Kleine Hörübung


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W°°":ebake9jb schrieb:
http://www.kraushaar-gitarren.de/musik/VoixBulgares.mp3
Ich beschäftige mich gerade mit diesem kleinen Lied, was ich auf die Gitarre umsetzen will.
Der Rhythmus ist interessant und auf vielerlei Art zu zählen und zu verstehen .

:shock: Mich sprang spontan ein 3/4 Takt an, der mir auch mit den betonten Silben zu passen scheint, natürlich am Ende a tempo.

Faszinierend finde ich die Mischung orientalischer Elemente wie die kleinen Schlenker der Leadstimme, die ich nur vom örtlichen Muezzin kenne, und dem sus-Akkord in der letzten Chorzeile, der eher europäisch anmutet.

Ein Abbild der Geschichte des Balkans.
 
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W°°":aur9liic schrieb:
http://www.kraushaar-gitarren.de/musik/VoixBulgares.mp3
Ich beschäftige mich gerade mit diesem kleinen Lied, was ich auf die Gitarre umsetzen will.
Der Rhythmus ist interessant und auf vielerlei Art zu zählen und zu verstehen .

Also ich würde es am ehesten in die Kategorie "Ametrische Musik" einordnen, da es keinen erkennbaren Grundschlag gibt. Ein 3/4 Takt mag unter Umständen zählbar sein, passt aber nicht in das musikalisch-kulturelle Bild des Balkans, sondern ist eigentlich ein typisches Merkmal unserer westlichen Kultur.
Das ganze ist vergleichbar mit typischen Afrikanischen Gesängen. Es hat eine periodisch rhytmische Gestalt. Trotz des unregelmäßigen Rhytmus behält das ganze aber eine gewisse Vorhersehbarkeit und Regelmäßigkeit durch die Anwendung von Pattern, sprich: Wiederkehrende aber leicht veränderte Muster.

Ein kleiner Exkurs:
Das Bild von gleichmäßigen Taktformen wie 4/4, 3/4 oder aber auch 7/8 und deren Notation ist ein typisch europäisch/westliches Bild, welches sich im 17.Jh entwickelt hat aber seine Ursprünge im Mittelalter hat. Unsere Pop/Rockmusik basiert immernoch auf diesen Prinzipien und Wurzeln. Indische, Afrikanische oder auch Balkanmusik, wie in diesem Beispiel, hat völlig eigene Wurzeln! Gerade wenn Noch Rhytmusinstrumente hinzukommen, haben diese oft eigenständige und von den anderen Instrumenten unabhängige Rhytmen, also jedes Instrument seinen eigenen, was zusammen wieder harmoniert (Polyrhthmik).
Selbstverständlich ist es jedoch möglich diese Polyrhytmik mit unseren herkömmlichen Methoden zu notieren, aber das ganze kann in recht mathematisch/theoretische Orgien ausarten ;-) "Feeling" und das spüren des musikalischen "Pulses" bekommt bei dieser Art von ametrischer Musik einen viel höheren Stellenwert, als es bei uns hat.

Einige europäische Komponisten haben sich von dieser Polyrhytmik auch inspirieren lassen. Arnold Schönberg zum Beispiel war ein typischer Vertreter oder auch Strawinsky, welcher eine völlig eigene Theorie zur "Emanzipation des Rhytmus" entwickelt hat.

Soo.... hoffe ihr nehmt meine "Klugscheißerei"jetzt nicht allzu übel :roll: Man merkt wohl, dass Musik eines meiner Abiturfächer ist ;-)

Aber zurück zum Thema.
Ich behaupte jetzt einfach mal ganz frech und dreist, dass es nicht möglich ist, eine regelmäßige Taktform à la 3/4 Takt zu zählen. Woo selber sagte ja auch schon, dass es vielerlei Möglichkeiten gibt.

Gruß
Simon

P.S.: JAAA an unserer Schule macht man im Musikunterricht mehr als nur singen ;-)
 
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Khalaidahn":1mua4k25 schrieb:
Soo.... hoffe ihr nehmt meine "Klugscheißerei"jetzt nicht allzu übel :roll: Man merkt wohl, dass Musik eines meiner Abiturfächer ist ;-)

Aber zurück zum Thema.
Ich behaupte jetzt einfach mal ganz frech und dreist, dass es nicht möglich ist, eine regelmäßige Taktform à la 3/4 Takt zu zählen. Woo selber sagte ja auch schon, dass es vielerlei Möglichkeiten gibt.

Simon, ich gebe dir mit deiner Aussage völlig recht. Ich würde dazu tendieren hier 6/8 zu zählen, da diese Einteilung, in Verbingung mit der Gesangslinie, in meinen Ohren, am meisten Sinn macht und das "tänzerische" Element unterstreich. Den Beat oder Puls, der zu Grunde liegt.

Ob man damit des Sache gerecht wird ist fraglich. Wenn man diese Art der von Musik oder auch afrikanische Rhythmik hört und versucht dazu zu zähen, kommt man mit Sicherheit auf ein sinnvolles Taktmaß. Jetzt sollte man dazu mal klatschen, so dass man eine "vermeintlich" betonte Zählzeit erwischt. Wenn du dann siehst/hörst, wo diejeigen Klatschen, die den Rhythmus tatsäschlich "begriffen" haben", wird jeder durchschnittliche Mitteleuropäer bekloppt.

Ich tendiere dazu, den Puls dieser Musik zu fühlen. "Bumm, Bumm.." wie ein Herzschlag die ganze Zeit mitlaufen lassen, da wo dieser Puls halt verläuft. Für mich die beste und spannenste Art diese Rhythmik zu begreifen ohne sie zu analysieren, zu interpretieren und das womöglich falsch.

Hier mal ein ganz lieber Kerl, dessen Musik ich abssolut Schätze. Er lässt afrikanische mit Rhythmik mit westlicher Rhythmik und Harmonie aus der "modernen" Tanzmusik wunderbar zerfließen...höre ich tierisch gerne:

http://www.djamellaroussi.de/lang/de/index_de.html


P.S:

Abgefahren!! Er bietet neuerdings Kochrezepte auf seiner HP an! Könnte man sich die neueste Vogel-Grippe zusammenbrutzeln..... :p
 
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Marcello":2bdts9pp schrieb:
Khalaidahn":2bdts9pp schrieb:
Soo.... hoffe ihr nehmt meine "Klugscheißerei"jetzt nicht allzu übel :roll: Man merkt wohl, dass Musik eines meiner Abiturfächer ist ;-)

Aber zurück zum Thema.
Ich behaupte jetzt einfach mal ganz frech und dreist, dass es nicht möglich ist, eine regelmäßige Taktform à la 3/4 Takt zu zählen. Woo selber sagte ja auch schon, dass es vielerlei Möglichkeiten gibt.

Simon, ich gebe dir mit deiner Aussage völlig recht. Ich würde dazu tendieren hier 6/8 zu zählen, da diese Einteilung, in Verbingung mit der Gesangslinie, in meinen Ohren, am meisten Sinn macht und das "tänzerische" Element unterstreich. Den Beat oder Puls, der zu Grunde liegt.

Ich verstehe es eher als einen 5/4 7/4 im Wechsel, also

1 2 3 4 5 / 1 2 3 4 5 6 7
(Die Betonungen auf der 3, bzw auf der 4)
dann funktioniert auch ein 3/4, den man zweitaktig auf der 1 betont:
also:
2 3 1 2 3 / 1 2 3 1 2 3 1
folglich geht auch der 6/8, lieber Marcello. Bin ich nicht drauf gekommen!

also
1 2 3 4 5 6 / 1 2 3 4 5 6 ..... :idea: cool!

nach langem Hören und Zählen gefällt mir die 5/4 7/4 Vatiante aber am besten.
 
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W°°":18m75wbl schrieb:
Marcello":18m75wbl schrieb:
Khalaidahn":18m75wbl schrieb:
Soo.... hoffe ihr nehmt meine "Klugscheißerei"jetzt nicht allzu übel :roll: Man merkt wohl, dass Musik eines meiner Abiturfächer ist ;-)

Aber zurück zum Thema.
Ich behaupte jetzt einfach mal ganz frech und dreist, dass es nicht möglich ist, eine regelmäßige Taktform à la 3/4 Takt zu zählen. Woo selber sagte ja auch schon, dass es vielerlei Möglichkeiten gibt.

Simon, ich gebe dir mit deiner Aussage völlig recht. Ich würde dazu tendieren hier 6/8 zu zählen, da diese Einteilung, in Verbingung mit der Gesangslinie, in meinen Ohren, am meisten Sinn macht und das "tänzerische" Element unterstreich. Den Beat oder Puls, der zu Grunde liegt.

Ich verstehe es eher als einen 5/4 7/4 im Wechsel, also

1 2 3 4 5 / 1 2 3 4 5 6 7
(Die Betonungen auf der 3, bzw auf der 4)
dann funktioniert auch ein 3/4, den man zweitaktig auf der 1 betont:
also:
2 3 1 2 3 / 1 2 3 1 2 3 1
folglich geht auch der 6/8, lieber Marcello. Bin ich nicht drauf gekommen!

also
1 2 3 4 5 6 / 1 2 3 4 5 6 ..... :idea: cool!

nach langem Hören und Zählen gefällt mir die 5/4 7/4 Vatiante aber am besten.

Ich glaube es wird hier gerade sehr deutlich, was ich mit mathematisch/tehoretisch meinte ;-)

Gruß
Simon
 
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W°°":3kd2284k schrieb:
also
1 2 3 4 5 6 / 1 2 3 4 5 6 ..... :idea: cool!

nach langem Hören und Zählen gefällt mir die 5/4 7/4 Vatiante aber am besten.

Ahh! Jetzt komm ich gerade hinter die Geschichte, die du gerade mit der verschobenen Betonung bastelst!

Walter, ich glaube, die ersten 3 Noten sollte man als Auftakt auffassen!! Versuch dann mal den Rest des Liedes. Das ist dann defitiv einfacher zu verstehen.

1 , 2 , 3 , 4 , 5 und, 6 und du verstehe??

Tante Edit:
So. Jetzt habe ich´s. Man kann auch 2 / 4 verstehen und die Meldie wird triloisch über die Zählzeit gesungen....wat wiederum auch ein "verkackter" 6/8tel sein kann.

Geil, wa? Simon?? ;-)
 

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