Können Linkshänder nicht auch mit links greifen?


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rockz
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Hallo Leute,

habe grad von meinem Schwager eine gebrauchte Konzertgitarre zum besaiten bekommen. Er möchte wohl auch gern mal spielen lernen, jetzt ist die Gelegenheit greifbar nah für ihn.

Weil die Gitarre vielleicht auch für seine Töchter zum Ausprobieren ist, habe ich die Saiten für rechtshänder aufgezogen, mein Schwager ist aber linkshänder.

Wie ist das, ist es eigentlich in irgendeiner Weise ein Problem als linkshänder nicht auch auf einer Rechtshändergitarre zu spielen? Also linke Hand greift Akkorde, wie es ein Rechtshänder macht. Ich sehe da eigentlich keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte mit zwei gesunden Händen.

Ich kenne einen Bassisten, eigentlich Linkshänder, der auch bei Rechtshändergitarre zumindest die Grundakkorde greifen kann. Er hat es geübt, wie jeder Anfänger übt der ein Instrument in die Hand nimmt.

Ist nicht Gary Moore eigentlich linkshänder, spielt dennoch Rechtshändergitarren? War doch so, oder?

Gruß
 
muelrich
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Steve Morse ist bekanntermaßen Linkshänder, spielt aber die Gitarre auch in "normaler" Richtung.

Ich glaube, wenn man Anfänger ist, ist das ziemlich egal.

Außerdem gibt es ja auch viele Spieltechniken (legato, hammering), wo man die doofe rechte Hand eh nicht braucht.....

Von daher müssten eigentlich wir Rechtshänder alle andersrum spielen......*grübel*

Naja, aber wenn ich an meine vergeblichen Versuche mit dem Thema Fingerpicking denke, wird es wohl schon seinen Grund haben .....lol
 
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Moin,

Linkshänderinstrumente sind eine Modeerscheinung.
Im gesamten klassischen Bereich gibt es das nicht. Eigentlich ist es auch Unsinn. Im Grunde sollten wir Rechtshänder von der Feinmotorik der rechten Hand die Gitarre besser anders herum spielen....
Was sollen Pianisten sagen? Harfenspieler? Saxophonisten?

Aber man beugt sich dem Diktat der Zeit, nachdem man "anders veranlagten Menschen nichts aufdrängen darf" weil das schlimme Charakterdellen und ewige Bettnässrei erzeugt.
Darum hat auch mein Sohn von mir eine Linkshändergitarre bekommen. Gut gemeint ist ja bekannterweise das Gegenteil von gut. :|
 
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rockz
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Danke euch beiden! Auf derartige Antworten hatte ich gehofft. Dann liege ich in meiner Annahme auch nicht daneben.

Jedenfalls kann ich meinem Schwager jetzt jede Menge Mut zusprechen, da ich eure fachkundige Meinung habe.

Hey, Walter, eine zackige Totenkopfgitarre für Deinen Spross - sehr schön!

Gruß, Kai
 
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rockz
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muelrich":6vwsn4yg schrieb:
Naja, aber wenn ich an meine vergeblichen Versuche mit dem Thema Fingerpicking denke, wird es wohl schon seinen Grund haben .....lol

:-D Hehe, das könnte ich unterschreiben.

W°°":6vwsn4yg schrieb:
Moin,

Was sollen Pianisten sagen? Harfenspieler? Saxophonisten?

Pianisten kamen mir auch sofort in den Sinn.
 
Gerrit
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muelrich":10p7as7h schrieb:
Ich glaube, wenn man Anfänger ist, ist das ziemlich egal.

Nein, das denke ich nicht. Es mag zwar den Tatsachen entsprechen, dass Instrumente für Linkshänder eine Art Modeerscheinung sind. Aber mein ehem. Gitarrenlehrer hat eine Story mit einem Linkshänder erlebt, die ich für echt bemerkenswert halte.

Der (arme) Junge ist, wie bereits erwähnt Linkshänder. Bevor dieser den Unterricht bei meinem Lehrer aufnahm, war er bei dessen Kollegen im Unterricht zum Erlernen der klassischen Gitarre. In dieser Zeit hat der Junge technisch keinerlei Fortschritte erzielt, erzählte mir mein ehem. Lehrer. Im Gegenteil, der Junge schien auf irgendeine Art und Weise sogar noch schlechter zu werden. Das Resultat dessen war, dass der Junge zwar nicht depressiv wurde, aber schlichtweg die Schnauze voll hatte vom Gitarrespielen.
Glücklicherweise, waren die Eltern selber ambitionierte Musiker und wollten ihren Sohn bei der Stange halten. Also versuchten sie dem Problem u.A. durch Lehrerwechsel Herr zu werden. Nach ca. sechs bis sieben Wochen Unterricht beim neuen Lehrer, war eine Stunde Theorieunterricht angesagt (oh' man, wie ich das immer gehasst habe =)). Also flux Notenblatt sowie Stift in die Hand gedrückt und ein bisschen über die theoretische Seite der Geschichte geschwafelt. Dann ging's ans Notenschreiben und ... HOLLA!!! Der Junge schreibt ja mit der linken Hand! "Sag' mal, bist Du etwa Linkshänder?" "Ja, ist das schlimm?"

Als Mutti dann Junior vom Unterricht abholt, ein kurzes Lehrer-Elterngespräch, dann zwei Tage später nochmal ein langes daheim und in der nächsten Stunde kam der Junge mit einer Konzertgitarre für Linkshänder an. Seit dem läuft der Unterrich ziemlich zügig, wie ich hörte und der Junge macht exzellente Fortschritte.

Btw.: Ich bin umerzogen worden vom Links- ins Rechtshändertum. Das soll mir wohl zu Beginn meiner Ausbildung einen enormen Vorteil verschafft haben. Leider nur zu Beginn. :cry:
 
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Gerrit":1op3oc75 schrieb:
muelrich":1op3oc75 schrieb:
Ich glaube, wenn man Anfänger ist, ist das ziemlich egal.

Nein, das denke ich nicht. Es mag zwar den Tatsachen entsprechen, dass Instrumente für Linkshänder eine Art Modeerscheinung sind. Aber mein ehem. Gitarrenlehrer hat eine Story mit einem Linkshänder erlebt, die ich für echt bemerkenswert halte.

Der (arme) Junge ist, wie bereits erwähnt Linkshänder. Bevor dieser den Unterricht bei meinem Lehrer aufnahm, war er bei dessen Kollegen im Unterricht zum Erlernen der klassischen Gitarre. In dieser Zeit hat der Junge technisch keinerlei Fortschritte erzielt, erzählte mir mein ehem. Lehrer. Im Gegenteil, der Junge schien auf irgendeine Art und Weise sogar noch schlechter zu werden. Das Resultat dessen war, dass der Junge zwar nicht depressiv wurde, aber schlichtweg die Schnauze voll hatte vom Gitarrespielen.
Glücklicherweise, waren die Eltern selber ambitionierte Musiker und wollten ihren Sohn bei der Stange halten. Also versuchten sie dem Problem u.A. durch Lehrerwechsel Herr zu werden. Nach ca. sechs bis sieben Wochen Unterricht beim neuen Lehrer, war eine Stunde Theorieunterricht angesagt (oh' man, wie ich das immer gehasst habe =)). Also flux Notenblatt sowie Stift in die Hand gedrückt und ein bisschen über die theoretische Seite der Geschichte geschwafelt. Dann ging's ans Notenschreiben und ... HOLLA!!! Der Junge schreibt ja mit der linken Hand! "Sag' mal, bist Du etwa Linkshänder?" "Ja, ist das schlimm?"

Als Mutti dann Junior vom Unterricht abholt, ein kurzes Lehrer-Elterngespräch, dann zwei Tage später nochmal ein langes daheim und in der nächsten Stunde kam der Junge mit einer Konzertgitarre für Linkshänder an. Seit dem läuft der Unterrich ziemlich zügig, wie ich hörte und der Junge macht exzellente Fortschritte.

Btw.: Ich bin umerzogen worden vom Links- ins Rechtshändertum. Das soll mir wohl zu Beginn meiner Ausbildung einen enormen Vorteil verschafft haben. Leider nur zu Beginn. :cry:

Moin Gerrit,

man hört immer wieder von diesen Geschichten.
Einerseits halte ich sie für urbane Märchen, bzw. für ein Gesellschaftsphänomen, wonach jeder Mensch SOFORT seelischen Schaden nimmt, wenn er Dinge anders tun muss, als er es seinem freien Willen nach tun würde. Gerade bei Instrumenten halte ich es für Unsinn. Würde der Junge Piano oder Flöte spielen, hätte er die Wahl, erfolgreich, oder depressiv zu werden, je nachdem, welcher Hand er die Führung anvertraut....
Andererseits hatte auch ich keine Lust, mich mit der Mutter meines Sohnes anzulegen und bei meinem Beruf ist es egal, ob mein Junge mit rechts oder mit links spielt. Also habe ich mich den obliegenden Gewalten gebeugt. Beim Unterricht macht es Schwierigkeiten, eine Tasche für Linkshänder gibt es nicht und glücklicher sieht er auch nicht aus, aber ich habe meine Ruhe....
 
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rockz
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Na dann warten wir doch einfach ab, ob es der junge Herr soweit bringt wie Steve Morse, oder sogar noch weiter - weil Steve Morse hält das Dingen immer verkehrt herum.

Ist Gary Moore nicht auch linkshänder?

Aber davon mal ab: Ich nehme mir jetzt mal vor ein paar Akkorde auf links zu üben. Das sollte doch klappen. Theoretisch ist's im Hirn doch sowieso schon drin. :-D Und der Bassist konnte das auch.

BTW: Gibt es denn bei einer Konzertgitarre überhaupt rechts und links? Bei den billigen Schruppen die ich bislang in den Händen hatte, hätte ich da keine Unterschiede ausfindig machen können.

Gruß
 
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W°°":pa7hxiv7 schrieb:
Was sollen Pianisten sagen? Harfenspieler? Saxophonisten?

guten morgen zusammen!

ungelogen: ich kenne einen gastwirt, akkordeonspieler, linkshänder, der stellt das brustklavier auf den kopf und spielt also mit der linken hand die melodietasten, oben die hohen töne, unten die bässe. die bassknöpfe drückt er mit der rechten hand.

er hat sichs selbst beigebracht, und es war sehr mühevoll, wie er sagt. ausschauen tuts lustig!

gausö, franz
 
Gerrit
Gerrit
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W°°":1vjs8kts schrieb:
Gesellschaftsphänomen, wonach jeder Mensch SOFORT seelischen Schaden nimmt, wenn er Dinge anders tun muss, als er es seinem freien Willen nach tun würde.

Nein, dann hast Du mich falsch verstanden, oder ich habe mich falsch ausgedrückt. Soll ja auch schon vorgekommen sein. :p

So, wie mein Lehrer mir erklärte, hatte der Junge einfach keinen Bock mehr, weil keine Fortschritte erzielt wurden. Was ich vergas zu erwähnen ist, dass der Unterricht mit einem weiteren Kind stattfand, welches in einer "normale" Lerngeschwindigkeit Fortschritte machte. Das war natürlich frustrierend für das Linkshänder-Kind.

Depression oder anderen seelischen Schaden hat das Kind soweit ich weiss nicht davon getragen.
 
groby
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Hi.

Ich bin kompletter Linkshänder und spiele rechts Gitarre. Es hat den Vorteil das ich relativ gut und kräftig Saiten ziehen kann. Kraft hat die Hand ja genug aus dem Rest meines Alltags.

Allerdings gibt es durchaus einen tieferen Sinn für die Handverteilung bei Gitarren.

Ungeübt und untrainiert haben Linkshänder ein Startdefizit was die Koordination des rechten Handgelenkes angeht. Die Haupthand (hier: links) wäre besser in der Handgelenkskontrolle wie eine Anschlagshand benötigt. Dass man sie zum Greifen einsetzt, wofür sie schon Fingerfertigkeit mitbringt, ist schön, aber das hätte man der rechten Hand auch fast ebenso schnell antrainieren können, denn (hier ist der Knackpunkt) Fingerfertigkeit lernt eine Hand besser als Handgelenkskontrolle.

Daher sipelt ja auch die gesamte klassische Streichinstrumentenwelt mit rechts als Bogenhand.

Es fällt dem Rechtshänder schneller und leichter zu, seine linke Hand zur Greifhand heranzubilden, als es dem Linkshänder gelingt, sein rechtes Handgelenk zum Anschlag zu kontrollieren. Dass beim Rechtshänder die vermeintlich besser ausgebildete Hand nur ein Pick hält, ist also nur auf den ersten Blick ungünstig.

So, und was heißt das jetzt? Erstmal gar nichts.

Das sind statistisch gesehen keine echten Defizite sondern eher Tendenzen die sich durch Übung oft schnell nivellieren lassen. Bei Klavierschülern sollen sich die Unterschiede zwischen den Hand-Talenten auf dem Instrument nach 3 Monaten ausgeglichen haben.

Wenn man aber anfängt zu lernen, ist erstmal alles schwer und ungewohnt. Ist also fast egal. Außerdem sind angeblich Linkshänder im Schnitt musisch-kreativer als Rechtshänder. Ebenso angeblich gibt es daher auch 10% Linkshänder in der Normalbevölkerung aber 20% unter Musikern und ich würde behaupten dass die Mehrheit dieser auf Rechtshänderinstrumenten spielt, beim Klavier ja zwangsweise ausschließlich. Kann also, wie Walter schon vermutet, nicht zwangsläufig seelisch grausam sein.


Gruß,
groby
*
 
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Banger
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W°°":7sjw8pvy schrieb:
Linkshänderinstrumente sind eine Modeerscheinung.
Lieber Walter,
ist es denn eine negative? Ich denke nicht. Das Argument mit den klassischen Instrumenten lasse ich so nicht gelten; "das war schon immer so und hat auch funktioniert" ist der reine Status Quo, kein Ergebnis.
Wobei sich mir die Frage stellt, warum es keine klassischen Linkshänderinstrumente gibt - um einen Teil der Antwort vorwegzunehmen: ich denke, zum einen Teil spielt die Nachfrage eine Rolle, zum anderen eben dieses "das war schon immer so". Andererseits: gibt es wirklich keine klassischen Linkshänderinstrumente?

Wenn Linkshändergitarren eine Modeerscheinung sind und alles eine Frage des Trainings ist, warum hat Jimi Hendrix sich mangels Angeboten mit einer umgedrehten Rechtshänderklampfe abgemüht, weshalb spielte Albert King diese sogar in umgekehrter Saitenreihenfolge, warum hat Doyle Bramhall II zwar eine Linkshänder-Strat, die Saiten aber auch umgekehrt? Das rührt doch daher, dass Linkshänder mit "normalen" Instrumenten zurechtkommen mussten und es offensichtlich einfacher war, den unbequemen Weg zu gehen und das Instrument entgegen seiner angedachten Ergonomie umzudrehen.

W°°":7sjw8pvy schrieb:
Einerseits halte ich sie für urbane Märchen, bzw. für ein Gesellschaftsphänomen, wonach jeder Mensch SOFORT seelischen Schaden nimmt, wenn er Dinge anders tun muss, als er es seinem freien Willen nach tun würde.
Es muss kein seelischer Schaden sein, gesellschaftlicher reicht schon. Der jüngere Bruder eines Klassenkameraden, seines Zeichens Linkshänder, wurde von seiner Grundschullehrerin dazu gezwungen, mit rechts zu schreiben - ja, das gab es auch noch Ende der 1980er Jahre. Der "Erfolg" war eine fürchterliche Sauklaue, die ihm Spott seiner Mitschüler und schlechte Noten von eben dieser Lehrerin einbrachte. Eine deutliche Besserung trat ein, als man ihn in einem beneidenswerten Anfall von christlicher Toleranz mit links schreiben ließ.

W°°":7sjw8pvy schrieb:
Würde der Junge Piano oder Flöte spielen, hätte er die Wahl, erfolgreich, oder depressiv zu werden, je nachdem, welcher Hand er die Führung anvertraut...
Ich frage mich, wie viele Menschen ein Instrument aufgegeben haben, weil es nicht in ihrer Macht lag, einer Hand willkürlich die Führung anzuvertrauen. Manche können es, manche nicht - ich denke, das liegt daran, wie dominant die jeweilige Hemisphäre ist. Es gibt ja auch Rechtshänder, die sich freiwillig in linkshändische Gefilde begeben - sei es der Doubleneck-Clown Michael Angelo Batio oder, mit pragmatischerem Ansatz, Simon Phillips, welcher zwar ein "normales" Rechtshänder-Drumset hat, HiHat, Snare und Ride-Becken aber linkshändisch bedient und sich dies antrainiert hat, weil er so auf seinem Doublebass-Drumset räumlich besser zurechtkommt.
 
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rockz
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Auch dieser Thread nimmt wieder ein herrliches Ausmaß an. Eure Postings sind mit Philosophie geschmückt, mit gutem Schuss Erfahrungswerten untermauert und lassen dabei die feine humoristische Note nicht missen. Da weiß ich doch was ich in den letzten Monaten vermisste, als ich meine Gitarren und dieses Forum vernachlässigte. Ganz ehrlich, eure Beiträge in diesem Thread machen wieder Spaß! :)

Gruß, Kai
 
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Guest
Also ich bin von der Schrift her gesehen Linkshänder, hab mir aber viele Tätigkeiten, wie das Gitarre spielen, in Rechtshändermanier angewöhnt.
Angefangen hatte es mit dem spielen von Akkorden in einer Gruppe von Einsteigern. Auffällig war, dass ich im gegensatz zu vielen anderen enorm schnelle Fortschritte gemacht hatte. Einziges Problem was mit der Zeit kam: meine rechte Hand. Die Picks flogen ständig durch die Gegend und das "singlenotepicking" wollte ganz und gar nicht so richtig. An schlechten Tagen kam es sogar vor, dass die Picks aus dem an der Kopfplatte angeklebten Pickholder während eines Songs über den gesamten Boden verstreut wurden.

Mit recht langer Übung bekam ich das aber in den Griff, aber zu dem Zeitpunkt war es schon leicht frustrierend.
Ich stand vor der Entscheidung: entweder werf ich die ganze gelernte Motorik über den haufen und kauf mir ne neue Klampfe für Linkshänder, oder ich beiß mich da jetzt durch und quäl mich erst mal lange, um noch kleine Fortschritte zu erreichen (oder hab ich nu garkeinen Bock mehr drauf). Nach Diskussionen mit anderen Gitarristen hab ich zu letzterem entschieden. Hauptargumente waren: Rechtshänder haben ähnlich große Schwierigkeiten mit der Greifhand und der Markt für Linkshändergitarren ist bei weitem nicht so umfangreich.

Mitlerweile läuft es wieder einigermassen mit der Rechtshändergitarre.
Aber als Fazit kann ich sagen, dass es durchaus wahrscheinlich ist, dass der Linkshänder mit Rechtshändergitarre zwichenzeitlich an einem Punkt ankommt, wo er so frustriert ist, dass er mit dem Gitarre spielen wieder aufhört, besonders, da er mit dem Problem oft recht alleine darsteht und besonders bei dem vergleich zu anderen Lerndenden das Erfolgserlebnis zu lange ausbleibt.
Der Vergleich fehlt einfach, wodurch das Problem scheinbar als spärliche Lernerfolge interpretiert wird, obwohl oft die Fortschritte sich sehen lassen können in anbetracht dessen, dass der Lernende Linkshänder ist. Meine Vermutung ist daher auch, dass die Storys aus den Musikschulen auf solche Fehlinterpretationen basieren, da der Lehrer scheinbar mit diesen Problem nicht konfrontiert war.
 
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rockz":2v8rvekx schrieb:
Hallo Leute,

habe grad von meinem Schwager eine gebrauchte Konzertgitarre zum besaiten bekommen. Er möchte wohl auch gern mal spielen lernen, jetzt ist die Gelegenheit greifbar nah für ihn.

Weil die Gitarre vielleicht auch für seine Töchter zum Ausprobieren ist, habe ich die Saiten für rechtshänder aufgezogen, mein Schwager ist aber linkshänder.

Wie ist das, ist es eigentlich in irgendeiner Weise ein Problem als linkshänder nicht auch auf einer Rechtshändergitarre zu spielen? Also linke Hand greift Akkorde, wie es ein Rechtshänder macht. Ich sehe da eigentlich keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte mit zwei gesunden Händen.

Ich kenne einen Bassisten, eigentlich Linkshänder, der auch bei Rechtshändergitarre zumindest die Grundakkorde greifen kann. Er hat es geübt, wie jeder Anfänger übt der ein Instrument in die Hand nimmt.

Ist nicht Gary Moore eigentlich linkshänder, spielt dennoch Rechtshändergitarren? War doch so, oder?

Gruß

Hey!

Ist alles reine Gewöhnungssache. Wenn ich jetzt nach 15 Jahren Gitarre spielen sag, ich müsste als Rechshänder auf einer Linkshändergitarre spielen - tu ich mir damit natürlich schwer. Hätte ich damals auf einer Linkshändergitarre gelernt zu spielen wäre es wahrscheinlich umgekeht.

Ich mal ein Intervie (ich glaube es war Richi Sambora) gesehen wo ein Linkshänder gefragt wurde, warum er mit der rechten Hand greift - Seine Anwort war: Ich kaufte mir das damals dieses Buch um Gitarre zu lernen und da stand GREIFE MIT DEN FINGERN DEINER RECHTEN AN DIE UND DIE SAITEN... und seither spielt dieser Gitarrist eben auf einer Rechtshändergitarre und das so gut, dass man HERO zu ihm sagt.

Gruß Hannes
 
Mörten
Mörten
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Keks":2gimstr0 schrieb:
Also ich bin von der Schrift her gesehen Linkshänder, hab mir aber viele Tätigkeiten, wie das Gitarre spielen, in Rechtshändermanier angewöhnt.
Angefangen hatte es mit dem spielen von Akkorden in einer Gruppe von Einsteigern. Auffällig war, dass ich im gegensatz zu vielen anderen enorm schnelle Fortschritte gemacht hatte. Einziges Problem was mit der Zeit kam: meine rechte Hand. Die Picks flogen ständig durch die Gegend und das "singlenotepicking" wollte ganz und gar nicht so richtig.

Hey Keks,

mir gehts da momentan noch genauso!!
BTW...was meinst du mit Picks flogen durch die Gegend?
Hast du sie aus der Hand verloren, oder wie?
Weil mir geht das so, v.a. wenn ich schneller picken will passiert es des öfteren, dass mir das Klump aus den Fingern flutscht!!
Was hast du angestellt, dass sich das geändert hat?
Gibt es irgendwelche Übungen die du gemacht hast?

Bin dankbar für Tipps!!

Gruß Mörten
 
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rockz
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Also das mit den Pleks kannte ich auch. Jetzt grad macht es mein Neffe auch durch, dass ihm die Dinger aus den Fingern rutschen. Mein Neffe und ich sind beide Rechtshänder.
 
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W°°":18oedq1u schrieb:
Linkshänderinstrumente sind eine Modeerscheinung.
Im gesamten klassischen Bereich gibt es das nicht.
Banger":18oedq1u schrieb:
Andererseits: gibt es wirklich keine klassischen Linkshänderinstrumente?

Doch, es gibt. Zum Beispiel bei Waldhörnern (dies ist ein rechtsgriffiges, also "falschrummes"):
503151.jpg

Allerdings habe ich noch keinen Hornisten mit einem rechtsgriffigen Horn gesehen, wahrscheinlich nich weit verbreitet und ich weiß auch nicht, seit wann es sowas gibt (Mode?).

Interessanterweise hat beim "normalen" Waldhorn die rechte Hand beinahe nichts zu tun, sie stützt hauptsächlich das Instrument und wird (selten) zum "Stopfen" verwendet. Die linke Hand hat normalerweise die Greifarbeit.
Trompeten, Tuben etc. werden mit rechts gegriffen, der Zug der Posaune wird auch mit rechts bedient - evtl. sind also wir rechtshändigen Hornisten "historisch benachteiligt", und die Linkshänder bestehen auf Gerechtigkeit :lol:
 
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Hey Leute!
Ich kann mich dem, was bisher gesagt wurde, eigentlich nur anschliessen. Da ich im klassischen Bereich (Cello) begann, griff ich von Anfang an wie ein Rechtshänder, obwohl ich selbst Linkshänder bin. Dies habe ich dann auch später auf Gitarre und Bass beibehalten und hatte nie wirkliche Probleme auf Grund dessen. Ist wohl also alles eine Gewöhnungssache...
Grüsse
Dasch
 
A
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Mörten":33otmfil schrieb:
BTW...was meinst du mit Picks flogen durch die Gegend?
Hast du sie aus der Hand verloren, oder wie?
Weil mir geht das so, v.a. wenn ich schneller picken will passiert es des öfteren, dass mir das Klump aus den Fingern flutscht!!
Was hast du angestellt, dass sich das geändert hat?
Gibt es irgendwelche Übungen die du gemacht hast?

Die Picks sind mir immer aus der Hand geflogen. Aber das gab sich mit der Zeit. Speziell dran gearbeitet hab ich jetzt net. Ich schau nur, dass ich ein griffiges Pick in der Hand hab. Zuerst gefielen mir die 0.88 Tortex recht gut, nur sind die so ganz und garnicht griffig, wodurch ich so gerne mal mit der falschen Ecke gespielt habe, was auch zu hören war. Vorerst war ich da bei Picks mit Prägung. Irgendwann hab ich mal hier den Tipp gelesen, Picks mittels Bohrmaschine o.ä. zu perforieren, um sie etwas griffiger zu kriegen. Klappt wunderbar, nur nicht mit jedem Pick, je nach Material brechen die danach gerne über.
 
Chris K jr.
Chris K jr.
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Ich bin Beidhänder, ups, was für ein Wort. also, ich schreibe mit rechts, spiel Fußball mit links, Hammer links-Nagel rechts, ...Linkshändergitarre spiele ich seit Ewigkeiten. Ich habe damals meine erste Gitarre; (die meines Vaters) in die Hand genommen und links gespielt, also auch die Saiten umgespannt, und das übliche an Hardware Modifikationen vorgenommen. Ich kenn das nicht anders.
 
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Unser Bassmann Thomas Becker ist linkshänder der einige Jahre seinen Bass wie ein rechtshänder gespielt hat. Irgendwann hat er es anders versucht und spielt jetzt wie ein linkshänder. Er kann aber auch Wechseln. Geht also.

Gruß, BBMeikel
 
Al
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moin,

ich bin auch ein "linksflutsch" wie man in der eifel sagt, der auf eine "normalen" gitarre spielt. im zarten alter von 12 jahren, als man mir die erste gitarre in die hand drückte zum darauf rumschrammeln, wusste keiner von der existenz der linkshändergitarre und somit habe ich einfach angefangen. später hat peter bursch mir auch vehement verschwiegen, das es da noch etwas gäbe. und so spielte ich fürderhin auf meiner für mich nicht geeigneten gitarre :-D

da ich zwischendurch noch geige und klavier gelernt habe, ist mir das aber nicht negativ aufgefallen. ich denke auch, das ist eine reine gewöhnungssache und egal welches instrument, es bedarf einfach viel übung. eine hand ist immer im hintertreffen und die koordination des ganzen ist bei allen instrumenten schwierig, die man mit zwei händen spielt. last exit trompete? das ist es glaub ich im prinzip egal, mit welcher hand man sie spielt, ausser das natürlich die haltemöglichkeiten auch auf rechtshändern standardmäßig ausgelegt sind...

lg

alex
 
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rockz":3lv3ar6l schrieb:
Wie ist das, ist es eigentlich in irgendeiner Weise ein Problem als linkshänder nicht auch auf einer Rechtshändergitarre zu spielen? Also linke Hand greift Akkorde, wie es ein Rechtshänder macht. Ich sehe da eigentlich keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte mit zwei gesunden Händen.


Ich hab zwei Jahre mit Rechts zu spielen versucht (bin rechtshändig dominiert, kann aber manche Sachen mit links besser, Gitarre spielen gehört auch dazu, wie ich inzwischen rausgefunden habe).

Das Greifen mit links klappt bei mir nicht so gut, ich stelle mich ungeschickter an, und muß meine Bewegungen visuell kontrollieren, weil ich mich auf dem Bund nicht orientieren kann.

Allerdings bin ich absoluter Anfänger, weil ich bis letzte Woche nur rechtshändig gespielt habe und beim Lernen keine Fortschritte gemacht habe. Mit ausreichend Übung - oder Erfahrung - ist das sicher weniger schwierig.

Als Einsteiger könnte ich mir vorstellen, das er die selben Probleme haben wird wie ich und beim lernen nicht weiter kommt, weil er denn Griffwechsel nicht schnell genug schafft, um einen Song spielen zu können.

Kann dir nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten, die ich zur Zeit noch mache, hoffe aber ich konnte dir trotzdem nützliche Hinweise geben.

Tschüßi!
 
 

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