Hab ich Tweed?


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Hallo und frohes Fest!

Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Frage wie ich einen Ton erreichen kann, den ich als Tweed Sound definieren möchte. Um Euch eine Vorstellung davon zu geben es soll in Richtung Gallagher 1, 2 Platte (Rory Gallagher, Deuce und Tattoo) gehen perfektes Beispiel "Crest of a Wave".

Viele werden jetzt einwenden, da hat der doch zumindest live AC 30 gespielt, es handelt sich also doch gar nicht um einen Tweed Sound.

Richtig, aber was für mich diesen Sound ausmacht ist
a) man regelt mit dem Volumen Poti runter und erhält einen (musikalischen) dynamischen cleaneren Sound
b) der Anteil von Verzerrung lässt sich mit der Art des Anschlags ändern und
c) der Ton (bei aufgedrehtem Vol. Poti steht und hat einen hohen Anteil "Flirren" (für mich am wichtigsten).

Für viele ist ja der 5E3 Sound a la Neil Young der Inbegriff von Tweed für mich eher an einem 59er Bassmann orientierter Sound. Zumindest habe ich für Zuhause mittels Pod II und Vox Tonelab mit dieser Einstellung bisher die Ergebnisse bekommen, die am ehesten geeignet waren meinen Vorstellungen der Tonerzeugung entgegen zukommen. Besonders dieser Effekt, das der Ton scheinbar nach dem Anschlag erst weicher und dann wieder kräftiger wird .

Mir geht es nicht darum einen Sound zu erreichen oder zu kopieren, sondern die Verstärkung als Hilfsmittel bei der Art bestimmter Anschläge und des Stehenlassens von Tönen (die sich dann entsprechend verändern) nutzen zu können.

Meine Frage wäre nun, mit welchem Amp und welchen Booster oder Overdrive Pedal erreicht ihr oben beschriebenen Toncharakter?
Hätte gerne neben dem Modelling (der Pod Ton ist mir laut zu hifi mässig) eine Amp Lösung.

Bin für jeden Hinweis und Erfahrungsaustausch dankbar
Gruß Lutz :-D
 
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Hi Lutz!

Du schreibst nicht um welche Gitarre, mit welchen Pickups, Kondensatoren, Poties, Hölzern, Hardware, usw. es sich handelt mit der du spielst.

Das mit dem Runterregeln über das Volume-Poti der Gitarre funktioniert eigentlich nur mit einem Vollröhren-Amp. Die Modeling-Teile werden zwar immer besser, aber diesen Punkt haben sie noch nicht in den Griff bekommen.
Auch zuviele Effekte vor dem Amp sind in dieser Hinsicht nicht hilfreich, da sie das Signal stark beeinflussen. Je mehr Effekte, desto weniger Dynamik bleibt übrig.

Gruß
Jürgen
 
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guitarcrack":z59z5jpo schrieb:
Hi Lutz!

Du schreibst nicht um welche Gitarre, mit welchen Pickups, Kondensatoren, Poties, Hölzern, Hardware, usw. es sich handelt mit der du spielst.

Das mit dem Runterregeln über das Volume-Poti der Gitarre funktioniert eigentlich nur mit einem Vollröhren-Amp. Die Modeling-Teile werden zwar immer besser, aber diesen Punkt haben sie noch nicht in den Griff bekommen.
Auch zuviele Effekte vor dem Amp sind in dieser Hinsicht nicht hilfreich, da sie das Signal stark beeinflussen. Je mehr Effekte, desto weniger Dynamik bleibt übrig.

Hi Jürgen,
erst mal willkommen hier im Forum ;-)

Dein letzter Satz ist sehr treffend und da stimme ich 200 pro mit dir ein! Ich spiele ja auch u.a. einen Zenamp. Das einzigste 'Effektgerät' was dazwischenhängt ist ein Okko Diabolo Gain+. Mit diesem kleinen Zauberkästchen erreiche ich die letzten fehlenden Dynamics, um eben wie seit Urzeiten gewohnt das Volumepoti der Gitarre einzusetzen. Nicht ganz so gut wie bei einem Tubeamp, aber verdammt nah dran.

Um Lutz zu helfen, müsste man auch wissen, was sein Preislimit ist. Sonst kommen hier wieder Tips von 400 bis 4000 Euro zustande.

Also Lutz, du bist gefragt ;-)

Frohe Weihnachten!
 
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Hallo Jürgen und Magman,

angesteuert wird im Moment ja das Tonelab und der Pod II meistens vor einem Fender 75,
der auf 15 Watt runtergeregelt ist und mit dem ''15 Lautsprecher nach meinem Geschmack auch in Fernseherlautstärke brauchbare Bässe und Druck bringt.

Ich finde der Volumen-Poti Effekt funktioniert auch mit den genannten
Modellern - dazwischen ist nix. Allerdings setzte ich auch mal einen Booster oder Verzerrer aus der Palette des Tonelab ein.

An Gitarren sind eine z.Z Fender Mex Strat aus der Classic Serie (70er Modell), eine Ibanez Artcore und eine Fender Jazzmaster am Start.
Mit Single Coils finde ich funktioniert es beim Tonelab am besten beim Pod kommen auch die Humbucker der Artcore
(wie gesagt bei der Bassmann Einstellung) schön kernig. Allerdings überlege ich, ob ich nicht demnächst eine Baja Tele kaufe.

Meine Amp Überlegungen bewegen sich gerade von SF Vibrolux bis zum Tweed Clone Bausatz von TAD oder Weber. Also irgendwo zwischen 1000 und 1500 Euro.
 
A
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Hi Lutz,

da haben wir doch schon den ersten Auslöser; da du den Amp runtergeregelt hast (ich dachte zwar, dass man ihn nur auf 30 Watt serienmäßig runterregeln kann, aber egal). Um die Dynamik zu erhalten sollte man dies wenn möglich vermeiden. Deshalb klingt ein Röhrenamp meist voll "aufgerissen" am besten und die Endstufenverzerrung lebendiger als ein Verstärker mit z.B. 100 Watt, welcher nur die Verzerrung über die übersteuerte Vorstufe bekommt, während die Endstufe nur minimal aufgedreht ist.
Der 15" Speaker ist bei Zerrsounds auch nicht die glücklichste Lösung, da verzerrte Sounds nun mal von den Mitten leben, diese aber dein Speaker nur ungenügend liefert. Probier doch mal eine Zusatzbox mit einem 12-Zöller aus und du wirst dich wundern wie dein Sound sich verändert.
Alleine klingt die Kombi mit dem 15er wahrscheinlich noch sehr gut, aber wenn der Rest der Band einsetzt verschwindest du im Frequenzdschungel.
Bei den Multieffekten ist die Schaltung leider meist so aufgebaut, dass das Signal die komplette Kette durchläuft und es dadurch zu Dynamikverlusten kommt. Das Tonelab bzw. der POD wurden ja darauf abgestimmt, damit man sie direkt in den Mischer spielt. Dort klingen sie dann auch in der Regel besser als vor einem Gitarrenamp geschaltet, welcher seinen Eigensound miteinbringt. Vor dem Mischer klingen dann sogar die Speakersimulationen nicht schlecht.
Ich denke mal, dir geht es um die fehlende Wärme der Sounds aus den Wunderkistchen? Wärmer wird´s schon mit einem Röhrenamp, aber flexibler und ohne so gravierende Soundveränderungen erhältst du eher mit einer Röhrenendstufe. Wenn diese dann noch Stereo ist und du mit zwei Boxen arbeitest, dann solltest du auch einen schönen breiten Cleansound bekommen.
Dass alles immer mit unterschiedlichen Gitarren funktioniert ist nicht gewährleistet. Pickups mit weniger Leistung kann man in der Regel besser mit dem Volume-Poti regeln als Hi-Gain-Versionen.
Was sich oft auch lohnt - bevor man sich eine neue Gitarre kauft - ein wenig experimentieren was die Poties und Kondensatoren betrifft. Diese Maßnahmen kosten nicht viel und verändern den Sound doch beachtlich.
Nicht immer klingen Boutique-Pickups besser als günstige Versionen. Jedes Stück Holz hat ja eine andere Eigenresonanz. Im Idealfall unterstützen die Pickups die positiven Klangeigenschaften der Gitarre. Und wenn die Komponenten nicht miteinander harmonieren klingt´s halt nicht.
Ich hatte neulich zwei Squier-Strats in den Händen, die es soundtechnisch mit jeder Strat aus dem Custom Shop hätten aufnehmen können.
 
A
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ich finde auch, dass die sache mit dem vol-poti bei modelern, zumindest line6 - tadellos funktioniert. das benutze ich bei allen presets live immer, also von brett bis hyperclean. das tut sich mit einem röhren-amp nicht viel. allerdings muss man sich wie schon gesagt mit den effekten zurückhalten, und auch mal den chorus rausnehmen. vor allem aber alles wegschalten, was irgendwie komprimiert. the rat oder die modeling-varianten davon funktionieren bei solchen vorhaben meiner meinung nach exzellent und reagieren sehr sensibel auf änderungen am vol-poti.
 
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NichtsLutz":1fzb0lib schrieb:
(wie gesagt bei der Bassmann Einstellung) schön kernig. Allerdings überlege ich, ob ich nicht demnächst eine Baja Tele kaufe.

Meine Amp Überlegungen bewegen sich gerade von SF Vibrolux bis zum Tweed Clone Bausatz von TAD oder Weber. Also irgendwo zwischen 1000 und 1500 Euro.

Hallo,
falls Du Dich für einen Tweed Deluxe Clone interessieren solltest, und Du ihn nicht selbst zusammenbauen möchtest, kann ich den von MEK/UK Elektronik aus eigener Erfahrung sehr empfehlen.

http://uk-electronic.de/onlineshop/inde ... th/122_134

Grüße, Klaus
 
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"... warmer, rauher charaktervoller Ton. Das gesamte Spektrum von warmem leicht komprimiertem "Cleansound" bis zu heftigem Crunch/Overdrive mit wunderbaren Obertönen kann mit dem Anschlag bzw. der Stellung des Volumenotis an der Gitarre in allen Nuancen abgerufen werden."

Hallo KK,

vielen Dank für den Hinweis! Die Firma kannte ich noch nicht
und selber zusammen löten sollte ich nur im Falle eindeutiger Suizidabsichten versuchen.
Das klingt schon sehr, nach dem was ich suche. Allerdings hatte ich immer das Gefühl, daß diese Klangeigenschaften bei einem Bassmann, tja wie solls man es beschreiben, äh luftiger tönen als bei einer ''12 Bestückung. Ist das ein Vorurteil?

Hast Du den Amp mal mit einer 2x''10 Box gespielt?

Jürgen,
ich glaube Du misverstehst meine Frage ein wenig.
Mit den Modelling Geschichten im Wohnzimmer bin ich insgesamt recht zufrieden. Im Vergleich mit anderen Möglichkeiten Mischpult etc. kam ich letztlich zum Ergebnis, daß mein ''15 EV Speaker und der 75er können das richtig gut. Ist allerdings auch eine Frage des Aufwands, den man zum Üben betreiben möchte.
Ich frage nach einer Lösung mit einem Amp, weil ich für lautere Settings eine Lösung ohne Modelling suche, weil ich ein großer Fan der Gitarre, Kabel und Amp Philosophie bin und ich laut auch beim Pod diesen oft als HIFI Effekt beschriebenen Klangcharakter nicht so toll finde.

Hinter welche Einstellung beim Tonelab verbirgt sich den die Simulation einer Ratte? Habe mich da noch nicht richtig eingearbeitet ... .
 
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NichtsLutz":36r2xmtx schrieb:
"... warmer, rauher charaktervoller Ton. Das gesamte Spektrum von warmem leicht komprimiertem "Cleansound" bis zu heftigem Crunch/Overdrive mit wunderbaren Obertönen kann mit dem Anschlag bzw. der Stellung des Volumenotis an der Gitarre in allen Nuancen abgerufen werden."

Hallo KK,

vielen Dank für den Hinweis! Die Firma kannte ich noch nicht
und selber zusammen löten sollte ich nur im Falle eindeutiger Suizidabsichten versuchen.
Das klingt schon sehr, nach dem was ich suche. Allerdings hatte ich immer das Gefühl, daß diese Klangeigenschaften bei einem Bassmann, tja wie solls man es beschreiben, äh luftiger tönen als bei einer ''12 Bestückung. Ist das ein Vorurteil?

Hast Du den Amp mal mit einer 2x''10 Box gespielt?

Hallo NichtsLutz,
eine 4x10 Bestückung klingt sicherlich anders als 1x12. Es kommt schon darauf an, bei welchen Lautstärken Du die Sounds benötigst (jedenfalls dann, wenn Du nur mit Gitarre und Amp spielen möchtest, ohne Effekte zu verwenden).

So ein Tweed Deluxe ist lauter als man denkt. Aber "leise" genug, um ihn weit aufdrehen zu können. Auch in Clubs. Richtige Cleansounds sind aber nur bis zu einer gewissen Lautstärke möglich. Ob die für Deine Bedürfnisse ausreicht, musst Du ggf. ausprobieren. Bei Verwendung einer Tele bleibt es bis ca. 3 bzw. 4 des Vol-Potis clean. Von da an wird es immer zerriger und komprimierter, aber nur etwas lauter.

Ist der Amp weit aufgedreht kannst Du in der Tat mit dem Vol-Poti der Gitarre alles von Clean bis Zerre regulieren. Da kann man aber auch noch mit verschiedenen Röhren in der Vorstufe experimentieren. Zudem sind die 4 Eingänge und die beiden Vol-Potis des Amps in gewisser Weise "interaktiv" und man bekommt da subtile Unterschiede hin.

Ich spiele mit dem Amp Soul, Blues, Funk, Rock und mir reicht sie Lautstärke. Teilweise ist er sogar (Live) schon zu laut, so dass ich dann ein Pedal benutze, um die gewünschte Zerre hinzubekommen.

Allerdings wird der Amp idR über mikro abgenommen, damit der Mensch am Mixer die Lautstärkeverhältnisse der Band regeln kann.

Ein Bekannter von mir hat einen Bassman. Der klingt schon deutlich anders. Und so eine Zerre wie mit dem Tweed Deluxe habe ich vom Bassman noch nicht gehört. Wenn es damit geht, dann wäre das sicherlich SEHR viel lauter und damit für meine Bedürfnisse zu laut.
Ich habe dem Tweed Deluxe von MEK schon einige Monate und bin sehr zufrieden damit.

Ich habe noch einen Fender Custom Vibrolux Deluxe Amp (CVR) der mit 2x10 Speakern bestückt ist. Der "klingt" - so kann man vielleicht sagen - irgendwo zwischen Blackface und Tweed. Also "dreckiger" als man dne typischen Blackface Sound kennt, und cleaner als ein typischer Tweed. Aber auch der ist deutlich lauter (und für meine Zwecke zu laut)

Als Alternativen kannst Du Dir ja vielleicht auch mal

Marble Amps (Bluebird, Clubverb)

http://www.marble-amps.com/marble.asp?pagina=17@Amplifiers_Vintage_.asp

oder Cream/Twinsound
http://www.twinsound.de/index.php?id=7,11,0,0,1,0

ansehen. gerade die Marbles kann man mit verschiedenen Endstufenröhren bestücken und damit den Charakter und die Leistung seinen Bedürfnissen anpassen.

Grüße, Klaus
 
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Guest
Hallo Klaus,

frohes Neues!

Aus den von Dir beschriebenen Gründen, denke ich, daß ein Vibrolux wohl der Kompromis - Amp ist, mit dem ich mich tatsächlich an die meisten meiner Soundvorstellungen annähern kann. Aber das ist eine andere Baustelle.

Klar der Bassmann mit seinen vier ''10 ist sehr laut. Allerdings kann ich auch einen Deluxe in den meisten Locations nicht in Youngscher Manier aufreissen,
weshalb es doch verschiedener Booster und OD Pedale bedarf.

Da die meisten Nachbauten nicht in den Läden stehen (und in Berlin leider schon gar nicht) habe ich ja hier nachgefragt.
Denn einfach mal Tausend - 2000 Euro in einen Nachbau stecken, der dann nur mit einigen Verlust wiederzuverkaufen ist, kann und will ich mir nicht leisten.
 

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