Eure Erfahrungen mit Z.Vex-Pedalen oder Alternativen?


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Nabend die Damen und Herren,

auf der niemals enden wollenden Suche nach dem heiligen Gral der Effektpedale liebäugele ich schon länger mit den kleinen, aber feinen bunten Trampelkisten des Herrn Zachary Vex… (http://www.zvex.com) speziell die Booster à la Super-Duper 2-in-1 oder abgefahrenes Zeugs wie das Ooh Wah II interessieren mich.

Ebenso suche ich noch einen krachigen & kranken Fuzz, aber einen mit durchsetzungsfähigen Mitten. Der Fuzz Factory ist ja schon jetzt ein Klassiker, leider hab ich ihn noch nie selbst probieren können. Bisher bin ich mit diversen Boss Brot- und Butter-Tretminen ganz gut zurechtgekommen, aber man sucht & findet ja immer was neues… ;)

Frage: spielt wer von euch Z.Vex-Pedale – wenn ja welche(s), und wie sind eure Erfahrungen bezüglich Soundvorstellungen/Anwendungsmöglichkeiten?

Vielleicht fallen dem einen oder anderen ja noch Alternativen oder Anregungen ein - zur Info: mein Musikstil findet sich derzeit irgendwo zwischen funky Elektro-Shoegaze-Noise, es muss grooven, darf aber auch gern etwas krachig sein. John Frusciante meets Nine Inch Nails oder so…

Derzeitiges Setup: Fender Jaguar oder Bass VI > Boss FX (TU-2, BD-2, FZ-2, MT-2, TR-2, DD-6, CE-1) > Marshall DSL50.

Danke schon mal im Voraus für euern input!

Es grüßt

der bassgitarrist
 
Thorgeir
Thorgeir
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Hola!

Ich benutze momentan ein Seek Tremolo und ein OhhWah II von Zvex. Bis vor kurzem hatte ich noch ein Orion Gold Fuzz, was wohl ein Klon der FF ist, Bedienbarkeit ist gleich, Ton ist wohl eine Nuance härter. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen, da mir der direkte Vergleich fehlt.

Fangen wir mit dem Gold Fuzz an.

Es war bei mir am falschen Platz, da mir der Sound einfach zu sehr in Richtung Noise ging. In den meisten Einstellungen oszilliert es munter weiter, wenn du die Finger auf den Seiten hast, wenn du das eingebaute Noisegate aufdrehst, kann man nuancenreiches Spiel vergessen, da der Ton immer aprupt abgesägt wird. Für jemanden, der mit den Oszillationen aktiv herumspielt, also während der Lärmattacke an Reglern dreht etc., ist das mit Sicherheit eine gute Wahl, für mich wars das nicht. Ich stehe da doch wohl eher auf das klassischere Fuzz.

Nun das SeekTrem:

Es klingt klasse! Kaum Nebengeräusche bei voller Transparenz, jede Reglerkombination ist gut zu benutzen, von Rhythmen innerhalb des 8/6/4-step Spektrums bis zum An- und Abschwellen eines klassischen Tremolos lässt sich alles einstellen, was man sich wünscht. Etwas limitiert wird das ganze nur durch eine fehlende Möglichkeit, das Tempo zu synchronisieren, will man den Effekt rhythmisch intime, was wohl bei den meisten so sein wird, muss man der Band sein Tempo aufdrücken und sich dann darauf verlassen, daß der Drummer das Tempo auch halten kann, sonst musst du bei jeder 4 1/2 den Effekt ausschalten, damit du ihn rechtzeitig zur 1 Synchron wieder einschalten kannst.

Hat man das einmal im Griff, gehen sehr feine sequenced Riffs, mich inspiriert das Seektrem immer wieder aufs neue zu interssanten Spielfiguren, auf die ich ohne das Ding nie gekommen wäre. Besonders interessant wird das dann zum Beispiel mit einem triolischen Delay hinterhergeschaltet oder auch vorgeschaltet das synchronisierte

OhhWah II:

Eingeschaltet rauscht es etwas, wenn auch nicht zu stark. In Anbetracht dessen, daß man es nur in bestimmten Situationen einsetzt, kann ich das zumindest verschmerzen. Es hat 1-2 Macken, die man aber umgehen kann, wenn man raushat, wie. Zum einen klickt es etwas beim Filterwechsel, wenn man die Sprünge zwischen den einzelnen Filtern zu groß wählt. Man muss also Einstellungen vermeiden, wo ein Filter komplett zu- und der andere voll aufgedreht ist, was in der Praxis aber auch kein Problem darstellt, hören tut man da den Unterschied nur marginal. Ein kleiner Preis dafür, daß die Filterwechsel ohne "klick" vonstatten gehen. Die 2. Macke ist die selbe, wie die einzige beim Seektrem, die leidige Synchronisation. Trotzdem, auch wenn es nicht ganz so flexibel einsetzbar ist, wie das Tremolo, würde ich es nicht missen wollen, man kann herrlich spacig-meditative Sequenzen in Verbindung mit dem Seektrem kreieren, aber auch gerockte Soli mit mehreren gegriffenen Saiten klingen ziemlich abgefahren. Man muss zwar etwas üben, bis man weiss, wie man aus der das Maximum herausholt, aber es lohnt sich :)

Hoffentlich konnte ich dir etwas helfen, viel Spaß weiterhin ;)
 
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Hola,

dankeschön! Das hört sich doch alles schonmal sehr interessant an... hast du ältere Modelle oder schon die neuen? Seit kurzem soll ja auch bei den handbemalten Modellen ein Netzteil-Anschluss dran sein, was vorher nur bei den Vexter-Teilen serienmäßig war.

Ich bin auf das Ooh Wah gekommen, weil ich diesen Effekt im Line6 FM4 Filter Modeler kennen- und lieben gelernt habe - das Teil hab ich schon längst wieder verkauft, aber so nen Effekt hätte ich längerfristig schon gerne wieder, und das analoge Ooh Wah dürfte organischer (= in meinen Ohren besser) klingen als die Line6-Modulation.

Was das Timing angeht, ist das Problem sekundär - in der Band, wo ich die Teile einsetzen würde, kommen die Drums aus dem Laptop, jegliche Timing-Schwankungen sind also ausgeschlossen... ;-)

Grüße,

der bassgitarrist
 
Thorgeir
Thorgeir
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Meine beiden Zvex Effekte haben keinen Netzteilanschluss, allerdings halten die Batterien ewig. Optional kann man sich ja, wenn mans sehr vermisst, diese Bodenplatte mit Anschluss fürs Netzteil zulegen, ich brauche das allerdings nicht :)

Was das Timing betrifft, sicher hast du es dann wohl einfacher, nur ganz synchron bekommt mans nie. Da man den Effekt (vermutlich) aber nicht dauernd anhat, macht das dann bei den kleinen Unterschieden nicht mehr allzuviel aus.

Zur Modulation im Line6 kann ich nix sagen, die habe ich nie gehört.
 
univalve
univalve
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Thorgeir":15d44e9g schrieb:
Die 2. Macke ist die selbe, wie die einzige beim Seektrem, die leidige Synchronisation.
Das ist laut ZVex nicht möglich (leider).

Für das Seek Trem gibt es einen Mod dafür. Bei Cusack für 100$.

Ich selber benutze das FF von ZVex sehr gerne. In der Band kann es damit aber Probleme geben - vor allem im Popbereich - da stehen nicht alle auf die Nebengeräusche bei extremen Einstellungen ;-)
Ansonsten halte ich es für sehr musikalisch.

Aber generell gilt bei fast allen ZVex-Produkten, dass man ein bisschen sich selber hinten anstellt und das Gerät "sein" Ding machen lässt. Ein bisschen wie bei den Synth/Sequencer-Typen: Spiel etwas und lass es sich dann verändern.

Der SHO hat meinen RC-Booster abgelöst. Ich denke, das reicht als Ansage dazu.

Ansonsten benutze ich noch den Lo-Fi Loop Junkie. Super Gerät für live loops. Allerdings sehr teuer für die vorhandene Leistung. Aber was soll's, das eingebaute Vibrato gibt dem Loop tatsächlich das Flair einer zweiten Gitarre und das klingt für mich nur gut. Ich selber benutze es aber fast gar nicht mehr und würde hier eher den RC-2 von Boss empfehlen.

greetz
univalve
 
Thorgeir
Thorgeir
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bassgitarrist":3s8r1l0k schrieb:
Nabend die Damen und Herren,

auf der niemals enden wollenden Suche nach dem heiligen Gral der Effektpedale liebäugele ich schon länger mit den kleinen, aber feinen bunten Trampelkisten des Herrn Zachary Vex…

Frage: spielt wer von euch Z.Vex-Pedale – wenn ja welche(s), und wie sind eure Erfahrungen bezüglich Soundvorstellungen/Anwendungsmöglichkeiten?

Eigenen Erfahrungen kann ich leider nicht bieten - aber ich hab gesehen, dass 4 oder 5 dieser Trampelkisten im neuen Gitarre&Bass abgehandelt werden - die Frage dort ist halt immer wie objektiv diese Tests wirklich sind...

Gruß, Hannes
 
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gute antwort, univalve!
ich schließe mich dem eigentlich an, schicke aber ein paar ABERs nach:

ich bin besitzer der fuzz factory und des super hard ons.
beides sind super pedale (und meine neuere fuzz factory hat eine led und einen netzteilanschluß).
die fuzz factory ist super speziell und ziemlich aggro und noisy.
wenn du nach klassischen fuzzsounds suchs, bist du woanders besser dran.
habe zum beispiel die mercer box von jacques und das ist ein komplett anderes tierchen. viel mehr bass, viel weicher. für runde, weiche fuzzsounds mußt du was anderes nehmen. low gain bekommst du nur mit volumen poti runterdrehen (zumindest mit alten fenders, falls du was mit weniger output hast...). und: der volumen poti hat unrealistisch hohe reserven. wer den mehr als 1/3 aufmacht, ist sehr mutig :-D
was auch fürs livespielen nicht so vorteilhaft ist.

trotzdem ist es ein wirklich musikalisches ding und sehr eigenständig. das heißt aber auch, daß es irgendwie immer nach fuzz factory klingt, trotz der vielen settings auf der z.vex homepage (->forum).

der super duper ist klasse. gerade wenn du funkee und rockiges zeug spielst. der overdrive-sound, den du im 2. mode bekommst ist ganz nett, hat mich aber nie wirklich gekriegt. wenn du das ding vor andere od-pedale packst, hast du aber genau das bißchen mehr an gain, das du vielleicht live brauchst.
ich finde allerdings, daß der boost-sound etwas färbt und nicht wirklich neutral ist. der sound ist auf jeden fall etwas auf der aggressiven seite und wenn du den obercremigen boostsound suchst, such woanders. der superduper bringt eher die gitarre noch mehr raus und macht sie zum mönsterchen, nicht zur sahneschnitte. alternativen mehr in die sahnige richtung wär´z.b. der okko twin sonic oder blackbox cobalt.

also:
ich mag (als pedaljunkie) beide pedale nicht missen, man muß aber wirklich wissen, worauf man sich einläßt. gerade wenn man nicht zweitbesetzungen für jede pedalart hat. und z.vex ist ja net soo billich...
 
univalve
univalve
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Freut mich, dass wir ähnlicher Meinung sind :)
Beim FF habe ich ja schon den Abstrich "Popbereich" gemacht - das trifft ziemlich Deine Ausführungen.
inlindsey":wviyio6i schrieb:
ich finde allerdings, daß der boost-sound etwas färbt und nicht wirklich neutral ist. der sound ist auf jeden fall etwas auf der aggressiven seite und wenn du den obercremigen boostsound suchst, such woanders. der superduper bringt eher die gitarre noch mehr raus und macht sie zum mönsterchen, nicht zur sahneschnitte.
Jein. ;-)
Mir hat der SHO mehr Sex als der RC. Aber das betrifft meine Ohren. Wer wirklich einen sehr wenig färbenden Booster möchte, ist beim RC besser aufgehoben.
Die Höhenveränderung beim SHO finde ich super - den will ich fast nicht mehr ausschalten. Das ist auch am Bass klasse! Aber Geschmackssache. Was sahniger jetzt heißen soll, weiß ich nicht, aber vor nem angezerrten Röhrenamp gibt es einen schönen Push und der Sound wird durchsetzungsfähiger. Agressiver finde ich das nicht - kann aber auch am eingestellten Sound der Peripherie liegen.

greetz
univalve
 
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Schnabelrock
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Eine Menge Geld für freaky-Spielzeug ...
 
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Danke für eure Infos... ich seh schon, ich muss die Teile mal probieren - die FF scheint meinen Vorstellungen recht nahe zu kommen, ich brauch noch genau so ein Freakout-Pedal! :)

Statt dem SHO hab ich nun die neue Box Of Rock ins Auge gefaßt - die ist ja momentan in aller Munde, und die 2-in-1-Funktion von Zerrer & Booster mache ich derzeit noch mit zwei Pedalen. Dürfte auch mit meinem DSL50-Marshall gut klingen.

Bin gespannt, ob der GAS-Anfall dann einsetzt... na klar ist das viel Geld, aber das freaky Spielzeug ist halt geil! ;)

Grüße,
der bassgitarrist
 
Thorgeir
Thorgeir
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Schnabelrock":8mlrogn2 schrieb:
Eine Menge Geld für freaky-Spielzeug ...

Naja, wie mans nimmt. Meine beiden Zvexe habe ich gebraucht gekauft, die verkaufe immer wieder zu dem Preis. Die Dinger haben null Wertverlust.
 
 

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