Super (Saiten) Preise


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Moin!

Ich wollte mal, angeregt durch das Pyramid Thema, etwas zu Preisen schreiben:

Vordergründig ist es natürlich eine Freude für den Verbraucher, wenn er ein Produkt, sagen wir mal: 1 Satz Pyramid Saiten für € 2,99, statt für fünf Euronen bekommt. Warum soll man mehr bezahlen?
Bedauerlicherweise führt diese Preispolitik aber auch zu einer Verarmung der Produktvielfalt im Land. Produkte, die der Store oder Thomann angefasst haben, sind für den kleinen Händler um die Ecke verbrannt und versaut. Warum? Weil der kleine Händler mit einer Marge von 8-10% nicht existieren kann und wenn Thomann die Pyramids fast 50% unter dem eVp. raushaut, kann man diese Saiten nur noch aus dem Sortiment nehmen. (Oder man steht als Beutelschneider da). Noch dramatischer wird es bei teurerem Equipment.

Ich kann verstehen, wenn man nicht mehr bezahlen will, als nötig. Schließlich muss das Geld auch verdient werden. Allerdings sind die Preisangaben, die hier oft gemacht werden, weder uVp’s, ja nicht mal Streetpreise, denn diese geben Auskunft über den Preis „auf der Straße“; sondern es sind Versandpreise von Warenhochlagern mit einem angegliederten Laden.
 
A
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hola Walter...

möchtest du hiermit eine erneute Billig-preis-ich-zahl-lieber-für-Inland-Qualität-blablabla anregen?

wenn nicht, bitte um Info was dieser Post bewirken soll.
danke
alex
 
A
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Gut und schön. Aber das ist nun mal Marktwirtswchaft und nicht das Problem der Kunden!
Kleine Läden müssen dann halt (anstelle von Superpreisen) mit anderen Qualitäten locken (Service, Sachverstand, Freundlichkeit, Testmöglichkeit, ..). Leider haben die meisten Einzelhändler da scheinbar eine andere Einstellung.

Gruß
Björn
 
Woody
Woody
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Hmm,
ich denke man kann aber auch als Kunde viel zu einem entspannten Klima beim Eintelhandel um die Ecke beitragen.
Höflich fragen, ob man eine Gitarre anspielen darf, bei Preisverhandlungen einfach mal nicht mit Thomannpreisen auspacken, Bitte und Danke sagen...
Das klingt jetzt doof, aber als unbeteiligter Dritter habe ich schon oft komplett Gegenteiliges erlebt.
Das dann ein Ladeninhaber mal ungehalten wird, finde ich mehr als verständlich.
Ich persönlich lege Wert auf ein gutes Verhältnis zu meinem Laden um die Ecke.
Dann geht an mancher Stelle am Preis doch noch mal mehr, die Beratung wird besser, weil meine Ansprüche und Anforderungen klar sind.
Und ich muß jetzt meine Lieblingssaiten nicht mehr im Voraus bestellen, weil sie ins Programm aufgenommen wurden, nach meiner Zusage, sie auch weiter zu kaufen.
Sonst war das immer ein Akt, zumal der Vertrieb (Thomastik) nicht aus den Puschen kam.
Und bestellen tun die Jungs auch mittlerweile alles, was ich haben will.
Nur Kaffeekochen muß ich denen noch beibringen,
ich krieg von deren Mocke immer Herzrasen.
Gruß,
Woody
 
A
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Also...

dat mit den Saitenpreisen ist so´ne Sache. Alles was sich so um die 5 Euro bewegt, ist völlig in Ordnung. Nur die Saiten sind im Fachhandel um einiges teurer im Normalfall. Gerade die Qualitätssaiten liegen deutlich drüber.

Wir reden hier schließlich über Musiker und keine Millionäre, die die Dinger kaufen. Und wer viel spielt, der braucht schon einige Sätze. Wir reden ja auch nicht über handgemachte, Kleinserien Spezialsaiten. Das die Dinger teuerer sind, ist ja klar, sonder, ich denke, über ein Industrieprodukt, das maschinell massenweise hergestellt wird. Und da, ist meiner Meinung nach der übliche VK zu hoch. 7 - 8 Euro ist heftig. Der ganze Verpackungskram ist z.B. überflüssig. Da ist z.B. D´addario echt vorbildlich, aber deren Saiten sind trotzdem enorm teuer..

Wer an Händlern interessiert ist, die auf Vielfalt wertlegen und zu vernünftige Preise anbieten:

http://www.saitenkatalog.de
 
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lxlx":1uzjukjb schrieb:
hola Walter...

möchtest du hiermit eine erneute Billig-preis-ich-zahl-lieber-für-Inland-Qualität-blablabla anregen?

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danke
alex

Hi Alex,
abwägen und nachdenken ist ein Zeichen für Intelligenz und freien Willen. Und bei diesem Thema gibt es viel für und wider!
 
doc guitarworld
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W°°":2iy53n9z schrieb:
lxlx":2iy53n9z schrieb:
hola Walter...

möchtest du hiermit eine erneute Billig-preis-ich-zahl-lieber-für-Inland-Qualität-blablabla anregen?

wenn nicht, bitte um Info was dieser Post bewirken soll.
danke
alex

Hi Alex,
abwägen und nachdenken ist ein Zeichen für Intelligenz und freien Willen. Und bei diesem Thema gibt es viel für und wider!

Das sehe ich auch so! Vor allem bei so sensiblen Themen
wie freie Marktwirtschaft und dem Schwanz, der an einem
Satz Saiten und eine wenig Service hängen könnte.
Klingt zwar übertrieben, aber wie sagte schon das alte Sprichwort:
"Kleinvieh macht auch Mist" ... ujnd der Kunde merkt sich, wo er
gut aufgehoben war ...

Ich greife bei den Thomännern zu wg. des Preises, Service
erwarte ich da nicht. Wenn ich aber
etwas kaufe, wo ich vor allem auf Gewährleistung etc. angewiesen
bin, wird das wieder über den kleinen Händler gehen. Ich habe
bisher bei der Schadensabwicklung bei allen grossen und grösseren
Händlern recht zweifelhafte Erfahrungen gemacht ... Store brauchte
5 Wochen, um mir ein Ticket für meinen kaputten Triamp zuzusenden,
Beyer´s hielt es nicht für nötig, mir bei dem Schaden am Zentera
beizustehen, mußte H&K selber kontaktieren ... ich mache selber ein Geschäftchen auf!
 
A
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hey doc

ich mache selber ein Geschäftchen auf!

Also ich würde bei dir kaufen, weil ich auf Service viel wert lege und du hast ja so ziemlich alles, was Saiten hat (oder auch keine ) mal in der Hand gehabt.
Service und individuelle Beratung finde ich sehr wichtig bei soetwas und vor allem freundliche Händler. Man kann auch freundlich und verständlich sagen, dass man bei bestimmten Preisen nicht überlegen könnte.

Gruß
Chris
 
A
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Hi,

ich sehe das so wie schon einige hier. Ich bin bereit für Qualität zu zahlen, keine Frage, aber der Preis ist trotzdem entscheidend. Wenn ich einen neuen Amp möchte, ist mir das generell egal, ob ich diesen vom kleinen Musikalienhändler um die Ecke oder vom Super-Disount-Musikmarkt aus der nächsten Großstadt bekomme. Wichtig ist mir hierbei der Preis. Die Serviceleistung bleibt meiner Meinung nach davon sowieso zu 90% unberührt, da man ein genauso gutes oder schlechtes Verhältnis mit einem kleinen Musikhändler haben kann.

Bei Kleinteilen wie Saiten, Plektren etc. bestelle ich dort, wo es mir gerade passt. Das kann bei Thomann, Tonetoys, Rockinger usw. sein. Sicher spielt der Preis da auch eine Rolle. Trotzdem bin ich nur bedingt dazu bereit für z. B. Saiten 4,99 Euro auszugeben, wenn ich Sie anderswo für 2,99 Euro bekomme.

Gruß
VVolverine
 
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W°°":3scb3fq0 schrieb:
lxlx":3scb3fq0 schrieb:
hola Walter...

möchtest du hiermit eine erneute Billig-preis-ich-zahl-lieber-für-Inland-Qualität-blablabla anregen?

wenn nicht, bitte um Info was dieser Post bewirken soll.
danke
alex

Hi Alex,
abwägen und nachdenken ist ein Zeichen für Intelligenz und freien Willen. Und bei diesem Thema gibt es viel für und wider!
hola,

jup, das mag ja sein,
aber ich kann mich an Threads erinnern, in denen es unerwünscht war, einfach nur so mal was zu posten... egal :roll:

würde gerne wissen wie dieser Thread angenommen wäre, wenn ein noob das angefangen hätte :cool:

lg
alex
 
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Dübelhausen
lxlx":b54180ch schrieb:
W°°":b54180ch schrieb:
lxlx":b54180ch schrieb:
hola Walter...

möchtest du hiermit eine erneute Billig-preis-ich-zahl-lieber-für-Inland-Qualität-blablabla anregen?

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danke
alex

Hi Alex,
abwägen und nachdenken ist ein Zeichen für Intelligenz und freien Willen. Und bei diesem Thema gibt es viel für und wider!
hola,

jup, das mag ja sein,
aber ich kann mich an Threads erinnern, in denen es unerwünscht war, einfach nur so mal was zu posten... egal :roll:

würde gerne wissen wie dieser Thread angenommen wäre, wenn ein noob das angefangen hätte :cool:

lg
alex

Hi Alex,
wie - einfach nur mal so? Habe ich mich nicht eingangs auf ein aktuelles Thema bezogen? Steht hier vielleicht:" Kauft nur bei Deutschen!"? Ist dies ein vielschichtiges Thema? Zeigt sich hier Diskussionsinteresse?
Hast Du ein Problem mit mir?

Ich habe ein Problem...
Ich habe in letzter Zeit das Problem, dass Menschen ständig Dinge "verstehen", von denen sie möchten, dass ich sie geschrieben hätte...
 
A
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Gemach ... Gemach!!!

ich habe aus deiner Aussage Walter kein richtiges "Thema" rauslesen können ...
deshalb die Bitte um Info.
Wir hatten schon öfter so Diskussionen von wegen Preis und Qualität und nationalem Interesse und und und ...
rausgekommen ist dabei ... gar nichts ...
und ich habe in diesem Forum mitgelesen, dass diese Threads nicht erwünscht sind, sorry, wenn ICH das falsch verstanden habe.

ich geh jetzt kacken :lol:
cu
alex

P.S.: hab kein Problem mit euch, nur keine Ahnung was der Beitrag bringt...
 
doc guitarworld
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Solrac":3veoz78h schrieb:
hey doc

ich mache selber ein Geschäftchen auf!

Also ich würde bei dir kaufen, weil ich auf Service viel wert lege und du hast ja so ziemlich alles, was Saiten hat (oder auch keine ) mal in der Hand gehabt.
Service und individuelle Beratung finde ich sehr wichtig bei soetwas und vor allem freundliche Händler. Man kann auch freundlich und verständlich sagen, dass man bei bestimmten Preisen nicht überlegen könnte.

Gruß
Chris

Du wohnst nicht soweit weg, da ist ja schon der Kaffee drin
in meinem Laden. Das wäre in jedem Fall drin für jeden.
Der, der kauft, bekommt ihn umsonst. Der, der nur mal
beraten sein will, schmeißt was in´s Schweinderl ... aber einen
Gitarrenladen aufmachen ist vielleicht auch glatter Selbstmord.
 
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erniecaster
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Hallo!

Puuuh, das ist alles nicht so einfach. Erst einmal muss ich immer aufstöhnen, wenn ich diese "Deutsche, kauft deutsche Bananen"-Nummer lese. Das ist, mit Verlaub, sowas von strunzdumm und kurzsichtig, dass es mir graust.

Natürlich würde sich ein Hersteller X aus dem Land X freuen, wenn alle im Land X seine Produkte kaufen. Gleichzeitig würde der Hersteller X mit den Zähnen knirschen, wenn keiner aus dem Land Y seine Produkte kauft, weil alle die in dem Land Y vom Hersteller Y hergestellten Produkte nehmen. Null Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen verschiedenen Ländern? Kleinstaatlerei? 17. Jahrhundert? Danke, aber nein danke.

Thema Nummer zwei ist der Service-Mythos.

Thomann z.B. bietet eine große Auswahl, niedrige Preise, schnelle Lieferung und eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Thomann ist einen Mausklick entfernt, die Sachen sind in zwei Tagen da. Exakt das gleiche gilt für martinsmusikkiste.de und tone-toys.de.

Der "Laden um die Ecke" ist eine Straßenbahnfahrt von 20 Minuten hin und zurück entfernt. Da ist alles deutlich teurer. Die Jungs haben meine Saiten nicht und, bei allem Respekt, keine blasse Ahnung. Rückgabe geht gar nicht, die Testbedingungen sind lausig. Bestelle ich etwas MUSS ich ohne Test vorher kaufen. Wo ist hier der Service? Meinen Kaffee trinke ich lieber in einem Café oder zuhause.

Kurz gesagt - online ist für mich einfacher, billiger UND bietet mehr Service. Das ist Strukturwandel und die kleinen Läden werden sterben. Seien wir doch nicht sentimental.

Gruß

erniecaster
 
doc guitarworld
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erniecaster":39lbbmbk schrieb:
Hallo!

Puuuh, das ist alles nicht so einfach. Erst einmal muss ich immer aufstöhnen, wenn ich diese "Deutsche, kauft deutsche Bananen"-Nummer lese. Das ist, mit Verlaub, sowas von strunzdumm und kurzsichtig, dass es mir graust.

Natürlich würde sich ein Hersteller X aus dem Land X freuen, wenn alle im Land X seine Produkte kaufen. Gleichzeitig würde der Hersteller X mit den Zähnen knirschen, wenn keiner aus dem Land Y seine Produkte kauft, weil alle die in dem Land Y vom Hersteller Y hergestellten Produkte nehmen. Null Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen verschiedenen Ländern? Kleinstaatlerei? 17. Jahrhundert? Danke, aber nein danke.

Thema Nummer zwei ist der Service-Mythos.

Thomann z.B. bietet eine große Auswahl, niedrige Preise, schnelle Lieferung und eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Thomann ist einen Mausklick entfernt, die Sachen sind in zwei Tagen da. Exakt das gleiche gilt für martinsmusikkiste.de und tone-toys.de.

Der "Laden um die Ecke" ist eine Straßenbahnfahrt von 20 Minuten hin und zurück entfernt. Da ist alles deutlich teurer. Die Jungs haben meine Saiten nicht und, bei allem Respekt, keine blasse Ahnung. Rückgabe geht gar nicht, die Testbedingungen sind lausig. Bestelle ich etwas MUSS ich ohne Test vorher kaufen. Wo ist hier der Service? Meinen Kaffee trinke ich lieber in einem Café oder zuhause.

Kurz gesagt - online ist für mich einfacher, billiger UND bietet mehr Service. Das ist Strukturwandel und die kleinen Läden werden sterben. Seien wir doch nicht sentimental.

Gruß

erniecaster

Hi,

es wird weiterhin die Nische für spezialisierte Läden bestehen.
das hat auch nichts mit Sentimentalitäten zu tun, sondern damit,
daß es für gewisse Produkte eben auch Sachverständige geben muß.
Ich beziehe das bewußt nicht auf Saiten, Starterpacks oder
auf Modelingamps etc. damit läßt sich kein Blumentopf gewinnen,
das dürfte klar sein ... ich habe vor ein paar Wochen noch jemandem
abgeraten, auf den Zug aufzuspringen, habe ich doch schon einen
Laden damit untergehen sehen, weil Thomann, Store und Co
das mengenmäßig besser abdecken und entsprechende Angebote machen.

Ich würde die Nische bedienen mit exquisiten Gitarren, Amps
und Boutiqueeffektgeräten, bzw. auch den kleinen und grossen
Helfern drumherum. Dazu würde ich einen Kaffee reichen, für manchen
Kunden müßten eben auch Terminen gemacht werden. Hinzu
käme eine Ecke für alte Schmuckstücke, gebr. Strats, Paulas, 335, ...
Das hat eben nichts mit Store (die sich mit einem Gebrauchtladen
z.Zt.versuchen zu etablieren ...), Thomann und Co zu tun ...

Ach ja, ich würde Gitarren, Amps & Effekte aus aller Herren Länder
verkaufen, mich aber über schöne Alternativprodukte aus EU freuen.

Versandhandel ist aber auch sehr wichtig!
 
E
erniecaster
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Hallo Doc!

Mal eine Gegenfrage: Muss ein Laden denn immer noch ein "Ladenlokal" haben? Tone-Toys ist imho ein "kleiner Laden", nur halt eben online. Auch ein Laden mit Gebrauchtecke und Boutiquekrempel kann aus einem Lagerraum mit einer kleinen Testecke bestehen und Kunden kommen eben ausschließlich mit Terminabsprache. So ein Laden wird dann auch nicht unbedingt sechs Tage die Woche geöffnet haben, das rechnet sich nicht und damit ist die Frage "kaufe ich meine Saiten bei Thomann oder im Laden umme Ecke" nicht beantwortet.

Wovon wir hier phantasieren, ist aber eben ein Nischenladen und gerade der lebt von überregionalen Kunden. Und was ist überregionaler als das WWW?

Gruß

erniecaster
 
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Doc":34z5lee2 schrieb:
Ich würde die Nische bedienen mit exquisiten Gitarren, Amps
und Boutiqueeffektgeräten, bzw. auch den kleinen und grossen
Helfern drumherum. Dazu würde ich einen Kaffee reichen, für manchen
Kunden müßten eben auch Terminen gemacht werden. Hinzu
käme eine Ecke für alte Schmuckstücke, gebr. Strats, Paulas, 335, ...
Das hat eben nichts mit Store (die sich mit einem Gebrauchtladen
z.Zt.versuchen zu etablieren ...), Thomann und Co zu tun ...

Ach ja, ich würde Gitarren, Amps & Effekte aus aller Herren Länder
verkaufen, mich aber über schöne Alternativprodukte aus EU freuen.

Hi,

ich denke ähnlich wie erniecaster. Ich habe viele wirkliche Läden enden sehen, die ursprünglich eine Revolution mit ihrem Geschäft starten wollten. Sätze wie: "Sowas wird es bei mir nie geben." waren da zugenüge zu hören. Fakt ist nunmal, dass spezialisierte Läden immer nur einen speziellen Kundenkreis haben von dem nur ein kleiner Bruchteil bereit ist weiter zu fahren als nötig. Ergo: Selbst wenn Du den besten Kaffee der Welt kochst, bleiben Dir ggfl. die Kunden aus.

Alle Menschen sind nunmal darauf bedacht, aus dem investierten Geld das Maximum rauszuholen. Das geht leider meistens nur über den Preis, den selbst wenn mir ein Händler den absoluten perfekten Service für den Fall eines Defektes verspricht, kann es sein das dieser Fall nie eintritt. Für eine Dienstleistung zu bezahlen, die aller Wahrscheinlichkeit nach nie eintritt, liegt mir persönlich fern.

Gruß
Mirko
 
doc guitarworld
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erniecaster":16chghkk schrieb:
Hallo Doc!

Mal eine Gegenfrage: Muss ein Laden denn immer noch ein "Ladenlokal" haben? Tone-Toys ist imho ein "kleiner Laden", nur halt eben online. Auch ein Laden mit Gebrauchtecke und Boutiquekrempel kann aus einem Lagerraum mit einer kleinen Testecke bestehen und Kunden kommen eben ausschließlich mit Terminabsprache. So ein Laden wird dann auch nicht unbedingt sechs Tage die Woche geöffnet haben, das rechnet sich nicht und damit ist die Frage "kaufe ich meine Saiten bei Thomann oder im Laden umme Ecke" nicht beantwortet.

Wovon wir hier phantasieren, ist aber eben ein Nischenladen und gerade der lebt von überregionalen Kunden. Und was ist überregionaler als das WWW?

Gruß

erniecaster

Es ist müßig, darüber zu sinnieren, ob man/Frau etwas braucht, oder eben
nicht ... es gibt die Klientel für die Nische, es gibt die Läden, die man
kennt und schätzt, es gibt eben auch die Gruppe Leute, die wg. zB.
einer 1962er Sunburst ein paar Meter fahren, eben auch, um die
Gitarre nicht auf Verdacht zu kaufen ... alte Schätzchen verschickt man
auch in der Regel nicht. So verhält es sich eben auch mit Boutique-
Teilen. Wenn ich einen Dr. Z antesten möchte, fahre ich auch dafür,
mache vorher einen Termin mit dem Fachgeschäft. Und aller Voraussicht
wird mir ein Tee, ein Bier oder sonst was gereicht, ich werde mir Zeit
lassen können ... und ich werde als Kunde gut behandelt.

Was ihr da jetzt draus macht, ist Äpfel mit Birnen vergleichen.
Der Markt für Exclusives ist da, was eben nichts mit Online-Saitenhandel
o.ä. zu tun hat. Dieser Markt mag Euch vielleicht nicht ansprechen,
er ist aber da. Alles andere ist eben Euer Bier (oder auch nicht!)

;-)

Ach so, die Frage nach Ladenlokal oder nicht. Ich denke, das
klassische Ladenlokal wird es nicht sein, es hat mehr was von Wohnzimmer ... kein reiner Lagerort!
 
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erniecaster":3huzwk5x schrieb:
Hallo!

Puuuh, das ist alles nicht so einfach. Erst einmal muss ich immer aufstöhnen, wenn ich diese "Deutsche, kauft deutsche Bananen"-Nummer lese. Das ist, mit Verlaub, sowas von strunzdumm und kurzsichtig, dass es mir graust. erniecaster

Moin!
Was und wen meinst Du damit? Hier stand das nicht!! Ist heute der Interpretationstag? Soll ich in Lautschrift schreiben? Bilder dazu malen? Ich hatte eine rethorische Frage gestellt, die, wenn man den Text aufmerksam gelesen hat als Antwort ergab:" Nein - niemand hat geschrieben - Deutsche kauft nur bei Deutschen!" Allein der Satz ist eine provokative Anleihe aus dem rechten Lager und kann wohl kaum ernsthaft in Zusammenhang mit meinen Ansichten gebracht werden.

erniecaster":3huzwk5x schrieb:
Natürlich würde sich ein Hersteller X aus dem Land X freuen, wenn alle im Land X seine Produkte kaufen. Gleichzeitig würde der Hersteller X mit den Zähnen knirschen, wenn keiner aus dem Land Y seine Produkte kauft, weil alle die in dem Land Y vom Hersteller Y hergestellten Produkte nehmen. Null Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen verschiedenen Ländern? Kleinstaatlerei? 17. Jahrhundert? Danke, aber nein danke.

erniecaster


Wozu dann Handelszölle? Was bedeutet denn das Gegenteil von "Kleinstaatlerei"? Z.B., dass chinesische Waren, die zu einem 100stel deutscher Lohnkosten hergestellt wurden, Deine Arbeit und Deinen Job unrentabel machen. Man muss die Sache schon zu Ende denken. Die Medallie hat zwei Seiten.
Ich bin der Überzeugung, dass man den Schwellenländern den Wohlstand in einer globalisierten Welt auf keine Weise vorenthalten kann, (das ist auch richtig so!) aber Vorsicht mit den großen Gesten!
Unter Freihandel versteht mancher deutsche GEO-Kosmopolit, dass er Behringer Pulte mit IG-Metall Tarifen bezahlt. Ob diese Denke clever und weitsichtig ist, wird sich noch herausstellen.

erniecaster":3huzwk5x schrieb:
Thema Nummer zwei ist der Service-Mythos.

Thomann z.B. bietet eine große Auswahl, niedrige Preise, schnelle Lieferung und eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Thomann ist einen Mausklick entfernt, die Sachen sind in zwei Tagen da. Exakt das gleiche gilt für martinsmusikkiste.de und tone-toys.de.

Der "Laden um die Ecke" ist eine Straßenbahnfahrt von 20 Minuten hin und zurück entfernt. Da ist alles deutlich teurer. Die Jungs haben meine Saiten nicht und, bei allem Respekt, keine blasse Ahnung. Rückgabe geht gar nicht, die Testbedingungen sind lausig. Bestelle ich etwas MUSS ich ohne Test vorher kaufen. Wo ist hier der Service? Meinen Kaffee trinke ich lieber in einem Café oder zuhause.

Kurz gesagt - online ist für mich einfacher, billiger UND bietet mehr Service. Das ist Strukturwandel und die kleinen Läden werden sterben. Seien wir doch nicht sentimental.

Gruß

erniecaster

Es mag ja sein, dass der trödelige Musikladen nicht mehr zeitgemäß ist. "Strukturwandel" heißt dann aber auch, dass Du keine Saiten mehr an dem Tag bekommst, an dem Du sie brauchst. Dass Du eine Gitarre erst nach dem Kauf anfassen kannst und einen Verstärker erst hörst, nachdem der UPS Mann das Trumm in Dein Haus gekarrt hat. Für den, der immer genau weiß was er will, ist das kein Problem. Mir ist ein solcher Musiker jedoch noch nicht oft über den Weg gelaufen.

Letzlich habe ich aber auch kein Patentrezept auf die Fragestellung. Wie ich eingangs schrieb, muss das Geld ja auch verdient werden. Es gilt jedoch abzuwägen, ob man mit dem kleinsten Einsatz auch immer den größten Gewinn erzielt. Dies war der Anstoß zu dem Tread.
 
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Hallo,

ich würde gern noch mal auf die Saiten zurück kommen. Was mir nicht ganz klar ist, wie es Thomann schafft, diese "Value"-Strings für .99 cent pro Packung anzubieten, egal jetzt ob in 9er oder 10er Saiten. Ich meine vom Feeling her sind sie irgendwie anders wie D'Addario, Ernie Ball oder Dean Markley (das sind zumindest die, die ich direkt vergleichen konnte bisher). Aber ich würde jetzt nicht unbedingt dahingehend tendieren, dass sie viel schlechter oder besser wären, sind halt einfach anders. Irgendwie ein Rätsel dieser unter 1 EUR Preis für Saiten...

Nils
 
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sonic-23":x6rin13r schrieb:
Hallo,

ich würde gern noch mal auf die Saiten zurück kommen. Was mir nicht ganz klar ist, wie es Thomann schafft, diese "Value"-Strings für .99 cent pro Packung anzubieten, egal jetzt ob in 9er oder 10er Saiten. Ich meine vom Feeling her sind sie irgendwie anders wie D'Addario, Ernie Ball oder Dean Markley (das sind zumindest die, die ich direkt vergleichen konnte bisher). Aber ich würde jetzt nicht unbedingt dahingehend tendieren, dass sie viel schlechter oder besser wären, sind halt einfach anders. Irgendwie ein Rätsel dieser unter 1 EUR Preis für Saiten...

Nils

Eines steht jedenfalls fest, lieber Nils...
mit europäischen Energie- Transport- und Abfallentsorgungskosten kannst du für einen Euro keinen Stahl gießen, walzen, ziehen, wickeln, verpacken und transportieren. Auch sicher scheint mir, dass wir dort wo diese Saiten gemacht werden, nicht arbeiten - ja noch nicht einmal im Umkreis von 200 Km wohnen wollen.
 
frank
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Nachdem sich die Disskussion schon ziemlich entwickelt hat, möchte ich meinen Senf auch noch dazu geben.

Gewöhnlich spielte ich die Elixir. Nachdem sie heute gut 18 € kosten, habe ich umgestellt. Selbst für diese sehr guten Saiten ist mir das zuviel Geld.

Letztens riß mir eine Saite, ich suchte in meinen diversen Lagerorten nach einem neuen Satz und wurde fündig: Ein Satz Elixir aus DM-Zeiten. Das alte Preisschild wies aus: 18,95 DM. Also kann ich mit Fug und Recht behaupten, die Saiten sind nach der Euro-Umstellung doppelt so teuer geworden.

Mir scheint, das verhält sich auch mit den Saiten anderer Hersteller so.

Dass aus verschiedenen Gründen eine Preiserhöhung stattgefunden haben muss, erscheint nachvollziehbar. Aber um 100 Prozent? Meine Reaktion: Ich kaufe preiswertere Saiten und nicht mehr oder nur noch selten im Laden um die Ecke. Ich habe nämlich auch keinen geldscheißenden Esel.

Und daran wird kein Musikgeschäft pleite gehen, auch nicht, wenn "alle" so handeln würden. Die sterben aus, weil sie mangels Kapital nicht in der Lage sind, ein derartiges Sortiment wie die großen Musikhäuser wie Thomann, MusicStore oder PPC Hannover zu führen. Das aber brauchte ich, als ich mir einen neuen Amp kaufen wollte, aber noch nicht wußte, welches Modell. Zum Vergleich musste ich einfach in einen Laden gehen, der diverse Amps vorrätig hat. Wie sollte ich sonst eine Testreihe durchführen? Indem ich von Laden zu Laden reise?
Diese großen örtlichen Geschäfte saugen deshalb auch ohne Onlinehandel die örtlichen Kunden auf. Und von denen lebt nun mal der Laden um die Ecke.

Aus meiner Sicht bietet auch die Möglichkeit, einer Vintage-Ecke keine realistische (Überlebens-) Chance.
Ich würde bevorzugen, derartige Gegenstände direkt beim Eigentümer zu kaufen, z.B. via Ebay, anstelle einen Aufpreis für den Händler zu bezahlen. Ebenso dürfte es den Verkäufern gehen. Wieso sollten sie auf einen höheren Verkaufspreis verzichten?
Da ich mich ohnehin nicht scheue, hunderte von Kilometern zu fahren, um die Instrumente zu prüfen, cash zu bezahlen und gleich mitzunehmen, gehe ich kein besonderes Risiko ein.

Ich will aber nicht verhehlen, dass es mir um die kleinen Geschäfte leid tut. Ihre Atmosphäre wird mir fehlen, fehlt mir jetzt schon. Allerdings fehlt es mir auch an Geld, um sie über doppelt so teure Saiten zu subventionieren.

Mich den Realitäten der globalisierten Welt anzupassen, fällt mir nicht leicht. Die negativen Folgen sind jetzt schon spürbar. Es bleibt zu hoffen, dass die alte Regel noch gilt, nach der das Pendel eines Tages wieder in die andere Richtung ausschlagen wird.
 
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VVolverine":3rf9f2nt schrieb:
frank":3rf9f2nt schrieb:
Da ich mich ohnehin nicht scheue, hunderte von Kilometern zu fahren, um die Instrumente zu prüfen,

Hi Frank,

wo wir gerade dabei sind... Einladung zum Kaffee steht noch ;-)

Gruß
Mirko
Er schrieb von Instrumenten, nicht Kaffee :p

greetz
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