Neue Erkenntnis! Wie ich Gitarren beurteile.


auge
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zwischen Tür und Angel...
Liebe Gemeinde,

in letzter Zeit habe ich, auch angeregt durch so manchen Thread hier, versucht mich selbst zu beobachten wie ich eine Gitarre eigentlich beurteile.
Was ist mir wichtig.
Wann spiele ich eine Gitarre gerne und habe das Gefühl sie ist "gut".
Neben so allgemeinen Faktoren wie Handling, Optik, Halsprofil, .... ist mir eines ganz besonders aufgefallen.
Ich lege sehr grossen Wert darauf die Vibrationen der Gitarre (des Gitarrenkorpus) am Bauch wo sie aufliegt zu spüren. Das verändert mein Empfinden zu diesem Instrument. Draufgekommen bin ich weil ich Gitarren habe die alles haben was ich mag und trotzdem werde ich nicht warm damit. Und da ist das dann ein grosser Punkt. Ich glaube, dass Objektiv das gar nix am Klang ändert bzw. besser macht sondern, dass es eine unbewusste Angewohnheit von mir ist.

Wie gehts euch da? Ist euch das auch wichtig? Oder egal?

Lg
Auge
 
karlchen
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Holla Auge,
kannst du was mit dem Begriff "Eigenfrequenz" in Verbindung mit zerspringenden Weingläsern und dem schrillen Ton einer Operndiva anfangen?

So geht's mir mit meiner ersten -sehr günstigen- Epi SG - Kopie.
Definitiv keine Zaubergitarre. Und im besten Falle ein Notfall-Backup-Instrument.

Aber ihr serienmäßiger Noname-Steg-PU erzeugt bei der richtigen Gain-Einstellung an meinem Amp einen Sound, wo sie leicht anfängt zu vibrieren, mit viel "Biss" und "Bumms". Dieser Sound trifft dann irgendwie "meine Eigenfrequenz", meinen Nerf und schiest mir praktisch ohne Umwege direkt ins Hirn. Ich bekomm bei jedem Akkord Gänsehaut... weshalb ich mich so gut wie nicht von ihr trennen kann. Und das obwohl sie garnichtmehr gespielt wird und nurnoch in der Ecke versauert....

Ne höchst subjektive Erfahrung ;-)
 
A
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Bei mir ist es vor allem das Attack der Gitarre, das mich anschärft. Deshalb bin ich auch eher ein Strat- und kein LesPaul-Typ. Mit 335 (oder 345, ich liebe diese Varitone-Schalter!) fühle ich mich aber durchaus wohl, es ist nicht so, dass ich außer Strats und Teles nicht gelten ließe.

In einem Satz: die Kombination aus knalligem Attack und aufblühendem Sustain - nur Geplinke oder "flumm-flumm" ist chancenlos.

Dabei ist der rein akustische Sound idR ein Hinweis, aber keine Messlatte - schließlich geht es ja auch darum, wie gut eine Gitarre den Schall des Amps "empfängt", und idR sind gute Schallempfänger auch gute Schallsender, soll heißen, sie vibrieren auch gut.

Mit Hälsen komme ich von "recht schlank" bis "recht dick" klar, aber ich bevorzuge auf allen richtig hohe Bundstäbchen.
 
A
Anonymous
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Interessant, dass du das ansprichst.

Ich hab mich oft gewundert wie die Leute immer so genau sagen können, was sie mögen.

Nur wenn ich sehr bewusst drauf achte, komm ich auf Ideen warum ich eine Klampfe gut finde (vom Bauch her weiss ichs natürlich schon) und ausformulieren kann ich die meist auch erst richtig, wenn ich mehrere Klampfen spiele und einen Vergleich habe.
Dann ist es aber auch eher ein: "...an der gefällt mir das besser... dafür an der anderen..."

So einen Punkt wie du, Auge, habe ich noch nicht entdeckt...??
vielleicht fehlt mit dazu noch der Bauch ;-)
 
A
Anonymous
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Schöner Thread ;-)

Also, ich beurteile eine Gitarre erst mal nach der Optik - sie muss mir gefallen, sonst nehme ich sie erst gar nicht in die Hand - zumindest nicht, wenn ich auf der Suche nach was neuem bin. Passt das, dann spiele ich eine Gitarre immer erst ausgiebig trocken an. Eine Strat muss für mich schon unverstärkt viel Attack, Sustain und vor allem Snap und Twang haben. Wie bei Auge müssen die Vibrationen am Körper deutlich spürbar sein. Je mehr ich davon spüre, umso besser ist die Gitarre. Der Hals muss schön fett sein und die Bünde hoch (am liebsten Dunlop 6105), dann fühle ich mich wohl. Dann ist das Gewicht entscheidend, mehr als 3,5 Kilo ist nix für den Magman, am liebsten mag ich Strats um die 3 Kilo.
Tja, dann kommt der Test am eigenen Amp und in, bzw. mit der Band. Nur so kann ich beurteilen ob und wie gut sich die Gitarre durchsetzt. Erfüllt sie alle diese 'magmanischen' Kriterien, dann werde ich nervös :lol:

Anm.: Diese Beschreibung oben trifft zu 100 pro auf meine Morgaine Strat zu und löst bei mir regelrechte Gänsehaut-Orgasmen aus :mrgreen:
 
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Julle
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Hallo!

Optik spielt beim Gitarrenkauf natürlich eine Rolle.
Ich z.B. werde bei der ESP Eclipse alleine schon dadurch schwach, dass das Teil einfach (in meinen Augen) schweinegeil aussieht!

Was für mich aber ganz enorm wichtig ist, ist der Hals.
Wenn der mir nicht auf Anhieb gefällt, kann das Teil noch so geil klingen, ich werd nicht warm damit.
Das ist auch der Grund, warum ich kaum mehr Strat spiele. Ich habe zwar eine (Sogar ne richtig gute, Tokai Springy Sound aus den 70ern), aber der Hals und ich; ne, wir werden keine Freunde mehr.

Außerdem neige ich zu festen Brücken mit Stop Tailpiece.
Dieses ganze Vibrato-Gedönens z.B. fühlt sich für mich schon irgendwie so unbequem an.

Erst wenn die Klampfe schick aussieht und der Hals stimmt, kann ich mich also darüber aufregen, dass ich für die Eclipse keine Kohle mehr übrig hab.
 
W°°
W°°
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Moin,

das ist ja mal interessant zu lesen, WIE denn die Güte eines Instruments bemessen wird, wenn die Moleküle geordnet, die Böckchen eloxiert und die Lacke entspannt sind.... ;-)

Das Aussehen hat natürlich nichts mit der tonalen Qualität eines Instruments zu tun, aber es entscheidet, wie man sich dem Instrument nähert.
Es gibt schön und es gibt gut. Wie bei Menschen ist es etwas besonderes, wenn man beides vereint antrifft.

Ein Instrument beurteile ich
1. durch ansehen
Ich drehe mit die Instrumentenfront zu und zupfe jede Saite einzeln an.
Jetzt schaue ich mir an, wie die einzelnen Saiten ein- und ausschwingen.
Machen sie große oder kleine Amplituden?
Bäumen sie sich gar auf?
Schwingen sie ruhig aus, oder taumeln sie?
In meinem Ideal machen sie eine kleine Amplitude, die ohne taumeln und pumpen gleichmäßig ausschwingt. Besonders interessant ist dabei die G-Saite, die ja als Plain-Steel oft das Sorgenkind ist.

Das gleiche wiederhole ich bei stärkeren Anschlägen.
Fallen die Töne jetzt von oben ein? Überdehnen sie also durch ihre eigene Schwingung? Das wäre unschön.

Jetzt spiele ich die ersten Akkorde. Hier höre ich darauf, wie die Töne neben einander liegen.
Würden einzelne Saiten durch unpräzise Einschwingvorgänge aus der Reihe tanzen, weil sie taumeln, oder von oben einfallen, so hätte der Akkord eine unklare Auflösung. Die Töne liegen nicht gut neben einander, sie reiben, matschen und es bilden sich keine klaren Differenztöne.

(Differenztöne - Kleiner Abstecher: Wer nach Flageoletts stimmt, kennt sie; Zwei Töne, deren Amplitude auf die selbe Phase fällt, bilden einen 3. Ton doppelter Amplitudenstärke. Wir kennen das als die Schwebung beim Stimmen - das "Uiiuiiuiiuii" Ein Intervall von 2 Tönen besteht also aus drei Tönen: Der eine minus dem anderen. Ein tiefer Ton! Das ist es, was einem E-Dur Fülle und Tiefe verleiht. Die Vibration, die "Balls"! Es ist nicht die E-Saite alleine- Die kann nicht so tief. Es ist die Summe der Saiten mit ihren tiefen Differenztönen - Ende Abstecher)

Das Einschwingen der einzelnen Saiten bestimmt also nicht nur den Ton dieser Saite, sondern damit auch das Bild des gesamten Akkords und dessen Auflösung die Klarheit und den Druck.

Im Idealfall rollen die einzelnen Saiten sauber nebeneinander und ich spüre ein gleichmäßiges Grollen in den Tiefen.
"Raaaa!"

Beim Ausklingen möchte ich metallischen Glanz und Schimmer in den Obertönen hören. Es muss "Reeiiinnngg" in meinem Kopf machen.
Dabei wünsche ich mir ein Instrument, was gleichmäßig ausschwingt. Lieber ein kürzeres aber gleichmäßiges Sustain, als ein ewig stehender Bass.

Neben der Haptik (Anfassigkeit ;-) ) die ja eine sehr individuelle Sache ist, interessiert mich die Modulationsfähigkeit einer Gitarre. Wie (lange) lassen sich Töne durch Bendings formen? Werden sie schwach und verlieren sie sich, oder ändern sie im Bending ihre Farbe und halten die Schwinungsenergie? Es gibt Gitarren, die beginnen zu schillern, wie eine Diva, wenn man sie anfasst. Andere sind stumpf und langweilig. Auch hier entscheidet der "Regenbogen" der Obertöne nach dem Anschlag, wie viel ein Ton strahlt.

Ans Eingemachte geht es bei den Interferenzen: Halspickup, Gain, G-Saite, 11,12,13,14, Bund. Kaum eine Gitarre überschlägt sich hier nicht. Interferenzen stören die Einschwingvorgänge. Manche Instrumente sterben hier richtig ab, andere beruhigen sich nach kurzer Zeit.
Danach gehe ich ein mal langsam über das Griffbrett. Ein mal sensibilisiert hört man jetzt sehr gut, wo die Gitarre will, und wo nicht.

(Es ist übrigens durchaus denkbar, dass ein Instrument voller Interferenzen einen tollen Job für bestimmte Anwendungen (z.B. Funky Stuff) macht und dafür sehr geliebt wird. )

Zu guter letzt geht es an die Pickups - aber die kann man ja noch tauschen.....

;-)
 
gitarrenruebe
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Hi,

die Gitarre ist dann für mich gut, wenn ich sie beim spielen quasi nicht spüre.

Wenn alles automatisch geht, nichts stört, jeder Griff zum Poti etc sein Ziel blind erreicht.

Klar - sie muss klingen. Aber das muss ja jeder für sich bewerten.

Und sie muss den "Lady-Faktor" haben, mich also auch optisch anmachen !
 
gitarrenruebe
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Pfaelzer":3n4s73zn schrieb:
... Netzhautablöser ...
Hömma Du Weinschlauch,
die Carvin-Strat is ja wohl fies. Bääääh, is die fies.
Du hast misch weh getan, Du fiese Bratze !
Datt gibbt Räwangsche !
 
physioblues
physioblues
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Ich pflege zum Glück ein rein geschäftliches Verhältnis zu meinen Instrumenten.
Eine Gitarre ist das erste Glied in einer Kette von vielen, mal mehr, mal weniger soundbestimmenden, oft interaktiven Faktoren.
Nur halte ich die Gitarre , eben in ihrer Position am Anfang nur für bedingt soundgebend. Je nachdem, was danach alles kommt, bleibt mehr oder weniger von Ausschwingamplituden und Bauchkitzelfaktor übrig.
Da ist mir die Haptik, das Wohlfühlen auf einer Gitarre viel wichtiger. Ich mag leichte Gitarren und eher dünnere Hälse, leichtgängige Potis und ausgewogene Verhältnisse der Saiten zueinander.
Eine Gitarre ist für mich gut, wenn ich sie nach einer dreistündigen Probe nicht wahrgenommen habe.
Die Optik spielt bei mir keine große Rolle mehr. Ich kaufe sogar sehr gerne Gitarren, die die Traditionalisten als hässlich bezeichnen. Die sind nämlich billiger zu bekommen. In die Hand nehmen vor dem Kaufen ist bei mir meistens nicht möglich, da ich die Großzahl meiner Äste aus der Bucht rekrutiert habe.
 
A
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Auges's "Bauchresonanz-Prinzip" ist bei mir auch ein ganz entscheidendes Kriterium. Der zweite Punkt ist, was die Linke Hand zum Hals sagt. Da habe ich merkwürdige unterschiedliche "Ja"-Botschaften zu verarbeiten, ich bin noch nicht so ganz durchgestiegen, warum das so ist, denn die objektiven Maße einiger Gitarrenhälse, die ich mag, unterschieden sich zum Teil erheblich (etwa Hopf Jupiter 63, Strat 73, ES335 von 78, recht verschiedene Profile, die mir aber alle glatt in der Hand liegen, während ich sich bei einer Gibson Explorer 76 oder einer Gibson Nonreverse Firebird oder bei einer Anniversary Strat 79 alles sträubt...)

physioblues":athgb6pe schrieb:
Ich kaufe sogar sehr gerne Gitarren, die die Traditionalisten als hässlich bezeichnen. Die sind nämlich billiger zu bekommen.
:lol: ... ja, das hat bei mir 'ne zeitlang auch gut funktioniert ... aber offenbar teile ich auch einige eher populäre Vorlieben.
 
A
Anonymous
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also jetz aber.
Ich persönlich muss sagen, dass die Calvin vielleicht nicht die schönste ist, aber noch lange niht so schlimm wie ihr sie macht.
Und die Strat gefällt mir sogar ganz gut
 
kiroy
kiroy
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Also, so viele E-Gitarren habe ich in meinem Leben ja noch nicht gekauft. Zu "beurteilen" gab es bisher eigentlich wenig. Es war die angestrebte Musikrichtung ausschlaggebend - und natürlich das fehlende Geld... :cry:

Mit 16 Jahren (und ohne jegliche Ahnung) eine uralte gebrauchte Höfner. Grund: mehr konnte ich mir nicht leisten.
Mit 20: Eine No-Name-Strat. Grund: Die einzige, die ich mir leisten konnte.
Mit 25: Eine Les Paul. Grund: Mein Mit-Gitarrist hatte eine Gibson Les Paul und die passte soundmäßig gut zu unserer Musik. Da ich mir keine Gibson leisten konnte, wurde es eben eine gebrauchte Hoyer LP.
Mit 33: Eine Fender Strat. Da ich begann, Tanzmusik zu machen, brauchte ich eine Gitarre mit möglichst vielen Soundmöglichkeiten, das schien mir die Strat zu bieten.
Mit 52: Eine Epiphone Les Paul. Da ich wieder mehr Rockmusik machen will, brauchte ich eine Gitarre mit Humbucker. Für eine Gibson reicht's Geld leider immer noch nicht.

Ich habe meine Gitarren möglichst nach der Musikrichtung gekauft, die ich machen wollte. Und wenn klar war, welche Gitarre es sein sollte, gab letztendlich der Geldbeutel den Ausschlag. Ich habe immer nur eine Gitarre besessen, die andere wurde jeweils verkauft, um die neue bezahlen zu können. Erst jetzt habe ich die Strat behalten, als ich die Epiphone gekauft habe.

Die teuerste Gitarre, die ich je gekauft habe, war 1987 die Fender US-Std.-Strat (1.100,- DM). Ich habe sie damals im örtlichen Gitarrenladen bestellt, ohne je auf einer (echten) Strat gespielt zu haben - es gab nirgends eine zum Testen. Als die Gitarre im Laden ankam, konnte ich noch zwischen weiß und blau auswählen. Das war's, mehr gab's nicht.

Bisher dachte ich, eine E-Gitarre klingt eben wie eine E-Gitarre. Wobei eine Strat pickup-bedingt anders klingt als eine LP. Dass das Holz eine Rolle spielt oder der Hals oder gar die Lackierung, habe ich erst hier im Forum erfahren. Selbst wahrgenommen habe ich das noch nie.
Vielleicht ist das auch ein bisschen Voodoo? ;-)

Ob ich mit einer Gitarre zurechtkomme oder nicht, habe ich bisher immer auf mein (fehlendes) Können zurückgeführt.
 
A
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Moins,


ich muss da echt überlegen. Um´s mal plump auszudrücken, ist es ja Quatsch an eine Gibbes mit den selben Erwartungen ran zu gehen, wie an eine Strat. Einfach um mal zwei bekannte Beispiele zu nennen.

Vergleiche ich die selben Gitarrentypen, so habe ich im Kopf immer bestimmte Klangideale, die durch verschiedene Faktoren geprägt sind und sich natürlich mit der Zeit auch ändern.

Nach dem Haptik, Qualität und Optik also abgeklärt sind, geht´s an die klangliche Bewertung.

Auch Instrumente , die augenscheinlich sehr gleich sind, weichen in ihrem Charakter ab, finde ich. Dabei würde ich nicht behaupten , dass da immer Welten zwischen liegen. Manchmal sind es auch nur Details. Ich denke, es gibt für mich keine Gitarre die wirklich alles kann.
Ich höre da gewisse Stärken, so dass ich daraus ableite , wie mich das Instrument inspirieren könnte, was ich damit anstellen kann..das ist für mich aber auch schon ein besonderer Punkt. Ob ich mit dem Instrument klar komme, oder nicht, entscheidet sich da an der Stelle ganz wesentlich. Habe ich ein gutes Gefühl dabei? Und wenn´s mich richtig packt, wird´s kritisch...für´n Geldbeutel! ;-)

Daraus ergibt sich auch, dass ich eine Gitarre durchaus gut finden kann, sie aber dennoch nicht den Charakter hat, den ich gerade suche.
Eine schlechte Gitarre, ist eine Gitarre, die keinen Charakter hat und "blaß" und "leblos" klingt. Ich finde übrigens dabei ganz aufschlußreich, die Flageotletts-Punkte abzuschecken. Wenn die laut und strahlend rüberkommen, ist die maßgebliche Obertonentfaltung schonmal nicht schlecht. Dann Ein-/Ausschwingverhalten, ähnlich wie Walter, ist mir ein klares, differenziertes, gleichmäßiges Ein-/Ausschwingen wichtiger, als endlos , fettes , Sustain im Bass.

Guter Schnelltest ist für mich immer ein F#-7B5 im 14. und 2. Bund auf den Bass-Saiten. Kritischer Akkord! Wenn der gut und klar aufgelöst wird, sagst das mir schon was.

Naja - und letztlich, selbst wenn ein Instrument nach solchen Kriterien nicht "perfekt" erscheint, kann es trotzdem was haben, was mich einfach "anmacht", was ich halt geil finde.

Den "perfekten" Alleskönner will ich garnicht. Ich will halt einen bestimmten "Charakter".
 
Dr.Dulle
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kiroy":25g8ttcv schrieb:
Marcello":25g8ttcv schrieb:
Guter Schnelltest ist für mich immer ein F#-7B5 im 14. und 2. Bund auf den Bass-Saiten.
:shock: :oops: Ohjeh! Wie sieht denn DER Akkord aus? :-o

Fshm7b5_1.jpg


jenau so ;-)
 
kiroy
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Aha... :?
Öööhm... Klingt irgendwie krumm. Wie a-moll mit 'nem fis, was da nicht hinpasst.
Also ich käme nie auf die Idee, mit sooo einem Akkord eine Klampfe zu testen. Das klingt doch nicht! Und in den 14. Bund passen alle meine Wurstfinger niemals rein. :-D
Ich geb's auf... :cry:

@Dr.Dulle: Vielen Dank für Deine Mühe! :top:
 
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Hi...

At Marcello: Was hörst du da besonderes in dem Akkord, dass er die Gitarre für dich stimmig macht?

Muss die Gitarre so klingen, dass du die folgliche Auflösung hörst?

Oder testet man so die Bundreinheit?

Ich persönlich finde zum Gitarren testen immer diesen Akkord sehr hübsch...
D7/+5/b9

Frag mich nicht warum, aber den spiel ich nach jeder gestimmten Gitarre...
So eine Angewohnheit...

Mfg Gitarrero100
 
Dr.Dulle
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kiroy":kdmg3gpr schrieb:
Aha... :?
Öööhm... Klingt irgendwie krumm. Wie a-moll mit 'nem fis, was da nicht hinpasst.
Also ich käme nie auf die Idee, mit sooo einem Akkord eine Klampfe zu testen. Das klingt doch nicht! Und in den 14. Bund passen alle meine Wurstfinger niemals rein. :-D
Ich geb's auf... :cry:

@Dr.Dulle: Vielen Dank für Deine Mühe! :top:

Nicht so schnell aufgeben ;-)

klar klingt der vielleicht ungewohnt wenn man z.B.
vorwiegend Rock spielt, aber in Songs mit nen bisschen
Jazz approach klingt der gar nicht so krumm

ein Moll7b5 Akkord steht übrigens auf der 7.Stufe der
harmonisierten Dur Tonleiter
=> FisMoll7b5 passt in z.B. auch Songs in G Dur oder E Moll

Gruß
 
A
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gitarrero100":17t90edt schrieb:
Hi...

At Marcello: Was hörst du da besonderes in dem Akkord, dass er die Gitarre für dich stimmig macht?

Muss die Gitarre so klingen, dass du die folgliche Auflösung hörst?

Oder testet man so die Bundreinheit?

Hi,

da sieht man mal wieder, was alles Mißverstanden werden kann.

Zuerst leg ich die b5 halt auch in den Bass auf die A Saite. Somit steht als erster Intervall direkt ein Tritonus.

Ich finde F# ist eine realtiv "matte" bis "verschwaschen" klingende Tonart und ebenso die Akkorde, die sich darüber aufbauen. Ich empfinde sie nicht so "klar" wie andere Tonarten. Das ist natürlich schwer auszudrücken. Ist eher eine Emotion oder gedankliche Assoziation, die eben diese spezielle Klangfarbe auslöst.

"Auflösung" ist nicht im Sinne einer harmonischer Auflösung gemeint, sondern im Sinne von wie "klar" und "ausgewogen" erscheinen die einzelnen Akkordtöne im Zusammenklang. Wird es sehr matschig mit vielen Interferenzen, oder ist dieser sehr "schwierige" Akkord noch klar auszumachen, also lassen sich die einzelnen Töne für gehör noch klar erkennen oder "auflösen". Wie "Auflösen in Bestandteile".

Es ist nichts "Wissenschaftliches", oder erfüllt eine besonderen Zweck. Man kann das wohl eher unter persönlicher Marotte einordnen.

Wer hat das Beipspiel mal erwähnt?
War es Verheyen, der die H-Saite anschlägt und anhand der Resonanzen für sich festlegt, ob die Gitarre "gut" oder "schlecht" ist? So, ungefähr den ähnlichen "Wert" hat diese Methode auch! ;-)
 
 

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