Les Paul 60's neck


cook
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Hallo zusammen,

ich weile ja gerade in den Vereinigten Staaten und bin schwer am überlegen, ob ich - sollte am Ende des Jahres noch ein bisschen Geld übrig sein - mir noch ein sechssaitiges Mitbringsel einpacken soll. ;-) Der Musician's Friend quält mich zudem gerade mit seinem Weihnachtskatalog.

Seit ich als 10jähriger einen langhaarigen Lockenkopf vor einer Kirche in der Wüste ein Solo hab spielen sehen, wollte ich immer eine Les Paul haben... und nichts anderes! Meine erste Elektrische war eine Epi-LP und ich liebe ihren Sound immer noch. Der einzige Grund warum ich auf Ibanez umgestiegen bin, war die Dicke des LP-Halses, auf die ich sowohl mein mangelhaftes Solospiel als auch meine Überlastungsschmerzen im linken Handgelenk/Unterarm zurückgeführt habe.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Gibson Les Paul Standard wird zur Zeit ja mit dem dünneren 60's neck gebaut. Hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht und kann mir sagen, ob es da wirklich einen signifikanten Unterschied zum normalen Hals gibt? Ich würde die Gitarre hier für 2000 $ neu bekommen, was bei dem günstigen Dollar Kurs gerade etwa 1550 Euros wären. Da kommt man schon ins überlegen. Mit wieviel Zoll müsste ich denn rechnen?

Ich werde das Ding natürlich erst mal auch selbst anspielen, aber mein keiner Musikladen in Amherst hat noch keine LP mit 60's neck und bevor ich drei Stunden mit dem Bus nach Boston fahre, wollte ich hier mal fragen, ob sich das überhaupt lohnt.
 
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cook":ux8oupme schrieb:
Hallo zusammen,

Langer Rede kurzer Sinn: Die Gibson Les Paul Standard wird zur Zeit ja mit dem dünneren 60's neck gebaut. Hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht und kann mir sagen, ob es da wirklich einen signifikanten Unterschied zum normalen Hals gibt? Ich würde die Gitarre hier für 2000$

Der Hals ist halt dünner. Habe eine 62er Reissue SG mit so einem Hals. Das ist schon ein Unterschied zu meiner Paula mit superfettem Hals. Ich hab selber kleine zierliche Hände, aber es macht mir nix aus auf dem fetten Paula Hals zu spielen. Mehr Holz bedeutet auch mehr Ton und Sustain, bedenke das. Alles eine Sache der Gewöhnung. Aber nichts forcieren, die Gesundheit ist natürlich wichtiger

Gruß
Little Wing :lol:
 
A
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Hallo Cook,

Du spielst doch sonst eine Gitarre in Strat-Mensur... darum würde ich an Deiner Stelle drauf achten, ob Du mit der kürzeren Paula-Mensur klarkommst. Der "gefühlte" Unterschied ist schon erheblich - das ist der Grund, weshalb ich mit Paulas nicht klarkomme (dazu kommen der lackierte, oft klebrige Hals, das in meinen Händen "seltsame" Shaping und das flache Griffbrett...)

Gruß
burke
 
cook
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Hey Burke,

das wird kein Problem sein, denke ich. Die Paula Mensur liegt mir sogar besser als die der Strat. Ich habe ja über Jahre hinweg bis Anfang 2004 meine Epi Les Paul gespielt und sie seitdem als Proberaum-Gitarre weiterverwedet (also zwei Mal die Woche). Da sollte das Feeling nicht abhanden gekommen sein, auch wenn ich jetzt in den USA für zehn Monate ausschießlich eine Ibanez unter den Finger habe. Was mir eher fehlen wird, sind die Jumbo-Bundstäbchen.

Heidernei... ist der 60's neck so dünn, dass da das Sustain merklich nachlässt? Das hätte ich nicht gedacht.
 
frank
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Hi Cook,

ich habe zwei Les Paul, eine mit dem dünneren, die andere mit dem dickeren Hals. Natürlich sind die Unterschiede spürbar. Aber ich komme mit beiden gut klar.

Es hilft nichts, selber ausprobieren ist angesagt. Dann weißt Du, ob und welche Halsform für Dich richtig ist.

Das mit dem besseren Sustain vermag ich nicht nachzuvollziehen. Ich kann bei meinen Gitarren jedenfalls keine Unterschiede ausmachen, die eindeutig auf die Halsform zurückzuführen sind.
Natürlich habe auch ich bei z.B. Les Paul Standard-Modellen ein ganz unterschiedliches Klangverhalten festgestellt. Und ich habe viele in den Händen gehalten. Manche stellten ohne jeden Zweifel deutlich teurere Customs in den Schatten. Vermutlich kommt beim Klangverhalten das eine zum anderen. Ich denke, vorrangig ist die Holzqualität und dann - vielleicht - die Halsform verantwortlich. Aber - wie immer - ist es auch hier eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Welches Modell Du auch immer bevorzugt kaufen möchtest, ob Standard, Classic oder Custom, teste aus jeder Reihe mehrere Gitarren, am besten zunächst ohne Amp. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich laut und differenziert Gitarren aus der gleichen Modellreihe schon rein aus dem Holz heraus klingen.

Zum Import von Gitarren aus den USA und zu Zollfragen habe ich im FAQ einen Beitrag eingestellt. Lies ihn und vermutlich wirst Du keine Fragen mehr haben. Soviel vorab: Ca. 25 % Importzoll incl. MWSt. kannst Du zum auf der Rechnung ausgewiesenen us-Preis addieren. Und diese Rechnung solltest Du dem Zoll vorlegen können. Sonst wird vom Zoll der Wert geschätzt.
Man kann natürlich mogeln, z.B. indem man eine Rechnung vorlegt, in der ein falscher, natürlich niedriger Preis angegeben ist. Auch das nennt man bereits Schmuggel, und der kann ziemlich teuer werden. Und die Jungs vom Zoll sind nicht blöd, denen ist nichts neu. Die schrecken auch vor einer Durchsuchung Deiner Klamotten nach einer zweiten "echten" Rechnung, Garantieurkunde pp. nicht zurück. Mit Seriennummern wissen die auch etwas anzufangen, im Zweifelsfall kann das Instrument zunächst beschlagnahmt werden bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Und diese können dauern...

Du solltest beim Kauf dem Verkäufer glaubhaft machen, dass Du die Gitarre exportierst, z.B. durch Vorlage Deines Flugtickets. Dann brauchst Du keine US-Steuern bezahlen. Ich habe erlebt, dass die Verkäufer das oft nicht wissen und mir weismachen wollten, ich könne mir die Steuern bei der Ausfuhr am Flughafen beim US-Custom zurückzahlen lassen. Das stimmt schlicht nicht. In solchen Fällen bat ich die Verkäufer, den US-Custom beim nächsten (internationalen) Flughafen anzurufen. Danach gab es mit den US-Steuern keine Probleme mehr.

Im übrigen berechnet der deutsche Zoll die Importsteuern nach der auf der Rechnung ausgewiesenen Gesamtsumme. D.h., die darin enthaltenen us-Steuern werden hier nochmals versteuert.

Noch ein allerletzter Tipp: Lies mal unter Reviews/Gibson nach. Dort habe ich einen Bericht zur Les Paul 25/50 Anniversary eingestellt. In den USA werden diese öfter und preiswerter als in Europa angeboten. Das ist eine echte Alternative zum Neukauf.

Gruß
frank
 
cook
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Hallo Frank,

deinen FAQ Beitrag hatte ich schon gelesen - ist wirklich sehr informativ. Mir war nur nicht so ganz klar, ob der Importzoll tatsächlich bei (in meinen Augen) horrenden 25% liegt. Da lohnt es sich ja schon fast nicht mehr, hier drüben einzukaufen. Gibt es nicht auch eine Frist, nach der man die Gitarre nicht mehr verzollen muss (wenn ich also lange genug Eigentümer war)?
 
physioblues
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Hi,

die Standard 50es Neck bekommst du hier in D auch schon ab 1750.- neu, und die Classic mit 60es Neck schon ab 1500.- Euro.

Schau doch lieber in einem großen Store nach gebrauchten LPs. Da gab es in der Vergangenheit immer wieder unterschiedliche Halsprofile.
Und achte auf das Gewicht, keine Paula über 4,5 Kilo !
ich behaupte, eine leichte klingt besser, jedenfalls nicht schlechter. Und wenn du mal vorhast eine 5 Kilo Axt einen Abend lang auf der Bühne herum zu wuchten, dann schau schon mal in den Gelben Seiten nach einem Orthopäden.
 
frank
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cook":1ayipv8e schrieb:
Mir war nur nicht so ganz klar, ob der Importzoll tatsächlich bei (in meinen Augen) horrenden 25% liegt.

Hi Cook,

Meine Angabe zu Höhe des Importzolles ist bewußt nur eine ca.-Angabe. Er mag sich künftig verändern, aber der "Artikel" bleibt für längere Zeit im FAQ stehen und sollte keinesfalls künftig für böse Überraschungen sorgen.
Allein die auf den Warenwert zu entrichtende deutsche MwSt. beträgt schon 16 %, der Importzoll selbst ist also gar nicht so hoch. 25 % solltest Du ihn schon kalkulieren, dann bist Du auf der sicheren Seite. Nach meinen letzten Informationen beträgt der Importzoll für Gitarren 3,6 %. Zuzüglich der MWSt. kämst Du also auf "nur" 19,6 %. Aber diese Informationen sind schon mindestens ein Jahr alt, meine Hand lege ich dafür nicht ins Feuer.

cook":1ayipv8e schrieb:
Gibt es nicht auch eine Frist, nach der man die Gitarre nicht mehr verzollen muss (wenn ich also lange genug Eigentümer war)?

Nein, es gibt keine solche Frist. Ausländische Waren, die Du nach Deutschland importierst sind - sofern sie einen geringfügigen Wert überschreiten, stets zu verzollen (Einzige Ausnahme: Waren aus EU-Ländern). Dabei spielt es keine Rolle, wie lange Dir der Gegenstand gehört oder wie lange Du ihn in Gebrauch hast. Ich kann im Augenblick keine konkrete Wertangabe zu "geringfügig" machen. Grundsätzlich kann ich dazu sagen, dass die üblichen Urlaubsmitbringsel als "geringfügig" betrachtet werden. Gehe mal davon aus, das Waren im Gesamtwert von ca. 50 € zollfrei bleiben, das kommt in etwa hin.

cook":1ayipv8e schrieb:
Da lohnt es sich ja schon fast nicht mehr, hier drüben einzukaufen.

Nein, bei Gitarren von der Stange lohnt es sich meiner Meinung nach in der Tat nicht, nicht eine Gitarre aus den USA zu importieren. Selbst wenn man den Dollarkurs berücksichtigt und keine us-Steuern zahlt, bleibt kaum etwas übrig. Letztlich macht sich auch für die deutschen Händler ein starker Euro positiv bemerkbar. Die kaufen jetzt nämlich auch preiswert ein. Und offenbar geben sie einen gewissen Teil ihrer Einsparung in Form von Preisnachlässen an ihre Kunden weiter. Und zusätzlich hat man sich hier auch den Service bei Garantiefällen eingekauft.

Anders verhält es sich bei höherwertigen Gitarren, die in Deutschland nach wie vor teuer sind.
Rechne mal in Euro wie folgt: Welche Summe kannst Du ausgeben? Subtrahiere davon 25 % für den deutschen Zoll und MWSt. Das Ergebnis ist der Betrag, den Du investieren kannst.
Nun hoffe ich, dass Du Dich nicht gerade in einem allzu kleinen Kaff tummelst. Bist Du in oder in Nähe einer größeren Stadt, schaue Dich nach einer höherwertigen gebrauchten Gitarre um, die sich in gutem Zustand befindet. Dann machst Du immer noch Dein Schnäppchen. Und besuche nicht nur die Instrumentenhändler. Gehe auch in die Pfand- und Leihhäuser. Ich kenne sie unter dem Begriff "Pawnshops". Dort gibt es auch zu Ebay-Zeiten immer noch überraschend gute Gelegenheiten. Die Beratung ist zwar schlecht, aber man kann ganz gute Preise aushandeln. Über den Preis verhandeln würde ich allerdings auch in den Musikgeschäften. Und wenn über Geld nichts mehr geht, dann geht gewiß noch etwas beim Zubehör.

Aber auch den Neukauf einer Gibson "von der Stange" kann ich nicht so einfach ablehnen. Nach all meinen Erfahrungen, ist die Verarbeitungsqualität einer us-Gibson wesentlich besser, als die der Exportmodelle. In dieser Hinsicht sind sie also doch noch ein Schnäppchen, nur in finanzieller Hinsicht, da macht Dir unser Bundesfinanzminister einen Strich durch die Rechnung.

Also, nicht frustriert alle Pläne beiseite schieben. Angesagt ist: Nachdenken und vielleicht nach einer gebrauchten Klampfe suchen.

Wie wäre es alternativ z.B. mit einer gebrauchten Les Paul Gary Moore Signature. Die ist hier - u.a. weil sie nicht mehr hergestellt werden - gebraucht kaum zu bekommen und wenn doch, dann sind bei Ebay gut 1500 - 1600 € fällig. Die sollten in den USA für etwa 1400 $ zu haben sein. Subtrahiere die Wähungsdifferenz, addiere Importkosten und als Ergebnis kommst Du auf den in Deutschland üblichen Preis. Bloss die Gitarre, die findest Du hier nicht. Ich habe bei Ebay im Laufe eines Jahres 2 Stück gesehen, die wie warme Semmeln weggingen. Und weil sie recht rar sind, kann man mit einem Wertzuwachs zumindest spekulieren. Ob er sich einstellt, bleibt abzuwarten. Zur Zeit bekommt man für eine gebrauchte Gary Moore jedoch mehr Geld als für eine gleichalte Standard oder Classic in vergleichbarem Zustand.

Gruß
frank
 
physioblues
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Hi,

die Gary Moore hat aber auch ein kräftigeres Halsprofil, und kein Halsbinding, was auch nicht jedermanns Geschmack ist.
 
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hmm dann muss ich mir jetzt ja tatsächlich auch nochmal gedanken wegen Gitarrenimport machen. Bin nächstes Jahr auch in Amerika...

Ich selber spiele ne Gibson LP Special und die hat auch den 60´s neck. Ich find den Hals sehr sehr komfortabel. Er ist schon wesentlich dicker als ein Ibanez Hals aber auch wesentlich dünner als ein 50´s. Hab letztens mal ne Epiphone 7String gespielt und dachte ich halt nen Baseballschläger in der Hand...Riesenprügel!!
Das feine bei dem LP Special Hals ist das er nur so eine Art Lackierung hat.. also hauchdünn bei der sogar das Holz durschimmert und sich auch so spielen lässt. Übrigens ist der Preisunterschied der Special zwischen Amerika und Europa schon enorm. Er wars zumindest bis vor kurzem. Ich voll....t musste sie gleich haben und kaufte sie mir damals um €1100,- sah dann ein halbes Jahr später per zufall das gleiche Teil in Amerika um sagenhafte $749,- das sind umgerechnet gute €600,- Da hätte sich das allemal rentiert. Inzwischen kostet sie bei uns aber auch "nur" noch €899,-

Aber der 60´s hals find ich super und gut bespielbar (auch mit meinen Fingerchen)
 

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