Warum brauchen viele Fuzzboxen andere Polarität?


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Moin zusammen!

Kann man es denn nicht z.B. von einem Herrn Fulltone erwarten, daß er für das Schweinegeld, das so ein Soulbender kostet(e), die 9V-Buchse so belegt, daß sie mit einem handelsüblichen 9V-Netzteil bedienbar ist, ohne sich ein Adapterkabel (Yuck!) zulegen zu müssen?

Wäre das zu einfach oder übesehe ich hier was? Oder sollte man das wirtschaftlich konsequent zuende denken und die Batterieclips auch falsch beschalten und dann polaritätsgedrehte Batterien verkaufen? Haben die alle einen an der Waffel?

Grübel....


Gruß Jergn
 
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Jergn":15ac5hx9 schrieb:
Moin zusammen!

Kann man es denn nicht z.B. von einem Herrn Fulltone erwarten, daß er für das Schweinegeld, das so ein Soulbender kostet(e), die 9V-Buchse so belegt, daß sie mit einem handelsüblichen 9V-Netzteil bedienbar ist, ohne sich ein Adapterkabel (Yuck!) zulegen zu müssen?

Wäre das zu einfach oder übesehe ich hier was? Oder sollte man das wirtschaftlich konsequent zuende denken und die Batterieclips auch falsch beschalten und dann polaritätsgedrehte Batterien verkaufen? Haben die alle einen an der Waffel?

Grübel....


Gruß Jergn

Hallo,

das hat nichts mit der Beschaltung der Buchse zu tun. Ich nehme an es handelt sind um dein Germsnium-Fuzz mit PNP Transistoren. Diese benötigen eben positive Ground, mit einem einfachen Adapter ist es da nicht getan. Da muss dann schon ein eigenes Netzteil her, oder eben Batteriebetrieb.

Nachdenken kann man über die Frage, ob es unbedingt PNP-Germanium sein muss, oder ob nicht auch SiliziumTransistoren mit geringer Verstärkung oder einfach NPN-Germanium-Transistoren eine Alternative sind.
 
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Alte Vintage-Teile sind meist mit PNP-Germanium-Transistoren aufgebaut. Dort benötigt man gegenüber GND eine negative Versorgungsspannung...
Ein Adapter, der die Polarität dreht nützt da auch nix, wenn an der gleichen Spannung noch ein anderes, normals Effektgerät hängt. Bei den PNP-Tretminen liegt + auf dem Gehäuse. Spätestens beim nächsten Effektgerät mit Minus auf dem Gehäuse fängt's im Netzteil an zu "ohmen" , wenn man die dann mit 'nem Klinkenkabel verbindet :shock:
Da müssten dann schon galvanisch getrennte Versorgungen her...

Gruß
Stefan

Edit... Wary war schneller ....
 
finetone
finetone
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wary":2m1y6qg0 schrieb:
Hallo,
das hat nichts mit der Beschaltung der Buchse zu tun. Ich nehme an es handelt sind um dein Germsnium-Fuzz mit PNP Transistoren. Diese benötigen eben positive Ground, mit einem einfachen Adapter ist es da nicht getan. Da muss dann schon ein eigenes Netzteil her, oder eben Batteriebetrieb.

Sehe ich auch so, genau das wird genau der Grund sein.

wary":2m1y6qg0 schrieb:
Nachdenken kann man über die Frage, ob es unbedingt PNP-Germanium sein muss, oder ob nicht auch SiliziumTransistoren mit geringer Verstärkung oder einfach NPN-Germanium-Transistoren eine Alternative sind.

Wenn man einen Clone einer "Legende" baut bzw. kauft, erübrigt sich jegliche Fragestellung oder Überlegung dieser Art. Ich habe noch keinen Silizium-Transistor gefunden, der als ernstzunehmende Alternative zu den verwendeten alten Germaniumtransistoren herhalten konnte. Allein schon bei den Spannungsverhältnisse an den PN-Übergängen und beim Temperaturverhalten liegen Welten zwischen diesen Technologien.
 
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finetone":3l9o9h2m schrieb:
Wenn man einen Clone einer "Legende" baut bzw. kauft, erübrigt sich jegliche Fragestellung oder Überlegung dieser Art.

Das ist natürlich unbestritten richtig. Wenn es Original sein soll, dann gibt es eben keine Alternative. Die Frage die sich mir bisher stellt ist halt, ob dies klangliche oder eher vintage/sentimentale Beweggründe sind.

finetone":3l9o9h2m schrieb:
Wenn man einen Clone einer "Legende" baut bzw. kauft, erübrigt sich jegliche Fragestellung oder Überlegung dieser Art. Ich habe noch keinen Silizium-Transistor gefunden, der als ernstzunehmende Alternative zu denverwendeten alten Germaniumtransistoren herhalten konnte.

mangels ausreichender Fuzz-Erfahrung kann ich dir da weder widersprechen noch zustimmen. Man findet wie immer sowohl Stimmen die behaupten bei ähnlichen Verstärkungswerten wäre klanglich kein signifikanter Klangunterschied zwischen Silizium und Germanium als eben auch solche die den Unterschied gigantisch finden.

Um die Frage für mich zu beantworten habe ich mir jetzt die enstprechenden Bauteile für ein Fuzz 69er bestellt, um da mal mit verschiedenen Transistoren (und Kondensatoren) zu experimentieren. Vielleicht kann ich so ergründen wie ein für mich gutes Fuzz gebaut sein muss :)

Hast Du ein par Tips für gute Germanium-Transistoren, die man unbedingt testen sollte? NKT275? AC128?

Was hälst Du von NPN Varianten wie dem AC176?

finetone":3l9o9h2m schrieb:
Allein schom bei [...] dem Temperaturverhalten liegen Welten zwischen diesen Technologien.

Ist die Temperaturabhängigkeit von GE-Transistoren in deinen Augen/Ohren ein Vorteil? Ist nicht eher die konsistente Arbeitsweise von Si-Transistoren für ein jederzeit reproduzierbares Ergebnis vorzugswürdig.
 
finetone
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wary":easbmed8 schrieb:
Das ist natürlich unbestritten richtig. Wenn es Original sein soll, dann gibt es eben keine Alternative. Die Frage die sich mir bisher stellt ist halt, ob dies klangliche oder eher vintage/sentimentale Beweggründe sind.
Ich denke eher die klangliche, zumindest habe ich das immer so betrachtet bzw. gehalten. Sicherlich gibt es auch Freaks, die den vintage/sentimentalen Effekt beleuchtet sehen wollen.

wary":easbmed8 schrieb:
... Man findet wie immer sowohl Stimmen die behaupten bei ähnlichen Verstärkungswerten wäre klanglich kein signifikanter Klangunterschied zwischen Silizium und Germanium als eben auch solche die den Unterschied gigantisch finden.
Das läßt sich allein schon aus Kennlinien ableiten. Si-Transistoren arbeiten viel schneller und steiler.
Außerdem sin Germanium-Transistoren vom Verhalten her im Grenzbereich Röhren sehr ähnlich (soft-clipping), wärend Si-Transen sehr scharf begrenzen und dadurch harscher klingen.

wary":easbmed8 schrieb:
Hast Du ein par Tips für gute Germanium-Transistoren, die man unbedingt testen sollte? NKT275? AC128?
Was hälst Du von NPN Varianten wie dem AC176?

Nachdem mein Vorrat an OC44 sowie an AC-Transistoren fast aufgrbraucht war, habe ich nach Alternativen gesucht. Die "neuen" OC44, die man derzeit wieder bekommen kann, haben absolut nichts mit den NOS-Teilen aus den 60er und 70er Jahren zu tun! Außer dem aufgedruckten Namen haben die nichts gemeinsames. Von daher bin ich etwas vorsichtig. Ich habe damals (vor 8..9 Jahren) eine Charge von ca.1000Stück Ge-Transistoren (abgepackt zu je 100 Stück) aufgekauft.
Könnten NKT gewesen sein. Die mußten/müssen natürlich selektiert werden. Nutzbare Ausbeute für meine Belange (Fuzz-Face & Range-Master): ca. 10%. Der rest rauscht oder hat zu hohe/niedrige Verstärkung.

wary":easbmed8 schrieb:
finetone":easbmed8 schrieb:
Allein schom bei [...] dem Temperaturverhalten liegen Welten zwischen diesen Technologien.

Ist die Temperaturabhängigkeit von GE-Transistoren in deinen Augen/Ohren ein Vorteil? Ist nicht eher die konsistente Arbeitsweise von Si-Transistoren für ein jederzeit reproduzierbares Ergebnis vorzugswürdig.

Nein, die Gesamtheit aller Parameter ist es, die letztendlich die kleinen Unterschiede ausmachen. Der Range-Master klang sowieso am besten, wenn die Zink-Kohle-Batterie nicht mehr vollen Saft hatte und bei "Last-Spitzen" schwankte - so die Lengende ;-)
 
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Banger
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wary":10t31588 schrieb:
Man findet wie immer sowohl Stimmen die behaupten bei ähnlichen Verstärkungswerten wäre klanglich kein signifikanter Klangunterschied zwischen Silizium und Germanium als eben auch solche die den Unterschied gigantisch finden.
Schau mal hier, das ist ein Bass-Fuzz mit beiden Typen drin. Wenn Du etwsa herunterscrollst, findest Du Soundbeispiele. Ich meine, da ist der Unterschied sehr, sehr deutlich zu hören.
 
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Banger":92qsqmki schrieb:
Schau mal hier, das ist ein Bass-Fuzz mit beiden Typen drin. Wenn Du etwsa herunterscrollst, findest Du Soundbeispiele. Ich meine, da ist der Unterschied sehr, sehr deutlich zu hören.

Hallo Banger,

es ist aber anzumerken, das es sich bei dem Gerät um einen OP-Amp Diodenclipper handelt, und das ganze somit wenig mit einem klassischen FuzzFace oder ähnlichem zu tun hat.

Wie gesagt habe ich zu dem Thema keine gefestigte Meinung, und habe gerade vor diese zu erlangen :).

Ich kann ja mal berichten was meine Eindrücke sind.

nen schönen Gruß an meine Heimatstadt.
 
 

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