Der Blick über den Zaun...


auge
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Liebe Gitarreros,

wie die meisten wissen spiele ich auch Saxophon in durchaus akzeptabler Qualität. Ich war schon mal auf Uni Niveau hab aber dann aus provaten Gründen knappe 20 Jahre pausiert.
Nun hab ich vor etwa einem Jahr wieder begonnen und mir die 4 wichtigen Instrumente Sopran, Alt, Tenor, Bariton zugelegt.
Nun ist es interessant die 2 Instrumente zu betrachten und auch deren Protagonisten.
Ich bin jetzt auf der Hochschule in die Bigband eingestiegen (Tenorsax) und da ist es völlig normal und üblich auch schwerere Literatur nach Noten vom Blatt spielen zu können. Da ist es üblich Intonation, Ausdruck usw. in Satzproben zu erarbeiten. Sounds abzustimmen und einen Satz gut klingen zu lassen.
Und das sind bei weitem nicht alles Profis (so wie ich ja auch nicht).

Es wird sehr wenig über Equipment geredet (Ok ein bissl schon) aber viel über Ton (In diesem Fall heisst das dann Ansatz) und über Phrasierung und solche Themen.
Wenn ich das jetzt in die Gitarrenwelt herüberdenke muss ich sagen sind wir (bin ich) ganz schön weit hinten.
Blattspiel? Wer kann das hier?
Noten als Basis für Musikmachen?
Improvisation ohne Skalen dafür mit Ton- und Melodieverständnis?
Zusammenspiel ernsthaft erproben?
Sich in einen Satz, eine Band einordnen?

Was denkt ihr?
Wer hat solche Erfahrungen gemacht mit seinem 2. Instrument?

Lg
Auge
 
A
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Das stimmt wohl, diese Themen finden hier wenig Beachtung. Da ich selbst eine Ausbildung an der klassischen Konzertgitarre habe, ist mir das Gebiet gut bekannt.
Ich hatte oft genug das Vergnügen, nach dem Vorspielen meinen Gitarrenlehrer hoffnungsvoll anzuschauen (waren ja keine Verspieler dabei, dachte ich) und dann die Leviten gelesen zu bekommen...
Hier fehlte mal die Betonung, dort das Gefühl, dann wieder keine Dynamik im Spiel, alles gleichlaut und so weiter. Über das richtige Anschlagen der Töne wird dann irgendwann nicht mehr gesprochen, sondern über das "wie".
Wir hatte auch für kurze Zeit ein kleines "Gitarren-Orchester", und das hat schon viel an Disziplin für alle erfordert.
Das läuft dann doch etwas anders ab als die Probe mit meinen Band-Jungs, wo erstmal jeder sein Lieblings-Lick runternudelt bevor es dann "gemeinsam" losgeht. Das kennt sicherlich jeder hier.

Da Du von Zweitinstrument sprichst: hab mal ein paar Schlagzeugstunden genommen. Das ist aber für mich ein reines "Bauch-Instrument", hier spiele ich wie es kommt und ohne jegliche theoretische Kenntnisse.
 
Thorgeir
Thorgeir
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Ahjo, das liegt halt nur marginal am Instrument, eher an den Anforderungen. Wenn Du als Gitarrist in einer Bigband einsteigst, kannst Du auch keine Tabulatur verlangen...
 
Riddimkilla
Riddimkilla
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Wohl gesprochen verehrter Kollege Auge! Meine Blasikanten kommen auch aus der Uni-Bigbandszene, den lege ich ein Notenblatt hin und dann spielen die was da steht, ok, wie solls klingen etc ist die Frage dann. Und dann treffen die sich schonmal unter sich. Auf der anderen Seite können sie auch Solistisch die Sau rauslassen. Sehr angenehm.

Ich selber bin als zweit Instrument der Percussion verfallen, ein wenig Conga aber die ganze Kleinpercussion und die komplette brasilianische Show. (Dude, wir können gerne mal Trinagel zusammen spielen ;-) ) Das ist einge Welt fast ohne Noten.

Für mich ist das alles wie verschiedene Seiten eines Würfels (Münze ist zu klein). Wichtig ist halt was hinten bei rauskommt. Wenn einer wunderbar vom Blatt spielen kann aber kein Solo auf ne schnöde I/IV/V Akkordfolge kann - danke, auf wiedersehen. Dafür haben sich die Frühen Punks einen Schssdreck um Dur und Moll geschert ...

Die Welt ist halt bunt!

Riddimkilla
 
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Bei mir ist die Gitarre das Zweitinstrument, mein Erstinstrument WAR knapp 10 Jahre (zwischen 6-16) Klavier (klassisch). Zu diesem Instrument habe ich den Zugang jedoch nie so richtig finden können.

Allerdings hat diese Ausbildung meine weiteren musikalischen Gehversuche (mein jetziges Erstinstrument ist nach einem Umweg über das Euphonium die Tuba) wesentlich erleichtert. Noten flüssig vom Blatt zu spielen ist in Bass- und Violinschlüssel bis zu einer gewissen Komplexität kein Problem, Tenor- und Altschlüssel stellt für kurze Stellen und mit ein wenig Denken/Wiederholung auch kein unüberwindliches Hindernis dar. Die weitere Musiktheorie hat sich in den letzten 10 Jahren mangels aktiver Anwendung aber schon ziemlich verflüchtigt.

Meine musikalischen Grenzen erfahre ich seit ca. 15 Jahren in einem sinfonischen Blasorchester mit anderen ambitionierten Laien. In meinem örtlichen Musikverein muss ich mir bei einer Häufung von mehr als 2 Noten pro Takt aber immer noch ab und an die Frage anhören ob das auf einer Tuba spielbar ist...

Sachen frei aus dem Kopf spielen oder auch mal spontan begleiten und in die Tonart finden? Ja, geht wenns nicht zu kompliziert wird.

Diskussionsthemen unter Tubisten? Intonation, Technik, Phrasierung, Spieltipps, Pflegetipps...Vintage? Ja, oft aus gutem Grund aber den heutigen Instrumenten gleichwertig! Aging/Relic? Bin ich bescheuert? Das kommt leider von allein.

Equipment ist auch ein Thema, aufgrund der gehobenen Preise aber eher in der Theorie und mit etwas weniger Mythen. Nach diversen Leihinstrumenten hab ich mir mit 21 nach 12 Jahren mein erstes eigenes Instrument (~50 Jahre alt also vintage und ziemlich geaged) zum Preis von 1500€ (NP des Modells heute ~10000€) gekauft. Meine "neue" ist gehobene Mittelklasse und hat vor 2 Jahren als Vorführinstrument knapp 6k€ gekostet. Testen heißt die Instrumente der wenigen Kollegen spielen oder ansonsten suchen und fahren, selten dass man im gleichen Laden 2 Instrumente der gleichen Klasse vergleichen kann...

Ich wage zu behaupten dass der größte Unterschied zur E-Gitarre ist das der Ton wie auch der erreichbare Tonumfang in erster Linie vom Ansatz und nicht von der Amp-Einstellung abhängt. D.h. der Anfänger braucht viel länger bis es "geil" klingt.

Dass diese Instrumentengattung auf den ersten Blick viel "uncooler" für den Musikernachwuchs ist, darüber brauchen wir auch nicht zu diskutieren.

Soviel zu MEINEM Erstinstrument. Merke gerade dass es ein langer Beitrag geworden ist.

Auf der Gitarre versuche ich das ein oder andere davon umzusetzen. Noten auf der Gitarre nachzuspielen geht solange es nicht (zu) mehrstimmig ist. Auf dem E-Bass bei einfachen Musikvereinstiteln ein wenig zu üben, dann klappts. Aber leider nur bei sehr einfachen Sachen flüssig und vom Blatt. Auf Saiteninstrumenten finde ich Tabulatur wesentlich passender. Akkorde? Tja ohne ist blöd, aber viele kann ich nicht...

Was bleibt als Fazit? Ich kann die Erfahrung vom Auge teilen. Im Schnitt glaube ich bei den Bläsern die notenfesteren Musiker zu finden und wesentlich weniger Poser-Faktor. Ab einem gewissen Level gleicht sich das aber auch wieder an. Als Unterschied bleibt: Im Bläserbereich wird man kaum einen anerkannten Spieler finden der kein Noten- bzw. Blattspiel beherrscht, nicht einigermaßen weiß was er spielt oder nur mit einer Stilrichtung aufwarten kann.

Gruß, Thomas
 
Swompty
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Denke, dass bei Bläsern mehrere Punkte zusammenkommen.

a) Sie sind deutlich weniger egozentrisch und umgänglicher

b) Meistens haben sie nur ein Instrument (kenne wenige Saxophonisten, die z. B. zwischen Alt und Tenor wechseln)

c) Das Instrument, das sie besitzen ist meist richtig teuer (Anschaffung und Unterhalt)

d) Effekte ... werden nicht benötigt, Verstärkung erfolgt über die P.A., die brauchen halt nur ein Mikro und fertig

Bei Bläsern stellt sich halt nicht die Frage woher der Ton kommt.

Hat man einen schlechten Ansatz, klingt es auch nicht gut.

Da helfen auch keine Boutique-Effekte oder -Verstärker ;-)

Ist bei der Gitarre aber genauso...
 
A
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Mein Zweitinstrument ist das Klavier. Erfahrungen mit einem richtigen Melodie- oder Orchesterinstrument habe ich nicht, wohl aber habe ich als Schüler viele Jahre in einer außergewöhnlich guten Schul-Bigband E-Gitarre gespielt. Akkordbezifferung mit Rhythmusnotation beherrsche ich vom Blatt dementsprechend immer noch im Schlaf. Mein sonstiges Blattspiel ist (trotz meines Musikstudiums mit Hauptinstrument klassischer Gitarre) immer noch alles andere als perfekt.

Wenn ich das Klavier und die Gitarre vergleiche, so fällt direkt auf, dass das Blattspiel auf einer Gitarre ungleich schwieriger ist. Beim Klavier wird jede Note unmittelbar in den Druck genau einer möglichen Taste umgesetzt. Bei der Gitarre muss man entscheiden, welche Saite man nimmt und - sofern es sich um mehrstimmige Musik handelt - welchen Griff man wählt. Dies ist ein zusätzlicher Gedankenschritt, der das Blattspiel für Gitarristen ungleich schwieriger macht als für Pianisten. Erschwerend kommt bei der Gitarre noch hinzu, dass man nie gleichzeitig das Griffbrett und die Noten im Auge behalten kann, während man am Kavier immer im Augenwinkel die Klaviatur und die Finger sieht, wenn man in die Noten schaut.

Bei Blasinstrumenten und Streichinstrumenten ist die Anforderung bzgl. Blattspiel ebenfalls geringer als bei der Gitarre, da es sich fast immer nur um einstimmige Musik handelt, die umzusetzen ist.

Dies soll jetzt nicht heißen, dass ich vor der Fähigkeit von Bläsern und Streichern, komplexe Musik nach Noten zu spielen und intensiv an Phrasierung und Ton zu arbeiten, nicht den allergrößten Respekt hätte. Nur haben wir Gitarristen nicht den kleinsten Anlass zu einem Minderwertigkeitskomplex.

Übrigens wurde die polyphone Instrumentalmusik in der Renaissance zu einem großen Anteil nicht in Standardnotation entwickelt, sondern in Lauten-Tabulaturen. Und diese Lautenmusik legte den Grundstein zur Entwicklung einer selbstständigen instrumentalen Kunstmusik in Europa.
 
E
erniecaster
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Hallo!

Mein Zweitinstrument war immer der Gesang. Da ist mit Equipment nicht so sehr viel, klar. Dafür hat jeder Tuppes eine Meinung dazu. Eine Band kann noch so lausig sein, wenn der Sänger/die Sängerin gut ist, ist das die halbe Miete. Wenn dann noch Backgroundvocals passend dazu kommen, wunderbar. Jetzt noch eine groovende Sektion aus Bass und Schlagzeug, dann ist das eine gute Band - vorausgesetzt, Keyboard und Gitarre und sonstige Deppen müllen nicht alles zu und verkacken es.

Dann hatte ich ein Jahr Klavierunterricht und das war sehr, sehr gut. Wenn Zeit, Geld und Platz das erlauben würden, würde ich sehr einerseits sehr gern wieder Klavier spielen, andererseits mucke ich in zwei Formationen mit Kollegin/Kollegen an den Tasten und sollte lieber erstmal richtig Gitarre spielen lernen.

Dennoch hat mir das Klavier eine Menge gebracht. Die Harmonielehre liegt offen und klar erkennbar vor einem auf der Tastatur und unter Pianisten ist Gerede über Equipment auch selten. Und so wie MH war Klavierspielen nach Noten für mich durchaus machbar. Auf der Gitarre geht da gar nichts.

Tatsächlich unterhalte ich mich unter Musikern gar nicht so gern mit Gitarristen sondern lieber mit allen anderen. Und wir Gitarristen kommen vielfach nicht gut dabei weg: Zu laut, zu viele Soli, Stress mit Equipment etc.

Ich sag immer: Ich will kein Gitarrist sein. Ich will Musiker sein, der zufällig Gitarre spielt.

Gruß

erniecaster
 
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erniecaster":1o7ah4wv schrieb:
Ich will kein Gitarrist sein. Ich will Musiker sein, der zufällig Gitarre spielt.
Umgekehrt kenne ich (gerade als Musikpädagoge) aber auch unzählige Musiker, die irgendwann unbedingt Gitarre lernen wollen, weil sie uns darum beneiden, dass wir unser Instrument überall mit hinnehmen können und stets etwas dabei haben, um unseren Gesang zu begleiten. Außerdem fasziniert viele, dass man die Gitarre, sofern man einigermaßen singen kann, auf fast jedem Niveau befriedigend spielen kann. Wer ein bisschen singen kann, G-Dur, E-Moll, C-Dur und D-Dur auf der Gitarre greifen kann und dazu einen Kapo besitzt, kann schon viel "vollständiger" allein Musik machen als selbst der beste Saxophonist oder Trompeter.
 
Ugorr
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Moin.
Für mich ist die Gitarre Zweitinstrument. Posaune ist das Erste Wahl(BigBand, Lehrer und Leitung eines Blasorchesters). Und da geht auch Blattspiel, Noten lesen, schreiben, arrangieren usw. Aber seitdem ich Gitarre spiele, geht das andere viel besser(inzwischen spiele ich auch schon Gitarre mehr als 10 Jahre). Plötzlich bekam die ganze Theorie Sinn und man befasste sich ganz anders mit Akkorden usw. Tatsächlich spiele ich gerne Gitarre, aber für mich ist das Ding mit den Sechs Saiten Werkzeug und Krücke um Singen und Songs schreiben zu können. Das mache ich wie gesagt auch sehr gerne, aber ich habe zB keinerlei Ambitionen nur Gitarre in einer Band zu spielen.
Über Equipment zu labern(und GAS zu haben) und mal nicht über Ton ist doch auch ganz erfrischend. Und ja, das nicht viel über Equipment geredet wird liegt sicher auch am Preis. Ich besitze inzwischen 3 Posaunen, aber eine würde auch reichen.
Lustigerweise klappt das Blattspiel mit dem Bass auch ganz gut, nur kenne ich zu viele gute Bassisten und ich darf überall nur meine Tröte auspacken oder Singen/Gitarre spielen. :(
Gruß
Ugorr
PS @duke_earl: Ich kenne soviele egoistische und nervtötende Bläser, das geht auf keine Kuhhaut. Im Blasorchester ist das Äquivalent zum Leadgitarristen mit MegaEgo oft im Trompeten/Flügelhornsatz zu finden. Vom neurotischem Dirigenten und frustrierten Hornspieler mal zu schweigen. Nur Posaunisten sind völlig normal und akzeptieren ihre Rolle als gottgleiche Wesen ohne die ein Orchester bzw die Welt völlig am Ende wäre.
 
A
Anonymous
Guest
Tach zusammen!

Mein Zweitinstrument ist Slidegitarre. Umgestimmt.

Klar, die Verstärkung bleibt die gleiche. Aber weder linke noch rechte Hand kann man ohne Weiteres vom normalen Gitarrespiel übernehmen(da muß man nicht einmal mit hinter-dem-Slide-greifen wie Sonny Landreth). Intonation und besonders Dämpfung gewinnen eine ganz neue Bedeutung, je nach Tuning liegt kaum ein Ton auf dem Griffbrett an der gleichen Stelle.

Macht aber richtig Spaß!
 
karlchen
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Huhu Auge,
interessantes Thema und willkommen in meiner Welt zwischen meinem 8 und 16 Lebensjahr (was mit knappen 30 schon ne Weile her ist).

Als Sohn eines absoluten Blasmusik-Fans (Die Egerländer, Slavko Avsenik, Zillertäler in der Slavko-Besetzung u.ä. sind seine Helden etc.), Bariton-Spielers und ehem., gelernten Musikvereins-Dirigenten kommt man mit solchen Themen und auch gängigen Instrumenten (Zugposaune, Bariton, Trompete) in Berührung.
Ich selbst aber nur auf "Schnupperniveau", was zumindest mal für kleinere "Konfirmations-Band-Auftritte" oder zu Geburtstagen in der Familie ("Pomp and Circumstances" lässt Grüßen) gereicht hat.
Bestehen konntest du da nur, durch Ansatz und Noten... (glücklicherweise hat mir der Klavierunterricht genügend Noten eingetrichtet um einigermaßen mithalten zu können).

Die gemachten Erfahrungen sind:
Noten sind dort enorm wichtig. Sie sind die unverzichtbare Basis des Zusammenspiels! Gerade in 30, 40 oder gar 100 Mann-Vereinen.
Als zweites zählt die Tongestaltung mit Hilfe des Ansatzes. Nur wer übt und seine Lippen und Blastechnik trainiert wird den vollen Tonumfang des Instruments überhaupt erreichen/spielen können. Also nicht wie bei der Gitarre wo einem der Komplette Tonumfang des Instruments von Anfang an spielbar zur Verfügung steht!
Nur mit gutem Ansatz hat man als Musiker überhaupt eine Chance in Blasmusik-Formationen (gilt auch für BigBands und Brass-Bands; nicht nur für klassische Musikvereine) mit Anspruch und hohem Niveau zu spielen.

Proben laufen -meiner Erfahrung nach- so:
1-2 Mal die Woche ist Probe.
Die Instrumente haben verschiedene Stimmungen und Stücke werden in unterschiedliche "Register" für bestimmte Instrumentengattungen aufgegliedert. Als erstes kauft/leiht/besorg der Verein/die Gruppe mal einen Notensat für seine Register. Die 2 Proben sind dann quasi 1x Registerprobe und 1x Orchesterprobe. So wird dann das "Gesamtkunstwerk" zusammen gesetzt.

Improvisation kenne ich in diesem Genre eher als etwas Untergeordnetes.
Außerdem ist es eher etwas für die wirlich Besten.
Und selbst dort ist die Quelle sehr oft ein in Noten gefasstes Solo, welches der Instrumentalist -bei entsprechendem Können- vielleicht noch weiter variiert... Soli haben zwar vom Können her einen hohen Stellenwert und ein hohes Ansehen. Sie bleiben auch nur den Besten im Verein/der Formation vorbehalten. Musikalisch betrachtet spielen sie eher weniger eine Rolle, da Sie nicht sonderlich oft vorkommen!

Es kommt mir oft wie eine umgedrehte Welt (im Vergleich zum Gitarrenspiel, Bandspiel) vor.

Trotz allem kann das alles ja wunderbar miteinander harmonieren. Gerade wenn Könner ihres Faches am Werk sind.
Beginner haben oftmals erst eine Hürde zu meistern.
Blasinstrumente spielen vom Tonumfang her oftmals in B, F (mit Glück in G).

Da ich -trotz vieler Möglichkeiten in der Vergangenheit- wenig mit Musiktheorie (die ist aus meiner Sicht in dem Bereich zwingend notwendig ) anfangen konnte und du für einen guten, schönen Ton(umfang)- auch sehr viel kontinuierliches Üben brauchst (und ich jeher chronischne Zeitmangel habe) bin ich mit diesem Genre auch nur bedingt warm geworden... habe aber noch ein paar Kumpel/Bekannte und viele Verwande die da teilweise fast schon semiproffesionell untwerwegs sind...

GAS ist eigentlich den ganz wenigen Verrückten oder den bezahlten Profis (mit nem Hang zur Sammelleidenschaft) vorbehalten. Ansonsten recht unbekannt.
Wie erwähnt. Wenn's laut sein muss, gibt's halt ein Micro und basta.
Dann brauch man vielleicht noch EINEN Schalldämpfer.
Sustain ist deine Atemtechnik + Ansatz
"DER Tone!" ist dein Ansatz + Erfahrung
Ich weiss nicht, wie's inzwischen aussieht. Aber vor einigen Jahren, waren selbst "günstige" Blasinstumente noch so teuer, dass man sich -so man sich's nicht vom Verein geliehen hat- nur eins, vielleicht noch ein zweites (neu) kaufen kann/konnte. Zumindest als Normalsterblicher...
Und ein Blasinstrument Second Hand ist immer so ne Sache... auch wenn's dafür nen Markt gibt... ;-)

Das so als ein kleiner Abriss der gemachten Erfahrungen/Beobachtungen...
 
Gerrit
Gerrit
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erniecaster":30bpzyew schrieb:
Ich sag immer: Ich will kein Gitarrist sein. Ich will Musiker sein, der zufällig Gitarre spielt.

Ein schöner Ansatz ... und wie sieht's mit der Umsetzung aus?

Von denjenigen in meinem Bekanntenkreis die Gitarre spielen, nennt sich
der Hauptteil Gitarrist, ein ungleich geringerer Teil schimpft sich Musiker
und die ganz wenige sind es dann auch noch.

Das soll keine versteckte Kritik sein. Ich bin nur immer wieder erstaunt,
mit welchem Ansatz sich manche an das Unterfangen Gitarre in der Band
ran wagen. Dennoch ist es meistens die selbe Leier: Gitarre zu laut,
ellenlanges nichts sagendes Solo, etc. Erfrischend sind da die Ansätze
von Anfängern, die sich entweder nicht trauen, oder erstmal schauen was
geht und deshalb zurückhaltend sind.

Ach ich immer wieder, das hatten wir doch mittlerweile zehntausend Mal ...

Zweitinstrument: Keyboard, bzw. Midi-Master-Keyboard in den Mac und
dann mit allerlei Samples experimentiert. Klavier, Synthesizer, etc.
Theoretischer Hintergrund wurde bei mir dadurch lobenswerterweise
wieder aufgefrischt.

Da ich in China bin, liegt leider momentan alles etwas brach ...
 
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Also ich will Kollege Auge hier kein Brot schmieren, aber ich finds supertoll wenn man in diesem Alter noch ein zweites Instrument anfängt zu erlernen.

:hihi:

...nee iss wirklich klasse ;-)
 
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erniecaster
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Hallo!

Gerrit":2f1e5f9g schrieb:
erniecaster":2f1e5f9g schrieb:
Ich sag immer: Ich will kein Gitarrist sein. Ich will Musiker sein, der zufällig Gitarre spielt.

Ein schöner Ansatz ... und wie sieht's mit der Umsetzung aus?

Sehr gut, ist quasi erfolgt. Meine neue Band war vorher einen "Guitarhero" gewöhnt und ist jetzt manchmal im positiven Sinne irritiert, weil ich viel mehr auf den Gesamtsound der Band höre als nur auf meine Parts. Ich spiele immer weniger Töne, lasse mehr Raum, bringe mich in Sachen Backgroundvocals mehr ein und stelle den Song in den Mittelpunkt.

Ich will auch nicht mehr "zurück".

Gruß

erniecaster
 
auge
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zwischen Tür und Angel...
Magman":22byv23z schrieb:
Also ich will Kollege Auge hier kein Brot schmieren, aber ich finds supertoll wenn man in diesem Alter noch ein zweites Instrument anfängt zu erlernen.

:hihi:

...nee iss wirklich klasse ;-)

Also ich hab ja schon mit 15 begonnen Sax zu erlernen. Nur eine lange Pause hab ich mir gegönnt.


Wie ich sehe haben hier einige ein 2. Instrument bzw. sogar die Gitarre als 2. Instrument. Einige fühlen sich auf den Schlips getreten weil sie sich in ihre Welt zurecherklären müssen? Dabei habe ich es gar nicht als Kritik an der Gitarrenwelt verstanden sondern eher als interessante Beobachtung.
Ich gehe ja tendenziell eher den Weg vom Ernie mit dem Unterschied, dass ich schon noch soliere ;-).
Ich werde auf jeden Fall das Hochschulstudium dazu nutzen, meine Skills im Bereich Blattlesen und Notenverständnis auszubauen.
 
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jock
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auge":wojasxlh schrieb:
Es wird sehr wenig über Equipment geredet (Ok ein bissl schon) aber viel über Ton (In diesem Fall heisst das dann Ansatz) und über Phrasierung und solche Themen.
Wenn ich das jetzt in die Gitarrenwelt herüberdenke muss ich sagen sind wir (bin ich) ganz schön weit hinten.
Blattspiel? Wer kann das hier?
Noten als Basis für Musikmachen?
Improvisation ohne Skalen dafür mit Ton- und Melodieverständnis?
Zusammenspiel ernsthaft erproben?
Sich in einen Satz, eine Band einordnen?

Was denkt ihr?
Wer hat solche Erfahrungen gemacht mit seinem 2. Instrument?

Lg
Auge

In meiner Eigenschaft als gelernter Akkordeonspieler habe ich nie über Equipment diskutiert, dafür umsomehr totlangweilige Orchesterproben ertragen und mich über zickige oder unvorbereitete Kollegen geärgert. Die Typen gibt es nicht nur unter Blasmusikern oder Gitarristen. Egomane Selbstdarsteller (-innen), die aber noch nicht mal den Takt vernünftig halten konnten, habe zu genüge kennengelernt. Das einzige, was ich aus dieser Zeit gelegentlich vermisse, sind die Auftritte, wenn es denn mal gelang alle 14 Musiker zusammen 'swingen' zu lassen. Wäre das Programm nicht so furchbar gewesen, hätte ich vielleicht weiter gemacht... trotz Ritchie B. und vor allem Malcolm Y.

Die in der Jugend verinnerlichten musiktheoretischen Zusammenhänge auf die Gitarre zu übertragen, habe ich lange nicht ernsthaft versucht, ich war zufrieden ein Dilettant und Autodidakt zu sein. Seit zwei Jahren bekämpfe ich meine Ahnungslosigkeit mit Gitarrenunterricht und entdecke all die seltsamen Dinge, wie Modes, Stufenakkorde und das ganze Zeug, das für mich bisher keinen Namen hatte, oder mir einfach nie begegnet war. Kann ich nur weiterempfehlen, auch jenseits der 40 kann man noch ein Instruments erlernen.

jock
 
Gerrit
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erniecaster":1dxp5580 schrieb:
Sehr gut, ist quasi erfolgt. Meine neue Band war vorher einen "Guitarhero" gewöhnt und ist jetzt manchmal im positiven Sinne irritiert, weil ich viel mehr auf den Gesamtsound der Band höre als nur auf meine Parts. Ich spiele immer weniger Töne, lasse mehr Raum, bringe mich in Sachen Backgroundvocals mehr ein und stelle den Song in den Mittelpunkt.

Das ist schön! Damit bist Du in Sachen "gitarristisches Selbstverständnis in
einer Band" was mich angeht in Vorbildfunktion getreten! Ob man Dir dazu
gratulieren sollte, weiss ich nicht. Ich freu mich auf jeden Fall für Dich.
 
Swompty
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Bei aller Banddienlichkei - die ich ja auch gut finde.

Aber: Was wäre die Welt ohne Gitarrenegomanen wie Ritchie Blackmore, Gary Moore ...? :-D
 
Swompty
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Du meinst dann wären auf Parties in meiner Jugend nicht "Smoke on the water" sondern Steely Dan-Nummern zum Abrocken gespielt worden?

Hätte meinen Horizont damals wohl überstiegen ;-)
 
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auge":5wutt62z schrieb:
...
Wenn ich das jetzt in die Gitarrenwelt herüberdenke muss ich sagen sind wir (bin ich) ganz schön weit hinten.
Blattspiel? Wer kann das hier?
Noten als Basis für Musikmachen?
Improvisation ohne Skalen dafür mit Ton- und Melodieverständnis?
Zusammenspiel ernsthaft erproben?
Sich in einen Satz, eine Band einordnen?

Was denkt ihr?
Wer hat solche Erfahrungen gemacht mit seinem 2. Instrument?

Moinsen,

ich spiele kein zweites Instrument; ich dennke aber, der Vergleich Sax an einer Hochschule und Gitarre in einer Autodidakten-Laienband, der hinkt ein wenig.
Ich denke, das Niveau wird auch bei Gitarre in einer Hochschul-Band höher sein als bei der Band die in Schmidts Garage probt. ;-)
Saxophon ist nicht polyphon wie Gitarre.
Ferner können, so vermute ich stark, nur wenige Saxophonisten die schnelleren Gitarrensoli mancher Rock- und Metallgitarristen wirklich in dem Tempo rein "vom Blatt" spielen. Oder überhaupt in diesem Tempo spielen. :)

Ich weiss nicht, wie wirklich gute Instrumentalisten dies tun; als ich noch nac hNoten gespielt habe, dienten die Noten eher als Grundlage zum (Auswenig-)Lernen eines Musikstücks. Und wenn ich das Stück genug geübt hatte, waren die Noten nur noch eine Erinnerungshilfe, mit der ich beim "vom-Blatt-Spielen" nur die Lücken des Auswendiggelernten schloss Für Aussenstehende mag das ausgesehen haben, als würde ich rein vom Blatt spielen; dem war aber nicht so.
Ich weiss auc hvon anderen Musikern, dass es bei ihnen ähnlich ist.

Paul MacCartney konnte (so weit ich weiss) keine Noten lesen/schreiben; viele Jazzer und Blueser auch nicht.
So what?

Klar, wenn ich klassische Musik oder Barockmusdik mache, helfen Noten bzw sind unerlässlich, keine Frage.
In Swing-Bigbands sicher auch.
Bei Musik, die aber mehr von Improvisation lebt, können Noten auch hinderlich sein. Da ist weniger der perfekte Vom-Blatt-Spieler gesucht als eben der gute Improvisierer.

Für Gitarre/Laute gibt es seit dem Mittelalter Tabulaturen, und damit arbeiten doch nicht wenige Gitarristen.

Und ja, selbst in den Autodidakten-Amateur-Garagenbands, in denen ich gespielt habe, wurde versucht, das Zusammenspiel ernsthaft zu proben.
Dass die Versuche sicher auf ganz anderem Niveau waren als in Hochschulbands, das sei mal dahingestellt ;-) ....
Das redliche Bemühen indes war da.
Die meisten der Dinge, die du nennst, waren da; sie wurden halt oft nur mit anderen Begriffen belegt, und alles war halt auf viel niedrigerem Niveau.

Meine 2 Cent.

Tschö
Stef
 
 

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