Vox VT40+ - kein Review...


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erniecaster
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Hallo!

Wenn ich erst mein Case mit den Effekten rausholen muss, dazu den Aktivmonitor und das alles erst verkabele, sind - incl. Abbau gute 10 Minuten rum. Daher keimte in mir die Idee, mir einen kleinen Modelingamp für zuhause zu kaufen.

Die Wahl fiel nach Online-Recherche auf den Vox VT40+. Ich habe mal eine Tonelab LE gespielt und fand das okay. Das Tonelab ST ist klanglich auch nicht schlecht in meiner Erinnerung. Der Fußschalter tut, was er soll, eigentlich alles bestens.

Also bestellt und prompt geliefert. Mit der Tele bewaffnet, ging ich ans Werk. Es gibt 33 Ampmodels plus diverse Effekte - zum Glück auch einen Manualschalter, der alle Presets umgeht und WYSIWYG liefert. Die Ampmodels sind gruppiert, erst Fender und Verwandtes, dann Vöxe, dann Marshalls, dann Highgain-Krempel. Mit meiner Erfahrung vom Tonelab völlig problemlos.

Und tatsächlich gab es auch keine Probleme bei der Bedienung. Es gab gänzlich andere Probleme. Wo der PCL Stagemaster und mein Stressbrett mit Tech21 Liverpool recht nebengeräuscharm sind, war der Vox doch sehr gewillt, mir Einstreuungen ohne Ende in die Singlecoils zu schieben. Meine Mundwinkel gingen da schon etwas nach unten.

Dann aber das Kernproblem: Sound und Dynamik. Es war mir nicht möglich, einen erwachsenen Fender- oder Vox-Sound einzustellen. Tatsächlich fand ich mit viel Schrauben an der Klangregelung bei einem Vox-Model etwas, womit ich clean hätte leben können - aber nur in der Mittelstellung beider Pickups. Der Halspickup klang da schon wieder furchtbar.

Mit viel Schrauben brachte ich einen angezerrten Vox-Sound zustande, der mit dem Stegpickup einigermaßen funktionierte - dann aber nicht mehr in den anderen Stellungen des Pickupwahlschalters, mit dem Midbooster schon gar nicht und das Runterregeln des Volumes führte auch nicht zu einem überzeugenden Sound.

Okay. Der sportliche Ehrgeiz war geweckt und ich habe alle 33 Amps ausprobiert auf der Suche nach einem Cleansound und einem angezerrten Sound. Nix, null, nada. Das war dünn, leblos und immer mit einem mittigen Nöck durchdrungen. Gitarre kaputt? Kann ich nicht mehr spielen? Aus lauter Verzweiflung habe ich meinen PCL rausgeholt und auch das Tech21-Pedal plus Aktivmonitor - das klang beides gut.

Vermutlich liegt es am 10er Speaker - der fast baugleiche VT80+ hatte mir in einem Laden mal wirklich gut gefallen.

Sei es drum. Der Vox VT40+ war ein völliges Desaster.

Gruß

erniecaster


P.S. Das alles erinnerte mich sehr an ein Antesten des Mustang II. Ich glaube, ich habe Probleme mit 10er Speakern....
 
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erniecaster
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Hallo!

Danke für die Korrektur.

Schlimm fand ich den Mustang II trotzdem.

Gruß

e.
 
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Was ich bei der VOX VT+Serie nie verstanden habe, sind die Leistungsangaben.

Der VOX VT40+ hat eine Stromaufnahme von 36 Watt und leistet 60 Watt RMS/Sinus an 8 Ohm. :kratz:

Zum Vergleich: Der Vorgänger VOX VT30 hatte eine Stromaufnahme von 40 Watt und leistete 30 Watt RMS/Sinus an 4 Ohm.

Gruß,
 
frank
frank
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erniecaster schrieb:
... mit dem Midbooster schon gar nicht ...
Damit wirst Du Dich abfinden müssen.
Ich hab meine Erfahrungen schon mal an anderer Stelle geschrieben: Der Midboost übersteuert das Eingangssignal. Und das können nicht alle Amps gut verarbeiten.
Es macht echt Sinn, an einem neuen Amp zuerst den Midboost zu probieren. Funzt der nicht - und will man nicht auf den Midboost verzichten - kann man sich jeden weiteren Testen schenken.

Sag mal, hast Du mit einer anderen Gitarre keine besseren Ergebnisse erzielen können?
 
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Anonymous
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Ich fand/find die Tonelabs (hatte sogar selbst mal eins) übrigens ziemlich gut, mit dem Amps werd ich auch nicht warm. Die klangen irgendwie nach Plastik. :shrug:

Und eine Unart hat sich (wie bei fast allen Modellern) auch eingeschlichen, die Modelle haben alle zu viel Gain. Will man einen einigermaßen authentischen Klang, muss man die Gain-Regler sehr weit zurückdrehen. Es ist also schwer, gewohnte Reglerstellungen von "echten" Amps zu übertragen. Ich glaube, das hattest du (Ernie) auch schon mal in einem anderen Thread festgestellt.
 
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erniecaster
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Hallo!

frank schrieb:
Es macht echt Sinn, an einem neuen Amp zuerst den Midboost zu probieren. Funzt der nicht - und will man nicht auf den Midboost verzichten - kann man sich jeden weiteren Testen schenken.

Sag mal, hast Du mit einer anderen Gitarre keine besseren Ergebnisse erzielen können?

Ganz ehrlich? Die Ergebnisse mit der Tele - ob mit oder ohne Midboost - waren so erbärmlich, dass ich keine Veranlassung gesehen habe, eine andere Gitarre zu versuchen. Ich will schließlich auch die Tele spielen - wenn der Amp das nicht bringt, ist es für mich der falsche Amp.

Der nächste Kandidat wird vermutlich der Roland Cube. Der gefällt mir von den Features und der Optik nicht so, bin mal gespannt, was klanglich rumkommt.

Gruß

erniecaster
 
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erniecaster
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Hallo!

partscaster schrieb:
Ich fand/find die Tonelabs (hatte sogar selbst mal eins) übrigens ziemlich gut, mit dem Amps werd ich auch nicht warm. Die klangen irgendwie nach Plastik. :shrug:

Und eine Unart hat sich (wie bei fast allen Modellern) auch eingeschlichen, die Modelle haben alle zu viel Gain. Will man einen einigermaßen authentischen Klang, muss man die Gain-Regler sehr weit zurückdrehen. Es ist also schwer, gewohnte Reglerstellungen von "echten" Amps zu übertragen. Ich glaube, das hattest du (Ernie) auch schon mal in einem anderen Thread festgestellt.

Ich mag Vox-Sounds. Was ich suchte, war ein angezerrter Sound, der beim Runterdrehen clean wird. Mittlerweile bin ich ja völlig schmerzfrei geworden, auch absurde Reglerstellungen zu probieren. Aber da war beim besten Willen nichts zu machen.

Übrigens bin ich stolzer Besitzer eines Effektpedals, bei dem die Potiknöpfe fehlen und die Potis auch keinen Schlitz haben - man kann die Einstellung der Regler nicht erkennen. Das hat einen gewissen Charme, wirklich nur auf die Ohren angewiesen zu sein...

Gruß

erniecaster
 
muelrich
muelrich
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Ich hatte auch mal fürs Wohnzimmer einen Vox. VT15 afair.

Da kam auch für mich nix brauchbares raus. Jetzt spiele ich wieder nackisch LOL
 
frank
frank
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erniecaster schrieb:
Ja, natürlich ganz ehrlich, zumindest nach dem, was mir meine Ohren signalisierten. Das gilt übrigens nicht für für Transen, sondern auch für Röhrenamps.

erniecaster schrieb:
Die Ergebnisse mit der Tele - ob mit oder ohne Midboost - waren so erbärmlich, dass ich keine Veranlassung gesehen habe, eine andere Gitarre zu versuchen. Ich will schließlich auch die Tele spielen - wenn der Amp das nicht bringt, ist es für mich der falsche Amp.
So ging's mir auch. Zuerst mit der Strat mit Clapton-Midboost und dann mit Haidemarie.

erniecaster schrieb:
... wenn der Amp das nicht bringt, ist es für mich der falsche Amp.
Und darum war mein obiger Tipp auch ernst gemeint. Warum lange fummeln, wenn diese Vorstellung ohnehin nicht zu verwirklichen ist.
Wie auch immer, ich habe jedenfalls ziemlich lange gebraucht, einen Amp zu finden, der mit dem Booster gut klar kam.
Hast Du noch den Tech21? Und falls ja, wie verarbeitet der denn den Booster?
Falls er das gut kann, dann behalte ihn doch.
 
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Schnabelrock
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Komisch, ich habe alle möglichen Modeller gespielt und fand den VT 40+ am besten. Weit vor dem Mustang III, z. B.

Ich will jetzt nicht gross palavern, offenbar (Überraschung!) alles Geschmackssache. Ich bin nicht mit Vox verwandt ...
 
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Matthias,

ich hab bislang auch zwei dieser VT Vöxe angetestet und fand sie auch nicht soooo prickelnd. Ich musste live mal über einen spielen und komme ja eigentlich mit allem klar - nicht aber mit diesen VT's....

Hast du denn schon mal nen Yamaha THR10C oder einer der anderen Probanden aus der Serie antesten können? Ich finde diese Modeller echt klasse, vor allem das dynamische Verhalten - also z.B. von fettem Crunch runterregeln bis Clean. Vielleicht mal einen Test wert?
 
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erniecaster
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Hallo!

Schnabelrock schrieb:
Komisch, ich habe alle möglichen Modeller gespielt und fand den VT 40+ am besten. Weit vor dem Mustang III, z. B.

Ich will jetzt nicht gross palavern, offenbar (Überraschung!) alles Geschmackssache. Ich bin nicht mit Vox verwandt ...

Den VT80+ hatte ich in einem Laden kurz am Kabel, empfand ihn als absolut okay - insbesondere im Vergleich zu dem Mustang II, der dagegen wie Spielzeug wirkte. Gerade das macht mich stutzig, weil der VT40+ wirklich grottig klingt.

In den nächsten Tagen werde ich mal mit meiner Tele in einem Laden Roland Cubes probieren.

Gruß

erniecaster
 
Dr.Dulle
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