Grundsätzliche Fragen zur "guten" Gitarre


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Ein Großteil der hier gestellten Fragen läuft ungefähr so ab:

Welche Gitarre ist besser: A, B oder C?

Antwort: Geh in den Laden und probier es aus! Man kann das grundsätzlich nicht entscheiden, manchmal muss man x Gitarren eines Types testen, damit man eine Gute findet....(hohe Fertigungstoleranz).

Und nun zu meinen Fragen bzw. Bedenken:

Ich werde am Montag zum Musicstore nach Köln fahren um die neue Fender Highway One Strat zu testen (siehe Bericht Guitar 01/2009). Wenn ich Glück habe, hängt eine davon an der Wand oder im Ständer zum testen.. Laßt Ihr Euch wirklich noch x weitere auspacken, damit Ihr einen Vergleich habt? Welcher Gitarrendealer macht das überhaupt mit? Welche Händler hat überhaupt so viele Gitarren eines Types auf Lager? Ich befürchte am Montag auf Gitarrenumtauscher zu treffen und nicht auf Gitarrenberater.

Ich hänge seit ca. 3 Jahren an der Gitarre, davon eineinhalb wirklich intensiv. Erst jetzt stellt sich bei mir beim Testen einer Gitarre ein Gefühl ein, dass ich positiv oder negativ werten kann. Bis vor ein paar Monaten hatte ich nicht das Gefühl mit ausprobieren Spreu vom Weizen trennen zu können. Wie soll nun ein Anfänger das tun? Kann er überhaupt gut von böse unterscheiden?

Bevor ich zur Bandprobe fahre gehe ich mal meine Gitarren der Reihe nach durch und nehme die mit, die mir an diesem Tag zu dieser Stunde das beste Gefühl gibt. Hierbei stelle ich fest, dass die Les Paul an manchen Tagen “nicht geht” und an manchen Tagen der Bringer ist. Das macht mich nun etwas unsicher. Wenn ich nun an einem “Les Paul - nicht gut Tag” eine Les Paul im Laden teste, fällt die dann durch? Müßte ich nicht mehrfach an unterschiedlichen Tagen testen? Wie macht Ihr das?

Was macht für Euch eine gute Gitarre aus? Meine persönliche Testprozedur sieht ungefähr so aus: 1. Och die sieht aber gut aus, probier mal, 2. In die Hand nehmen, fühlen und Verarbeitung prüfen, 3. Testen und anspielen, 4. Zürück an die Wand oder Budget abklopfen bzw. schlechtes Gewissen bekämpfen.

Woran erkennt Ihr eine gute Gitarre, ist es Verarbeitung, Klang, Optik, wie muss eine Gitarren klingen bzw. schwingen, damit Ihr sie alt gut einstuft.

Ich besitze eine Tokai LS 150 aus 2005 kann aber bis heute nicht wirklich sagen, ob die gut ist. Ich komme gut mit ihr klar (mal abgesehen von den 4,3 kg), irgendwann sollen mal andere Pickups rein (gute PAF’s). Aber woran erkenne ich, ob ich eine gute oder eine schlechte erwischt habe????
 
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Moin Heribert,

also ich denke das ist wohl bei jedem etwas unterschiedlich, bei mir war es bis jetzt immer ein "Bauchgefühl" und mit disem bin ich immer sehr gut gefahren, natürlich spielen dabei Verarbeitung und Klang, Haptik eine Rolle, aber genauso erwarte ich vo einem Instrument ein sagen wir gewisses Feedback, eine art inspiration beim spielen.
Ein Beispiel. Ich bin mit dem festen Ziel mir eine Les Paul zu Kaufen nach Köln gefahren, in den Store sowie auch ins Guitar Center (das ich im übrigen bevorzuge, die Jungs sind wirklich nett und nehmen sich Zeit) nach wirklich mehrstündigem Testen konnte mich allerdings keine Paula egal zu welchem Preis wirklich ansprechen und so bin ich dann bei einer Peavey Wolfgang QT für 400,- gelandet, deren Kauf ich bis heute nicht bereue, im gegenteil.
Mein Fazit: Lass Dich einfach Inspirieren, teste auch Modelle die Du vorher nicht in Erwägung gezogen hast.
Viele Spaß dabei !
Gruß
Sash
 
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Hi...

Gute Frage, was tut man wenn einem im Laden die Gitarre gefällt? Dann zu Hause auf einmal nicht mehr...
Das ist mir mit meiner Düsenberg passiert... Auf der Suche nach einer neuen tollen Gitarre, nach Besuchen in 4 Geschäften, fand ich diese Marke ohne jemals davon gehört zu haben... Dann 4 Wochen später hab ich das Ding endlich gekauft... Unendlich hab ich mich gefreut als der Postbote eintrudelte.
Aber dann, ich packte die Starplayer aus... Ich spielte sie... Ich dachte, Oh Gott, was hast du für eine Gitarre! Der Hals ist ziemlich fett. Der Sound komisch. Zurücksenden wollte ich sie nicht, da es die Beste Gitarre aus den vier Läden war!
Nach der Enttäuschung war dann schließlich vor der Enttäuschung! Als ich mich damit abgefunden habe, klang die Gitarre auf einmal wunderbar... Ich hörte das geilste Sustain, den geilsten offenen Rockton. Plötzlich war die Gitarre das Höchste, Geilste, Pornöseste was ich bis jetzt zu Hause hatte. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Fazit: Ich musste mich erst an die Gitarre gewöhnen bis ich sie spielte wie sie mich zuerst gespielt hatte.

Ich dachte auch zuerst immer daran, eine Fender oder eine Blade Strat zu kaufen... Da sagte mir aber absolut keine zu.
Das zeigte mir wieder, das Markennamen überhaupt nichts aussagen.

Wie Schrabbelmann schrieb, lass dich inspirieren!

Viel Spass beim antesten...

Achja deine Tokai... Sie klingt doch in deinen Ohren geil oder?
Eine Gitarre is nur so gut, wie du sie spielst... (Das jetzt bitte nicht, so beim Wort nehmen.)

Mfg Gitarrero100
 
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haebaet":22fd6zje schrieb:
Woran erkennt Ihr eine gute Gitarre, ist es Verarbeitung, Klang, Optik, wie muss eine Gitarren klingen bzw. schwingen, damit Ihr sie alt gut einstuft.

Ganz einfach: Wenn mir das alles, inklusive Handling, gefällt, dann ist es
für mich eine gute Gitarre. Ist halt ne komplett individuelle Erfahrung.
 
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Das ist doch mal eine Frage, bei der es nach langer Zeit mal wieder Spaß macht, über eine Antwort nachzudenken.

Es stimmt, unsere Höreindrücke sind Schwankungen unterworfen. Das ist völlig natürlich, denn das, was unser Ohr hört, wertet unser Gehirn oder besser unser Gefühl je nach persönlicher Disposition unterschiedlich aus.

Das Ohr ist ein Sinnesorgan und unsere fünf Sinne, wenn wir denn verstehen, sie zu gebrauchen, haben mehr mit „Fühlen“ und Gefühl zu tun als mit mathematischer Auswertung.

Möglicherweise habe ich heute Nachmittag das Bedürfnis, „Machine Head“ von Deep Purple zu hören. Und morgen würde mir diese Musik mächtig auf die Nerven gehen.

In unserer technisierten Welt lassen sich besonders junge Menschen nicht mehr gerne auf Instinkte, auf das „Erfühlen“, auf den Bauch, kurz auf Emotionales ein. Alles, was nicht an Fakten und Daten festzumachen ist, wird für eine Entscheidungsfindung ausgeschlossen. Eine Verhaltensweise die für einen Versicherungsmathematiker OK sein mag.

Für einen Menschen jedoch, der von sich behauptet, musikalisch zu sein, zumindest aus meiner Sicht vollkommen unverständlich.

Meiner Meinung nach näherst auch du dich dem Thema Gitarre viel zu verbissen und technisch.

Du weißt nicht, ob deine Tokai eine gute Gitarre ist? Warum nicht? Weil dich der Gedanke umtreibt, da draußen könnte irgendwo eine rumschwirren, die noch besser ist. Dann solltest du dich auch auf keine Partnerschaft oder Ehe einlassen.

Es könnte ja irgendwo auf der Welt eine Frau geben, die noch toller ist. So wird das nichts.
So bist du auf dem besten Weg, einer von den vielen Freaks zu werden. Die aus einer Gitarre einen Götzen machen. Und sie nicht als das sehen, was sie ist: Ein Instrument zum Umsetzen deiner musikalischen Ideen. Ein Werkzeug.

Du möchtest doch auch nicht auf dem OP-Tisch eines Chirurgen liegen, dem sein Skalpell wichtiger ist als sein Patient, oder?

Ein wirklich guter Handwerker leistet erstklassige Arbeit auch mit Werkzeug, welches nicht dem letzten Stand der Technik entspricht. Und ein erstklassiger Gitarrist liefert auch mit einer geliehenen Gitarre ein Konzert ab, bei dem die Leute Kopf stehen.

Bist du nicht auch der Meinung, dass es wichtiger ist, seine Fertigkeiten zu perfektionieren, als immer auf der Jagd nach dem besten Werkzeug zu sein?

Warum hast du dich auf eine Highway eingeschossen? Weil sie irgendwo gut getestet wurde? Haben solche Tests einen Wert? Kann sich der Redakteur eines Gitarren-Magazins einen schlechten Test dieser Gitarre leisten? Was wäre die Folge? Keine Anzeigen mehr von Fender. Also, was hat er denn für eine Wahl.

Verarbeitung…..auch so ein Thema. Eine Strat kann perfekt verarbeitet und trotzdem klanglich eine taube Nuss sein. Umgekehrt habe ich schlampig verarbeitete Strats besessen, die vom Sound her eine Granate waren.

Schwingen? Eine gute Strat schwingt und vibriert nicht. Dazu kann Walter etwas sagen. Stark schwingende Strats neigen zum klanglichen Aufschaukeln, produzieren unerwünschte Resonanzen, die mit verstärkt werden und zu einem unsauberen Klangbild führen können, nicht müssen.

Warum eine fabrikneue Gitarre? Und warum unbedingt eine Fender? Du zahlst zu mindestens 20% für den Namen, das ist so, glaube es mir.

Ich habe nichts gegen Fender. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es Gleichwertiges und Besseres gibt zu günstigeren Preisen.

Und was ist, wenn dir in ein paar Monaten ein neues Objekt deiner Begierde über den Weg läuft? Etwas Besseres? Dann verkaufst du die neue Fender wieder. Mit etwa 40-50% Verlust. Das wäre dann schon der Grundstock für einen guten Amp gewesen.

So unsicher, wie du bei der Entscheidungsfindung bist, musst du Erfahrungen sammeln. Die möglichst kein oder wenig Lehrgeld kosten. Warum also keine Gebrauchte? Warum nicht bei Ebay umsehen? Warum keine gebrauchte Highway, zum Beispiel?

Da kannst du nicht testen, das stimmt. Aber du zahlst auch nur den halben Neupreis. Und kannst ohne Verlust wieder verkaufen. Wenn du dich etwas geschickt anstellst.

Auf diese Weise lernst du genau das, wonach du fragst: woran erkenne ich eine gute Gitarre? Bestimmt nicht am Namen. Ich habe wohl an die 50 Strats besessen in den letzten (vielen) Jahren.

Heute bin ich so weit, dass ich eine Strat in die Hand nehme und schon mal „fühle“, ob wir uns vertragen könnten. Polyester-Lack scheidet z. B. schon mal ganz aus, er ist kalt und fühlt sich technisch an.

Dann spiele ich die Gitarre trocken ohne Amp. Ich höre, in welche Richtung sie geht, eher hell, eher erdig. Ist die G-Saite zu vorlaut? Schnarren die Bässe so, wie es sein soll, oder macht es nur „plopp“?

Dann kommt das Ding an den Amp. Clean. Können die Pickups den Grundcharakter umsetzen? Klingen sie zu weich, oder zu hart, zu elektrisch?

Kommt diese Gitarre mit anderen Pickups ganz nach vorne, oder ist sie von der Substanz her ein hoffnungsloser Fall? Wie wird sie an meinem Amp klingen? Habe ich die Erfahrung, das im Geiste hochrechnen zu können? Jetzt hängt sie vielleicht an einem Marshall, bei mir aber kommt sie an einen Fender Twin??

So, jetzt habe ich gegen die Grundregel „fasse dich kurz“ verstoßen.

Noch ein Tipp:

Warum nimmst du nicht mal Kontakt zum Rolf (Gitarrenrübe) auf? Er hat Blade-Gitarren im Programm, oder die wirklich erstklassigen St.Blues. Das soll jetzt keine Werbung sein, aber ich denke, dort ist man besser aufgehoben, als in einem anonymen Supermarkt.

Tom
 
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denke ich auch, dass man sich an eine gitarre gewöhnen muss ... die Brian May habe ich blind gekauft, niemals in der hand gehabt vor dem bestellen und bezahlen. das hätte mächtig nach hinten los gehen können. schlicht aus dem bauch raus habe ich entschieden, weil ich dieses gerät seit "killer Queen" (1975) haben wollte. (was jetzt um gottes willen kein tipp sein soll, eine gitarre einfach so zu kaufen.)

so, also hatte ich "die" gitarre dann in der hand irgendwann und dachte nur: auweia. habe ich ja in einem anderen thread schon geschrieben, dass diese geige ein paar heftige anforderungen an die toleranz des spielers stellt.

der punkt ist (wahrscheinlich ähnlich wie bei einer beziehung): man muss irgendwie den willen haben, sich drauf einzulassen, im festen vertrauen darauf, dass das richtig ist, was man da tut.

insofern - da die gitarre auch den spieler verändert/verändern muss - man spielt auf einer LP nicht wie auf einer Strat - ist das immer ein wechselspiel zwischen gitarre und spieler.

und deswegen immer subjektiv. das kann man schlecht finden, weil es unsicherheiten hinterlässt, das kann man aber auch gut finden, weil es neue chancen beherbergt. ich selber spiele auf der BM anders als vorher auf der Ibanez Paul Gilbert und der Vai. ich habe auch das gefühl, dass ich innerlich eine ganz andere haltung habe wenn ich die LP spiele oder gar eine akustische. das ist aber normal denke ich.

letzten endes kann man eine gitarre nicht vermssen, in welcher hinsicht auch immer, weil sie in den händen von jedem giatrrero anders klingt.

da bleibt eben nur ausprobieren ... udn sich auf sein gefühl verlassen. macht man ja bei der partnerInnen - wahl nicht anders.
 
setneck
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Da gibt es ja nicht mehr allzuviel zu sagen. Aber wenn Du schon zum Store fährst, vergiß der Guitar Center Cologne auf der Aachener Str. nicht!
Vielleicht fährt ja noch ein "Kundiger" mit, der Dir beratend zur Seite steht, ohne Dir "seine" Gitarre ans Herz zu legen.
Das mit dem abchecken vor der Probe werde ich auch mal probieren...
Viel Erfolg!
Thomas
 
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haebaet":20k6vw7w schrieb:
Woran erkennt Ihr eine gute Gitarre, ist es Verarbeitung, Klang, Optik, wie muss eine Gitarren klingen bzw. schwingen, damit Ihr sie alt gut einstuft.

Hi Haebeat,

diese Frage lässt sich nur schwer beantworten, da ein jeder anders empfindet und auch beurteilt. Zuerst kommt mal das Auge - die Optik muss passen. Hat man bereits ein paar Gitarrenjährchen auf dem Buckel, so stellt man sehr schnell fest, ob eine Gitarre gut für das eigene Spiel ist, oder eben nicht. Man muss auch kein Gitarrenbauer sein, hier zählt einzig und alleine das gute Gefühl und auch die Erfahrung. Jeder von uns hier spielt anders, vom Stil und von der Technik her. Wenn ich z.B. hier etwas positiv empfehle, geht das meist in die Blues, Bluesrock & Classicrock Sparte. Leute die sich ähnlich aufhalten könnten dann davon profitieren, bzw. ihre Suche damit etwas eingrenzen. Mich selbst freut es dann, wenn Kollegen hier auf eine Empfehlung hin zufrieden und glücklich sind.
Trotz allem würde ich nie zu einem Blindkauf raten - immer selbst testen und 'fühlen'. Eine GW Session z.B. ist eine sehr gute Möglichkeit, ein Instrument mal hautnah und im Bandsound über verschiedenes Equipment zu testen. M.M.n. die beste Möglichkeit zu einem guten Instrument zu kommen, welches man dann auch über lange Zeit spielen wird ;-)
 
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Hallo und schönen Dank an die, die auf meine Frage geantwortet haben!

Besonderen Dank an little-feat, gerade weil er sich so intensiv mit meiner Frage beschäftigt hat und VIEL geschrieben hat.

Meine Kommentare bzw. weitere Fragen habe ich in Fettdruck in das Zitat reingefrickelt...

little-feat":3a59yrvk schrieb:
Meiner Meinung nach näherst auch du dich dem Thema Gitarre viel zu verbissen und technisch.

-->Verbissen könnte schon sein, da denke ich mal drüber nach...

Du weißt nicht, ob deine Tokai eine gute Gitarre ist? Warum nicht? Weil dich der Gedanke umtreibt, da draußen könnte irgendwo eine rumschwirren, die noch besser ist. Dann solltest du dich auch auf keine Partnerschaft oder Ehe einlassen.

-->Och, ich würde gerne wissen, ob es sich lohnt Kloppmänner für 400 EUR einzubauen. Ich möchte keine Perlen in Säue investieren ;-)

Bist du nicht auch der Meinung, dass es wichtiger ist, seine Fertigkeiten zu perfektionieren, als immer auf der Jagd nach dem besten Werkzeug zu sein?

-->Doch, bin ich!

Warum hast du dich auf eine Highway eingeschossen? Weil sie irgendwo gut getestet wurde?

-->Habe ich nicht, habe nur den Artikel gelesen und da ich noch keine Strat besitze, interessiere ich mich dafür. Die Highway soll nur ein Beispiel sein....

Verarbeitung…..auch so ein Thema. Eine Strat kann perfekt verarbeitet und trotzdem klanglich eine taube Nuss sein. Umgekehrt habe ich schlampig verarbeitete Strats besessen, die vom Sound her eine Granate waren.

--> Jetzt wird's interessant, was macht denn für Dich ne taube Nuss aus?
Mein Traum wäre halt, 5 Gitarren in der Reihe stehend, darunter meinetwegen 2 taube Nüsse und ein Fachkundiger, der mir erläutert, was an den Guten gut und an den Tauben taub ist!!!!


Schwingen? Eine gute Strat schwingt und vibriert nicht. Dazu kann Walter etwas sagen. Stark schwingende Strats neigen zum klanglichen Aufschaukeln, produzieren unerwünschte Resonanzen, die mit verstärkt werden und zu einem unsauberen Klangbild führen können, nicht müssen.

--> Walter! Bitte sag was! Wie wirkt sich klangliches Aufschaukeln aus? Woran erkenne ich das? Unerwünschte Resonanzen, wie klingt sowas?

Heute bin ich so weit, dass ich eine Strat in die Hand nehme und schon mal „fühle“, ob wir uns vertragen könnten. Polyester-Lack scheidet z. B. schon mal ganz aus, er ist kalt und fühlt sich technisch an.

--> Deshalb interessierte mich die Highway mit dünnem Nitrolack...

Dann spiele ich die Gitarre trocken ohne Amp. Ich höre, in welche Richtung sie geht, eher hell, eher erdig. Ist die G-Saite zu vorlaut? Schnarren die Bässe so, wie es sein soll, oder macht es nur „plopp“?

--> Tom, die Sonne geht auf, das sind die Infos, die mir fehlen :lol:

Dann kommt das Ding an den Amp. Clean. Können die Pickups den Grundcharakter umsetzen? Klingen sie zu weich, oder zu hart, zu elektrisch?

Kommt diese Gitarre mit anderen Pickups ganz nach vorne, oder ist sie von der Substanz her ein hoffnungsloser Fall? Wie wird sie an meinem Amp klingen? Habe ich die Erfahrung, das im Geiste hochrechnen zu können? Jetzt hängt sie vielleicht an einem Marshall, bei mir aber kommt sie an einen Fender Twin??

--> Sehr schön, die hoffnungslosen Fälle möchte ich vermeiden, die möchte ich erkennen und einfach beiseite stellen können...

Nochmals vielen Dank für Eure Hilfe!
 
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haebaet":1wshwafs schrieb:
--> Sehr schön, die hoffnungslosen Fälle möchte ich vermeiden, die möchte ich erkennen und einfach beiseite stellen können...

Kein Problem.

Darum sage ich ja: Erfahrungen sammeln und zwar so lange, bis du es HÖRST!!

Aber ausgerechnet auf DEN Punkt bist du nicht eingegangen. Ist mühsam, gebe ich zu. Aber wenn man wirklich interessiert ist, dann ist man auch neugierig. Und das ist die eigentliche Triebfeder, immer mal wieder zu testen, zu kaufen, zu verkaufen, mit Pickups zu experimentieren und ein wenig zu schrauben.

Dann ist man nämlich irgendwann an dem Punkt, an dem man weiß, dass auch der erwähnte Herr Kloppmann aus einem Primitiv-Bauteil, das ein Pickup nun mal ist, kein High-Tech-Geschoss zaubern kann. ;-)

Es ei denn, man glaubt ganz, ganz fest dran. :lol:
 
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little-feat":53nooxg8 schrieb:
haebaet":53nooxg8 schrieb:
--> Sehr schön, die hoffnungslosen Fälle möchte ich vermeiden, die möchte ich erkennen und einfach beiseite stellen können...

Kein Problem.

Darum sage ich ja: Erfahrungen sammeln und zwar so lange, bis du es HÖRST!!

Aber ausgerechnet auf DEN Punkt bist du nicht eingegangen. Ist mühsam, gebe ich zu. Aber wenn man wirklich interessiert ist, dann ist man auch neugierig. Und das ist die eigentliche Triebfeder, immer mal wieder zu testen, zu kaufen, zu verkaufen, mit Pickups zu experimentieren und ein wenig zu schrauben.

Dann ist man nämlich irgendwann an dem Punkt, an dem man weiß, dass auch der erwähnte Herr Kloppmann aus einem Primitiv-Bauteil, das ein Pickup nun mal ist, kein High-Tech-Geschoss zaubern kann. ;-)

Es ei denn, man glaubt ganz, ganz fest dran. :lol:

Dazu eine konkrete Frage (die vll. am besten erfahrungsgemäß zu beantworten ist):

Können gute PU's deine bzw. die neue(re)n Tokai's soundmäßig nach vorne bringen?

Wär top, wenn ihr darauf eine Antwort geben könntet, ich bin nämlich zur Zeit stark an Tokai Lp's interessiert.

Tante Edith sagt:

Ich werde und hab sie natürlich schon angespielt, und mein Eindruck ist schon positiv, aber ich möchte halt auch noch den Ratschlag von erfahrenen Gitarristen wie euch einholen.
 
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@Tom: Schöner Beitrag.
Auch wenn es darauf hinaus läuft, dass Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist, was jemandem ohne Erfahrung keine kurzfristige Hilfe bietet ;-)

Ich spiele seit 1981/82 Gitarre.
Seit ca. 1990 traue ich mir zu eine unspielbare Gitarre von einem einigermassen brauchbarem Exemplar zu unterscheiden.
Weitere 15 Jahre vergingen, bis ich mir halbwegs zutraute eine richtig gute Gitarren aus einer Reihe nicht allzu schlechter heraus zu picken.
Ich glaube, bis ich so weit bin zu erkennen, ob eine Gitarre genügend Substanz hat um den Ton mit einem besseren PU zu verbessern, ohne es auszuprobieren, werden weitere Jahre ins Land gehen.
Das alles hat, wie Tom es schrieb, nichts mit Wissen zu tun, sondern mit Gefühl.

LG, Ralf
 
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Hi

Was soll ich dazu sagen was nichts chon gesagt wurde.
Vielleicht etwas aus meiner Erfahrung.
Vorweg , ich bin beim gitarrenkind immer wie ein Kind im Toys r Us.
In meinem Leben habe ich bisher 3 E-Gitarren "gekauft"

1. Meine aller allererste. Eine Career Strat Kopie. Mit 13 fast 14 meine erste E-Gitarre. Ob sie trocken gut klang? Wohl kaum. Ob ich mir Gedanken übers Handling gemacht habe ? Ich bitte euch.
Das Teil hatte ein Klinkenkabelanschluß und konnte LAUT werden.!
Es war halt das Günstigste Modell um zu schauen ob ich bei der Stange bleibe oder doch weiter nur klassische Gitarre Spiele.
Trotzdem war es MEINE Gitarre und egal was man mir erzählte für mich war sie die beste Gitarre der Welt.


2.Nach gut 1einhalbjahren und den Stetigen wachsen meiner Fähigkeiten und Soundvorstellungen hatte ich plötzlich Geld. Ich ging in den Laden und nahm einfach mal ne Gitarre. UNd Wuha"! Ich konnte plötzlich gefühlt 3mal so schnell spielen wie Daheim und sie klang VIIIIEEEEL geiler!
Ob sie damals wohl für meinen Musikstil die beste war? Oder ob es von der Serie womöglich noch bessere gab? Who cares?!?! ICh war glücklich mit ihr und bin es heute noch!


3.Anfang diesen Jahres durch einen Forenpost auf eine gebrauchte Ibanez PGM gestoßen.(Nochmal danke Tom)ICh war sofort hin ung weg , ohne die Gitarre gespielt oder gar gehört zu haben. Im nachhinein sicher kein sehr rationaler Kauf ,aber das war mir egal. Das Kind in mir wollte und war fröhlich wie nie als ich sie auß dem Karton hohlte.


Zusammenfassend möchte ich sagen das wir einfach viel zu viel denken.
 
Rider on the storm
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OPC-Richie":y0y3bpvj schrieb:
@Little Feat:
Das war wirklich ein hervorragender Beitrag, ich ziehe meinen Hut.

Für mich ist es der ehrlichste und klügste Beitrag den ich in Guitarworld
zum Thema Gitarrenkauf gelesen habe ! :clap: :clap: :clap:

Standing Ovations !

Weiter so Little Feat !

LG Erich
 
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A u f h ö r e n ! Ich kann mit Lob überhaupt nicht umgehen. ;-)

Heribert hat eine klar formulierte Frage gestellt und man hat gemerkt, dass er ein Problem hat und unsicher ist.

Wenn jemand auf diese Weise fragt, dann setze zumindest ich mich gerne hin und denke über eine Antwort nach, die vielleicht weiterhilft. Aber was man sonst so teilweise zu lesen bekommt....ne.

oh ja":3o39y1gu schrieb:
Können gute PU's deine bzw. die neue(re)n Tokai's soundmäßig nach vorne bringen?

Was ist vorne für dich? Wo willst du denn hin vom Sound her? Was müßte denn noch besser sein als jetzt? Mehr Dampf, weniger Dampf, wärmerer Clean-Sound, mehr Bass, weniger Höhen, oder andersrum?
Auch immer an den Soundcharakter des Amps denken. Manchmal bringen andere Lautsprecher mehr, als neue Pickups.

Tom
 
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little-feat":2o9b02ju schrieb:
A u f h ö r e n ! Ich kann mit Lob überhaupt nicht umgehen. ;-)

Heribert hat eine klar formulierte Frage gestellt und man hat gemerkt, dass er ein Problem hat und unsicher ist.

Wenn jemand auf diese Weise fragt, dann setze zumindest ich mich gerne hin und denke über eine Antwort nach, die vielleicht weiterhilft. Aber was man sonst so teilweise zu lesen bekommt....ne.

oh ja":2o9b02ju schrieb:
Können gute PU's deine bzw. die neue(re)n Tokai's soundmäßig nach vorne bringen?

Was ist vorne für dich? Wo willst du denn hin vom Sound her? Was müßte denn noch besser sein als jetzt? Mehr Dampf, weniger Dampf, wärmerer Clean-Sound, mehr Bass, weniger Höhen, oder andersrum?
Auch immer an den Soundcharakter des Amps denken. Manchmal bringen andere Lautsprecher mehr, als neue Pickups.

Tom

Meiner Meinung nach war der Sound der Tokais immer ein bischen undifferenziert, klein wenig matschig. Da fehlte mir der Attack (spiele auch sonst nur Strats) und auch ein bischen Dynamik.
Diese Defizite würde ich halt gerne mit guten Pu's ausgleichen, wenn es möglich wäre.

Denn die Tokais haben mir schon sehr gut gefallen. Sie klangen sehr warm, waren top verarbeitet, optisch ganz große Klasse und hatten halt so den Les Paul Sound, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
 
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oh ja":2vdyym8r schrieb:
undifferenziert, klein wenig matschig. Da fehlte mir der Attack
oh ja":2vdyym8r schrieb:
Sie klangen sehr warm
oh ja":2vdyym8r schrieb:
Merkst Du was? Könnte da ein Zusammenhang bestehen, der durch die Konstruktion der Gitarre bedingt ist?

Diese Defizite würde ich halt gerne mit guten Pu's ausgleichen, wenn es möglich wäre.
Du wirst aus einer Les Paul n i e m a l s einen Strat-Sound holen.

Aber ein Versuch wäre es P90 im HB Format einzubauen. Die klingen m.E. ein bisschen spritziger als Humbucker.
 
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taschakor":16384z8k schrieb:
oh ja":16384z8k schrieb:
undifferenziert, klein wenig matschig. Da fehlte mir der Attack
oh ja":16384z8k schrieb:
Sie klangen sehr warm
oh ja":16384z8k schrieb:
Merkst Du was? Könnte da ein Zusammenhang bestehen, der durch die Konstruktion der Gitarre bedingt ist?

Diese Defizite würde ich halt gerne mit guten Pu's ausgleichen, wenn es möglich wäre.
Du wirst aus einer Les Paul n i e m a l s einen Strat-Sound holen.

Aber ein Versuch wäre es P90 im HB Format einzubauen. Die klingen m.E. ein bisschen spritziger als Humbucker.

Ja, das ist mir schon irgendwo klar, aber ich hatte mal eine Epiphone Les Paul in der Hand, und die klang einfach spritziger, agressiver etc.
Leider weiß ich nicht mehr, was für ein Modell das war. War aber ganz sicher keine Standard und war glaub ich auch schon älter!
 
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Hallo,

Ich spiele inn meiner Tokai Goldtop am Steg einen Amber Classic Rock, und der macht sich ganz prima, sehr differenziert und transparent.
Und bei zurückgedrehtem Ton-Poti ganz warm und weich, aber nie muffig.
Das ist für mich ein PU, der die tonale Grundsubstanz meiner Gitarre unterstreicht.

Gruß Andreas
 
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@ Schuki: daccord in jedem punkt. du hast alles sehr schön beshrieben und hast die begriffe KIND und SPIELEN benutzt. das ist es.

ps: ob er damit umgehen ist mir völlig egal, aber ich schliesse mich dem lob für Littel Feat's beitrag an. :)
 
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@ taschakor: Da würde ich arg Einspruch einlegen.
Es gibt auch bei Tokai wie auch Gibson Les Pauls die hell und fast kalt klingen...trotz aller konstruktionsbedingten Merkmale.
Wenn diese hier beschrieben Tokai von Haus schon weich und warm ohne Strom klingt, wären (nur als Beispiel) sündhaft teure Kloppmann 59er Sets Perlen vor die Säue, weil diese Pu´s eben genau diesen fetten dicken Ton noch weiter aufblasen würden.
Dabei käme dann ein 1a Sahnespender raus.
@Hans Peter: ein PU der in Deine gewünschte Richtung geht wäre der Staufer 57. Der klingt sehr offen und spritzig, hat relativ wenig Output und sollte Deine Tokai sehr aufwerten.
Alternativ, weil in der Bucht billiger zu haben wären Burstbucker.
Auch wenn viele Gralsjäger auch die noch tauschen... das sind sehr gute authentische PAF´s... kann man einbauen.

Und äh Tom :top: :top: :top:


grüße
MIKE
 
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Hi Mike,

er hat ja noch gar keine Tokai und hat den Sound der Tokais allgemein beschrieben, deshalb bin ich auch auf der allgemeinen Ebene geblieben. Klar gibt es überall solche und solche. Das hätte ich besser differenzieren sollen.
Allgemein finde ich aufgrund verschiedener Erfahrungen P90 eine Alternative, wenn die Paula zu dumpf tönt, daher mein Hinweis.
 
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Hi,

ich bin's nochmal und möchte kurz berichten von meiner Gitarrenexkursion in Köln.

1. Besuch : CologneGuitarCenter:

Hab dort die Highway One lange getestet, gute Beratung durch den Verkäufer. Fazit: Body in Nitro ist klasse, klang mir etwas zu drahtig und die Bünde waren etwas zu rauh. Hatte dort zum Vergleich eine Fender-Strat die gebraucht und 500 EUR teurer war. Im Vergleich zur Highway One schien mir die etwas "leblos". Nächster Vergleich mit einer Diego-Strat, die ich aber irgendwie im Vergleich zu den anderen nicht einsortieren konnte. Bin dann ziemlich unentschlossen weitergezogen....

2. Besuch: Musicstore:

Dort wurde der holländische Nationalfeiertag abgehalten (Amtsspraak: Neederlands....), keine Beratung, rappelvoll, Highway One war einmal da, aber total verranzt mit suboptimaler Saitenlage....

3. Besuch: Real Guitars, Leverkusen:

die haben soetwas wie eine Customshop-Strat von der Stange. Habe zwei davon gespielt, eine mit dickem Baseballschlägerhals und eine mit normalem Hals. Die letztere lag mir eher und schien mir höherwertiger als alle vorher getesteten. Kosten hierfür lägen bei 1099 EUR. Mein vorläufiges Fazit: nach Hause fahren, etwas länger sparen und dann eine RealGuitars-Strat in CandyAppleRed zimmernlassen.....

Wieder zu Hause habe ich mir dann meine Shadow-Strat aus den 90er geholt und mit den Eindrücken des Tages verglichen. Hmmm, schwierig, irgendwie schien mir meine eigene dann die Beste gewesen zu sein.

Ich werde meine eigene mal mit zu Realguitars nehmen und dort vergleichen.

Fazit des Tages:

Ich habe versucht, mehr "Bauch" zuzulassen und mehr Gefühl walten zu lassen. 2 Gitarren miteinander vergleichen geht noch. Kommt eine dritte dazu, verliere ich die Orientierung. Bin mal gespannt auf den direkten Vergleich von Shadowstrat und Realguitarstrat.
 
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Hallo Heribert ,
Dein Bericht erstaunt mich nicht. Ich wohne selbst in Köln und kenne die Gitarrenläden hier "ein wenig" :)

Meine Erfahrung ist auch, dass die Gitarren bei Realguitars durchweg gut eingestellt sind und ggf. sofort vor Ort gemäß Wunsch des Kunden für dessen Geschmack noch optimiert werden. Das ist ein großes Plus dort.

Für die Gitarren im Guitarcenter gilt das leider nicht immer. Aber die haben einen sehr guten Techniker, der das (Einstellen/Optimieren) auch beherrscht. Aber das geschieht im leider im Unterschied zu RealGuitars oft erst dann, wenn man als Kunde ausdrücklich auf Unzulänglichkeiten hinweist und wegen Einstellung nachfragt.

Grüße, Klaus
 
 

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