Stanford Gitarren - Sind die einen Versuch wert?

gitarrenruebe

Power-User
20 Okt 2005
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Hallo,

Kurzversion: Ja!

Etwas ausfĂŒhrlicher:
Mir war mal wieder nach HB, und so bin ich irgendwann ĂŒber Stanford gestolpert. Das war frĂŒher ein Label von Furch, mittlerweile hat sich Toni Götz den Markennamen gesichert und lĂ€sst die Instrumente nach seinen Vorgaben herstellen. Er ist auch der Mann hinter Maybach, und die Stanfords sind die gĂŒnstigeren Instrumente im Produktportfolio.

Die ES (Standford Crossroad 35) ist mir als erste gebraucht zugelaufen. Ich konnte die im Sommer auch vor dem Kauf ausfĂŒhrlich testen, und war so angetan, dass ich gekauft habe, Es ist eine Interpretation einer ES 335, also eine Semi mit Sustainblock. Die Hardware ist gut, kein Anlass etwas zu tauschen. Die PUs sind auch prima, no need to change. Die Verarbeitung ist hervorragend. Kein Mangel, nirgends. Die Gitarre ist leicht, spricht super an, klingt sehr holzig und macht das, was eine ES machen soll, sehr sehr gut. Laminierter Ahornbody, Ahornhals, Ebenholzgriffbrett, super Setup & Fretjob bei den 22 Medium Jumbo Frets, Knochensattel, Splitblock Inlays, 43 mm Sattelbreite und - sie ist fĂŒr eine ES leicht. Kommt in einem guten Koffer, NP 1.149 €, die dĂŒrfte gerne auch das doppelte kosten. Ach so, das Highlight zum Schluss: Die matte Nitrolackierung fĂŒhlt sich fantastisch an, erinnert entfernt an die Schelllackfinishes von Höfner. Tolle Gitarre, ich bin echt baff.

Dann bin ich ĂŒber eine B-Stock-Gitare, einer Standford Marquee, gestolpert: NP regulĂ€r 849 € inkl. Case, hier als Retoure fĂŒr 599 € inkl. Case. Aufgrund der Begeisterung fĂŒr die ES Klick gemacht. Es kam ein Instrument ohne Nutzungsspuren, also rundum Neu. Setup, Verarbeitung, alles wie oben tipptopp. Erste Sahne. Jetzt ein paar Details:
Keine gewölbte Decke, sondern flach. Mahagonibody, massive Ahorndecke, Long Tenon Mahagonihals, Kataloxgriffbrett. 2,8 kg.
Leider nicht mit der matten Nitrolakcierung, sondern Hochglanz. Egal, auch gut.

Beide Gitarren sprechen schnell am, lösen Akkorde gut auf, haben ein sehr gutes Sustain, und klingen genretypisch.
Die Kopfplatten (Larsen-Style) finde ich superhĂŒbsch.
ICH brauche nicht mehr Les Paul, und auch nicht mehr ES 335.

Das einzige, was ich geĂ€ndert habe sind Schaller Lock-Pins fĂŒr Straplocks, und andre Potiknöpfe, da ich die glatten Gibson-like HĂŒte nicht mag. Ich hab, ein bisschen als Anlehnung an alte Höfner Gitarren, beige Fender-Amp Knöpfe montiert, passt optisch fĂŒr meinen Geschmack gut zum Sunburst und den Bindings, und lassen sich durch die Riffelung besser greifen.



Zusammenfassung: Tolle Gitarren, super PLV - die dĂŒrften aufgrund dessen, was man bekommt, gerne auch das doppelte kosten.

PS: Ich bin nicht mit Toni Götz verwandt, verschwĂ€gert oder befreundet. Reine Begeisterung fĂŒr due Gitarren.
 
Hi Rolf,

toller Bericht, der sich mit meiner Kurzerfahrung mit beiden Gitarren weitestgehend deckt.

Ich hab sie nicht erworben und bei der Stanford ES335 Crossroads stinkt es mir, dass ich damals nicht zugeschlagen habe.
Da war ich allerdings noch am Anfang meiner ES335 Suche. Im Vergleich zur Eastman, FGN Masterfield und Gibson mit Sicherheit
eine sehr gute Wahl, wenn man nicht gerade 3000 € fĂŒr eine Gibson Memphis etc. ausgeben will....weil man das Flair dieser Originale gerne haben und nutzen möchte. Die Gibson klingen einfach eigen!

Der Stanford Paula mit glatter Decke stehe ich etwas kritischer gegenĂŒber. Verarbeitung und Bespielbarkeit sind klasse, kein Thema...
aber der Klang im Vergleich zu meinen beiden Paulas konnte mich nicht restlos ĂŒberzeugen, so dass ich sie nicht gekauft habe....
mir klang sie ein bißchen zu "flach"...wenig dynamisch. Der Vergleich hinkte auch etwas, weil meine Burny ein sehr dynamisches Ansprechverhalten hat.....da tun sich die meisten schwer - vielleicht hab ich da auch zu viel erwartet, da mich eben die Crossroads damals sehr ĂŒberzeugt hat....das Gewicht war auch sehr ungewohnt. Ich kenne das nur von meiner Tele - aber eine Paula UNTER 3 kg ist schon der Hammer....;-)

Auf jeden Fall Anspieltipp fĂŒr beide - fĂŒr mich noch etwas mehr fĂŒr die ES!

Sollte ich noch mal in Verlegenheit kommen, mir eine ES335 zuzulegen (aktuell habe ich sie wieder verkauft, weil ich mit dem großen Korpus nicht glĂŒcklich bin - und das SpielgefĂŒhl steht bei mir ganz oben), stĂŒnde die Stanford ganz oben auf der Liste - zumal die zum Teil fĂŒr 700 € gebraucht verkauft werden....

VG Oli
 
Die Stanford Marquee hat noch ein paar kleine Upgrades erhalten:
  • Kluson PAFs in Zebra
  • Rappelfeder Bridge gegen gute Göldo/Duesenberg ersetzt
  • Stoptail gegen Göldo/Duesenberg Alu Teil mit FĂŒhrungsrillen (wenn man die Saiten ĂŒber das Stoptail fĂŒhrt) ersetzt
  • Lock Bolzen fĂŒrs das Stoptail
  • Fender Amp Knobs
Es hat die sowieso schon gute Gitarre klanglich abgerundet, das Leichtgewicht hat jetzt all das, was ICH von einer Les Paul artigen Gitarre erwarte. Optisch hat sie auch gewonnen!

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So sind die GeschmĂ€cker der PublikĂŒmmer verschieden😎😁
eine Les Paul ohne Kappen auf den PUs geht fĂŒr mich gar nicht und die Potiknöpfe mögen praktisch sein, sind fĂŒr mich auf eine Paula aber auch nix.
 
Hallo,

die Gitarre wĂŒrde mir richtig gut gefallen, wenn sie rot wĂ€re und der Schalterknopf weiß. So ist mir das zu klassisch.

Gruß

erniecaster
 
Hallo, entweder tÀuscht es durch die Perspektive des Fotos oder die Proportionen sind unharmonisch.
Mir gefĂ€llt sie so nicht, da kann sie klingen wie sie will đŸ€Ș
 
Hi Frank, schau Dir mal andere Fotos der Gitarre im Netz an: Die ist schon stimmig proportioniert, dann liegts wahrscheinlich an meinem bescheidenen fotografischen Talent. Ist halt eine flache, hohle Les Paul.
Hast Du die Lucille noch?
 

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