkib1 schrieb:
Bezahlt hab ich 530 Euro, wenn ich mich recht erinner.

Frei nach dem Motto: "Schlechtes muss nicht billig sein."

the singin' ass":2vokkib1 schrieb:
Wie machts ihr beim Gitarrekaufen? Mit der Lupe anschaun, aufschrauben wie's drinnen aussieht... *g*?

Nun ja, nicht gerade aufschrauben. Aber einen intensiveren Blick werfe ich schon darauf.
 
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the singin' ass":vhj7k5hh schrieb:
Wie machts ihr beim Gitarrekaufen? Mit der Lupe anschaun, aufschrauben wie's drinnen aussieht... *g*?

Grüßle, Julian

Naja, so nun auch wieder nicht. Ich finde, dass mit der aus Verschnitt zusammenverleimten Kopfplatte auch nicht so schlimm. Vor allem wennse klingt. Nur schön ist das natürlich nicht. 500 Euro ist jetzt nicht so viel Geld für ´ne Semi, mit eine bisschen Gespür hätte man füt etwas mehr ein besser verarbeitetes Instrument gefunden. Aber sei beruhigt. Wenn ich finde, dass der Preis stimmt, würde ich sowas vielleicht auch nehmen. Der Klang ist wichtiger. Da bekommt man auch für teueres Geld schlechte Gitarren. Aber eins ist mal klar. Ein Meisterinstrument ist sowas nicht. Würde ich auch nicht erwarten. Du kommst damit klar und gut is´.
 
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Marcello":2hgdzff1 schrieb:
the singin' ass":2hgdzff1 schrieb:
Wie machts ihr beim Gitarrekaufen? Mit der Lupe anschaun, aufschrauben wie's drinnen aussieht... *g*?

Grüßle, Julian

Naja, so nun auch wieder nicht. Ich finde, dass mit der aus Verschnitt zusammenverleimten Kopfplatte auch nicht so schlimm.

Moin!
Jau - es hat sich ja in unser aller Köpfe festgesetzt, dass das veraasen und verschleudern von Material ein Qualitätskritierium sei. Es gibt sogar einen Spinner, der Gitarren aus einer Bohle baut. Warum?
Bei Alembic gibt man 7000 Dollar für einen 7-11-Streifigen Hals aus. Sind das nicht ganz viele aneinander gebappte Hölzer? Gibson L5, Super 400, Birdland... alle mit 5-streifigem Hals. Bis in das letzte Jahrhundert wurden Kopfplatten mit einem sg. Kopfanschäfter, eine Art Schwalbenschwanz an den Hals angesetzt. Der Grund: Tropenholz wurde mit Segelschiffen und Ochsenkarren um die halbe Welt geschifft und war darum sehr wertvoll.
Statisch gibt es kein Argument für einteiliges Holz. Eine gute Leimfuge ist fester, als gewachsenes Holz.
Man könnte jetzt argumentieren, dass der vielfache Verleimen Resonanzen dämpft. Das ist vermutlich, zumindest bei neuen Instrumenten, richtig. Aber ist das schlecht? Will man denn Resonanzen? Eine eindeutige Resonanzfrequenz ist ein Deadspot oder ein Wolf. Auch darum sperren viele Hersteller die Hälse ihrer Instrumente.
Man darf bei der fotografierten Kopfplatte wohl schon von einer lieblosen Verarbeitung sprechen - ob die Gitarre hörbar anders klingen würde, wäre der Kopf aus einem Stück gefertigt, wage ich zu bezweifeln.
 
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Als Gegenbeispiel könnte man noch die Danelectro Dinger aus Pappmaschee anführen. Äussert billig gemacht, aber mit dem Lippstick PU klingen die Dinger völlig abgefahren. Ich finde die gut!
 
frank
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Hi,

nun ja, ich halte es durchaus für möglich, dass der Klang der Gitarre durch den Kopf nicht beeinflusst wird.

Andererseits wäre ich nicht bereit, 500 € für eine derart lieblose Verarbeitung zu bezahlen. Marcello hat recht, es ließe sich gewiß eine besser verarbeitete Gitarre finden, die die gleichen Klangeigenschaften hat.

Hier wird ständig davon geredet, dass man vor dem Kauf die Gitarren auf Verarbeitungsmängel prüfen sollte. Nur durch diese Prüfung und Ablehnung des Kaufes, sofern ein Verarbeitungsmangel erkennbar ist, kann man letztlich die Hersteller dazu bringen, wenigstens äußerlich korrekte Instrumente anzubieten, alternativ die "2. Wahl" preiswerter anzubieten.
 
physioblues
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Ach leute,

eine PRS für 3 Mille hat auch angeleimte Ohren am hübschen Köpfchen und man würde es da ja auch nicht verurteilen.

500.- Tacken für eine Gitarre die einem gut in der Kralle liegt und klanglich passt.... also ich kann da dann auch an einer schrägen leimnaht nichts schlimmes finden.

Besser jedenfalls als eine Gibson für 2 KiloEuro mit zu hohem Sattel und schrecklichen griffbrettkanten und schrumpeligem HalsKorpusÜbergang.

Also wenn´s passt, was soll´s.

P.S. : Der Muckerpolizei macht man´s eh nie recht und willige Miezen haben keine Ahnung von Klampfen. Für wen soll ich dann viel Geld für eine kaum bessere Gitarre hinlegen ?
 
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Moinsen,

ich denke auch, man sollte zwischen 2 Arten Mängel unterscheiden.


1)Welche, die rein kosmetischer Natur sind, aber sich nicht in Folgekosten niederschlagen. Macken, sichtbare Verleimung, eventuell nicht sauber verleimt.Lackmängel, etc, PiPaPo... Alles in dieser Richtung. Wenn Sie keine klanglichen Schwächen hat und der Preis stimmt, greift ruhig zu einer günstigen Klampfe. Was günstig ist, entscheidet der eigene Geldbeutel und Anspruch. Merke: Es müssen nicht immer die ganz bekannten Namen sein, sie dürfen es aber sein.

2)Welche. die aller Wahrscheinlichkeit nach Folgekosten nach sich ziehen werden, da Otto-Normal diese nicht selber so schnell in den Griff bekommt. Konkret: Sattel schlecht abegrichtet. Saite liegt zu hoch oder niedrig.Schnarren der Leerseite oder schwer bespielbar (+ 40 Euro). Bünde/G-Brett schlecht abgerichtet. Schnarren /Intonation ( Abrichten + 50 Euro. Neubundierung 160- 190 Euro). Meiner Erfahrung nach treten diese Mängel sehr selten auf. Aber oftmals wird billiges Material verwendet. Plastiksattel z.B: Die paar Cent, die da gespart werden, lohnen sich bei Massenfertigung. Auf dauer kommt man um einen Tausch wohl nicht herum.

Pickups sind Mikrofonisch. Leicht zu testen, indem man mal Gain und Volume etwas aufdreht. Manche PUs reagieren schon empfindlich, wenn man die Hand dicht über ihnen bewegt. Pfiiiiiiep. Feedback ist ein Interessantes Stilmittel, und nur bei der Jazzpolizei verwerflich, mit schlechten PUs aber kaum zu kontrollieren. (PU tausch ist prinzipiell recht teuer!!! und artet leicht in G.A.S aus)

Mechanische schwächen. Stimmwirbel/Tuner sind minderer Qualiät bedeutet schwer zu stimmendes Instrument. Heutzutage aber sehr selten, da selbst die günstigen Teile von recht hoher Qualität sind. (Neuer Satz Tuner: ab 30 Euro gibt´s gute Teile, man kann mehr investieren)
Brücke, Vibrato (falsch: Tremolo ;-) ) von minderer Qualität. Z.B. billiges Blech. Dies bedeutet mitunter schlechte Stimmbarkeit, starke Abnutzung, Ausleiern, Kantenbildung, Materialermündung bei starker Beanspruchung und Bruch. Die Meinungen bezügl. Klangbeeinflussung dividieren auseinander. ( Regulär gestimmt Ketarre bringt 70 kg Zug auf auf die Saiten! ). Je nach System variieren die Kosten hier. Sagen wir mal 50- 100 Euro.

Das ist was mir so im Moment einfällt. Dazwischen gibt´s mit Sicherheit noch so einiges. Z.B. aus Rinde gebaute Hälse. Das ist großer scheiß, man muss sich aber bewußt sein, dass man mir solchen Kuriositäten in Internetforen wirkliche "Highlights" setzt.

Wenn man also ´ne günstige Ketarre nimmt, die obigen Kosten, je nach Bedarf, hinzuaddiert und der Meinung ist der Kauf lohnt immer noch, der kann zugreifen. Entscheidend ist der Klang und man bekommt viele Intrument in eine gut spielbaren Zustand. Es mag nur etwas kosten. Hilfreich bein Gitarrenkauf: Instrument einmal testen, eine Woche Pause, wieder anspielen. Wirkt wunder. Manchmal fühlt sich ein Intrument aufgrund der psychologisch-physiologischen Tagesform saugut an. (Boah! Wat geh´ich heute ab wie Schmitz Katze) ist ein paar Tage später aber vielleicht wieder relativiert. Internet-Käufer ohne Rückgaberecht sind latürnich gelackmeiert.

P.S: Dies ist aus der Sicht eines Gitarristen geschrieben, der Gitarren als Mittel zu Zweck sieht. Natürlich habe ich Spaß an schönen Gitarren, Amps etc. Alles was gut und schön ist und auch teuer. Die Finanzen erlauben einem nur nicht immer alles!! Die Gibson- und Fender-Besitzer, mit ihren Vintage, Relic und NOS Klampfen, können einen ganz schön Kirre machen. Und ich gebe zu, dass ich hier und da neidisch bin. Ehrlich! Wenn ich Dukaten scheißen kann, wechsel ich auch das Lager... ;-)
 
frank
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Marcello":1i2cryn3 schrieb:
Die Gibson- und Fender-Besitzer, mit ihren Vintage, Relic und NOS Klampfen, können einen ganz schön Kirre machen.

Das stimmt, und nicht nur die.

Marcello":1i2cryn3 schrieb:
Und ich gebe zu, dass ich hier und da neidisch bin.

Dafür muss man sich nicht schämen.

Marcello":1i2cryn3 schrieb:
Wenn ich Dukaten scheißen kann, wechsel ich auch das Lager... ;-)

Und dann wirst Du merken, dass jenseits des Zaunes das Gras schon wieder oder immer noch grüner aussieht.
 
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Cher Frank und Marcello,

oft geht es ja eben gar nicht um die praktische Nutzbarkeit, sondern um die Ästhetik. Hier gilt immernoch mein liebstes Gedicht von Christian Morgenstern:

Der Äshtet:

Wenn ich sitze, will ich nicht
sitzen, wie mein Sitzfleisch möchte.
sondern, wie mein Sitzgeist sich,
säße er, den Stuhl sich flöchte.
Der jedoch bedarf nicht viel,
liebt am Stuhl allein den Stil,
und überlässt den Sinn des Möbels
ohne Grimm
....
der Gier des Pöbels.

Es gibt kein Recht und Unrecht in der Disskussion zwischen Nutzen und Schönheit. Das Eine hat mit dem Anderen nicht unbedingt zu tun. Gut so.

Schönen Sonntag noch.
 
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W°°":148me50e schrieb:
Cher Frank und Marcello,

oft geht es ja eben gar nicht um die praktische Nutzbarkeit, sondern um die Ästhetik. Hier gilt immernoch mein liebstes Gedicht von Christian Morgenstern:

Der Äshtet:

Wenn ich sitze, will ich nicht
sitzen, wie mein Sitzfleisch möchte.
sondern, wie mein Sitzgeist sich,
säße er, den Stuhl sich flöchte.
Der jedoch bedarf nicht viel,
liebt am Stuhl allein den Stil,
und überlässt den Sinn des Möbels
ohne Grimm
....
der Gier des Pöbels.

Es gibt kein Recht und Unrecht in der Disskussion zwischen Nutzen und Schönheit. Das Eine hat mit dem Anderen nicht unbedingt zu tun. Gut so.

Schönen Sonntag noch.

Sehe ich auch so. Was nutzt mir eine alte 50er/60er Gibson? Im Prinzip bedeutet das Stress! Die muss man hüten wie einen Augapfel und ist eigentlich ein "Wohnzimmer" Instrument.

Trotzdem hätte viele gerne so ein Instrument. Nostalgie, Ästhetik, Prestige etc., wird damit verbunden. Da nimmt vielerlei Unannehmlichkeiten in Kauf, die man eigentlich ablehnen würde. Das versteh´mal einer... ;-)
 
doc guitarworld
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Aber bei einer Anfang-60er-Strat muß man doch auch nicht mehr
soooo darauf bedacht sein, den Lack zu schonen ...

1961sunburststrat3.jpg


Aber die Verse sind schon sehr treffend ... Rilke?
 
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W°°":14homqyf schrieb:
Christian Morgenstern


Ist das deine Schruppe, Doc?

Sehr schön mit dem Flugrost...

Über Macken macht man sich vielleicht keine Sorgen. Bruch und Diebstahl wären schon sehr ärgerlich. Sind sie prinzipiell, aber bei solchen, in vielen Belangen wertvollen, Instrumenten, dann doch doppelt ärgerlich..
 
doc guitarworld
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Hi Marcello,

ich weiß, wem sie gehört und ich habe sie auch schon live
gespielt (siehe Avatar), er würde sie aber nicht hergeben, weil
sie wirklich schön ist (imho) und sehr gut schwingelingt!
Und naturelement auch schon etwas seltener ist.

Die ist wirklich gut angenagt ;-)

Morgenstern? Schön! Es hat ein ähnliches Metrum wie
etwas, was ich von Rilke kenne. Ich denke, von Walter werden
wir dereinst auch mit lyrisch-bissigem beglückt.
 
 

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