Welcher Verzerrer?


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Hallo,

nachdem ich nun schon endlose Stunden an meinem Gitarrensound gebastelt habe und einfach nicht zufrieden bin, muß ich doch mal Menschen fragen, die sich damit auskennen.

Zur Ausstattung: Ich habe eine Fender Strat, einen Behringer AMP. Ich möchte einen Gitarrensound der dreckig klingt. Irgendwie RockNRollig, auf keinen Fall nach Metall...die fette Gitarre sollte als Grundstein für meine Surf-Lead Gitarre sein, aber auch abgedämpft schön knackig kommen.

Mir ist selbst nicht ganz klar, in welchem Bereich ich suchen soll. Zur Zeit habe ich das ZOOM G1 und da gefällt mir eigentlich kein Sound. FUZZ-Effekte klingen immer so nach Hippy-Rock und das mag ich nicht.

Der Jesus and Mary Chain Sound (Distortion?) wäre toll, hört bitte mal:

https://www.mtv.de/videos/musikvideos/269594

Ich habe ein paar nette Sound bei der Software Guitar Rig 2 (Demo) gefunden, aber die ist ja nicht bezahlbar für mich...die 99 € Version ist glaube ich zu abgespeckt.

Wäre toll, wenn mir jemand helfen könnte.

Danke schonmal!

Rost
 
therealmf
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Hallo Rost,
der Gitarrensound bei der Nummer scheint mir weniger durch den Verzerrer/Amp als vielmehr durch die Gitarre geprägt zu sein. Diesen warmen, aber doch sehr transparenten, durchsichtigen Klang, bei dem auch etwas höhere Verzerrung nicht so einen "dichten" Ton macht, sondern quasi durchlässig bleibt, erzielt man halt am besten mit semiakustischen Gitarren. Ob es dann im Einzelfall die Gretsch oder die Gibson ES ist (im Video sieht man ja beide), kann man schwer sagen, ist aber nicht so kriegsentscheidend.
Was die Verzerrung angeht, solltest du eigentlich mit einem Treter aus dem Tube Screamer-Bereich schon ganz gut klar kommen (entweder ein echter TS oder einer der vielen Clones). Jedenfalls ist die Zerrcharakteristik nichts extremes, weder in Richtung "warm, weich, singend" (Zendrive und Konsorten) noch in Richtung "sägend, metal" (klassische Distortion-Treter).
Ein gutes Pedal finde ich auch das Fender Bassman-Pedal von Boss (FBM-1). Recht flexibel, ziemlich authentische Bassman-Sounds, dabei aber durch volle Klangregelung (Bässe, Mitten, Höhen, Presence) sowie Gain und Master und 2 Eingänge (Normal und Bright) ziemlich flexibel regelbar. Kann ich nur empfehlen.
Am besten testest du mal in nem Musikgeschäft diverse Verzerrer durch. Vor welchem clean eingestellten Transistor-Amp du das machst dürfte dabei weniger wichtig sein als daß du deine eigene Gitarre dabei verwendest.
 
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Wow, ich bin beeindruckt, du hast es auf den Punkt gebracht!!!

Zitat 1: "Diesen warmen, aber doch sehr transparenten, durchsichtigen Klang, bei dem auch etwas höhere Verzerrung nicht so einen "dichten" Ton macht, sondern quasi durchlässig bleibt"

Zitat 2: "Jedenfalls ist die Zerrcharakteristik nichts extremes, weder in Richtung "warm, weich, singend" (Zendrive und Konsorten) noch in Richtung "sägend, metal" (klassische Distortion-Treter)"

Das mit der Gitarre habe ich auch schon gedacht...aber ich liebe meine Strat und da ich linkshänder bin, sind die besagten Modelle kaum zu bekommen....

Du hast perfekt erfasst, nach welchem Sound ich suche.

Diese Metal-Treter sind ja immer sehr beeindruckend, passen aber einfach nicht zu mir..., sobald ich diverse Treter getestet habe, werde ich mich wieder melden!

10000 Dank! Rost
 
doc guitarworld
doc guitarworld
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Hi,

einen fetten Surf-Leadsound a la Ventures (eher clean) bis Dick Dale (teils recht crunchy) hinzubekommen geht ganz sicher mit der Strat, da diese ein gängiges Instrument in dieser Musikart darstellt. Ich glaube ja eher, der Amp ist nur sehr bedingt geeignet ... Mr. Dale soll wohl auch den einen oder anderen Amp vaporisiert haben mit seinem Mörderanschlag und der Lautstärke, ich weiß nicht, ob das Kistchen die Voraussetzungen erfüllt, schon stabil viel Headroom Live und im Proberaum zu bieten.

Dick Dale spielt zB. seine Stratocaster über Fender Dual Showman Amps mit schepperndem Hall und Echoeffekten mit einem Pegel, der sehr hoch ist.

Die Shadows-Spotnicks-Ventures setzen/setzten Fender Strats, Jazzmasters, Mosrites oder auch Burns ein über laute recht stabile cleane Amps (Headroom), über die Jahre eben Fender Tops mit 2x12" Boxen, Roland Jazz Chorus 120, was der Markt hergab etc. und Bo Winberg hat sich seinen Amp sogar selber gebaut, wie ich mal gelesen habe.

Elementare Effekte sind Hall und Echo, wenn man sich Surf über Rockabilly hin zu den Spielarten dieser Richtungen anhört. Ich kann mir vorstellen, der Magman hat da auch noch Tipps bez. Echoeffekten.

Die Gitarristen genannten Bands haben wohl alle auch recht dicke Drähte auf ihren Gitarren (so ab 013 aufwärts, oft mit umsponnener G-Saite), was die Strat ja noch knalliger macht und entsprechendes Pfund beschert. Vielleicht das mal versuchen, den Behringer mit wenig Vorstufenpegel, clean und viel Endstufe fahren, Echo und Hall drauf. Wie klingt´s? Besser?

Für so etwas wie den Jesus and the Mary Chain Sound würde ich dann ein Fuzzpedal vorschalten, vielleicht geht auch die Ratte (The Rat).

Just my 2 cent!

Tante Edit: ich glaube der Manuel/madler69 hatte so einen fetten Vollröhren-Fender mit dicker Endstufe für einen recht kleinen Kurs. Kontaktier den doch mal.
 
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doc guitarworld":1oz7wa19 schrieb:
Elementare Effekte sind Hall und Echo, wenn man sich Surf über Rockabilly hin zu den Spielarten dieser Richtungen anhört. Ich kann mir vorstellen, der Magman hat da auch noch Tipps bez. Echoeffekten.

Die Gitarristen genannten Bands haben wohl alle auch recht dicke Drähte auf ihren Gitarren (so ab 013 aufwärts, oft mit umsponnener G-Saite), was die Strat ja noch knalliger macht und entsprechendes Pfund beschert.

Hat mich jemand gerufen :lol:

Also, der Doc hat hier schon wichtige Merkmale aufgerufen, die diesen sehr speziellen Sound unterstützen. Strat mit richtig fetten Drähten ist sehr wichtig - 0.11 bis 0.52 würde aber schon passen.
Für authentischen Surfsound benötigt man ein sehr gutes Hallgerät, mit warmem Sound - Das Fender 63' Tube Reverb ist dafür die erste Wahl, kostet aber auch ne gute Stange Geld. Der Danelectro Spring King bringt aber auch genau diesen genialen Halleffekt (Federhall-Sounds) bei moderatem Preis. Das Gerät kann ich für dein Vorhaben bestens empfehlen.

Nun zum Echo: Slap Back heißt hier die Devise. Und vor allen dingen auch warmer Sound, was dir fast nur analoge Geräte bringen. Hier musst du auch nicht viel ausgeben - es muss halt authentisch klingen und auf Firlefanz kann man getrost verzichten. In dieser Kategorie kommen einige Geräte in Frage - wie z.B.:

Boss RE-20 Space Echo ....sehr coole Sounds und mein Tip No1!
Danelectro Reel Echo ...auch sehr gut!
Rocktron Short Timer ...billig, gut und tolle Slap Backs!

Um den Sound ein wenig anzufetten empfehle ich den Danelectro Cool Cat Transpartent Overdrive.

Teste mal die oben genannten Geräte an, ich denke du könntest damit glücklich werden.

Tja und nun zu dem Amp: Mit deinem Amp wirst du auf Dauer nicht glücklich werden. Authentischen Surf & Rockabilly spielt man mit einem Fender Tube Amp, der recht lange clean bleibt. Die guten alten Showman Tops, in Verbindung mit offener 2x12" Box sind hier der Favorit. Was aber auch sehr gut funktioniert ist z.B. der Fender Vibrolux Reverb, mit zwei 10" Jensens. In der unteren Preisregion (bis 300 Euro) empfehle ich dir mal einen Fender Super Champ xd anzutesten. Der Amp hat 15 Watt, hat sehr sehr geile Californian-Clean- und Crunchsounds parat, die auch richtig gut klingen und auch lautstärketechnisch ausreichen in kleinen Clubs. An einer 2x12" Box angeschlossen kommst du damit auch locker für größere Gigs klar. Der Amp klingt wirklich sehr geil und wenn man auf cleane Fendersounds steht - so wie ich - ist es fast schon ein 'must have' :lol:
 
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Magman":1vce99r1 schrieb:
Tja und nun zu dem Amp: Mit deinem Amp wirst du auf Dauer nicht glücklich werden. Authentischen Surf & Rockabilly spielt man mit einem Fender Tube Amp, der recht lange clean bleibt.

Ist aber teuer und bisweilen zu laut. Ein gut klingender (Fender)Transistor mit einem ordentlichen (Fender)Hall kann das auch. Einen netten Zerrer davor und Feuer.

Bei einer Tanse würde ich mal den Fender Frontman 25R in Betracht ziehen.

just my 2 Cents
 
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Amps die auch laut noch clean klingen kann man immer leiser machen ;-) Selbstverständlich kommen hier auch Transen und Hybrids in Frage, ich schrob aber deswegen wenns authentisch sein soll.

Ich kenne hier in meiner Region zwei sehr gute Rockabilly - und Surf Rockbands, bei denen ein Ampeg Reverb Rocket und Jet II im Einsatz sind. Diese Amps klingen sehr gut für den Stil und sind auch gebraucht relativ günstig zu bekommen.
 
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doc guitarworld":tr7g7a9q schrieb:
Tante Edit: ich glaube der Manuel/madler69 hatte so einen fetten Vollröhren-Fender mit dicker Endstufe für einen recht kleinen Kurs. Kontaktier den doch mal.

Jepp, wäre noch zu haben. Ich habe es einfach nicht über das Herz gebracht,
ihn in die Bucht zu werfen ...
 
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Das hier habe ich grade rein zufällig gefunden:
Fender Super Champ xd, mit Boss RE-20 Space Echo. Klingt doch gar nicht mal so schlecht für Surfmucke. Das Beispiel soll zeigen, dass man nicht unbedingt viel Geld ausgeben muss um gut zu klingen. Knappe 300 Taler für den Amp und nochmal 180 für den Boss. Damit kann man schon sehr viel anfangen und auch einige Stiles abdecken.

Ich weis, ist nicht jedermanns Mucke, aber der Bub gibt sich wirklich Mühe authentisch zu klingen :cool:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=WYZTZnUTIMg[/youtube]
 
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^wo hast du das denn mit dem Space Echo her? Da sagt er ja gar nichts von :?:
Aber der Amp klingt so schonmal ziemlich nach Surf ;-)
 
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hendriko":skylt7yn schrieb:
^wo hast du das denn mit dem Space Echo her? Da sagt er ja gar nichts von :?:
Aber der Amp klingt so schonmal ziemlich nach Surf ;-)

Auf seinen anderen Clips steht das in den Kommentaren. Ja, mit dem kleinen Fender kann man u.a. auch prima Surf spielen - gerade die Clean- und Crunchsounds klingen wirklich hammergeil in der Kiste.
 
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^achso, na dann :p
ich find sowas sollte man dann aber in die Beschreibung packen >.<

Klingt trotzdem gut! :lol:
 
 

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