"Tone-Sim" einbauen zum "entgiften" eine "Single Volume Gitarre" - kennt das jemand?


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volatil
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Hallo Zusammen,
schon als ich eine PU-Empfehlung als Ersatz für den JB Humbucker meiner Charvel PowerStrat (nur ein Volime-Pot, kein Tone) suchte, wurde mir von einem Händler statt des PU-Wechsels ein Volume-Pot mit Tone Sim empfohlen, um den zu "giftigen"/schrillen Klang zu entschärfen. Es ahndelt sich dabei wohl um einen angelöteten Kondensator(oder sowas), der ein nachfolgendes (voll aufgedrehtes, nicht regelbares) Tone-Poti simulieren soll und so den Klang "weicher" machen soll.
Ich hatte mir nun überlegt das an einer anderen Gitarre (die Charvel ist durch den Wechsel auf einen Dreamsong HB jetzt gut aufgestellt - ich berichtete) mal auszuprobieren. Problem: der Preis für besagtes Volume-Poti lag glaube ich bei um die 40.-, was ich als (zu) viel empfunden habe.
Daher meine Frage: hat jemand Erfahrungen so eine "Tone-Sim"? Ist das empfehlenswert? Lässt sich sowas ggf. auch kostengünstiger selbst herstellen und welche Bauteile mit welchen Werten benötigt man dafür? Könnte man ggf. auch einfach ein "echtes" Tone-Poti in die Schaltung integrieren (kosten ja glaub nur ein paar Euro) und dieses dann im E-Fach verschwinden lassen?
Oder ist dieser "Geheimtipp" eher als Humbug zu werten...?

Ich danke wie immer für Eure geschätzeten Meinungen und Tipps!
Schöne Grüße,
Wolfram
 
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bebob
Wenn ich das alles richtig verstanden habe, gibt es an der Gitarre kein Ton Poti.
Wenn man kein sichtbares Ton Poti haben möchte, wäre das verschwundene Tonpoti im E Fach eigentlich eine gute Lösung, weil man auch mal nachregeln kann.

Wenn ich mich nicht irre, gibt es aber Volume Potis mit unterschiedlichen Werten (Impedanz?), die sehr warscheinlich auf das Verhalten des Tonabnehmers Einfluss nehmen, den PU damit entschärfen würden.
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erniecaster
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Hallo,

von einer Tone-Sim habe ich noch nie etwas gehört oder gelesen.

Ich habe nach deiner Beschreibung auch nicht richtig verstanden, was dieses Wunderpoti bringen soll - meine Gitarren klingen bei voll aufgedrehtem Toneregler nur dann "giftig und schrill", wenn ich das bewusst so haben will und mittels Spieltechnik schaffe ich es auch, meine Gitarren jazzig klingen zu lassen, ohne auf den Halspickup zu schalten oder am Tonepoti zu drehen.

Bei diesen Geheimtipps bin ich mittlerweile sehr skeptisch geworden...

Gruß

erniecaster
 
bebob
bebob
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Wenn ich das alles richtig verstanden habe, gibt es an der Gitarre kein Ton Poti.
Wenn man kein sichtbares Ton Poti haben möchte, wäre das verschwundene Tonpoti im E Fach eigentlich eine gute Lösung, weil man auch mal nachregeln kann.

Wenn ich mich nicht irre, gibt es aber Volume Potis mit unterschiedlichen Werten (Impedanz?), die sehr warscheinlich auf das Verhalten des Tonabnehmers Einfluss nehmen, den PU damit entschärfen würden.
 
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erniecaster
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Hallo,

dann würde ich aber eher ein Push-pull-Poti einbauen, das beim Rausziehen das im Elektrofach versteckte Tonepoti aktiviert. Ist dann nur blöd, wenn man am Tonepoti drehen will...

Es gibt auch Tandempotis, fällt mir gerade ein.

Man könnte natürlich auch den Amp so einstellen, dass die Gitarre ohne Tonepoti gut klingt. Viele Menschen drehen die Potis an ihren Gitarren einmal im Leben auf und fassen sie nie wieder an und erzielen so ihre Sounds.

Nee, ich fange noch mal von vorne an: Was ist jetzt soundmäßig an der Gitarre verkehrt? Weswegen soll sie auf den OP-Tisch des Technikers?

Gruß

erniecaster
 
powerslave
powerslave
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40 Euro scheint mir viel zu viel. Im Wesentlichen brauchst Du nur einen Kondensator +/- Widerstand um ein Tonepoti zu simulieren.eMt

Vielleicht hilft Dir dieser Thread aus dem Board.. Hier

EDIT: ganz unrecht hat Ernie nicht. Treble Cut geht eventuell einfacher. Z.B. Volume Poti leicht zurücknehmen (und ggf. Treble bleed entfernen). Oder sonst einen Tiefpassfilter Deiner Wahl (ich mache das teilweise mit dem Global EQ im Helix/FM3)
 
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Dr.Dulle
Dr.Dulle
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Ich habe nach deiner Beschreibung auch nicht richtig verstanden, was dieses Wunderpoti bringen soll -

Bei diesen Geheimtipps bin ich mittlerweile sehr skeptisch geworden...

Eine Gitarre ganz ohne Poti bringt halt einfach etwas mehr Höhen. Jedes Poti
das dann im Signalweg liegt, bedämpft leicht die Höhenwiedergabe. Je mehr
Potis desdo mehr Höhenabsenkung. 250k Ohm dämpfen etwas stärker als 500kohm.

Ich bezweifle aber ob ein Poti, das nur im Signalweg liegt das ausreichend Wirkung
hat. Ich würde ein richtiges Toni Poti nachrüsten, denn ohne Tone Poti ist inzwischen
ein no go für mich ..... Ist aber letztlich Geschmackssache.
 
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volatil
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@erniecaster: Genauso wie Dr. Dulle es erklärt hatte mir der Herr (genaugenommen war es "ACY" von "ACYs Guitarlounge) es auch beschrieben. Dass "mein Problem" des zu schrillen Bridge Humbuckers eben mglw. kein Tonabnehmer-spezifisches Problem ist, sondern evtl. eher am fehlenden Tonepoti und dem damit verbundenen direkteren/unbedäpfteren Sound liegt (und deshalb ein Wechesel des Tobanehmers keine definitive Verbesserung bringt).
Ich hatte davon zuvor auch noch nie gehört deshalb die Frage...
 
V
volatil
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Danke an Alle für Eure Antworten. Wenn ich das richtig deute, scheint mir diese "Tone-Sim" Sache dann doch eher ein etwas spezieller/experimenteller Ansatz mit mit nicht zwingend phänomenalen Erfolgsaussichten zu sein.
Ich denke ich werde wohl davon erstmal Abstand nehmen...
 
Sharry
Sharry
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Es wurde hier schon einiges gesagt. Für Pimp-Fans hier noch eine interessante Möglichkeit.

https://www.gitarrenelektronik.de/produkte/soundschalter/c-switch-fuer-e-gitarren von Helmuth Lemme.
Die ganze Seite (und auch das angebotene Buch :"Pickups, Poti und Co") ist sehr informativ und empfehlenswert..

Ich habe mehrere Strats mit diesem C-Switch ausgestattet und war immer sehr zufrieden.
Auffallend ist halt, dass der Sound bei Zurückdrehen definierter und nicht so mulmig wird als bei einer Poti-Kondensator Kombination.
 
powerslave
powerslave
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Ich habe mehrere Strats mit diesem C-Switch ausgestattet und war immer sehr zufrieden.
Ich hatte einmal eine Fano RB6 mit einem "Tonestyler". Ich glaube, das ist das gleiche Prinzip. So weit ich das verstanden habe, ändern die abgestuften Kondensatoren die Resonanzfrequenz. War grundsätzlich ok. Aber letztlich bin ich davon abgekommen, dass ich alles an der Gitarre selbst regeln muss. Gilt in ähnlicher Weise auch für Mid-Boosts/Booster generell bzw. SPX - Schaltungen o.ä. Wenn möglich, dann regle ich das überhaupt im Modeller über Presets bzw. mit einem EQ - Pedal.
 
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erniecaster
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Hallo,

von ACY habe ich bislang nur Gutes gehört, ich würde ihn niemals in Verdacht bringen, ein Scharlatan oder Bauernfänger zu sein und er wäre einer der ersten Ansprechpartner für mich, wenn ich ein Problem mit Schaltungen hätte. Das mal vorneweg.

Rockbretter mit einem einzelnen Pickup und Volumenregler sind ja nun wirklich keine besonders spezielle Neuheit. Das hinterher.

Dieser Ratschlag von ACY passt nicht richtig in mein Weltbild.

Gruss

erniecaster
 
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2112Guitars
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Eine einfache Möglichkeit der Tonregelung ist, ein Trimmwiderstand mit einem Kondensator unter die E.- Fachabdeckung zu kleben. Mit einer kleinen Bohrung für den Schraubendreher in die Abdeckung hat man die Möglichkeit schnell mal den Klang abzustimmen.

Oder man baut sich eine Versuchsschaltung auf und ermittelt so die erforderlichen Werte für Widerstand und Kondensator und lötet den dann fest in die Schaltung ein.
 
martin
martin
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Ein befreundeter Tonmeister hat in seinem Studio für solch giftige Gitarren (insbesondere bei Telecasters) ein Spezialkabel mit über ein Poti einstellbarer Impedanz.

Da die Eingangsimpedanz Auswirkungen auf die Resonanzfrequenz der passiven Single Coils hat kann er damit zu hell klingende Gitarren etwas entschärfen.

Ich habe sein Kabel mal an meiner Strat ausprobiert aber das hat dort nichts gebracht außer dass man sich damit einen Teppich vorm Lautsprecher reingehen konnte :)

Gruß Martin
 
 


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