Retubing Mesa/Boogie Lone Star Special


A
Anonymous
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Hallo werte Kollegen,

seit einiger Zeit staubt mein Lone Star Special ein, weil ich mit dem Sound irgendwie nicht zufrieden war. Zudem waren die Modi 5W/15W irgendwie tot und ich dachte der Amp sei ohnehin kaputt.

Nun erzählte mir neulich jemand, dass Mesa wohl eine Zeit lang etwas schlechtere Charge Röhren verbaut hatte und der Defekt von meinem Amp hätte was zu tun mit der Gleichrichterröhre, die in den betreffenden Modi eben zum Einsatz kommt und in dem 30W bzw. 35W ein Silizium Rectifier.

Ich würde gerne den Amp neu bestücken und wollte nach eurem Rat fragen, wie am besten vorzugehen ist? Bislang habe ich immer Röhren von Jan (Ask Jan First) bezogen und war immer super zufrieden. Mir war so als gäbe es bei Mesa die diversen Codes, man bestellt, steckt um und gut is.

Ich würde auch gerne die originale 5Y3GT durch die 5V4GA (R), die etwas mehr Saft haben soll.

Vielleicht kann mir ein Spezi auf die Sprünge helfen oder vielleicht hat sogar jemand passende Röhren rumliegen, die er nicht mehr braucht...

Ich freue mich über jeglichen hilfreichen Tip... =)
 
A
Anonymous
Guest
Wavemaster,

ohne jetzt zu wissen, welche Röhrentypen drin sitzen, ist eine Empfehlung nicht so sinnvoll, da die Hersteller die Werte der anderen Bauteile auf die zur Zeit der Fertigung verbauten Röhren abgestimmt werden. Eine GE 5751 klingt in Amp A schön crisp, in Amp B steril. Und da haben wir nur von Vorstufenröhren gesprochen.

Da dennoch immer Generalempfehlungen gefordert werden. hier mal ne grobe Auflistung von Vorstufenröhren geordnet von "eher clean und crisp" nach "fett und singend":

GE 5751
JAN Philips 5751
JAN Philips 12AX7-WA
JJ ECC803
Mullard Reissue 12AX7
Groove Tubes 12AX7-M

Die Vorstufenröhren vom TAD oder TUBETOWN (=Shunguang) finde ich persönlich nicht gut, mir ist die Verstärkung VIEL zu hoch, aber wenn du es richtig krachen lassen willst, sind die vielleicht das, was du willst.

An EL84 habe ich nur Erfahrungen mit General Electrics und JJ, wobei erstere ebenfalls deutlich crisper, schlanker und weniger rockig war - im selben Amp, wohlgemerkt.

An Gleichrichjtern kenne ich nur den Unterschied von 5U4 zu GZ34. Man hört es schon, und je lauter man spielt, desto deutlicher.

Ich empfehle dir die Reviews von watfordvalves.com , weil ich wenigstens mit meinem Fender die Erfahrung gemacht habe, dass ich dasselbe höre wie die. Die Tests von thetubestore sind das Lesen wert, aber nicht so akkurat. Nicht kann aber eigenes Ausprobieren ersetzen.


Ein gewisses Necessaire an Vorstufenröhren sollte man zu Ersatz- und Feintuningzwecken übrigens immer parat haben.
 
A
Anonymous
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ferdi":2wcir1ic schrieb:
... Eine GE 5751 klingt in Amp A schön crisp, in Amp B steril. Und da haben wir nur von Vorstufenröhren gesprochen.

Moin.
Das ist ein ganz richtiger und ganz wichtiger Punkt, der leider viel zu oft vergessen wird.

Neben den oben erwähnten unterschiedlichen Amps kommen noch unterschiedliche Geschmäcker und unterschiedliche Einsatzzwecke.
Die von ferdi genannte Tubetown ECC83 aus China finde ich z.B. ganz prima, um in Rock/Metalbereich einem Amp in Verbindung mit Humbuckergitarren mehr Gain und mehr Höhen- und Hochmittenbiss zu geben. Insbesondere, wenn der Amp bzw. Amp plus Box eher warm als bissig abgestimmt sind.
Wer hingegen eher einen "mellow" Bluessound sucht und zudem gerne Teles oder Strats mit Vintage-Singlecoils spielt, sollte zumindest als V1 vielleicht besser eine andere Röhre anchecken.

Da ich den Lonestar nicht kenne und die aktuelle Röhrenbestückung nicht kenne und deinen Geschmack und Einsatzzweck (Blues? Metal? Rock?) nicht kenne, könnte ich nie irgend eine Röhrenempfehlung aussprechen, die über allgemeines Blablabla hinausgeht.

Sorry, aber sofern du aktuelle Röhrenbestückung, persönliche Soundvorlieben usw. nicht genau nennst und dann noch jemand auftaucht, der den Lonestar gut kennt, wird dir wohl nur trial&error bleiben, um die für dich beste Röhrenbestückung zu finden.
Wobei ich mutmaße, dass Vor- und Endstufenröhren mehr Klangeinfluss haben als der Gleichrichter (da kann ich mich aber täuschen). Aber das ist leider auch nur allgemeines Blablabla. ;-)


Tschö
Stef
 
A
Anonymous
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Vielen Dank Euch beiden erstmal!

Ich dachte ursprünglich, der Name des Amps würde den musikalischen Einsatzbereiech einigermaßen nahelegen.

Also den Lonestar Special liebe ich für seine Clean-, Crunch- bis maximal Classic Rock-Sounds. Ich spiele Blues und Rock und für mich passt(e) es super. Er ist super responsiv und dynamisch, hängt sagenhaft am Volume der Gitarre und bietet technisch mehr als ich jemals brauchte.

Ich mag eher bassige, runde Sounds, spiele Pure Nickel Saiten und hasse dünne Steg-PUs und drahtige Klänge. Ich hoffe, das hilft weiter.

Aber vielleicht ist mein ursprüngliches Anliegen etwas falsch angekommen. Die Endstufen-Bestückung zu klären wäre mir wichtiger, da ich nich weiß, ob ich bei Mesa (Meinl) einkaufen muss oder im freien Handel nach Röhren schauen kann. Ich denke, die sind heruntergespielt und die Vorstufe nehme ich mir nochmal gesondert vor...

Dank & Gruß
 
gitarrenruebe
gitarrenruebe
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Hi,

schau mal hier, da ist auch noch mal speziell was zum Gleichrichtertausch im Mesa Lonestar gesagt.
 
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Anonymous
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die Tage, wo man NOS-Röhren unauffällig in der Bucht fischen konnte, sind vorbei. Suchen und finden kann man da durchaus - vor allem auf eBay USA - aber günstig ist da nichts mehr. Ebenso wenig sind die Händler günstig. Mike von KCA hat vieles, was man wollen kann.

www.kcanostubes.com

Ein bisschen was hat tubetown aber auch.

Mullards würde ich nicht kaufen, die sind so lächerlich teuer geworden, und die Reflektor-Reissues sind richtig gut.
Sowas wie die GE5751 oder die JAN PHILIPS 12AX7-WA, tja, sowas wird leider nicht mehr hergestellt. Schade, schade, schade.
 
 

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