Gitarrenlehrer???

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Anonymous

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Hi,

ich habe, mit erstaunen von einigen Freunden, die ihre "Spröslinge" zu Gitarrenlehrern schicken und auch von Chatbekanntschaften die Gitarrenunterricht, nehmen feststellen müssen, dass es heutzutage immer beliebter wird, nur die einzelnen Griffe, Schülern beizubringen. Ich finde das echt erschreckend!
Bei mir war es noch so, dass man als Erstes im Unterricht die Harmonienlehre lernen "musste". Und das hat mir wirklich sehr viel gebracht.

Ist das wirklich so, dass die Harmonienlehre nicht mehr "sooo" beigebracht wird???

Erschreckend...


mfg

carl
 
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Ich weiss nicht,wie es Gitarrenlehrer machen, aber wenn man Freunde fragt, ob sie einem nicht mal "was zeigen" können,kommt das auch darauf raus, dass man die paar Grundakkorde gezeigt kriegt...Mir war am Anfang gar nicht klar, dass die sich sozusagen verschieben und auch nach bestimmten regeln "umbauen" lassen...Find ich eigentlich viel wichtiger am Anfang...
 
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Anonymous

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Finde ich ja auch, am Anfang sollte man erstmal, die Griffzusammenhänge erklärt bekommen und verstehen sollen...
 
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Jaja, das ist wohl einer der wenigen Vorteile, dass ich nie zu einem Gitarrenlehrer gegangen bin.
Ich musste mir einfach manche Chords umbauen, um Songs nach meinem Geschmack zu schreiben.
Von Theorie hab ich eigentlich wenig Ahnung, aber wenn ich was will, dann kommt auch meistens genau das raus.

Außerdem schult man sein Gehör ungemein, wenn man nicht nur das spielt, was man gezeigt bekommt, sondern sich auch mal hinsetzt und einen Stil (wie z.B. das Rythmusspiel von Slayer) analysiert und sich so aus verschiedenen Einflüssen seinen persönlichen Stil erarbeitet.

Bekommt man eigentlich im Unterricht die Möglichkeit, solche Dinge zu erlernen?
 
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Hi,

Das sehe ich eigentlich nicht so. Keine Frage: Harmonielehre ist wichtig und sinnvoll, aber wenn ein Anfänger erst einmal mit Theorie überschüttet wird bevor er die Gitarre auch nur anfassen darf, geht meines Erachtens ziemlich schnell die Motivation flöten.

Da finde ich es wesentlich sinnvoller, erst einmal einfache Stücke zu lernen, die man dann stolz seinen Freunden vorspielen kann, so dass man ein erstes Erfolgserlebnis hat. Wenn die Stücke dann etwas komplizierter werden (gilt im Prinzip schon fürs Bluesschema), spätestens aber wenn es in Richtung Solospiel/Skalen geht, kommt die Harmonielehre zwangsläufig - jedenfalls bei einem guten Lehrer. Dann gibt es aber wiederum eine Motivation, sich mit dem Zeugs auseinanderzusetzen, weil man es wirklich braucht.

Jan
 
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also ich bin ja mit nem halben jahr spielen noch am urschleim und finde, dass erfolgserlebnisse wichtig sind, aber ich seh es auch als erfolgserlebnis, wennich halt nen A7 akkord jetzt herleiten kann...Kann ich zwar nich meinen freunden zeigen, aber dafür mach ichs ja auch nich
 
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Carl Perkins":1f516rb8 schrieb:
Hi,
feststellen müssen, dass es heute immer beliebter wird, nur die Chords, Schülern beizubringen.

Hi,
dafür brauchts keinen Lehrer. Akkordtabellen lesen kann jeder. Ich weiß ja auch nicht, was sich heutzutage alles Gitarrenlehrer schimpft...
Theorie ist zum Dudeln nicht erforderlich. Aber wenn man sich ernsthaft mit Musik beschäftigt... und irgendwann mal nach Notation spielen soll, wird es sich rächen.
Wer nicht weiß, wie Akkorde und Skalen aufgebaut sind und warum, kommt übers Dudeln nicht hinaus.
 
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Hi Duffes,
duffes":2mqvucy0 schrieb:
dafür brauchts keinen Lehrer. Akkordtabellen lesen kann jeder.

Im Prinzip natürlich richtig, aber mit dem gleichen Argument kann man angesichts hervorragender und leicht verständlicher Theoriebücher (z.B. Haunschild) sagen, dass auch fürs Theorielernen kein Lehrer notwendig ist. Und mit den Griffschemata ist es ja nicht getan: Für die richtige Handhaltung, Hinweise auf Dynamik beim Anschlag, Feedback bei unsauberem/ungenauem Spiel etc. kann ein Lehrer sehr hilfreich sein.

Theorie ist zum Dudeln nicht erforderlich. Aber wenn man sich ernsthaft mit Musik beschäftigt... und irgendwann mal nach Notation spielen soll, wird es sich rächen.
...wobei die meisten Gitarristen, die ich kenne so gut wie nie vom Blatt spielen (wenn überhaupt, dann Leadsheets) und es daher auch nicht besonders gut beherrschen - unabhängig vom theoretischen Hintergrund. Es ist schon ein Unterschied zu wissen, wie ein alterierter Akkord aufgebaut ist, und Notation unittelbar flüssig und rhythmisch genau in Töne umzusetzen.

Wer nicht weiß, wie Akkorde und Skalen aufgebaut sind und warum, kommt übers Dudeln nicht hinaus.
Volle Zustimmung, wenn es um Jazz geht, aber für Rock und Blues kann man mit recht rudimentären Theoriekenntnissen (dur/moll/Pentatonik/Bluesskala und Grundakkorde mit einigen Erweiterungen) schon ziemlich weit kommen, ohne dass es belanglos klingen muss.

Damit hier kein falscher Eindruck aufkommt: Ich bin selbst kein Gitarrenlehrer (auch wenn ich vor 13/14 Jahren als Abiturien/Zivi eine ganze Reihe von Gitarrenschülern hatte), und grundsätzlich bin ich auch vollkommen dafür, dass ein Gitarrenlehrer Theorie vermittelt, aber es sollte halt funktional (d.h. an konkreten Stücken bzw. Übungen) und nicht als Selbstzweck geschehen (so nach dem Motto "pass jetzt gut auf, denn das wirst du später mal gut gebrauchen können").

Jan
 
 
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