Welches Bridge-Material? Alu? Stahl? Messing? Sonstwas ???


gitarrenruebe
gitarrenruebe
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gitarrenruebe":3t3hpof9 schrieb:
Auch innovative Hardware wird zum Einsatz kommen: Ich habe da heute einen Wraparound-Einteiler-Steg aus Stahl gesehen, der so tricky ist vom Prinzip, dass man da erstmal schmunzeln muss, dass da früher noch keiner draufgekommen ist.

Hier nochmal ein paar Fragen/Anmerkungen meinerseits zum Thema "Welches Material und warum":

Oben angesprochener Einteiler war aus Stahl. Und damit recht schwer. Mir wurde mal zu den verschiedenen Hardwarematerialien, aus meiner Meinung nach sehr fachkundigem Munde, folgende Infos gegeben:

Alu(minium) gibt schönen "Sparkle" obenrum, nimmt aber auch etwas im Tiefmittenbereich weg. Sei geeignet für Gitarren, die zum Mumpfen neigen. Bei einer Gitarre, die von Haus aus eine gute Frequenzrange hat, und der man nur etwas mehr "Sparkle" verpassen möchte, sollte man dann doch zu Stahl greifen. Dies wäre materialseitig sehr schwingungsfreudig, und würde keinerlei Frequenzen herausnehmen. Messing, so wurde mir berichtet, sei fast ein totes Material, keine positiven Soundmerkmale, sollte man eher gar nicht nutzen.

Mir wurde hierzu ein kleines Beispiel gegeben, ob es evtl. soundliche Eigenschaften darstellen lässt, soll jeder für sich selbst mal überdenken:

Es geht um so ein Kugelspiel:

B-51006_cv.jpg


Dieses Ding, das mal eine Zeit lang auf jedem Tisch eines Abteilungsleiters rumstand, soll angeblich nur mit Stahl gut funktionieren. Mit Alu würde die Reaktion nach wenigen Hin und Hers enden, bei Messing wäre es gar nach eins, zwei Schlägen wieder zu Ende. Bei Stahl hingegen soll die Reaktion lang und gleichmäßig sein. Man erklärte mir in diesem Zusammenhang, dass man eine gute Stahlbridge durchaus mit einem "Natur-Kompressor" vergleichen könnte, der eben die gesamte Frequenzrange noch etwas anschiebt.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit den verschiedenen Materialien gemacht?
Wer hat durch den Tausch wirklich schon deutlich hörbare Veränderungen am Instrument realisiert?

Ich bin gespannt auf Eure Beiträge !
 
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gitarrenruebe":4sb62d7w schrieb:
gitarrenruebe":4sb62d7w schrieb:
Auch innovative Hardware wird zum Einsatz kommen: Ich habe da heute einen Wraparound-Einteiler-Steg aus Stahl gesehen, der so tricky ist vom Prinzip, dass man da erstmal schmunzeln muss, dass da früher noch keiner draufgekommen ist.

Hier nochmal ein paar Fragen/Anmerkungen meinerseits zum Thema "Welches Material und warum":

Oben angesprochener Einteiler war aus Stahl. Und damit recht schwer. Mir wurde mal zu den verschiedenen Hardwarematerialien, aus meiner Meinung nach sehr fachkundigem Munde, folgende Infos gegeben:

Alu(minium) gibt schönen "Sparkle" obenrum, nimmt aber auch etwas im Tiefmittenbereich weg. Sei geeignet für Gitarren, die zum Mumpfen neigen. Bei einer Gitarre, die von Haus aus eine gute Frequenzrange hat, und der man nur etwas mehr "Sparkle" verpassen möchte, sollte man dann doch zu Stahl greifen. Dies wäre materialseitig sehr schwingungsfreudig, und würde keinerlei Frequenzen herausnehmen. Messing, so wurde mir berichtet, sei fast ein totes Material, keine positiven Soundmerkmale, sollte man eher gar nicht nutzen.

Mir wurde hierzu ein kleines Beispiel gegeben, ob es evtl. soundliche Eigenschaften darstellen lässt, soll jeder für sich selbst mal überdenken:

Es geht um so ein Kugelspiel:

B-51006_cv.jpg


Dieses Ding, das mal eine Zeit lang auf jedem Tisch eines Abteilungsleiters rumstand, soll angeblich nur mit Stahl gut funktionieren. Mit Alu würde die Reaktion nach wenigen Hin und Hers enden, bei Messing wäre es gar nach eins, zwei Schlägen wieder zu Ende. Bei Stahl hingegen soll die Reaktion lang und gleichmäßig sein. Man erklärte mir in diesem Zusammenhang, dass man eine gute Stahlbridge durchaus mit einem "Natur-Kompressor" vergleichen könnte, der eben die gesamte Frequenzrange noch etwas anschiebt.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit den verschiedenen Materialien gemacht?
Wer hat durch den Tausch wirklich schon deutlich hörbare Veränderungen am Instrument realisiert?

Ich bin gespannt auf Eure Beiträge !


Ganz Ehrlich?
Ich halte das alles für totalen Quatsch!
Es gibt auch definitiv niemanden auf der Welt, der die Unterschiede durch einen Vorhang hören kann.
Auch die Geschichte, dass Tremolos Sustain schlucken, ist Unsinn.
Ich höre im elektrischen (!) Ton einer Strat auch keinen Unterschied zwischen einem schwebenden und einem aufliegenden Tremolo. Wenn das Tremolo aber fest auf dem Korpus liegt, welchen Einfluss hat dann noch der Block?
Ich habe gerade etwas über Resonanzen geschrieben http://www.guitarworld.de/forum/wolfton ... 10129.html
Der Charakter eines Instruments ist so stur und hartnäckig, dass mir die Diskussionen um Hardware immer vorkommen, wie der Versuch, durch ein buntes Wimpelchen am Rohr einen Panzer zum Fahrrad zu machen.
 
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W°°":17obkaag schrieb:
Ganz Ehrlich?
Ich halte das alles für totalen Quatsch!

Sicher ist hier eine Menge Glaube im Spiel.

Dennoch meine ich, Unterschiede (beim gleichen Instrument) zwischen einem stählernen Vibratoblock und einem aus Grauguß wahrzunehmen. Und bei einer Tele zwischen einem Preßblechsteg und einem fetten Gotoh-Teil.

Bescheißen mich meine Ohren?
 
auge
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so.das kugelspiel funktioniet mit alu nicht weil alu eine weichere oberflächenhärte aufweist und somit den impuls nicht weitergibt. ausserdem ist die masse geringer.

aber nun zu der trem, non trem geschichte.
ich habe TCMs mit und ohne trem. und da ist ein gewaltiger unterschied im klangverhalten. ich sag nicht schlechter und besser. aber anders auf jeden fall. mögen tu ich beides.
das gleiche kann ich bei meinen MMs feststellen.

ob jetzt ein alu oder stahl wraparound einen unterschied macht hab ich noch nicht getestet. aber trem or non trem auf jeden fall!

kein vodoo. ganz schlichter selbsttest.
 
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auge":291zdas6 schrieb:
kein vodoo. ganz schlichter selbsttest.


Für einen Test müsstest Du eine Gitarre umbauen. DANN hättest Du etwas getestet.
Was Du meinst ist, dass unterschiedliche Gitarren unterschiedlich klingen.
Das tun die wohl... :roll:
 
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Ganz neu ist ja auch der Gebrauch von Titan!

Es gibt da eine Firma, die stellt Saitenreiter aus dem Material her und hat dazu Untersuchungen angestellt!

Demnach sind da schon Unterschiede zum herkömmlichen Material auszumachen! Ob besser oder schlechter, sei dahingestellt und welche Rolle das jetzt im Gesamtkonstrukt spielt sei auch dahingestellt.

http://www.k-t-s.com/english/sound.html

Ich habe Titan jetzt noch nicht gespielt, aber einen Unterschied zwischen einem Stahl und Alu Stoptail habe ich auch ausgemacht! Ob man damit jetzt den Mumpf eine E-Gitarre bekämpfen sollte? Wie wär´s mit Pickup runterschrauben? Ich finde, durch unterschiedliche Materialien, ändert sich mehr die Obertonstruktur, weniger die Grundtöne. Schon alleine das runter oder raufschrauben des Stoptails ändert die Obertöne eine E Gitarre. Aber es ändert nicht den Grundton. Der stellt sich durch die anderen Obertöne nur in anderem "Licht" dar.
 
auge
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W°°":2965azxd schrieb:
auge":2965azxd schrieb:
kein vodoo. ganz schlichter selbsttest.


Für einen Test müsstest Du eine Gitarre umbauen. DANN hättest Du etwas getestet.
Was Du meinst ist, dass unterschiedliche Gitarren unterschiedlich klingen.
Das tun die wohl... :roll:

ich bin anderer meinung. macht ja nix. ;-)
 
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Walter":1792li9j schrieb:
Für einen Test müsstest Du eine Gitarre umbauen. DANN hättest Du etwas getestet.
Was Du meinst ist, dass unterschiedliche Gitarren unterschiedlich klingen.
Das tun die wohl...
Auge":1792li9j schrieb:
... habe TCMs mit und ohne trem. und da ist ein gewaltiger unterschied im klangverhalten.

Verschiedene Instrumente der gleichen Serie können also unterschiedlich klingen (Naturprodukt Holz), dann liegt es doch nahe, das ein offensichtlicher Unterschied in der Hartwarenbestückung (konstruktiv oder materiell) auch den Klang beeinflussen kann, oder?

Haarspaltende Grüße, Uwe
 
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Uwe":2l92aogh schrieb:
Walter":2l92aogh schrieb:
Für einen Test müsstest Du eine Gitarre umbauen. DANN hättest Du etwas getestet.
Was Du meinst ist, dass unterschiedliche Gitarren unterschiedlich klingen.
Das tun die wohl...
Auge":2l92aogh schrieb:
... habe TCMs mit und ohne trem. und da ist ein gewaltiger unterschied im klangverhalten.

Verschiedene Instrumente der gleichen Serie können also unterschiedlich klingen (Naturprodukt Holz), dann liegt es doch nahe, das ein offensichtlicher Unterschied in der Hartwarenbestückung (konstruktiv oder materiell) auch den Klang beeinflussen kann, oder?

Haarspaltende Grüße, Uwe

Ja sicher! Ich halte sie aber im Verhältnis zu den physisch spürbaren (!) Resonanzen im Holz für marginal.
Natürlich kann man noch ein wenig an den Rädchen drehen, wenn man Ansprache und Obertonverhalten verändern will. Z.B. macht es bei einer 335 einen Unterschied, ob ich einen Holzsteg, ein Alu Tailpice und Holzwirbel verwende. Hier sprechen wir aber schon von einem Gewichtsunterschied von 200 Gramm! Da spürt und hört man auch was. Aber eine andere Gitarre entsteht aus diesem radikalen Eingriff nicht.
Das ist meine Erfahrung in Übereinstimmung mit Berufsmusikern.
 
 

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