Barrée-Bassnoten mit dem Daumen greifen?


A
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Hallo,

ich habe das Problem, dass mein Zeigefinger sehr krumm ist und ich deshalb bei den großen Barrée-Griffen zwangsweise eine Saite abdämpfe (kleine Barrées kann ich problemlos greifen). Nur unter extremem Kraftaufwand kann ich meinen Finger so grade biegen, dass alle Saiten klingen. Auf Dauer ist es nicht auszuhalten und meine Hand verkrampft komplett.

Ein Freund hat mir deshalb geraten die Bassnoten der Barrée-Akkorde mit dem Daumen zu greifen und den Rest mit den Fingern, "wie es John Frusciante macht".

Jetzt saß ich die ganze Nacht dran und habe geübt und geübt. Das Greifen auf der E-Saite funktioniert schon recht gut, doch ist es überhaupt anatomisch möglich die A-Saite mit dem Daumen zu greifen? Ich kann es definitiv nicht und es scheint mir auch unmöglich, was recht ernüchternd ist.

Ein Problem wurde gelöst und ein weiteres geschaffen, da ich von einem kleinen auf einen großen Barrée die Handposition wechseln muss.

Jetzt meine Frage:
Lohnt es sich überhaupt weiterhin mit dem Daumen zu greifen und den Wechsel zu üben, oder soll ich lieber wieder alle Saiten mit dem Zeigefinger greifen und mit einer abgedämpften Saite leben?
 
Monkeyinme
Monkeyinme
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BlackDeath":2ocmvsnr schrieb:
Hallo,

ich habe das Problem, dass mein Zeigefinger sehr krumm ist und ich deshalb bei den großen Barrée-Griffen zwangsweise eine Saite abdämpfe (kleine Barrées kann ich problemlos greifen). Nur unter extremem Kraftaufwand kann ich meinen Finger so grade biegen, dass alle Saiten klingen. Auf Dauer ist es nicht auszuhalten und meine Hand verkrampft komplett.

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Jetzt meine Frage:
Lohnt es sich überhaupt weiterhin mit dem Daumen zu greifen und den Wechsel zu üben, oder soll ich lieber wieder alle Saiten mit dem Zeigefinger greifen und mit einer abgedämpften Saite leben?

Moin BlackDeath,
prinzipiell kannst du greifen wie du möchtest oder es dir anatomisch besser passt. Es gibt einige Gitarristen, die BAssaiten mit dem Daumen greifen. Ob E und A weiß ich allerdings nicht. Ich selbst hab es mal versucht aber wieder davon abgelassen, da ich nicht sooo gut damit zurecht kam.

Folgendes weiß ich noch von damals:
- Die Geschwindigkeit leidet, da die Handhaltung zwischen Barree und Nicht Barree geändert wird
- Eine Nacht reicht nicht um diese komplett andere Handhaltung wirklich zu können. Du vergleichst es ja mit einem Ergebnis, das innerhalb von Jahren entstanden ist.
- Es ermöglicht dir, innovativer zu greifen, da rein theoretisch die mittleren Saiten auch frei schwingen können, was mit einem normalen Barree nicht geht.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten für dich.
Hast du mal ein anderes Halsprofil getestet? Vielleicht ist das was du hast nicht geeignet? Testen, Testen, Testen...
Wie gut ist die Bundierung denn noch, wenn du die Saiten fest drücken mußt, ist die vielleicht schon abgespielt? Oder von vornherein zu flach (da sind die Geschmäcker ja verschieden...) Ebenso: Testen, Testen, Testen...

Ich bin sicher das meine sechs Saiten auch nicht immer alle frei schwingen. Je nach dem welchen Effekt ich erzielen will ist das auch garnicht nötig, bzw. ungewollt. Bei Rhythmusgeschrabbel (Braaat) greife ich eher die tiefen, bei zweiter Stimme (digidigidigidigidi) eher die hohen Saiten. Der Rest geht unter, oder ganz im Gegenteil, zerstört meine gewünschte Klangfarbe. Nur beim Zupfen stört es wenn eine Saite nicht schwingt :roll:

Was mit übrigens geholfen hat waren Fingerübungen ala 10-Fingersystem für den Computer, danach waren meine Fingerchen viel lockerer und liessen sich auch biegen ohne Kraftaufwand. Ich greife auch Barree mit dem Ring- und dem kleinen Finger wenn es sein muß (Z.Bsp. D im 5 Bund mit 2 Fingern)

Viel Erfolg beim Probieren!

Ciao

Monkey
 
A
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Ich spiele beide Varianten, je nachdem. Ja, es ist möglich, mit dem Daumen auch die A-Saite zu greifen (schau Dir mal Hendrix an), genauso wie es möglich ist, mit einem "krummen" Zeigefinger einen sauberen Barrèegriff zu spielen. Wie Monkey schon schrieb, es ist alles eine Sache der Übung.
 
frank
frank
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7-ender":cn344kmw schrieb:
Wie Monkey schon schrieb, es ist alles eine Sache der Übung.

Stimmt,

und Übung lohnt auch dann, wenn man nicht zur Perfektion gelangt. Immerhin erreicht man, dass man etwas variabler wird. Und auch das sollte man nicht unterschätzen.
 
A
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Hi!

Ich wende beides gerne und inzwischen auch mit Erfolg an ;)
Das Greifen mit dem Daumen finde ich insgesamt entspannter,das
stört nur, wenn man, wie schon geschrieben schneller die Akkorde wechseln
muss, da wechsel ich dann auch wieder zur klassischen Variante.

Interessant bei der Daumen-Greifweise ist die Möglichkeit auch Open-Chord zu spielen, denn die klingen auch ganz schön :)

Übe doch einfach beides bis es klappt. Barré Akkorde brauchen nunmal ein paar Jahre Übung bis diese auf allen Saiten klar klingen.

PS: Mein Zeigefinger ist auch krum :) Komischerweise nur der linke...

mfg Marius
 
A
Anonymous
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Hi,

ich versuche mich auch gerade am Daumeneinsatz bei Barreegriffen, allerdings scheitere ich noch an der Umsetzung, da ich mir über die Handhaltung nicht ganz im Klaren bin.

Beim Greifen liegt meine Handfläche am Hals an, was allerdings bewirkt, dass der Daumen nicht gerade auf die Saiten trifft, sondern eher schräg (linke Daumenseite). Außerdem fällt es mir schwer bei den ersten Bünden meinen Daumen so abzuspreizen, dass er den Grundton des Barrees sauber erwischt und nicht auf dem Bundstäbchen zum nächsthöheren Halbton aufliegt.

Habt ihr Tipps dazu? Geübt wird bereits fleißig...

ciao Christian
 
A
Anonymous
Guest
Hi!

Wenn du die ersten 10 Jahre Üben hinter dir hast, verwächst bzw. mutiert
dein Daumen dann auch so, dass das passt ;)
Genauso lief es bei meinem Zeigefinger...
Den hab ich mir jetzt auch so mit ner Weinflasche zerschnitten, dass ich froh bin, dass ich barres auch mit dem Daumen greifen kann, sonst wären barres nicht mehr drin..

mfg Marius
 
A
Anonymous
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BlackDeath":1qzfd0dv schrieb:
Jetzt saß ich die ganze Nacht dran und habe geübt und geübt. Das Greifen auf der E-Saite funktioniert schon recht gut, doch ist es überhaupt anatomisch möglich die A-Saite mit dem Daumen zu greifen? Ich kann es definitiv nicht und es scheint mir auch unmöglich, was recht ernüchternd ist.

Hi,

grundsätzlich hängt das von deiner (Daumen-)Anatomie und der Größe/Form des Gitarrenhalses ab. Bei einer Konzertgitarre kann so etwas nur jemand mit übergroßen Händen, wenn überhaupt, bei einer Strat mit schmalem V-Hals geht es kinderleicht.

Du solltest bei solchen Schwierigkeiten besser Rat bei einem kompetenten Gitarrenlehrer einholen, der kann u.U. auch deinem Zeigefinger auf die Sprünge bzw. Bünde helfen. Es ist nämlich für einen Laien oft überraschend, was er alles falsch machen kann, und oft gibt es eine gute Lösung, die aber nur ein Fachmann finden kann.

Grüße
 
A
Anonymous
Guest
Hallo!

Da ich selbst von Natur aus 10 krumme Finger habe, kenn ich das Problem. Barée-Griffe funktionieren bei mir aber, wenn ich die Kuppe des Zeigefingers fast komplett übers Griffbrett schiebe.
Ist bisl nen Drahtspiel mit der hohen e-Saite (weil meine Finger net nur krumm, sondern auch kurz sind^^) aber mit einiger Übung funktioniert das. Beim hm-Barée greif ich z.B. schräg mit abgewinkelter Fingerspitze. Schwer zu erklären... aber es klingen alle Saiten...
Sieht sicher schlimm aus... aber klingen solls ja...
Vllt findest du ja auch so ne Position bei der alle Saiten klingen, auch wenn sie noch so kurios aussieht ;o)

Viel Glück auf jeden Fall!!!

btw: Bass-Saiten mit dem Daumen is bei mir garnich drin irgendwie...

GL!

Daniel
 
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Julle
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Du musst auch bedenken, dass du, wenn du denn mit Daumen un Zeigefinger greifen möchstest, einen Finger weniger für den eigentlichen Griff zu Verfügung hast.
Damit würde ich nicht klarkommen.

Ich würde dir einfach raten, weiter zu üben bis du eine gescheite Handhaltung für dich persönlich rausgefunden hast.
Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das anatomisch unmöglich ist...
 
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Hi :-D

Ich greife z.B. manchmal den F 'praktisch' wie das C und spiele dann das tiefe F gar nicht mit - das merkt kaum einer...

Ich mach das dann je nach Gitarre und wie lang ich schon spiele - bei einer dick besaiteten Western-Gitarre verkrampft sich meine Hand gegenüber E- oder Konzert-Gitarre relativ schnell.

Die dicke Saite mitm Daumen mit zu greifen ist auch ne gute Möglichkeit - aber da noch die Lage der A-Saite mit dem Daumen sauber zu spielen das bedarf mit Sicherheit aber einiges an Übung - mein lieber Kokoschinski!

:lol:
 
A
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Julle":4xdzzjgy schrieb:
.......wenn du denn mit Daumen un Zeigefinger greifen möchstest, einen Finger weniger für den eigentlichen Griff zu Verfügung hast.........

versteh ich nicht. der zeigefinger ist doch beim barree sowieso *blockiert*, sodass mir *nur* mittel-, ring- und kleiner finger übrigbleiben, auch wenn der daumen die basssaite(n) bedient.....????

gausö, franz
 
A
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Guest
Da ich einen recht langen Daumen habe, liegt der beim Spielen von verkürzten Barrées eh immer über der E-Saite. Da kann ich die Saite auch gleich mitspielen...
 
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Der Daumen hängt bei mir auch meist über auf das Griffbrett. Das Problem ist nur, dass er natürlicherweise eher einen Bund zu hoch liegen würde. Sprich bei einem G Barrée würde der Daumen eigentlich lieber auf Gis liegen als auf G. Aber mit ein paar Verrenkungen klappt das schon... ;-)

ciao Christian
 
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Julle
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franz":tk6o444e schrieb:
Julle":tk6o444e schrieb:
.......wenn du denn mit Daumen un Zeigefinger greifen möchstest, einen Finger weniger für den eigentlichen Griff zu Verfügung hast.........

versteh ich nicht. der zeigefinger ist doch beim barree sowieso *blockiert*, sodass mir *nur* mittel-, ring- und kleiner finger übrigbleiben, auch wenn der daumen die basssaite(n) bedient.....????

gausö, franz


Und womit? Mit Recht!
Meine Überlegung war wohl doch etwas falsch, hatte den Daumen aus welchen Gründen auch immer gleich mit dem Zeige-, Ring- und kleinen Finger gesetzt. :roll:

Vergiss einfach meinen Beitrag, sorry for that...!
 
 

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