Wider den Matsch! (Homerecording)


cook
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Hallo Leute,

ich bastele ja schon lange an einem Metal-Projekt herum und bin nun an einem Punkt angelangt, an dem ich 5 Songs (bis auf den "Schrei-"Gesang) fertig aufgenommen habe und mich langsam ans Mischen wage. Um es vorweg zu schicken: jeder Song beläuft sich auf 20-30 Spuren: z.B. 11 Drums, 4 Rhythmus-Gitarren (je zwei links und rechts: eine für den abgestoppten Bumms, eine für den Rest), 2 Lead, 3 Akustik, Bass, Streicher, Chor-Ahhs, folkige Flöten, Hörner, Akkordeon. Außer den Gitarren und dem Bass entstand alles am Computer (VSTi über Midi angesteuert).

Es ist mir gelungen, einen wirklich guten Schlagzeugsound zu mischen (gute Samples machen's möglich).

Aber dann: ich will nicht sagen, dass der Rest ein einziger Matsch ist, aber mir fehlt einfach die Brillanz im Mix. Ich vermute einfach mal, dass es hauptsächlich an Frequenzauslöschungen liegt. Nur fehlt mir das Wissen, so etwas zu vermeiden. Könnt ihr mir helfen, z.B. durch Heinweise, welche Frequenzen ich klassischerweise bei den jeweiligen oben genannten Instrumenten hervorheben oder reduzieren sollte?

Zudem habe ich das Gefühl, dass meine Gitarre für die abgestoppten Anschläge matscht. Kann ich theoretisch nur den Bumms betonen und das (power-)akkordische Spiel so weit zudrückdrehen, dass es praktisch nur von der anderen Rhythmus Gitarre übernommen wird? Inwieweit helfen mir dabei (Multiband-) Kompressoren? Und macht es Sinn, den Spuren schon vor dem Mastern durch dezenten Exciter-Einsatz schon ein bisschen Brillanz zu verleihen?

Bitte schreibt mir jetzt keine Antworten à la "Probieren geht über studieren"! Das mach ich ohnehin. Nur komme ich gerade nicht weiter...

Gruß und Dank,
Michael
 
A
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Moinsen

Frequenzauslöchungen liegen meist am Stereo/Mono Mix

doppel mal die Gitarre ..also nur zweimal aufnehmen..(links rechts auf 4 und 8 Uhr ).weniger Gain ist dann oft mehr...da die Kompression nicht alles vermatscht (gutes Beispiel...Metallica...oder George Lynch)
dann kommt Pfund in die Sache (wenn der Grundsound stimmt)


greez

PS...:zuviele Köche verderben den Brei.....zu viele Gitarren schwingen gegeneinander...in der Tontechnik sin alle Frequenzen zusammen...ein sogenanntes "rosa Rauschen"...das kann dir bei den Gitarrenspuren in Etwa auch passieren ;-)
 
cook
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Schon einmal Danke für die Hilfe. Ist meine Mail bei dir angekommen, Pain? Ich habe gestern den ganzen Nachmittag geschraubt und bin ein gutes Stück weiter gekommen. Vor allem der Gitarrensound klingt schon viel differenzierter als zu Beginn. Sobald ich mal die üblichen Urheber-Sicherungsmethoden (Einschreiben etc) gemacht habe, poste ich ein Beispiel.
 
A
Anonymous
Guest
Moinsen,

ein anderer Tip wäre...
dir einen Aphex drauf zu packen
/ist ein effekt...der hörakustich und hörpsychoakustisch arbeitet...und die Phasen auseinanderzieht....ähnlich wie man es vom Stereoweitwinkel kennt

gibts auch als Software
(wichtig ist aber dennoch der Stereo / Mono Mix....sonnst nimmts kein Radiosender an...gibt da so paar Din Normen...(genau wie Endmix auf 0 Db ranfahren... ;-)

greez
 
cook
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Der Radiosender, der mit Folk gepaarten Death Metal spielt, muss wohl noch erfunden werden. :evil: Aber Danke für den Tipp!
 
EZE
EZE
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cook":fgjnzjzo schrieb:
Könnt ihr mir helfen, z.B. durch Heinweise, welche Frequenzen ich klassischerweise bei den jeweiligen oben genannten Instrumenten hervorheben oder reduzieren sollte?

Hallo Cook,

30 Spuren :-D , aber man wächst ja mit seinen Aufgaben. Vorweg, laß mal den Exciter weg. Verschlimmbessert nur. Gefallen Dir denn die einzelnen Spuren von der Aufnahmequalität ? Dann erst mal die einzelnen Instrumentengruppen abmischen. Scan die einzelnen Spuren bei hohen Q-Faktor durch und eleminiere DIE Frequenz die Dich am meisten nervt. Nur eine pro Spur raussuchen und keine Angst vor Low/Hi-Cut Filtern. Ruhig mal hart begrenzen. Löst Du dann zum Schluß auf.

Evtl. kannst Du folgende Frequenzen gebrauchen.

Bass - 60,80 Hz, 180-250 Hz, 2.5 KHz, evtl. 5-6 KHz
comp 3:1 bei 2-5 dbs Arbeitsbereich

E-Git - 100 Hz fürs Pfund, absenken 300-500 nasale weg, 700 Hz fürs
holzige, 1K edge, 3k mehr Biß, zum aufhellen 5, 8, 10 K

AGit - immer low cut 100-150 Hz
300 Hz machts mumpfig
8-10K machts seidig

Flute - nur low cut bei 200 Hz, mehr brauchts nicht
comp 1:4 soft knee oder 1:10 hard knee, je nachdem

Chor - low cut test ab 80 Hz - 150Hz(Frauen?), 700 Hz, 2KHz
versuch mal im Endmix erst einen Flanger. Nur soviel das Du ihn
gerade erahnen kannst. Dann erst Reverb. Das kommt super.

Strings - braucht eher kein EQ. Evtl. bei 10K
Im Mix hard links u. rechts pan, einen Tick Hall, keinen
Compressor. Wenn überhaupt einen Limiter für die Spitzen.

Puh, hoffe das hilft ein wenig. Das waren aber leider nur die Einzelspuren.
Die würd ich mir erstmal so EQed bouncen. Damit die Subgruppen zusammenstellenund anpassen. Dann Endmix.
Für mich heißt es immer "mach mal geil nur mit EQ und Lautstärke(Comp) und Verteilung " :-D Danach erst Effekte.
Versuch niemals die gleichen Frequenzen anzuheben oder abzusenken.
Auch mal richtig laut und mono abhören.

Viel Spaß,

Eze
 
Al
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allerding!s könnte man sowas auch irgendwie archivieren, zu den faq`s oder so?

gruss

alex
 
cook
cook
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In der Tat. Danke! Interessierte sollten auf jeden Fall auch mal PainOfSalvations Link besuchen. Das ist ähnlich kompetent wie bei EZE, aber noch viel ausführlicher.

EZE, kannst du mir mal den Q-Faktor erklären? Über den Ausdruck bin ich schon ein paar Mal gestolpert.
Was meinst du mit "Versuch niemals die gleichen Frequenzen anzuheben oder abzusenken. "?
 
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Bumblebee
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Hi,

ein parametrischer Equalizer ist nichts anderes als ein elektrisches Filter. Das wird beschrieben durch eine Mittenfrequenz und den Q-Faktor (Güte).

Je höher der Q-Faktor, desto schmaler ist der Frequenzbereich, der vom Filter beeinflußt wird. Wenn z. B. der Q-Faktor sehr hoch gewählt wird, kann man sogar die Lautstärke eines einzelnen Tones beeinflussen.
Normale Tonregler in der HiFi-Anlage oder in einem Verstärker haben einen niedrigen Q-Faktor und beeinflussen daher größere Frequenzbänder.

Normalerweise nimmt man einen hohen Q-Faktor um bestimmte Frequenzen zu unterdrücken. Wenn man Frequenzen anheben will, dann ist ein kleinerer Q-Faktor angebrachter, weil unauffälliger.

Gruß
Bumble
 
EZE
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cook":3efb1cpz schrieb:
Interessierte sollten auf jeden Fall auch mal PainOfSalvations Link besuchen.
Man, da hätt ich mir das Geschreibsel ja echt sparen können :-D
Quality-Faktor beschreibt die Breite der Frequenz-Region um eine Mittenfrequenz. Je kleiner die Zahl, desto geringer die Qualität. Je geringer die Qualität, desto größer die Bandbreite. Q-Faktor 1 = Bandbreite eine Oktave. Q-Faktor 0.5 = Bandbreite zwei Oktaven. Wenn Du in Deiner Software einen EQ hast den Du in graphic MOde stellen kannst, einfach mal am Q-Faktor schrauben und alles erklärt sich von selbst.

"Versuch niemals die gleichen Frequenzen anzuheben oder abzusenken"
Meint z.B. Bass + Bassdrum. Bearbeitest Du Bass bei 100 Hz, bearbeitest Du Bassdrum bei 60Hz und nicht auch bei 100Hz. Daumenwert halbe Oktave Abstand.

Greeze
 
cook
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Wunderbar. Dann habe ich den Q-Faktor intuitiv benutzt. ;-)
 
Woody
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Hallo cook,

Nimm Dir mal eine einzelne Spur vor, und geh die mal in Ruhe mit einem EQ-BAnd ab.
Du wirst fetstellen, daß der "Matsch-Wumpph" sich in einem ziemlich engen Spektrum befindet.
Wenn Du das ein bißchen cuttest, dann müßtest Du den Mumpf besser in den Griff bekommen.

Gruß,
Woody
 
cook
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Nachdem ich mich urheberrechtlich ein bisschen abgesichert habe (bin da ziemlich paranoid), habe ich mal einen Ausschnitt aus meinem Misch-Versuch online gestellt. Ihr findet ihn hier.

Der Song heißt "Das Horn" und ist bis auf den Gesang fertig drin. Ich will jetzt gar nicht mehr schreiben, um euch nicht im Voraus zu beeinflussen. Achtet bitte mal genau auf den Mix und schreibt mir, was euch besser gefällt und was weniger - bzw. was ich noch besser machen könnte/müsste. Der Ausschnitt wurde bewusst gewählt, weil er (außer den akustischen Gitarren) alle Instrumente enthält: Drums, Bass, Lead und Rhythmus Gitarren, Flöten, Hörner, Streicher, Chor-Ahhs...

Gruß und Danke,
Michael

P.S.: Dass die Hörner noch verbesserungswürdig sind, weiß ich schon ;-)
 
gwenman
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hi,

hi, ich find die verschiedenen instrumente- gruppen gehören von der lautstärke noch aneinander angepasst...
mir kommen die drums noch recht laut vor. die gitarren gehen aber irgendwie unter...
bin zwar auch kein spezialist, aber das sind so meine eindrücke...
aber trotzdem...nicht schlecht!

lg...philipp.
 
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Nabend,

das Einzige was mir auffiel war das einige Instrumenteneinsätze sehr hart kommen. Da könnte man evtl. mit einem dezenten Fade In das Erschlagen des Hörers vermeiden. Die Leadgitarre könnte meiner Meinung nach (subjektiv) mehr Mitten vertragen. Das Thema ist vom Instrument ehr evtl. etwas komisch gewählt - erste Assoziation war Einsteiger-Yamaha-Keyboard ;-) Es setzt sich nicht so gut durch im Gegensatz zum Rhythmus. Ist aber alles persönliches Empfinden. Ansonsten Respekt schonmal.

Gruß,
Jacques
 
cook
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In der Tat könnten die Rhythmus Gitarren noch etwas mehr Druck gebrauchen. Hilft da noch ein bisschen mehr Kompressor? Ich will aber auch nicht alles totkomprimiren.
 
A
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cook":2psorrg5 schrieb:
In der Tat könnten die Rhythmus Gitarren noch etwas mehr Druck gebrauchen. Hilft da noch ein bisschen mehr Kompressor? Ich will aber auch nicht alles totkomprimiren.

Richtig...der Kompressor ist kein Allheilmittel

dreh lieber an den relevanten Git-Frequenzen

viel Erfolg
 
B
Bumblebee
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Hallo,

Ganz vornweg, ich bin kein Speedmetal- (oder was das sonst für ein Stil ist) Spezialist.
Aber ich hab auch mal reingehört und ich finde es ist kein Wunder, daß es matscht.
Ich sehe das Problem mehr im Arrangement, es sind zu viele Instrumente, die gleichzeitig Ähnliches in ähnlichen Frequenzbereichen spielen.
Und schon die Drums alleine machen alles ziemlich dicht.
Insgesamt des Guten zu viel. Ich würde die Spuren gnadenlos ausdünnen.

Gruß
Bumble
 
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Anonymous
Guest
Bumblebee":29bx8q3v schrieb:
Hallo,

Ganz vornweg, ich bin kein Speedmetal- (oder was das sonst für ein Stil ist) Spezialist.
Aber ich hab auch mal reingehört und ich finde es ist kein Wunder, daß es matscht.
Ich sehe das Problem mehr im Arrangement, es sind zu viele Instrumente, die gleichzeitig Ähnliches in ähnlichen Frequenzbereichen spielen.
Und schon die Drums alleine machen alles ziemlich dicht.
Insgesamt des Guten zu viel. Ich würde die Spuren gnadenlos ausdünnen.

Gruß
Bumble

sach ich ja auch
ausdünnen...auf das Wesentliche beschränken..und das knallig
So das der Zuhörer von der Primärsituation überzeugt wird

(hab früher aber den selben Fehler gemacht...bis ich druff kam)

greez
 
cook
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Was meinst du mit "zu viele Instrumente"? Zu viele Gitarren(spuren)?

Das Arrangement ist für diese Art von Musik nicht ungewöhnlich. Hier mal ein Soundbeispiel einer der bekannteren Band des Genres "Equilibrium":
.
 
B
Bumblebee
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Für mein Empfinden ist einfach das Arrangement viel zu dicht.
Aber wenn das zu dieser Musik so gehört..; wie gesagt, ich höre diese Art von Musik normalerweise nicht und bin daher auch keine Referenz :)

Gruß
Bumble
 
EZE
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Moin Cook,

erzähl doch mal mit welcher Hard + Software Du aufgenommen hast.

Kommen die Gitarren aus dem Simulator ? Hörner und Akkordeon sind Synth Sounds + keine Samples ?

Rythmusgitarre rot/weiß + eine extra Portion Aural Exciter ? :-D

Greeze
 
univalve
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EZE":2nskyjrq schrieb:
Kommen die Gitarren aus dem Simulator ? Hörner und Akkordeon sind Synth Sounds + keine Samples ?
Die Gitarren würden mich auch interessieren. Bei den Hörnern bin ich mir sicher, dass es KEINE Samples sind.

greetz
univalve
 

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