Wieder mal: Dekadenz in Sachen Plektren - Blue Chip


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erniecaster
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Hallo!

Eigentlich ist bei mir die Zeit vorbei, in der ich auf extrem hochpreisiges Zeug stehe. Wie bei jedem „eigentlich“ kommt hinterher ein „aber“. Ich fand diese Plektren aus dem Hause Blue Chip:

https://www.martinsmusikkiste.de/de/Blue-Chip-TD40-Standard-Teardrop-1,00mm_206640

Die Online-Recherche ergab (natürlich), dass diese Plektren unfassbar gut wären. Machen wir´s kurz, ich habe eins bestellt und seit einigen Wochen im Gebrauch. Hier meine Eindrücke: Das Plektrum sieht im Original noch kackbrauner aus als auf dem Foto. Es fasst sich gut an und haftet regelrecht zwischen den Fingern der Anschlagshand. Das ist sehr entspannend. Ein Verkaufsargument ist ja, dass die Dinger ewig halten sollen – und das scheint auch so zu sein. Heftigste Anschläge, rumkratzen auf den Saiten (schön bei viel Zerre mit 90 Grad auf die Saite gesetzt und vom Steg runter Richtung Sattel gezogen rrrrrrrrrrRRRRRR – ihr kennt das ja), keinerlei Spielspuren.

Klanglich ist das überraschend. Es gibt quasi kein Anschlagsgeräusch. Der Ton ist auf einmal da, er ist voll, fett und satt und es klingt nicht im Geringsten nach Plastik. Das kann man mögen, bei Aufnahmen kann das toll sein und im Zusammenhang mit massig Delay und/oder Zerre nervt kein Klicken. Man kann das aber auch doof finden. Ich find´s doof.

Dennoch werde ich das Pick behalten, es kommt in die Spezial-Pickdose. Und es hat sich schon mehr als bezahlt gemacht: Ich habe in den letzten Wochen sehr intensiv mit einer Handvoll Picks rumgespielt und auf den Ton geachtet und der hat sich dadurch enorm verbessert. Dafür hätte ich natürlich kein Geld ausgeben müssen aber der Anreiz war so doch erheblich höher.

Gruß

erniecaster
 
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41,90€??? Ist jetzt nich dein Ernst????

Und in Linkshändig gibts die auch noch??? Kosten die dann Aufpreis???
 
A
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Moin erniecaster,

Danke für den Bericht. Das ist ja fast schon ein Mini-Review und für die subversive Ecke viel zu schade!

Vielleicht verschiebt man das ins Gitarrenforum?

Edit: Diskutiert wurden die schon mal unter Sonstiges, aber keiner hatte die Traute so ein Teil zu bestellen.

Gruß,
 
frank
frank
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Dank Dir für das Review, Ernie!

Dass man mit verschiedenen Pleks unterschiedliche Sounds erzeugen kann und deshalb mit ihnen experimentieren sollte, ist ja schon lange mein Reden.

Aber 41,90 € für ein Plek auszugeben, dass in der Herstellung nicht mal 1 € kostet, ist es mir dann doch nicht wert.

edit: Nun ja, ich habe schon richtig Kohle in Zeugs versenkt, mit dem ich dann doch nichts anfangen konnte. Insofern freut's mich zu lesen, dass es hier wenigstens noch einen Verrückten neben mir gibt. :lol: :lol: :lol:
 
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Guitarplayer
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erniecaster schrieb:
Ich habe in den letzten Wochen sehr intensiv mit einer Handvoll Picks rumgespielt und auf den Ton geachtet und der hat sich dadurch enorm verbessert. Dafür hätte ich natürlich kein Geld ausgeben müssen aber der Anreiz war so doch erheblich höher.

Ich hatte vor 3 Jahreen plötzlich die Idee, dass ich mal ein anderes Plektrum probieren wollte, nachdem ich so ca. 25 Jahre immer die gleichen gespielt habe.

Ich habe dann für so 40-50 Euro Plektren gekauft und wochenlang probiert und kann Deine Erfahrung insofern bestätigen, das bringt was für den Ton. Der einzige Unterschied ist, dass Du jetzt ein Plektrum mehr in der Dose hast und ich ein paar Dutzend. :-D

Ich habe mich nämlich wieder auf ein Modell festgelegt und die anderen liegen in zwei Dosen, Dose 1 = nichts für mich, Dose 2 = muss ich irgendwann noch mal anspielen.

Aber, 40.- Euro für EIN Plektrum, dass bring ich einfach nicht. Daher, danke für Deinen Bericht!

Viele Grüsse,
gp
 
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erniecaster
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Hallo!

Das Material dieses Plektrums ist extrem widerstandsfähig und soll sich quasi nicht abnutzen. Dieses Plektrum verliert man auch nicht, jede Wette. Der Preis - er scheint absurd, keine Frage - entspricht rd. 40 Fenderplektren. Bei einer Haltbarkeit von X jedes Fenderplektrums wäre man nach Y Zeit regelrecht in der Gewinnzone.

Das jedenfalls ist die Argumentation in manchen Foren. Ob sie hanebüchen ist oder nicht, überlasse ich jedem selbst. Meine Meinung ergibt sich aus der Wahl des Unterforums...

Eins habe ich bei der Beschreibung vergessen: Angeblich soll man mit dem Plektrum schneller spielen können, weil es schneller von der Saite abgleitet. Das erscheint absurd - stimmt aber. Wo ein Fenderplektrum etwas hakelig scheint, flutscht dieses Plektrum wirklich bemerkenswert über die Drähte. Ich habe das für totalen Unsinn gehalten, als ich es las und nie vorher (auch jetzt nicht) Probleme mit normalen Plektren gehabt. Dennoch: Das Blue Chip ist tatsächlich "schneller".

Gruß

erniecaster
 
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Pleks aus schweineteurem Verbundwerkstoff als Rohmaterial (25cmx25cm über $4000), mit CNC-Maschine geschnitten und von Hand poliert sind in der Herstellung um ein Vielfaches teurer als der übliche Plastikspritzguss.

Gruß,
 
Guitarplayer
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erniecaster schrieb:
Der Preis - er scheint absurd, keine Frage - entspricht rd. 40 Fenderplektren.

...

Das Blue Chip ist tatsächlich "schneller".

Nur damit wir uns nicht falsch verstehen, ich sage nicht, dass der Preis zu hoch ist. Ich bringe das nur nicht fertig :cry:

Ich habe z.B. für 72 Fender Plektren keine 20 Euro bezahlt und "verbrauche" ungefähr 0,5/Jahr. Aber das ist nicht der Punkt. Wenn man so ein teures Plektrum in Ruhe VOR dem Kauf probieren könnte, dann würde ich vielleicht nach der Probe eins kaufen.

Was das Tempo angeht, so fürchte ich, das schon meine einfachen Fender-Plektren schneller sind als ich.

Viele Grüsse,
gp
 
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Guitarplayer schrieb:
Nur damit wir uns nicht falsch verstehen, ich sage nicht, dass der Preis zu hoch ist. Ich bringe das nur nicht fertig :cry:

So in etwa geht es mir auch.

Allerdings: Für einen subjektiv deutlichen Soundwechsel, den wir sonst mit anderen Gitarren, Amps, Boxen, etc. assoziieren, ist das sehr wenige Patte.

Das muss ich mir nur immer wieder sagen... ;-)
 
frank
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sunburst schrieb:
Pleks aus schweineteurem Verbundwerkstoff als Rohmaterial (25cmx25cm über $4000), mit CNC-Maschine geschnitten und von Hand poliert sind in der Herstellung um ein Vielfaches teurer als der übliche Plastikspritzguss.

Gruß,

Und woraus ergibt sich das?
 
A
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frank schrieb:
sunburst schrieb:
Pleks aus schweineteurem Verbundwerkstoff als Rohmaterial (25cmx25cm über $4000), mit CNC-Maschine geschnitten und von Hand poliert sind in der Herstellung um ein Vielfaches teurer als der übliche Plastikspritzguss.

Gruß,

Und woraus ergibt sich das?

Hi Frank,

auf der Hompage des Herstellers ist ein Review in dem die Info steht.
Der Gründer/Erfinder soll auf der Maloche aus Daffke so ein Plek aus diesem teuren Zeug geschnitten haben.

http://www.bluechippick.net/index.php/reviews 1. Review

Gruß,
 
frank
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sunburst schrieb:
auf der Hompage des Herstellers ist ein Review in dem die Info steht.
Ah, danke!
Dort habe ich natürlich nicht nachgeschaut.
Gott sei Dank habe ich ja auch auf Deinen Rat die McCarty gekauft. So brauche ich keinen weiteren Soundverbesserer.
:lol: :lol: :lol:
 
A
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Freut mich! :top:

Neugierig machen mich die Plektren schon.

Wie Batz Benzer schrieb: Für Gitarren, Amps, Boxen etc. geben wir wesentlich mehr Geld aus.

Allerdings gehen bei mir Pleks ständig verloren. Und im Dutzend werde ich die Dinger nicht kaufen.

Gruß,
 
A
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Also ich finde das toll, wenn auch teuer. Die wenigsten Leute wissen das auch ein Plektron Sound machen kann. Und wenn dann so ein Plek ein Leben lang hält ist's doch schon mehrfach bezahlt. Vorausgesetzt es liegt einem. Da genau ist der Haken! Iss nix mit 30 Tagen Moneybägg :lol:

Nun, ich besitze ja noch eines dieser seltenen echten Pleks aus Schildkrötenpanzer. Das ist meine Referenz wenn es um Klang geht. Würde gerne mal vergleichen ob das Ding da oben auch so hart und hell klingt wenn man es auf den Tisch wirft.
Ich hätte allerdings auch die Vermutung ich verliere das Ding, oder finde die Hose nicht wo es drin wohnt. Oder es liegt halt wie so oft in der Trommel der WM hehehe.....


Idee: mit 4 Leuten die Interesse haben ein so'n Ding gekauft und rundgehen lassen. Ich wäre dabei bei einer Bestellung eines 1,5 mm Pleks ;-)
 
A
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sunburst schrieb:
Wie Batz Benzer schrieb: Für Gitarren, Amps, Boxen etc. geben wir wesentlich mehr Geld aus.

Allerdings gehen bei mir Pleks ständig verloren. Und im Dutzend werde ich die Dinger nicht kaufen.

Gruß,

Eben! Gitarren und Amps verschwinden auch nicht in Sofaritzen, Waschmaschinen und dunklen Bühnen. Man kann es mit dem Klangvoodoo auch wirklich übertreiben. Sorry Mäggy, aber da gehe ich mal nicht mit dir Konform... ;-) Für mich ist ein Plek ein Cent-Wegwerfartikel... ich kauf meine Dunlop .88er Riffelpleks im 20er Beutel für nen 5er...
 
Woody
Woody
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erniecaster schrieb:
Klanglich ist das überraschend. Es gibt quasi kein Anschlagsgeräusch. Der Ton ist auf einmal da, er ist voll, fett und satt und es klingt nicht im Geringsten nach Plastik. Das kann man mögen, bei Aufnahmen kann das toll sein und im Zusammenhang mit massig Delay und/oder Zerre nervt kein Klicken. Man kann das aber auch doof finden. Ich find´s doof.

Für Akustik ist das natürlich schön. Also, finde ich. Also, für Solokram.
Ich habe mal eine ganze Zeit auf der Jazzmama Wegens gespielt,
die sind auch besonders, auch besonders teuer, aber sind dann doch nach einiger (zugeben viel) Zeit etwas abgespielt...

Viele Grüße,
woody
 
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Magman schrieb:
Ich hätte allerdings auch die Vermutung ich verliere das Ding, oder finde die Hose nicht wo es drin wohnt. Oder es liegt halt wie so oft in der Trommel der WM hehehe.....

Wieso, Deinen Schildkrötenpanzer hast Du doch auch immer noch.

Viele Grüße,
gp
 
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Ich habe auch ein paar Plektren von einem Holländer namens Michel Wegen. Ich spiele die noch relativ dünnen 2,5 mm picks, die allerdings wirklich sehr gut klingen und extrem lange halten. Sie werden zwar in erster Linie für akkustische Gitarren empfohlen. Ich spiele sie aber auch auf meinen E-Gitarren. Kosten so um die 18 EUR, sind aber der Knaller.
 

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