Was ist der Haken am Nullbund?


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Anonymous
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Folgendes bewegt mich schon seit einger Zeit:

Ich bin vorwiegend auf akustischen Instrumenten unterwegs und habe entdeckt, dass ich lieber auf solchen mit Nullbund spiele. Egal ob Gitarre, Ukulele, Banjo - ich finde, es spielt sich leichter, die Intonation im ersten Bund ist besser und es fühlt sich für mich einfach richtig an.

Hat jemand eine Idee, warum der Nullbund bei (akustischen) Gitarren praktisch ausgestorben ist? In früheren Zeiten war das zwar nicht Standard, aber keine Seltenheit.

Ich bin auf Antworten gespannt.

Kalle
 
A
Anonymous
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Gute Frage!!
...habe auch schon oft drüber nachgedacht, weil er ja auch einige Vorteile mit sich bringt...

Mir fallen auch nicht wirklich Nachteile ein, vll. wird dadurch der Hals ein paar Millimeter länger. Kein nachteil für mich...

Vll. hat es auch einen Produktionshintergrund?? Evtl. ohne einfacher herzustellen? Keine Ahnung.....
 
T
tommy
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Moin, das hatten wir hier schon einmal.

Der Konsens lautete glaube ich, dass der Nullbund durch den hohen Saitendruck sehr schnell verschleißt und die Leersaiten dann zu Scheppern anfangen.
Ansonsten gibt es wohl überwiegend Vorteile.
 
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tommy":9gn2w7oa schrieb:
Der Konsens lautete glaube ich, dass der Nullbund durch den hohen Saitendruck sehr schnell verschleißt und die Leersaiten dann zu Scheppern anfangen.
Ich glaube genau das hat irgendjemand auch wieder wegargumentiert. Wir können uns wieder kloppen... :lol:
 
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Der Nullbund soll ja dafür sorgen, dass offene Saiten klingen wie gegriffene. Ich denke mal, der Geschmack der Gitarristen hat sich dahin gewandelt, dass eine offene Saite auch offen klingen soll. Deswegen ist der Nullbund so selten geworden.
Persönlich hätt ichs auch lieber wenn gegriffene Saiten "offener" klingen würden.

Ergo: contra Nullbund.
 
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Okay, danke,

der andere Thread war komplett an mir vorbeigeschwommen. War schon interessant. Und lang.
 
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tommy":pji18j8z schrieb:
... dass der Nullbund durch den hohen Saitendruck sehr schnell verschleißt und die Leersaiten dann zu scheppern anfangen.

Ich habe hier ein paar Hopf-Gitarren aus den frühen 60ern, die alle einen Nullbund haben. Es stimmt schon, der Nullbund weist bei allen deutliche Spuren auf, mehr als die anderen Bünde, aber ich persönlich habe noch nicht feststellen können, dass dadurch Probleme entstehen.

Außerdem denke ich, wenn sich Neusilber abnutzt, wird sich Kunststoff oder meinetwegen auch Knochen als Sattelmaterial doch wohl noch sehr viel schneller abnutzen und dann zu echten Problemen führen.

Ich bevorzuge jedenfalls Gitarren mit Nullbund, das kann aber natürlich reine Gewohnheit sein, weil ich eben mit solchen Gitarren angefangen habe.

Gruß,
Klaus
 
Monkeyinme
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kks":1aehdhoj schrieb:
...
Außerdem denke ich, wenn sich Neusilber abnutzt, wird sich Kunststoff oder meinetwegen auch Knochen als Sattelmaterial doch wohl noch sehr viel schneller abnutzen und dann zu echten Problemen führen.
...

Moin,
der Sattel ist aber schneller und kostengünstiger zu ersetzen, als ein einzelner Bund. Ausserdem auch bei einem Nullbund vorhanden.

Aber eigentlich ist ja auch schon alles gesagt worden. Wenn ich offene Akkorde wie gegriffene klingen lassen möchte, verwende ich einen Kapodaster...

Ciao
Monkey
 
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Monkeyinme":w55ypbgk schrieb:
der Sattel ist aber schneller und kostengünstiger zu ersetzen, als ein einzelner Bund.

Wirklich? Bei einem Sattel muss ich 6 einzelne Schlitze auf die exakte Tiefe (und Breite) feilen, beim Bund muss ich nur eine Höhe abrichten. Als Gitarrenbau-Laie würde ich Letzteres für wesentlich weniger zeitaufwändig halten.

Monkeyinme":w55ypbgk schrieb:
Ausserdem auch bei einem Nullbund vorhanden.

Ja, aber da ist die Tiefe der Kerben wurscht.

Gruß,
Klaus
 
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kks":e33v53df schrieb:
Ja, aber da ist die Tiefe der Kerben wurscht.

Gruß,
Klaus

Genau!

...eigentlich braucht man gar keinen Sattel, 3 stringtrees würdens auch tun :roll:

...bt, ich sehe das genau so. Der Sattel fixiert die Saiten nur in Querrichtung. Mehr muss er nicht tun beim Nullbund.
 
Monkeyinme
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kks":3q2ddr9m schrieb:
Monkeyinme":3q2ddr9m schrieb:
der Sattel ist aber schneller und kostengünstiger zu ersetzen, als ein einzelner Bund.

Wirklich? Bei einem Sattel muss ich 6 einzelne Schlitze auf die exakte Tiefe (und Breite) feilen, beim Bund muss ich nur eine Höhe abrichten. Als Gitarrenbau-Laie würde ich Letzteres für wesentlich weniger zeitaufwändig halten.

Monkeyinme":3q2ddr9m schrieb:
Ausserdem auch bei einem Nullbund vorhanden.

Ja, aber da ist die Tiefe der Kerben wurscht.

Gruß,
Klaus

Moin,
vielleicht mal ein Kommentar von einem Fachmann/-frau?
Ciao
Monkey
 
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LeoKowald
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Ich glaube genau das hat irgendjemand auch wieder wegargumentiert. Wir können uns wieder kloppen... :lol:
Der Null-Bund wird kaum eingekerbt, weil die Saite meist völlig unbewegt auf ihm ruht. Eingekerbt sind die normalen Bünde dort, wo die Saite häufig gegriffen und dabbei auch horizontal verschoben wird. Ich finde, dass die Saite auch stimmstabiler wird, vorausgesetzt, das Saite und Null-Bund aus verschiedenartigem Metall gemacht sind und mit etwas Graphit geschmiert werden. Die Gesamtreibung am Sattel ist dadurch sicher nicht höher als ohne Null-Bund.
 
 

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