Delay Probleme wieviel ms braucht Mann


A
Anonymous
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Tach Jungs.

ich habe ein Problem mit meinem Delay und wollte euch mal nach eurer Meinung fragen...

Ich spiele zu 80% verzerrte Sounds durch meinen JCM800 und suche ein Delay das sich dort gut durchsetzt.

Als ich mal nen Tap Delay hatte, lagen die MS Zeiten immer so bei 500-520 ms... So locker auf die 1/4 getappt. Keine Ahnung ob das auch mit weniger gegangen wäre. Habe mich mit Delays noch nicht so beschäftigt.

Mein jetziges Delay rauscht einfach zu sehr, auch im Bypass...

Hier meine Fragen?

1. Würdet ihr ein eher dunkles oder eher helles Pedal für verzerrte Sachen verwenden?

2. Lieber nen Analogdelay (wenn man mal kuscheln will) oder für verzerrte lieber nen Hifi Digitaldelay?

3. Kommt man mit 300ms in der Praxis hin oder ist das nur Slapback und nen bißchen "Untermalung"

4. "Gewöhnt" man sich an wenige ms oder ist das einfach "analoger Kram" der heute viel besser geht.


Danke für die Hilfe
 
A
Anonymous
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Hi,

die MS beim Delay haben ja durchaus eine musikalische Bewandtnis.

Ich habe dazu eine einen Delay Kalkulator auf´m Rechner.

Bei 100 BPM hat z.B. eine ganze Note 2.400 ms, eine Halbe 1.200 ms, etc. pp.

Ein sogenanntes Slap-Back ist ja eher ein Reflektionseffekt. Ein kurzes Delay, dass einen ähnlich Effekt simuliert, wie die Reflexion des Schalls von einer nahen Wand. Wie eine Doppelung des Tons, mit sehr kurzer Zeitversetzung.

Die Sache ist , das Delays aber auch ohne einen direkten Time-Bezug funktionieren, wenn sie dem Signal quasi nur zu "Andickung" des Sounds beigmischt werden. Sie verwaschen den Sound etwas weniger, als z.B ein Reverb,liefern aber eine ähnlich Breite und Tiefe, obwohl sie nicht wirklich einen Raum darstellen. Dies gelingt mit Delays bei denen das Feedback auf der Zeit-Achse auch in der Amplitude immer mehr abnimmt. Klingen dann wie Reflektionen , die von immer weiter her kommen und leiser werden.

Ich hoffe das hilft dir weiter.

Ob Analog oder Digital, ob du jetzt eine genaue Tap/Time-Funktion brauchst kannst du ja nur in deinem persönlichen musikalischen Kontext entscheiden.

Alles andere wäre "Unken".

Millisekunden sind nicht Digital oder Analog , sondern eine Einheit bei der Zeitmessung. Ob du eine helles oder dunkles Pedal verwendest dürfte letzlich ganau so egal sein, wie wenn du ein grünes oder blaues verwendest. ;-)
 
A
Anonymous
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Hey,

das ist ja nun wieder eine klassische "Geschmacksfrage" ;-)

OK, jedenfalls hier mal meine Erfahrung/Meinung:

- Ich nutze für meinen Leadsound das Marshall Echohead-Pedal in der Hifi-Einstellung und dann Jimmy-Page-Style: EINE WH, allerdings recht leise (NICHT hören, wenn's da ist, HÖREN, wenn was fehlt :))
- Immer getappt (zumeist die von dir angesprochenen Viertel, auch mal Achtel)

Das Einschleifen vom Delay in die Amp-Distortion hat bei mir erst beim Koch funktioniert - davor (Peavey, Laney) hatte ich immer Verzerrungen (also die "ungewollten" ;-)). Mittlerweile fahre ich "amerikanisch" - also cleaner Amp und alles vom Board, dann sitzt das Delay exakt richtig. Viele Röhrenamps machen voll Stress in der FX-Schleife - von daher bietet sich dann der Einsatz eines inputregelbaren Delays an...

Ich betone nochmals: IMO.

Alle Grüße
o:dee
 
A
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Tach Jungs,

vielen Dank für die Antworten. Ich habe die Fragen wohl nich so richtig formuliert.

Also Geschmackssache ist das alles...klar... aber euer Geschmack würde mich interessieren.

--> "bettet" sich ein Analogdelay besser "organischer" in einen verzerrten Sound ein als ein Digitaldelay?

--> Arbeitet man bei z.B. 300ms noch mit Wiederholungen und einem "ausklingen" des Effektes oder "wirkt" das eurer Meinung nicht? Bei meinem Boss kommen mir diese Zeiten sehr kurz vor weswegen ich ein "ausklingen bzw. Echo" nur in längeren Zeiten ca. 500ms verwende.

--> Sind euch manche analog Delays für verzerrte Sound zu "mumpfig"

--> Wie "kompensiert" ihr die Ungenauigkeiten wenn nicht getappt werden kann. Sooo genau kann man die Regler ja vor allem live garnicht einstellen. Ich habe derzeit den Effekt, dass ich mein Delay live wenig benutze weil ich mir oft unsicher bin ob die Zeit stimmt (tappen kann ich bei mir derzeit nicht). Und wenn man dann mal nen Mitschnitt hört und wie das Delay das so rum "eiert" kann einem echt schlecht werden. Daher mein Trend zu "kurzen" Delays.
 
A
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nun gut, ich mag das tc vintage delay sehr gerne - klingt fuer ein digitales bodenkastl meiner meinung nach aussergewoehnlich gut und ist auch sehr variabel - wuerd ich an deiner stelle mal antesten - ich find auch das preis/leistungsverhaeltnis mehr als okay - you get what you pay for sozusagen
 
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erniecaster
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Hallo!

Den Hype um analoge Delays verstehe ich gar nicht. Ich mag es nicht, wenn das Signal immer mupfiger wird. Delaygeräte ohne Tap-Funktion kommen mir auch nicht mehr ins Haus - genau aus den von dir genannten Gründen. Wer weiss schon, ob der Drummer morgens Kaffee oder Tee hatte?

Von Line6 gibt es das Echo-Park-Pedal. Etwas höher als ein BOSS, ansonsten von der Größe her vergleichbar, nimmt klaglos die üblichen 9V-Netzteile, bietet simuliertes analog und digital und viele andere Dinge. Die Doppelbelegung des Fußschalters klingt vielleicht schwierig, funktioniert aber problemlos, entsprechend kannst du nach deinen Bedürfnissen tappen - und wenn der Drummer eiert jederzeit das Timing korrigieren.

Dieses Gerät benutze ich seit Jahren und mache mir über Delay seitdem keine Gedanken mehr. Vorher besaß ich das DL-4, diverse Boss-Geräte, das Ibanez AD-irgendwas und ein Digitech und war nie richtig zufrieden.

Gruß

erniecaster
 
muelrich
muelrich
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Das Echopark ist doch im Prinzip ein DL4 in klein und umständlich.....

von daher kann ich die Zufriedenheitsaussage nicht ganz nachvollziehen.....

...aber wen interessiert das schon......?

Uli

(aus welchem Film stammt der Spruch?)
 
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erniecaster
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Hi Uli,

beim DL-4 haben mich gerade die Größe und das Gewicht gestört. Dazu kam die Notwendigkeit eines Netzteils nur für dieses Gerät. Das fand ich umständlich, das Echopark ist dagegen für mich eine Befreiiung.

Da bücke ich mich doch gern mal, um vor einem Song mit einem gezielten Dreh den Delayanteil anders einzustellen.

Das Filmzitat kann ich leider nicht einordnen.

Gruß

erniecaster
 
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Das Linie Sex Echo-Park-Pedal hatte ich auch mal - genau 1 Woche. Prinzipiell nicht schlecht, aber gefiel mir ganz und gar nicht - die Sounds waren mir viel zu plastisch. Wenn man geprägt und verwöhnt ist von WEM Copycat und Space Echo RE 201.... ;-)

Tap Funktion ist ne feine Sache, brauch ich aber auch nicht unbedingt - ging früher auch ohne.
 
auge
auge
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Ort
zwischen Tür und Angel...
Ich verwende für meine Leadsounds vor allem bei eher getragenen verzerrten Soli sehr gerne ein Delay. Das tappe ich dann rein. Eingestellt habe ich dann 1/4 und es liefert genau eine einzige Wiederholung. Mir gefällts schon wenns durch das eintappen etwa in der Time ist.
Es gibt sogar Songs (Falco - Kommissar - Intro) da muss das Delay sehr genau in der Time sein weil sonst das Riff nicht so geil rüberkommt.
Zusätzlich hab ich beim Delay die Höhen ganz leicht gedämpft.
 
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Magman":1knc8qci schrieb:
die Sounds waren mir viel zu plastisch

Das heißt, sie waren dir zu dreidimensional? Zu operiert? Zu...? :D

(ich glaube, du meintest künstlich bzw. synthetisch. Plastisch heißt was anderes)

Das von der bloßen Klangqualität tollste Delay in meinem Haushalt war übrigens bisher das Carl Martin Red Repeat. ansonsten habe ich bezüglich Delays schon einiges durch und bin immer noch nicht zufrieden. Sollte es im
Laufe des Jahres doch bei Bodentretern statt Minirack bleiben, werde ich wohl den Memory Man with Hazarai antesten...
 
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nighthawkz":1bu6fd1l schrieb:
Magman":1bu6fd1l schrieb:
die Sounds waren mir viel zu plastisch

Das heißt, sie waren dir zu dreidimensional? Zu operiert? Zu...? :D

(ich glaube, du meintest künstlich bzw. synthetisch. Plastisch heißt was anderes)

Das von der bloßen Klangqualität tollste Delay in meinem Haushalt war übrigens bisher das Carl Martin Red Repeat....

Okay dann künstlich-synthetisch :lol:

Das Carl Martin Red Repeat ist ein klasse Delay. Auch das Delayla klingt sehr fein nach Tape Delay. Ich bin mit meinem Rocktron ShortTimer auch noch zufrieden. Werde mir aber sicher nochmals ein H&K Replex Tape Delay gönnen, das war bislang das beste was ich an neueren Geräten hatte. Klingt schon sehr geil nach Echoplex und hat sehr viel Wärme im Sound.
 
michabekman
michabekman
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Es ist natürlich immer die Frage, was man mit dem Delay alles anstellen will bzw. was es alles können muss.

Für eine schöne räumliche Wirkung bei Leadsounds reichte mir eigentlich immer ein fester Wert zwischen 350 und 450 (je nach Gusto) vollkommen aus.
"Getappt" klingt es natürlich einfach sauberer – keine Frage – ist aber auch immer bei Benutzung mit etwas Mehraufwand verbunden.

Je mehr du mit Verzerrung spielst, desto weniger macht ein Analog-Delay mit Tape-Echo-Funktion Sinn. Es verwässert dann einfach zu sehr.
Bei den üblichen Vintage-Sounds klingt jedoch ein Hifi-mäßiges Digital-Delay ziemlich daneben.


Sehr interessant scheint mir das neue Vox Time Machine (Joe Satriani) Pedal zu sein. Das bietet Tap-Tempo, schaltbare Umschaltung von Hifi- zu Vintage-Sound (was die wenigsten können) usw.
In der Tube gibt's ein schönes Vorführvideo.
 

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